Rott­wei­ler mit man­geln­der Beiß­hem­mung

Hat ein Hund sich von der Lei­ne geris­sen und ein Klein­kind lebens­be­dro­hend ver­letzt, ist den Gefah­ren, die auf­grund die­ses Vor­falls von dem Tier aus­ge­hen, nur mit einer Ein­schlä­fe­rung zu begeg­nen.

Rott­wei­ler mit man­geln­der Beiß­hem­mung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Eil­an­trag der Hun­de­hal­te­rin gegen die Anord­nung der Stadt, den Hund ein­zu­schlä­fern, abge­lehnt. Der betref­fen­de Rott­wei­ler ist am 6. Juli 2015 von der Stadt Duis­burg sicher­ge­stellt wor­den, nach­dem er sich beim Aus­füh­ren durch eine Bekann­te der Hun­de­hal­te­rin von der Lei­ne geris­sen und eine Fami­lie am Rhein­deich in Duis­burg ange­grif­fen hat­te. Dabei wur­de ein zwei­jäh­ri­ges Mäd­chen akut lebens­be­dro­hend ver­letzt. Ihr wur­den gro­ße Tei­le der Kopf­haut samt Haa­ren abge­ris­sen, und sie erlitt teils schwe­re Biss­wun­den an Ohren, Auge, Mund, Bauch und Bei­nen. Die Stadt Duis­burg hat­te die Ein­schlä­fe­rung des Hun­des nach den Vor­schrif­ten des Lan­des­hun­de­ge­set­zes ver­fügt. Dage­gen rich­tet sich der Eil­an­trag der Hun­de­hal­te­rin.

In sei­ner Ent­schei­dung hat sich das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf auf ein amts­tier­ärzt­li­ches Gut­ach­ten gestützt. In die­sem Gut­ach­ten wird dar­ge­legt, dass der Rott­wei­ler ein fehl­ge­lei­te­tes und inad­äqua­tes Jagd­ver­hal­ten sowie eine man­geln­de Beiß­hem­mung auf­weist. Er hat­te in gefahr­dro­hen­der Wei­se unver­mit­telt und ohne Droh- und Warn­si­gna­le ange­grif­fen und sich bei der län­ger dau­ern­den Atta­cke auch nicht von wei­te­ren Angrif­fen auf das schon ver­letz­te Mäd­chen abbrin­gen las­sen. Aus dem Gut­ach­ten ergibt sich fer­ner, dass eine The­ra­pie des Hun­des auf­grund sei­nes Alters nicht (mehr) erfolg­ver­spre­chend ist. Das gilt auch für den Fall, dass das Ver­hal­ten des Tie­res zum Teil auf eine Erkran­kung (Hydro­ce­pha­lus) zurück­zu­füh­ren ist, da inso­weit irrepa­ra­ble Hirn­schä­den ein­ge­tre­ten sind.

Da weni­ger ein­schnei­den­de Maß­nah­men als die Ein­schlä­fe­rung im Hin­blick auf die von dem Rott­wei­ler aus­ge­hen­de Gefahr aus­schei­den hat das Ver­wal­tungs­ge­richt die Anord­nung der Stadt Duis­burg als recht­mä­ßig ange­se­hen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 4. August 2015 – 18 L 2369/​15