Rich­ter­li­cher Hin­weis – und die Besorg­nis der Befan­gen­heit

Ein rich­ter­li­cher Hin­weis, der die vor­läu­fi­ge Rechts­auf­fas­sung des Bericht­erstat­ters in sach­li­cher Form wie­der­gibt, recht­fer­tigt kei­nen Zwei­fel an der Unvor­ein­ge­nom­men­heit und objek­ti­ven Ein­stel­lung des abge­lehn­ten Rich­ters.

Rich­ter­li­cher Hin­weis – und die Besorg­nis der Befan­gen­heit

Der­ar­ti­ge Hin­wei­se die­nen der recht­li­chen Klä­rung und lie­gen im Inter­es­se einer sach­ge­rech­ten Ver­fah­rens­ge­stal­tung. Sol­che im Rah­men einer zuläs­si­gen rich­ter­li­chen Auf­klä­rungs­tä­tig­keit getrof­fe­nen Maß­nah­men sind üblich und nicht geeig­net, eine Besorg­nis der Befan­gen­heit zu begrün­den [1].

Dies gilt zumin­dest dann, wenn der rich­ter­li­che Hin­weis auch im Übri­gen kei­nen Anlass zu der Annah­me gibt, der Rich­ter habe sich mit den vor­ge­brach­ten Argu­men­ten nicht aus­rei­chend befasst oder sei zur unvor­ein­ge­nom­me­nen Wür­di­gung nicht bereit. Glei­ches gilt für sei­ne dienst­li­che Stel­lung­nah­me.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 31. März 2020 – 2 BvC 19/​19

  1. vgl. BVerfGE 4, 143, 144; 42, 88, 90; BVerfG, Beschluss vom 19.08.2011 – 2 BvE 3/​11, Rn. 2[]