Rück­mel­de­ge­büh­ren im Land Bran­den­burg

§ 30 Absatz 1a Satz 1 des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes (BbgHG) a.F. 1 in ihren bei­den vom 01.07.2000 bis zum 19.12 2008 gel­ten­den Fas­sun­gen ist mit Arti­kel 2 Absatz 1 in Ver­bin­dung mit den Arti­keln 104a ff. GG sowie mit Arti­kel 3 Absatz 1 GG unver­ein­bar und nich­tig, soweit danach bei jeder Rück­mel­dung Gebüh­ren von 100 Deut­schen Mark bezie­hungs­wei­se 51 € pro Semes­ter erho­ben wur­den.

Rück­mel­de­ge­büh­ren im Land Bran­den­burg

Das ent­schied jetzt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auf Rich­ter­vor­la­gen im Ver­fah­ren der kon­kre­ten Nor­men­kon­trol­le (Art. 100 Abs. 1 GG, §§ 80 ff. BVerfGG) durch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg 2 ).

Rege­lung der Rück­mel­de­ge­büh­ren in Bran­den­burg

Die Vor­schrift des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. wur­de durch Art. 2 Nr. 2 Buch­sta­be a des Geset­zes zur Besei­ti­gung des struk­tu­rel­len Ungleich­ge­wichts im Haus­halt (Haus­halts­struk­tur­ge­setz 2000 – HStrG 2000) vom 28.06.2000 3 mit Wir­kung vom 01.07.2000 (vgl. Art. 22 Satz 3 HStrG 2000) in das Bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­ge­setz mit fol­gen­dem Wort­laut ein­ge­fügt:

Bei der Imma­tri­ku­la­ti­on und bei jeder Rück­mel­dung wer­den Gebüh­ren von 100 Deut­schen Mark pro Semes­ter erho­ben; dies gilt nicht in den Fäl­len der Beur­lau­bung vom Stu­di­um zur Ableis­tung des Wehr- oder Zivil­diens­tes, für aus­län­di­sche Stu­die­ren­de, die auf­grund eines zwi­schen­staat­li­chen oder über­na­tio­na­len Abkom­mens oder einer Hoch­schul­part­ner­schaft imma­tri­ku­liert sind oder wer­den, soweit Gegen­sei­tig­keit besteht, sowie für aus­län­di­sche Stu­die­ren­de im Rah­men von För­de­rungs­pro­gram­men, die ganz oder teil­wei­se aus öffent­li­chen Mit­teln des Bun­des oder der Län­der finan­ziert wer­den.

Durch Art. 1 Nr. 11 Buch­sta­be a des Ers­ten Geset­zes zur Ände­rung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes vom 22.03.2004 4 wur­de mit Wir­kung vom 24.03.2004 (vgl. Art. 3 des Ände­rungs­ge­set­zes) die Anga­be "100 Deut­schen Mark" durch die Anga­be "51 Euro" ersetzt. Zudem wur­den die Sät­ze 2 und 3 ange­fügt:

Sind Stu­di­en­be­wer­be­rin­nen und Stu­di­en­be­wer­ber bereits in einem Stu­di­en­gang oder Teil­stu­di­en­gang an einer ande­ren Hoch­schu­le des Lan­des Bran­den­burg oder an einer Hoch­schu­le des Lan­des Ber­lin imma­tri­ku­liert, so erklä­ren sie bei der Imma­tri­ku­la­ti­on, an wel­cher Hoch­schu­le sie ihre Mit­glied­schafts­rech­te aus­üben wol­len. Die Gebühr nach Satz 1 ist nur an der Hoch­schu­le zu ent­rich­ten, an der die Mit­glied­schafts­rech­te aus­ge­übt wer­den.

Bereits mit Beschluss vom 27.02.1997 hat­te der Bla­bla der Uni­ver­si­tät Pots­dam auf Grund­la­ge von § 3 Abs. 5 des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes vom 24.06.1991 5, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 22.05.1996 6, und des Gebüh­ren­ge­set­zes für das Land Ban­den­burg vom 18.10.1991 7 in § 4 der Gebüh­ren­ord­nung der Uni­ver­si­tät Pots­dam eine Gebühr in Höhe von 10 Deut­schen Mark pro Semes­ter unter ande­rem für den Ver­wal­tungs­auf­wand nach erfolg­ter Rück­mel­dung fest­ge­setzt. Zuvor war ledig­lich für den Fall einer ver­spä­te­ten Rück­mel­dung eine Gebühr erho­ben wor­den. An der Erhe­bung die­ser Gebühr (in Höhe von nun­mehr 5, 11 €) wur­de auch nach Ein­füh­rung des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. fest­ge­hal­ten. Ande­re Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len in Bran­den­burg haben von die­ser Mög­lich­keit der Gebüh­ren­er­he­bung kei­nen Gebrauch gemacht.

Die geplan­te Ein­füh­rung einer lan­des­wei­ten Rück­mel­de- und Imma­tri­ku­la­ti­ons­ge­bühr an allen bran­den­bur­gi­schen Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len in Höhe von 100 Deut­schen Mark je Per­son und Semes­ter wur­de vom Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur des Lan­des Bran­den­burg erst­mals im Zusam­men­hang mit Maß­nah­men zur struk­tu­rel­len Ent­las­tung des Lan­des­haus­halts erwähnt. Die Höhe der vor­ge­se­he­nen Gebühr ori­en­tie­re sich aus Grün­den der Ein­heit­lich­keit des Wis­sen­schafts­rau­mes Ber­lin-Bran­den­burg an der Höhe einer ent­spre­chen­den Gebühr von 100 Deut­schen Mark pro Stu­dent und Semes­ter im Ber­li­ner Hoch­schul­ge­setz 8. Man erwä­ge die Über­nah­me der in § 2 Abs. 8 des Ber­li­ner Hoch­schul­ge­set­zes auf­ge­nom­me­nen Bestim­mung; auf die Äqui­va­lenz von bezif­fer­ba­rem Ver­wal­tungs­auf­wand und Gebüh­ren­hö­he kom­me es nicht an 9.

Die­ses Vor­ha­ben wur­de auf der Grund­la­ge des Ent­wurfs der Lan­des­re­gie­rung vom 22.03.2000 für das Gesetz zur Besei­ti­gung des struk­tu­rel­len Ungleich­ge­wichts im Haus­halt (Haus­halts­struk­tur­ge­setz 2000 – HStrG 2000) umge­setzt. Das Haus­halts­struk­tur­ge­setz soll­te eine mit­tel­fris­ti­ge Kon­so­li­die­rung des Lan­des­haus­halts ermög­li­chen 10. Durch die Ein­füh­rung einer lan­des­weit ein­heit­li­chen Rück­mel­de­ge­bühr an den Hoch­schu­len wur­de für das Jahr 2000 eine Aus­wir­kung in Höhe von zwei Mil­lio­nen Deut­schen Mark und für die Fol­ge­jah­re bis 2004 in Höhe von jähr­lich vier­ein­halb Mil­lio­nen Deut­schen Mark erwar­tet 11. Die bei Rück­mel­dung oder Imma­tri­ku­la­ti­on vor­ge­se­he­ne Ver­wal­tungs­ge­bühr von 100 Deut­schen Mark pro Semes­ter hal­te sich im Rah­men der Gestal­tungs­frei­heit des Gebüh­ren­ge­setz­ge­bers. Auch ohne detail­lier­te Auf­schlüs­se­lung der Sach- und Per­so­nal­kos­ten, die im Zusam­men­hang mit der Rück­mel­dung und Imma­tri­ku­la­ti­on ent­stün­den, bestehe ein hin­rei­chen­der Zusam­men­hang zu den tat­säch­lich ent­ste­hen­den Ver­wal­tungs­kos­ten 12.

Die nach § 2 Abs. 3 Satz 1 des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes vom 20.05.1999 13 den Hoch­schu­len eröff­ne­te Mög­lich­keit, durch Sat­zung Gebüh­ren für die Benut­zung ihrer Ein­rich­tun­gen zu erhe­ben, blieb eben­so erhal­ten wie der mit dem Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz vom 20.05.1999 13 ein­ge­führ­te Aus­schluss von Stu­di­en­ge­büh­ren gemäß Satz 2:

Für ein Stu­di­um bis zum ers­ten berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Abschluß und für ein Stu­di­um in einem kon­se­ku­ti­ven Stu­di­en­gang, der zu einem wei­te­ren berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Abschluß führt, wer­den Stu­di­en­ge­büh­ren nicht erho­ben.

Eine nach Erlass von § 30 Abs. 1a BbgHG a.F. gestell­te par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge betref­fend die Ein­füh­rung der Imma­tri­ku­la­ti­ons- und Rück­mel­de­ge­bühr 14 beant­wor­te­te die Minis­te­rin für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur dahin­ge­hend, die unter Berück­sich­ti­gung des Äqui­va­lenz­prin­zips im Rah­men des Gestal­tungs­spiel­raums des Gesetz­ge­bers vom Bran­den­bur­gi­schen Land­tag beschlos­se­ne Gebühr in Höhe von 100 Deut­schen Mark ste­he nicht in einem offen­sicht­li­chen Miss­ver­hält­nis zu der von der Ver­wal­tung zu erbrin­gen­den Leis­tung; ein sol­ches Miss­ver­hält­nis wäre nur dann gege­ben, wenn die von der Hoch­schul­ver­wal­tung zu erbrin­gen­de Leis­tung für den Begüns­tig­ten wert­los oder die Höhe der Gebühr geeig­net wäre, von der Inan­spruch­nah­me der Leis­tung (Imma­tri­ku­la­ti­on oder Rück­mel­dung) abzu­hal­ten 15.

Auf die Fra­ge eines Abge­ord­ne­ten, wel­che Kon­se­quen­zen aus dem Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 19.03.2003 16 betref­fend § 120a Abs. 1 Satz 1 des Geset­zes über die Uni­ver­si­tä­ten im Lan­de Baden-Würt­tem­berg (Uni­ver­si­täts­ge­setz – UG BW), den der Zwei­te Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für mit Art. 70 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 105, 106 GG unver­ein­bar und nich­tig erklärt habe, soweit danach eine Gebühr von 100 Deut­scher Mark für die Bear­bei­tung jeder Rück­mel­dung zu ent­rich­ten sei, für die Semes­ter-Rück­mel­de­ge­büh­ren in Bran­den­burg zu zie­hen sei­en 17, ant­wor­te­te die Minis­te­rin für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur:

[…]

Die Hoch­schul­ver­wal­tung erbringt auf Ver­an­las­sung des Ein­zel­nen wäh­rend des gesam­ten Semes­ters Amts­hand­lun­gen, die auf­grund des unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hangs von Inhalt und per­so­nen­be­zo­ge­nem Erfolg der Ein­zel­leis­tung indi­vi­du­ell zure­chen­bar sind und des­halb von den durch die­se Leis­tung begüns­tig­ten Per­so­nen erho­ben wer­den.

[…]

Modell­rech­nun­gen für Hoch­schu­len in Bran­den­burg haben zu dem Ergeb­nis geführt, dass die­se indi­vi­du­ell zure­chen­ba­ren Kos­ten je nach Hoch­schu­le zwi­schen 50 € und 110 € (100 DM bis 215 DM) pro Stu­dent und Semes­ter lie­gen. Dem Prin­zip der Kos­ten­de­ckung wur­de also in Bran­den­burg bei der Fest­le­gung der Gebüh­ren­hö­he (wie vom BVerfG gefor­dert) ent­spre­chend Rech­nung getra­gen.

[…]

Zu den Amts­hand­lun­gen der Hoch­schul­ver­wal­tung, die auf­grund des unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hangs von Inhalt und per­so­nen­be­zo­ge­nem Erfolg des Ein­zel­nen indi­vi­du­ell zure­chen­bar sind, gehö­ren unter ande­rem:

  • Imma­tri­ku­la­ti­on bzw. Rück­mel­dung und damit der "Sta­tus­er­halt" als Stu­dent
  • Kon­trol­le der aka­de­mi­schen Prü­fungs­ver­fah­ren (Zwi­schen­prü­fun­gen, Abschluss­prü­fun­gen, Diplom­prü­fun­gen …)
  • Zen­tra­le Stu­di­en­be­ra­tung (Stu­di­en­gangs­aus­wahl, Stu­di­en­ge­stal­tung, Stu­di­en­gangs­wech­sel)
  • Gewähr­leis­tung von Prü­fungs­über­sich­ten (z. B. als Vor­aus­set­zung für eine Anmel­dung zur Diplom­prü­fung)
  • Schaf­fung von Mög­lich­kei­ten für Aus­lands­auf­ent­hal­te sowie unmit­tel­ba­re Vor­be­rei­tung von Stu­di­en­pha­sen im Aus­land.

Infol­ge­des­sen gefähr­det die mit der Ent­schei­dung des BVerfG vom 19.03.2003 dar­ge­leg­te Rechts­auf­fas­sung nicht den Bestand der bran­den­bur­gi­schen Rege­lung zur Erhe­bung von Rück­mel­de- und Imma­tri­ku­la­ti­ons­ge­büh­ren. Eine Modi­fi­zie­rung von § 30 Abs. 1a BbgHG erscheint des­halb auch nicht ange­zeigt 18.

Ent­spre­chend wur­de eine wei­te­re par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge 19 beant­wor­tet 20.

Die sei­tens des Deut­schen Gewerk­schafts­bun­des (DGB), Bezirk Ber­lin-Bran­den­burg, im Rah­men sei­ner Stel­lung­nah­me zu dem Ent­wurf der Lan­des­re­gie­rung vom 14.08.2003 für ein Ers­tes Gesetz zur Ände­rung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes geäu­ßer­ten Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit von Imma­tri­ku­la­ti­ons- und Rück­mel­de­ge­büh­ren nach § 30 Abs. 1a BbgHG teil­te die Lan­des­re­gie­rung nicht 21. Im Rah­men des vor­lie­gen­den Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens sei die Recht­mä­ßig­keit die­ser Bestim­mung unter Berück­sich­ti­gung des Urteils des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 19.03.2003 16 noch­mals ein­ge­hend geprüft wor­den; § 30 Abs. 1a BbgHG wer­de den Anfor­de­run­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, anders als die [bean­stan­de­te] Rege­lung in Baden-Würt­tem­berg, gerecht. Dies erge­be sich zum einen aus dem Wort­laut der Bestim­mung, wonach die Gebüh­ren bei der Imma­tri­ku­la­ti­on und jeder Rück­mel­dung erho­ben wür­den. Die bean­stan­de­te Bestim­mung in § 120a Abs. 1 Satz 1 des Uni­ver­si­täts­ge­set­zes Baden-Würt­tem­berg (UG BW) sehe dage­gen eine Gebühr von 100 Deut­schen Mark "für … die Bear­bei­tung jeder Rück­mel­dung" vor. Der Geset­zes­wort­laut von § 30 Abs. 1a BbgHG enge – anders als in Baden-Würt­tem­berg – die in Betracht kom­men­den Recht­fer­ti­gungs­grün­de für die Gebüh­ren­er­he­bung nicht von vorn­her­ein der­art ein, dass allein der gerin­ge­re Bear­bei­tungs­auf­wand für den eigent­li­chen Imma­tri­ku­la­ti­ons- oder Rück­mel­de­vor­gang berück­sich­tigt wer­den kön­ne. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wei­se auf die­sen Rege­lungs­un­ter­schied in sei­nen Urteils­grün­den unter Bezug­nah­me auf die Gebüh­ren­re­ge­lung in Bran­den­burg aus­drück­lich hin. Der Lan­des­ge­setz­ge­ber habe den Zweck­bin­dungs­rah­men der vor­ge­se­he­nen Gebüh­ren­er­he­bung – wie sich aus der amt­li­chen Begrün­dung des Gesetz­ent­wur­fes der Lan­des­re­gie­rung zu Art. 2 des Haus­halts­struk­tur­ge­set­zes 2000 22 erge­be – hin­rei­chend kon­kre­ti­siert. Bis­he­ri­ge Modell­rech­nun­gen für ein­zel­ne Hoch­schu­len in Bran­den­burg hät­ten zu dem Ergeb­nis geführt, dass die durch die in der Geset­zes­be­grün­dung ange­spro­che­nen Amts­hand­lun­gen der Hoch­schul­ver­wal­tung (z.B. der Stu­die­ren­den­se­kre­ta­ria­te, Prü­fungs­äm­ter, all­ge­mei­nen Stu­di­en- und Stu­die­ren­den­be­ra­tung, Aka­de­mi­schen Aus­lands­äm­ter) ent­ste­hen­den Kos­ten je nach Hoch­schu­le zwi­schen 50 € und 110 € (100 Deut­sche Mark bis 215 Deut­sche Mark) pro Stu­dent und Semes­ter lägen. Damit bestehe bei der Gebüh­ren­be­mes­sung ein ange­mes­se­nes Ver­hält­nis zu dem hier ver­folg­ten legi­ti­men Erhe­bungs­zweck der Kos­ten­de­ckung.

Die zum 24.03.2004 in Kraft getre­te­ne Ände­rung und Ergän­zung von § 30 Abs. 1a BbgHG a.F. durch Art. 1 Nr. 11 Buch­sta­be a des Ers­ten Geset­zes zur Ände­rung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes vom 22.03.2004 4 hielt an der in Satz 1 gere­gel­ten Imma­tri­ku­la­ti­ons- und Rück­mel­de­ge­bühr fest.

a)) Mit Art. 1 des Geset­zes zur Neu­re­ge­lung des Hoch­schul­rechts des Lan­des Bran­den­burg vom 18.12 2008 23 wur­de das Gesetz über die Hoch­schu­len des Lan­des Bran­den­burg (Bran­den­bur­gi­sches Hoch­schul­ge­setz – BbgHG) mit Wir­kung vom 20.12 2008 ins­ge­samt neu gefasst und die vor­la­ge­ge­gen­ständ­li­che Bestim­mung durch die Rege­lung des § 13 Abs. 2 BbgHG ersetzt:

§ 13 – Imma­tri­ku­la­ti­on und Exma­tri­ku­la­ti­on

(1) […],

(2) Bei der Imma­tri­ku­la­ti­on und bei jeder Rück­mel­dung wer­den für Ver­wal­tungs­leis­tun­gen, die die Hoch­schu­len für die Stu­die­ren­den im Rah­men der Durch­füh­rung des Stu­di­ums außer­halb der fach­li­chen Betreu­ung erbrin­gen, Gebüh­ren erho­ben. Hier­zu zäh­len Ver­wal­tungs­leis­tun­gen für die Imma­tri­ku­la­ti­on, Rück­mel­dung, Beur­lau­bung und Exma­tri­ku­la­ti­on. Außer­dem zäh­len hier­zu Ver­wal­tungs­leis­tun­gen, die im Rah­men der all­ge­mei­nen Stu­di­en­be­ra­tung sowie durch die Aka­de­mi­schen Aus­lands­äm­ter und die Prü­fungs­äm­ter erbracht wer­den. Die Gebühr wird nicht erho­ben in den Fäl­len der Beur­lau­bung vom Stu­di­um, für aus­län­di­sche Stu­die­ren­de, die auf­grund eines zwi­schen­staat­li­chen oder über­na­tio­na­len Abkom­mens oder einer Hoch­schul­part­ner­schaft imma­tri­ku­liert sind oder wer­den, soweit Gegen­sei­tig­keit besteht, sowie für aus­län­di­sche Stu­die­ren­de im Rah­men von För­de­rungs­pro­gram­men, die ganz oder teil­wei­se aus öffent­li­chen Mit­teln des Bun­des oder der Län­der finan­ziert wer­den. Sind Stu­di­en­be­wer­ber bereits in einem Stu­di­en­gang oder Teil­stu­di­en­gang an einer ande­ren Hoch­schu­le des Lan­des Bran­den­burg oder an einer Hoch­schu­le des Lan­des Ber­lin imma­tri­ku­liert, so erklä­ren sie bei der Imma­tri­ku­la­ti­on, an wel­cher Hoch­schu­le sie ihre Mit­glied­schafts­rech­te aus­üben wol­len. Die Gebühr nach Satz 1 ist nur an der Hoch­schu­le zu ent­rich­ten, an der die Mit­glied­schafts­rech­te aus­ge­übt wer­den. Die Höhe der Gebühr nach Satz 1 beträgt 51 €.,

(3) […],

Die grund­le­gen­de Über­ar­bei­tung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes soll­te der Über­sicht­lich­keit, aber auch der Ein­heit­lich­keit der Wis­sen­schafts­re­gi­on Ber­lin-Bran­den­burg die­nen; die Struk­tur des Geset­zes sol­le auch dem Ber­li­ner Hoch­schul­ge­setz zugrun­de gelegt wer­den 24. Zur Begrün­dung der Neu­fas­sung der Gebüh­ren­re­ge­lung wird aus­ge­führt:

Absatz 2 erfährt eine Kon­kre­ti­sie­rung, ohne dass sich der Zweck der Gebüh­ren­er­he­bung gegen­über der bis­he­ri­gen Rechts­la­ge ändert. Die Bestim­mung stellt die Grund­la­ge für die Erhe­bung der bei Imma­tri­ku­la­ti­on und jeder Rück­mel­dung zu leis­ten­den Gebühr dar. Durch die Ergän­zung wird prä­zi­siert, wel­che Ver­wal­tungs­leis­tun­gen außer­halb der fach­li­chen Betreu­ung der Stu­die­ren­den durch die Gebühr abge­deckt wer­den. Ent­ge­gen der aus der sys­te­ma­ti­schen Stel­lung der Bestim­mung teil­wei­se gefol­ger­ten Annah­me, die Bestim­mung erfas­se aus­schließ­lich den durch Imma­tri­ku­la­ti­on und Rück­mel­dung ver­ur­sach­ten Ver­wal­tungs­auf­wand im engen Sin­ne, nicht aber die Kos­ten für Stu­di­en­be­ra­tung, erfolgt nun­mehr eine Klar­stel­lung des Ver­wal­tungs­auf­wan­des, zu des­sen Kos­ten­de­ckung die Gebühr dient. Die Gebühr[en]erhebung bezweckt somit die Deckung des den Hoch­schu­len typi­scher­wei­se durch die Erbrin­gung indi­vi­du­ell zure­chen­ba­rer Son­der­leis­tun­gen zuguns­ten der Stu­die­ren­den ent­ste­hen­den Kos­ten­auf­wan­des.

Neben dem in die­ser Bestim­mung genann­ten Ver­wal­tungs­auf­wand kön­nen den Hoch­schu­len wei­te­re Belas­tun­gen für beson­de­re Auf­wen­dun­gen erwach­sen. Zur Deckung sol­chen Auf­wands kön­nen die Hoch­schu­len Gebüh­ren­sat­zun­gen nach § 5 Abs. 4 Satz 1 erlas­sen. Die­se Mög­lich­keit zur Kos­ten­de­ckung für beson­de­ren Ver­wal­tungs­auf­wand bleibt neben der all­ge­mei­nen Imma­tri­ku­la­ti­ons- und Rück­mel­de­ge­bühr bestehen 25.

Durch das Gesetz zur Neu­re­ge­lung des Hoch­schul­rechts des Lan­des Bran­den­burg vom 28.04.2014 26 wur­de die bis dahin gel­ten­de Rege­lung des § 13 Abs. 2 BbgHG – mit gering­fü­gi­gen Ände­run­gen – in die Neu­fas­sung des § 14 Abs. 2 BbgHG über­nom­men. Die Rege­lung in § 5 Abs. 4 BbgHG wur­de nicht ver­än­dert.

Die Aus­gangs­ver­fah­ren

Die kla­gen­den Stu­den­ten der Aus­gangs­ver­fah­ren strei­ten um die Rück­zah­lung von Rück­mel­de­ge­büh­ren, die sie als Stu­die­ren­de an der Uni­ver­si­tät Pots­dam bei ihren Rück­mel­dun­gen vom Som­mer­se­mes­ter 2001 an bis ein­schließ­lich Som­mer­se­mes­ter 2007 – jeweils ins­ge­samt 663,78 € – 27 bezie­hungs­wei­se bei den Rück­mel­dun­gen vom Win­ter­se­mes­ter 2001/​2002 an bis ein­schließ­lich Win­ter­se­mes­ter 2003/​2004 – ins­ge­samt 255,65 € – 28 unter dem Vor­be­halt der Rück­for­de­rung ent­rich­tet haben.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Pots­dam wies die Kla­gen – nach einer umfang­rei­chen Beweis­auf­nah­me durch Ein­ho­lung von Aus­künf­ten aller Hoch­schu­len im Land Bran­den­burg auf Grund­la­ge eines ein­heit­li­chen Fra­ge­bo­gens über den durch­schnitt­li­chen Auf­wand (Sach- und Per­so­nal­kos­ten) für die Bear­bei­tung jeder Imma­tri­ku­la­ti­on und jeder Rück­mel­dung bei den Hoch­schul­ver­wal­tun­gen je Semes­ter und Stu­dent – mit im Wesent­li­chen gleich­lau­ten­den Urtei­len vom 01.06.2007 unter Zulas­sung der Beru­fung ab. Mit der Gebüh­ren­be­mes­sung über­schrei­te der Lan­des­ge­setz­ge­ber nicht sei­ne Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz. Die Gebühr sol­le weder im Nach­hin­ein die (im Ver­gleich zur Rück­mel­dung) höhe­ren Kos­ten für die Bear­bei­tung der Imma­tri­ku­la­ti­on bei jeder Rück­mel­dung noch die Kos­ten für bestimm­te wei­te­re Amts­hand­lun­gen oder gar für den gesam­ten Ver­wal­tungs­auf­wand decken, den ein Stu­die­ren­der im Lau­fe sei­nes Stu­di­ums ver­ur­sa­che. Der Wort­laut der Vor­schrift las­se erken­nen, dass der Gesetz­ge­ber hin­sicht­lich der Bear­bei­tung der Imma­tri­ku­la­ti­on und hin­sicht­lich der Bear­bei­tung der Rück­mel­dung zwei getrenn­te Gebüh­ren­tat­be­stän­de geschaf­fen habe. Die kon­kre­te Gebüh­ren­hö­he wer­de durch den ver­folg­ten Gebüh­renzweck legi­ti­miert. In Anse­hung des dem Gesetz­ge­ber bei der Gebüh­ren­be­mes­sung zuste­hen­den Gestal­tungs­spiel­raums sei die Prü­fung durch das Gericht dar­auf beschränkt, ob zwi­schen dem Gebüh­renzweck und der Bemes­sung der Höhe der Gebühr ein gro­bes Miss­ver­hält­nis bestehe. Ein sol­ches sei erst dann anzu­neh­men, wenn die Gebühr mehr als das Dop­pel­te der zu decken­den Kos­ten aus­ma­che, was hier nicht der Fall sei. Nach den Anga­ben der neun Hoch­schu­len des Lan­des Bran­den­burg zum durch­schnitt­li­chen Ver­wal­tungs­auf­wand für die Bear­bei­tung einer Rück­mel­dung über den Zeit­raum von Som­mer­se­mes­ter 2001 bis ein­schließ­lich Win­ter­se­mes­ter 2006/​2007 hät­ten die Ver­wal­tungs­kos­ten im Durch­schnitt 20,32 € je Rück­mel­dung betra­gen; mit Blick dar­auf mache die Gebühr von 100 Deut­schen Mark /​51 € über die Jah­re gese­hen etwa das Zwei­ein­halb­fa­che der zu decken­den Ver­wal­tungs­kos­ten aus. Dies rei­che nicht für die Annah­me, die Gebühr sei ganz über­wie­gend nicht durch Kos­ten­de­ckungs­zwe­cke gerecht­fer­tigt. Für die­se Annah­me müs­se die Gebühr das Dop­pel­te der zu decken­den Kos­ten noch ein­mal deut­lich über­schrei­ten. Die noch­ma­li­ge Über­schrei­tung müs­se dabei so hoch sein, dass auch dann noch sicher von einer deut­li­chen Über­schrei­tung der zu decken­den Kos­ten aus­zu­ge­hen sei, wenn alle Unsi­cher­hei­ten gericht­li­cher Kos­ten­er­mitt­lung in Rech­nung gestellt wür­den. Denn nur dann errei­che die Kos­ten­über­schrei­tung ver­läss­lich einen Wert, der so hoch sei, dass es gerecht­fer­tigt erschei­ne, die Gebühr in Gän­ze bereits funk­tio­nal als Steu­er und damit in Gän­ze als ver­fas­sungs­wid­rig anzu­se­hen. Eine Über­schrei­tung der zu decken­den Kos­ten um das Zwei­ein­halb­fa­che ver­mitt­le die not­wen­di­ge Sicher­heit noch nicht; sie lie­ge viel­mehr in einem Grenz­be­reich, in dem Unsi­cher­hei­ten der gericht­li­chen Kos­ten­über­prü­fung das Ergeb­nis noch beein­flus­sen könn­ten. Die Höhe der hier in Rede ste­hen­den Rück­mel­de­ge­bühr sei danach zwar ver­fas­sungs­recht­lich bedenk­lich, aber noch nicht ver­fas­sungs­wid­rig. Der Gesetz­ge­ber sei aber ver­pflich­tet, die wei­te­re Kos­ten­ent­wick­lung zu beob­ach­ten und die Gebühr, soll­ten die durch­schnitt­li­chen Bear­bei­tungs­kos­ten wei­ter sin­ken, nach unten anzu­pas­sen.

Die Ansicht des OVG Ber­lin-Bran­den­burg

Mit Beschlüs­sen vom 24.10.2013 hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg auf die Beru­fun­gen der Klä­ger die Ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge zur Ent­schei­dung vor­ge­legt, ob § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. inso­weit mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar ist, als danach bei jeder Rück­mel­dung Gebüh­ren von 100 Deut­schen Mark bezie­hungs­wei­se 51 € pro Semes­ter erho­ben wür­den 2 ). Die Fra­ge der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der nach § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. im Zusam­men­hang mit der Imma­tri­ku­la­ti­on zu ent­rich­ten­den Gebühr ist aus­drück­lich nicht Gegen­stand der Vor­la­ge­be­schlüs­se.

Die Ent­schei­dung über die Beru­fun­gen hän­ge von der Beant­wor­tung die­ser Fra­ge ab. Die Beru­fun­gen der Klä­ger hät­ten nur dann Erfolg, wenn § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. in Bezug auf die Rück­mel­de­ge­bühr ver­fas­sungs­wid­rig und nich­tig wäre, weil ihnen in die­sem Fall man­gels Rechts­grun­des für die Gebüh­ren­zah­lung ein Erstat­tungs­an­spruch zustün­de.

Nach Über­zeu­gung des vor­le­gen­das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. im genann­ten Umfang ver­fas­sungs­wid­rig und nich­tig und mit Art. 2 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 104 ff. GG sowie mit Art. 3 Abs. 1 GG unver­ein­bar.

Die Abga­be nach § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. sei eine Ver­wal­tungs­ge­bühr. Sie wer­de nach dem gesetz­li­chen Tat­be­stand nicht wie eine Steu­er vor­aus­set­zungs­los erho­ben, son­dern im Zusam­men­hang mit Leis­tun­gen der Hoch­schu­len, unter ande­rem bei jeder Rück­mel­dung ihrer Stu­die­ren­den. Sie sei ersicht­lich jeden­falls auch dazu bestimmt, in Anknüp­fung an die­se Leis­tun­gen deren Kos­ten zu decken. Wegen die­ser Ver­knüp­fung dem Grun­de nach sei sie in mate­ri­el­ler Über­ein­stim­mung mit ihrer Bezeich­nung und unge­ach­tet einer etwa über­höh­ten Bemes­sung als Gebühr zu qua­li­fi­zie­ren. Für die­sen Typus einer nicht­steu­er­li­chen Abga­be fol­ge die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz aus der Sach­zu­stän­dig­keit des Lan­des­ge­setz­ge­bers für das Hoch­schul­recht (Art. 70 GG).

Die Bemes­sung der bei jeder Rück­mel­dung zu ent­rich­ten­den Gebühr in § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. wer­de den in der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 06.11.2012 zur wort­glei­chen Rege­lung in § 2 Abs. 8 Satz 2 Halb­satz 1 des Ber­li­ner Hoch­schul­ge­set­zes in der zur Prü­fung gestell­ten Fas­sung (Berl­HG a.F.) auf­ge­stell­ten ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­ben nicht gerecht. Die Vor­schrift las­se mit hin­rei­chen­der Klar­heit ledig­lich den Gebüh­renzweck der Deckung der Kos­ten für die Bear­bei­tung der Rück­mel­dung erken­nen; die Gebüh­ren­hö­he von 100 Deut­schen Mark bezie­hungs­wei­se 51 € ste­he in einem gro­ben Miss­ver­hält­nis zu die­sem Zweck.

Nach dem Wort­laut der Vor­schrift bestehe zwi­schen der erho­be­nen Geld­leis­tung und der Ver­wal­tungs­leis­tung gebüh­ren­recht­li­che Kon­ne­xi­tät. Die aus­drück­li­che Benen­nung der Ver­wal­tungs­leis­tung Rück­mel­dung schlie­ße es aus, die Gebühr als Gegen­leis­tung für wei­te­re, mit den Rück­mel­dun­gen nicht in unmit­tel­ba­rem Zusam­men­hang ste­hen­de Ver­wal­tungs­leis­tun­gen anzu­se­hen. Die For­mu­lie­rung des Geset­zes, die Gebühr wer­de "bei jeder" (und nicht "für jede") Rück­mel­dung erho­ben, recht­fer­ti­ge nicht die Annah­me, es bestün­de kei­ne Ver­knüp­fung von Gebüh­ren­for­de­rung und indi­vi­du­ell zure­chen­ba­rer Leis­tung der Hoch­schul­ver­wal­tung im Kon­text der Bear­bei­tung der Rück­mel­dung. Der Wort­laut der Vor­schrift bestim­me nur die Rück­mel­dung als Anlass sowie den Fäl­lig­keits­zeit­punkt der zu ent­rich­ten­den Gebühr. Maß­geb­li­cher Anknüp­fungs­punkt für die Gebüh­ren­er­he­bung sei allein die admi­nis­tra­ti­ve Vor­gangs­be­ar­bei­tung; nur sie wer­de als Ver­wal­tungs­leis­tung durch die Rück­mel­dung des Stu­die­ren­den unmit­tel­bar ver­an­lasst und ver­ur­sa­che die­je­ni­gen Per­so­nal- und Sach­mit­tel­auf­wen­dun­gen, die aus dem Gebüh­ren­auf­kom­men zu decken sei­en. Jeden­falls bie­te der Wort­laut, dass die Gebühr "bei" jeder Rück­mel­dung erho­ben wer­de, kei­ne geeig­ne­te Grund­la­ge für eine wei­te Inter­pre­ta­ti­on des Gebüh­ren­tat­be­stan­des im Sin­ne einer all­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­ge­bühr, durch wel­che alle Ver­wal­tungs­kos­ten der Hoch­schul­ver­wal­tung sowie sons­ti­ger Ein­rich­tun­gen der Hoch­schu­le für stu­den­ten­be­zo­ge­ne Leis­tun­gen (wie etwa Stu­die­ren­den­se­kre­ta­ria­te, Prü­fungs­äm­ter, all­ge­mei­ne Stu­di­en- und Stu­die­ren­den­be­ra­tung und Aka­de­mi­sche Aus­lands­äm­ter) gedeckt wür­den.

Eine sol­che kom­me zudem aus Grün­den der Ent­ste­hungs­ge­schich­te nicht in Betracht. Geset­zes­sys­te­ma­ti­sche Grün­de sprä­chen eben­falls für eine am Wort­laut ori­en­tier­te enge Aus­le­gung des Gebüh­ren­tat­be­stan­des. Das in § 2 Abs. 3 Satz 2 BbgHG a.F gere­gel­te Ver­bot der Erhe­bung von Stu­di­en­ge­büh­ren mache deut­lich, dass die Rück­mel­de­ge­bühr nach § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F., die von jedem Stu­den­ten erho­ben wer­de, jeden­falls nicht beab­sich­ti­gen dür­fe, Kos­ten im Zusam­men­hang von For­schung und Leh­re zu decken. Ande­rer­seits ermäch­ti­ge § 2 Abs. 3 Satz 1 BbgHG a.F. die Hoch­schu­len, durch Sat­zung Gebüh­ren für beson­de­re Auf­wen­dun­gen und für die Benut­zung ihrer Ein­rich­tun­gen zu erhe­ben. Damit dro­he die hier in Rede ste­hen­de Gebüh­ren­norm (par­ti­ell) zu kol­li­die­ren. Es bestehe nicht nur die Gefahr der Aus­höh­lung oder des Unter­lau­fens der Sat­zungs­kom­pe­tenz der Hoch­schu­len für Benut­zungs­ge­büh­ren, son­dern es sei nicht aus­zu­schlie­ßen, dass die Stu­die­ren­den durch unab­ge­stimm­te Abga­ben­for­de­run­gen nach § 2 Abs. 3 Satz 1 BbgHG a.F. und nach § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. zur Deckung der­sel­ben Kos­ten von Hoch­schul­ein­rich­tun­gen mehr­fach her­an­ge­zo­gen wür­den.

Wür­de das Tat­be­stands­merk­mal der Rück­mel­dung in § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. nur den Anlass für die Erhe­bung einer all­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­ge­bühr beschrei­ben, blie­be zudem unklar, wofür Gebüh­ren erho­ben wür­den. Der so ver­stan­de­ne Gebüh­ren­tat­be­stand genü­ge nicht den finanz­ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen der Nor­men­klar­heit. Wenn der Gesetz­ge­ber mit die­ser Gebüh­ren­re­ge­lung über die spe­zi­el­len Kos­ten für die Bear­bei­tung der Rück­mel­dung hin­aus­ge­hen­de wei­te­re Kos­ten­zwe­cke hät­te ver­fol­gen wol­len, hät­te er dies mit hin­rei­chen­der Deut­lich­keit zum Aus­druck brin­gen müs­sen.

Es sei auch nichts dafür ersicht­lich, dass bereits § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. der Inhalt zuge­dacht gewe­sen sei, den die Vor­schrift spä­ter durch die Neu­re­ge­lung in § 13 Abs. 2 BbgHG erhal­ten habe, wonach zu den durch die Rück­mel­dung zu decken­den Ver­wal­tungs­leis­tun­gen außer der Imma­tri­ku­la­ti­on und der Rück­mel­dung auch Beur­lau­bung und Exma­tri­ku­la­ti­on sowie Ver­wal­tungs­leis­tun­gen, die im Rah­men der all­ge­mei­nen Stu­di­en­be­ra­tung sowie durch die Aka­de­mi­schen Aus­lands­äm­ter und die Prü­fungs­äm­ter erbracht wür­den, zu rech­nen sei­en. Nach der Geset­zes­be­grün­dung zu § 13 Abs. 2 BbgHG sol­le es sich zwar um eine Kon­kre­ti­sie­rung han­deln, ohne dass sich der Zweck der Gebüh­ren­er­he­bung gegen­über der bis­he­ri­gen Rechts­la­ge ände­re; dies fin­de aber im Wort­laut, im sys­te­ma­ti­schen Zusam­men­hang und in den Geset­zes­ma­te­ria­li­en der hier in Rede ste­hen­den Gebüh­ren­vor­schrift kei­ne Ent­spre­chung.

Die­se [wei­te] Auf­fas­sung der § 30 Abs. 1a BbgHG a.F. zugrun­de lie­gen­den Gebüh­renzwe­cke habe die Lan­des­re­gie­rung erst­mals nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 19.03.2003 zur Rück­mel­de­ge­bühr in Baden-Würt­tem­berg 16 in einer Ant­wort auf eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge im April 2003 ver­tre­ten. Dabei habe sich die Minis­te­rin aus­drück­lich auf die Par­al­le­le zur wort­glei­chen Rege­lung im Ber­li­ner Hoch­schul­ge­setz ("wegen der gemein­sa­men Wis­sen­schafts­re­gi­on Ber­lin-Bran­den­burg in Anleh­nung an das Vor­ge­hen in Ber­lin") bezo­gen. In Bezug auf eine der Rege­lung in § 13 Abs. 2 BbgHG ver­gleich­ba­re Neu­re­ge­lung in Ber­lin habe das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt indes kei­nen Anlass gese­hen, hier­in ledig­lich eine Klar­stel­lung des schon immer Gewoll­ten zu erbli­cken. Für die Neu­re­ge­lung im Hoch­schul­ge­setz Bran­den­burg im Jahr 2008 gel­te nichts ande­res.

Die von der zustän­di­gen Minis­te­rin beschrie­be­ne "Anleh­nung" des Lan­des Bran­den­burg an die Vor­ge­hens­wei­se in Ber­lin zei­ge viel­mehr die Zwangs­läu­fig­keit der vom vor­le­gen­den Gericht ver­tre­te­nen Aus­le­gung: Da das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in der Ent­schei­dung vom 06.11.2012 29 die Aus­le­gung der wort­glei­chen Vor­schrift in § 2 Abs. 8 Satz 2 Halb­satz 1 Berl­HG a.F. durch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg bestä­tigt habe, wonach es sich bei der Rück­mel­de­ge­bühr um eine Gegen­leis­tung aus­schließ­lich für die mit der Rück­mel­dung ver­bun­de­ne Ver­wal­tungs­leis­tung hand­le, führ­te eine ande­re Aus­le­gung der­sel­ben Rege­lung in § 30 Abs. 1a Satz 1 Halb­satz 1 BbgHG a.F. zu dem befremd­li­chen Ergeb­nis, dass für ein und die­sel­be Gebüh­ren­vor­schrift in zwei Län­dern unter­schied­li­che Maß­stä­be gäl­ten.

Nach alle­dem ver­blei­be als den Anfor­de­run­gen der Nor­men­klar­heit genü­gend nur die der Geset­zes­be­grün­dung zu ent­neh­men­de Aus­le­gungs­mög­lich­keit, nach der die gemäß § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. zu erhe­ben­den Gebüh­ren die Ver­wal­tungs­kos­ten der – im Wort­laut der Vor­schrift als Erhe­bungs­an­lass benann­ten – Imma­tri­ku­la­ti­on und Rück­mel­dung decken soll­ten. Wei­te­re trag­fä­hi­ge Gebüh­renzwe­cke könn­ten der vor­ge­leg­ten Norm auch nicht im Wege ver­fas­sungs­kon­for­mer Aus­le­gung unter­stellt wer­den. Die Anfor­de­rung der Erkenn­bar­keit des Gebüh­renzwecks bezie­he sich nicht auf einen ver­fas­sungs­recht­lich mög­li­chen, son­dern auf den vom Gesetz­ge­ber bestimm­ten Gebüh­renzweck. Für die­sen sei­en Ent­gelt- und Abschöp­fungs­zwe­cke, die vom Gesetz­ge­ber ver­fas­sungs­kon­form hät­ten gewählt wer­den kön­nen, nicht aus­rei­chend.

Die Vor­schrift des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. nor­mie­re kei­ne ein­heit­li­che Misch­ge­bühr für die Fäl­le der Imma­tri­ku­la­ti­on und Rück­mel­dung, son­dern zwei selbst­stän­di­ge, an unter­schied­li­che Ver­wal­tungs­leis­tun­gen geknüpf­te Gebüh­ren­tat­be­stän­de; inso­weit gel­te nichts ande­res als für die Aus­le­gung der wort­glei­chen Vor­schrift des § 2 Abs. 8 Satz 2 Berl­HG a.F. Dies erge­be sich auch aus dem Wort­laut von § 30 Abs. 1a BbgHG a.F. Imma­tri­ku­la­ti­on als Erstein­schrei­bung zur Begrün­dung der Hoch­schul­zu­ge­hö­rig­keit und Rück­mel­dung zu deren Fort­füh­rung schlös­sen ein­an­der aus; deckungs­fä­hi­ge Kos­ten könn­ten im Ein­zel­fall nur ent­we­der für die Bear­bei­tung der Imma­tri­ku­la­ti­on oder für die Bear­bei­tung der Rück­mel­dung ent­ste­hen.

Die prin­zi­pi­el­le Befug­nis des Abga­ben­ge­setz­ge­bers zur Gene­ra­li­sie­rung, Typi­sie­rung und Pau­scha­lie­rung recht­fer­ti­ge kei­ne ande­re Aus­le­gung. Nach den Anga­ben der Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schu­len über­stei­ge der Auf­wand einer Imma­tri­ku­la­ti­on an allen Hoch­schu­len den­je­ni­gen einer Rück­mel­dung erheb­lich. Daher wür­de die Berück­sich­ti­gung eines zumal an klei­nen Hoch­schu­len über­aus hohen Arbeits­auf­wan­des bei einer rela­tiv gerin­gen Zahl von Imma­tri­ku­la­tio­nen dazu füh­ren, dass sich bei ent­spre­chen­der Durch­schnitts­bil­dung der ver­gleichs­wei­se gerin­ge durch­schnitt­li­che Bear­bei­tungs­auf­wand einer Rück­mel­dung an den gro­ßen Uni­ver­si­tä­ten für die hohe Zahl der an ihnen ein­ge­schrie­be­nen Stu­die­ren­den rech­ne­risch enorm ver­grö­ßern wür­de. Dies sei gleich­heits­recht­lich unzu­läs­sig, zumal die Belas­tungs­un­gleich­heit nicht nur eine ver­hält­nis­mä­ßig klei­ne Per­so­nen­zahl, son­dern die Mehr­heit der Stu­die­ren­den trä­fe. Es wäre auch will­kür­lich, die­je­ni­gen Stu­den­ten, die die Rück­mel­de­ge­bühr über die Dau­er ihres Stu­di­ums leis­ten wür­den, mit den Kos­ten der Imma­tri­ku­la­ti­on der­je­ni­gen Stu­den­ten zu belas­ten, die ihr Stu­di­um nach weni­gen Semes­tern abbre­chen und damit die von ihnen ver­ur­sach­ten Kos­ten nicht selbst über die von ihnen im Lau­fe des Stu­di­ums ent­rich­te­te Rück­mel­de­ge­bühr tra­gen wür­den.

Daher sei­en als Gebüh­renzweck allein die Kos­ten für die Bear­bei­tung der Rück­mel­dung zu berück­sich­ti­gen. Die­ser kön­ne die Gebüh­ren­hö­he von 100 Deut­schen Mark oder 51 € pro Semes­ter nur zu einem gerin­gen Teil recht­fer­ti­gen.

Die vom Ver­wal­tungs­ge­richt inso­weit ange­stell­te Berech­nung wei­se kei­ne Feh­ler auf. Die durch die Rück­mel­de­ge­bühr zu decken­den Ver­wal­tungs­kos­ten errech­ne­ten sich danach aus der Mul­ti­pli­ka­ti­on der durch­schnitt­li­chen Kos­ten für eine Rück­mel­dung mit der durch­schnitt­li­chen Anzahl der gebüh­ren­pflich­ti­gen Rück­mel­dun­gen bei jeder der neun staat­li­chen Hoch­schu­len im Land Bran­den­burg

  • Uni­ver­si­tät Pots­dam 10,52 € bei 13.675,
  • Uni­ver­si­tät Frank­furt (Oder) 13,83 € bei 3.617,
  • Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Cott­bus 51,22 € bei 3.706,
  • Hoch­schu­le für Film und Fern­se­hen Pots­dam-Babels­berg 30,95 € bei 466,
  • Fach­hoch­schu­le Bran­den­burg 28,69 € bei 1.794,
  • Fach­hoch­schu­le Ebers­wal­de 41,90 € bei 1.083,
  • Fach­hoch­schu­le Lau­sitz 12,09 € bei 2.577,
  • Fach­hoch­schu­le Pots­dam 15,75 € bei 1.989 und
  • Fach­hoch­schu­le Wildau 33,17 € bei 2.330 gebüh­ren­pflich­ti­gen Rück­mel­dun­gen.

Zur Ermitt­lung des Lan­des­durch­schnitts sei die Sum­me die­ser Pro­duk­te durch die Sum­me der durch­schnitt­li­chen Anzahl der gebüh­ren­pflich­ti­gen Rück­mel­dun­gen aller Hoch­schu­len zu divi­die­ren. Danach erge­be sich ein Lan­des­durch­schnitt von 20,32 €.

Für die Ermitt­lung und Beur­tei­lung die­ser Kos­ten stel­le das Zah­len­ma­te­ri­al der Hoch­schu­len eine hin­rei­chend trag­fä­hi­ge Ent­schei­dungs­grund­la­ge dar. Die Berech­nung beru­he auf Daten­ma­te­ri­al, das das Ver­wal­tungs­ge­richt mit einem detail­lier­ten Fra­gen­ka­ta­log bei den staat­li­chen Hoch­schu­len im Land Bran­den­burg für den zwölf­se­mest­ri­gen Zeit­raum vom Som­mer­se­mes­ter 2001 bis zum Win­ter­se­mes­ter 2006/​2007 abge­fragt habe. Dazu sei­en die auf die Bear­bei­tung der Rück­mel­dun­gen ent­fal­len­den Arbeits­zeit­an­tei­le der damit befass­ten Mit­ar­bei­ter in den ver­schie­de­nen Berei­chen (Lei­tungs­be­reich, Stu­di­en­se­kre­ta­ri­at, EDV etc.) ermit­telt und dann anhand der nach Lauf­bah­nen unter­schied­li­chen Besol­dung als Stun­den­ver­dienst­sät­ze in Geld­be­trä­ge umge­wan­delt wor­den. Die auf die Bear­bei­tung der Rück­mel­dun­gen ent­fal­len­den Sach­kos­ten­an­tei­le sei­en nach Miet­kos­ten, Abschrei­bung für die Büro- und Geschäfts­aus­stat­tung sowie Mate­ri­al­aus­stat­tung getrennt ermit­telt wor­den. Zweck­frem­de Ver­wal­tungs­leis­tun­gen (wie die all­ge­mei­ne Stu­di­en­be­ra­tung, die beson­de­re Bear­bei­tung ver­spä­te­ter Rück­mel­dun­gen, die Exma­tri­ku­la­ti­on wegen nicht erfolg­ter Rück­mel­dung und die Bear­bei­tung gebüh­ren­be­frei­ter Rück­mel­dun­gen) habe das Ver­wal­tungs­ge­richt her­aus­ge­rech­net.

Die in den Selbst­aus­künf­ten der als Gebüh­ren­gläu­bi­ger durch den Rechts­streit betrof­fe­nen Hoch­schu­len mit­ge­teil­ten Zah­len ver­mit­tel­ten den Ein­druck, dass sie vom ernst­haf­ten Wil­len um exak­te Anga­ben geprägt sei­en. Den tat­säch­li­chen Anga­ben eines Trä­gers öffent­li­cher Ver­wal­tung sei im Hin­blick auf des­sen Pflicht zu wahr­heits­ge­mä­ßem und voll­stän­di­gem Vor­trag grund­sätz­lich Ver­trau­en ent­ge­gen­zu­brin­gen, sofern sie nicht sub­stan­ti­iert in Zwei­fel gezo­gen wür­den, in sich wider­sprüch­lich oder offen­kun­dig falsch sei­en. Kon­kre­te Anhalts­punk­te für unzu­tref­fen­de Anga­ben der Hoch­schu­len sei­en nicht auf­ge­zeigt wor­den.

Die Berech­nungs­wei­se und das Berech­nungs­er­geb­nis des Ver­wal­tungs­ge­richts, wonach die durch­schnitt­li­chen Bear­bei­tungs­kos­ten für eine gebüh­ren­pflich­ti­ge Rück­mel­dung 20,32 € betrü­gen, habe die beklag­te Hoch­schu­le nicht in Zwei­fel gezo­gen. Ein Ver­gleich mit in ande­ren Län­dern ange­stell­ten Berech­nun­gen der Durch­schnitts­kos­ten für die Bear­bei­tung einer Rück­mel­dung las­se erken­nen, dass der vom Ver­wal­tungs­ge­richt ermit­tel­te Wert jeden­falls nicht zu nied­rig ange­setzt wor­den sei.

Die auf 100 Deut­sche Mark oder 51 € bemes­se­ne Rück­mel­de­ge­bühr über­schrei­te die­sen Auf­wand um mehr als das Zwei­ein­halb­fa­che. Sie ste­he daher in einem gro­ben Miss­ver­hält­nis zu den ver­folg­ten legi­ti­men Gebüh­renzwe­cken. Nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 06.11.2012 29 sei ein "gro­bes Miss­ver­hält­nis" schon dann anzu­neh­men, wenn die Gebüh­ren­be­mes­sung "ganz über­wie­gend" nicht durch die Höhe der spe­zi­el­len Ver­wal­tungs­kos­ten gerecht­fer­tigt sei, wenn also der nicht durch zu decken­de Kos­ten gerecht­fer­tig­te Anteil der Gebüh­ren­be­mes­sung offen­kun­dig grö­ßer sei als ihr kos­ten­le­gi­ti­mier­ter Anteil. Ein ein­fa­ches Miss­ver­hält­nis sei dem­ge­gen­über anzu­neh­men, wenn die Gebühr etwa dop­pelt so hoch bemes­sen sei wie die zu decken­den Kos­ten der Ver­wal­tungs­hand­lung; die­ses Miss­ver­hält­nis sei jedoch dann als "grob" zu qua­li­fi­zie­ren, wenn die Kos­ten­de­ckung noch­mals erheb­lich wei­ter über­schrit­ten und dadurch unab­weis­bar deut­lich wer­de, dass wesent­li­che Tei­le der Gebühr – funk­tio­nal wie Steu­ern – vor­aus­set­zungs­los erho­ben wür­den. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt habe das "gro­be Miss­ver­hält­nis" in sei­nem vor­ge­nann­ten Beschluss dahin prä­zi­siert, dass jeden­falls bei einer Gebühr, die – wie die Rück­mel­de­ge­bühr – ohne beson­de­re pro­gnos­ti­sche Schwie­rig­kei­ten berech­net wer­den kön­ne, ein gro­bes Miss­ver­hält­nis vor­lie­ge, wenn sie die Kos­ten der Ver­wal­tungs­leis­tung um mehr als ein­hun­dert Pro­zent über­stei­ge. So lie­ge es hier bei der Rück­mel­de­ge­bühr, die die zu decken­den Ver­wal­tungs­kos­ten um ein­hun­dert­fünf­zig Pro­zent über­stei­ge.

Zwar sei es nach Auf­fas­sung der beklag­ten Uni­ver­si­tät Pots­dam frag­lich, ob zur Berech­nung des Ver­hält­nis­ses zwi­schen Kos­ten und Gebühr der Zeit­raum nach Inkraft­tre­ten der Gebüh­ren­re­ge­lung her­an­ge­zo­gen wer­den kön­ne, weil damit die zu tref­fen­de Pro­gno­se ja gera­de aus­ge­blen­det wer­de. Es sei aber nicht Auf­ga­be der Ver­wal­tungs­ge­rich­te, ein mit dem Grund­ge­setz zu ver­ein­ba­ren­des Ver­hält­nis zwi­schen Gebüh­ren­hö­he und zu decken­den Ver­wal­tungs­kos­ten anhand eige­ner Ermitt­lun­gen her­zu­stel­len; es sei viel­mehr zunächst Sache des Gesetz­ge­bers, gege­be­nen­falls mit Hil­fe der das Geset­zes­vor­ha­ben ein­brin­gen­den Lan­des­re­gie­rung, ein sol­ches Ver­hält­nis zu begrün­den. Hier jedoch habe sich die Regie­rung bei Vor­la­ge des Gesetz­ent­wurfs eine Kal­ku­la­ti­on erspart ("… Auch ohne detail­lier­te Auf­schlüs­se­lung der Sach- und Per­so­nal­kos­ten, die im Zusam­men­hang mit der Rück­mel­dung und Imma­tri­ku­la­ti­on ent­ste­hen, besteht ein hin­rei­chen­der Zusam­men­hang zu den tat­säch­lich ent­ste­hen­den Ver­wal­tungs­kos­ten …"). Blei­be es in einem sol­chen Fall dann letzt­lich doch den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten über­las­sen, die Daten­ba­sis zur Inzi­dent­prü­fung der Gebüh­ren­re­ge­lung auf ihre Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit in einem auf­wen­di­gen Ver­fah­ren zu ermit­teln, und bezie­he es die die Gebüh­ren­re­ge­lung anwen­den­de beklag­te Hoch­schu­le in die Amts­auf­klä­rung ein, ohne dass die­se etwai­ge Beden­ken zur Art der Ermitt­lung äuße­re, kön­ne im Nach­hin­ein der Ein­wand, das Gericht habe einen unzu­tref­fen­den Zeit­ho­ri­zont zugrun­de gelegt, nicht erho­ben wer­den. Abge­se­hen davon habe die beklag­te Hoch­schu­le selbst nicht behaup­tet, geschwei­ge denn belegt, dass die Rela­ti­on der Gebüh­ren­hö­he zu den Ver­wal­tungs­kos­ten vor Ein­füh­rung der Gebühr im Jahr 2000 eine wesent­lich ande­re gewe­sen sei. Zudem spre­che schon die infla­ti­ons­be­ding­te Kos­ten­stei­ge­rung dafür, dass die Ver­wal­tungs­kos­ten in der Zeit vor dem Inkraft­tre­ten des Haus­halts­struk­tur­ge­set­zes am 1.07.2000 eher nied­ri­ger als höher gewe­sen sei­en, das Miss­ver­hält­nis also eher noch deut­li­cher gewe­sen sei.

Zuläs­sig­keit der Rich­ter­vor­la­gen

Die Vor­la­gen sind zuläs­sig (Art. 100 Abs. 1 GG, § 13 Nr. 11, §§ 80 ff. BVerfGG).

Die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der zur Prü­fung vor­ge­leg­ten gesetz­li­chen Rege­lung sowie die Über­zeu­gung des vor­le­gen­den Gerichts von ihrer Ver­fas­sungs­wid­rig­keit sind in einer den Anfor­de­run­gen des § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG genü­gen­den Wei­se 30 begrün­det.

Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz der Lan­des Bran­den­burg

Es konn­te für das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt offen­blei­ben, ob das Land Bran­den­burg mit der Bemes­sung der Rück­mel­de­ge­bühr bereits die ihm für die Rege­lung einer sol­chen Gebühr zuste­hen­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz über­schrit­ten hat 31. § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. ist, soweit er die Erhe­bung einer Rück­mel­de­ge­bühr betrifft, jeden­falls mate­ri­ell ver­fas­sungs­wid­rig 32.

Rück­mel­de­ge­büh­ren als nicht­steu­er­li­che Abga­be

Die Erhe­bung nicht­steu­er­li­cher Abga­ben bedarf mit Blick auf die Begren­zungs- und Schutz­funk­ti­on der Finanz­ver­fas­sung (Art. 104a ff. GG) und zur Wah­rung der Belas­tungs­gleich­heit der Abga­be­pflich­ti­gen (Art. 3 Abs. 1 GG) einer über den Zweck der Ein­nah­me­er­zie­lung hin­aus­ge­hen­den beson­de­ren sach­li­chen Recht­fer­ti­gung 33. Dies gilt für die Abga­ben­er­he­bung sowohl dem Grun­de als auch der Höhe nach 34.

Die finanz­ver­fas­sungs­recht­li­che Ver­tei­lung der steu­er­be­zo­ge­nen Gesetz­ge­bungs, Ertrags- und Ver­wal­tungs­kom­pe­ten­zen ver­lö­re ihren Sinn und ihre auch den Bür­ger schüt­zen­de Funk­ti­on, wenn nicht­steu­er­li­che Abga­ben belie­big unter Umge­hung die­ser Ver­tei­lungs­re­geln begrün­det wer­den könn­ten 35. Die Erhe­bung einer nicht­steu­er­li­chen Abga­be muss zudem berück­sich­ti­gen, dass der Schuld­ner einer sol­chen Abga­be regel­mä­ßig zugleich Steu­er­pflich­ti­ger ist und bereits als sol­cher zur Finan­zie­rung der Las­ten her­an­ge­zo­gen wird, die die Gemein­schaft tref­fen. Die Gleich­heit der Abga­ben­be­las­tung wäre nicht gewahrt, wenn Ein­zel­ne dane­ben ohne beson­de­re, die Abga­ben­er­he­bung – auch der Höhe nach – recht­fer­ti­gen­de Sach­grün­de zusätz­lich her­an­ge­zo­gen wer­den könn­ten 36.

Gebüh­ren sind als öffent­lich-recht­li­che Geld­leis­tun­gen, die in Anknüp­fung an eine indi­vi­du­ell zure­chen­ba­re öffent­li­che Leis­tung erho­ben wer­den, um deren Kos­ten ganz oder teil­wei­se zu decken 37, dem Grun­de nach durch ihre Aus­gleichs­funk­ti­on gerecht­fer­tigt 38. Als sach­li­che Grün­de, die die Bemes­sung der Gebühr recht­fer­ti­gen kön­nen, sind neben dem Zweck der Kos­ten­de­ckung auch Zwe­cke des Vor­teils­aus­gleichs, der Ver­hal­tens­len­kung sowie sozia­le Zwe­cke aner­kannt 39.

Dar­aus folgt aller­dings nicht, dass zur Recht­fer­ti­gung der kon­kre­ten Bemes­sung einer gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Gebühr jeder die­ser Zwe­cke nach Belie­ben her­an­ge­zo­gen wer­den könn­te. Nur Gebüh­renzwe­cke, die von einer erkenn­ba­ren gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dung getra­gen wer­den, sind geeig­net, die jewei­li­ge Gebüh­ren­be­mes­sung sach­lich zu recht­fer­ti­gen 40. Eine – erfor­der­li­chen­falls im Wege der Aus­le­gung zu gewin­nen­de – hin­rei­chen­de Klar­heit der Gebüh­renzwe­cke ist aus rechts­staat­li­chen Grün­den wie auch im Hin­blick auf die Bedeu­tung der gesetz­li­chen Rege­lung im demo­kra­ti­schen Ver­ant­wor­tungs­zu­sam­men­hang erfor­der­lich. An dem erkenn­ba­ren Inhalt getrof­fe­ner Rege­lun­gen muss der Gesetz­ge­ber sich fest­hal­ten las­sen und der Geset­zes­voll­zug sich aus­rich­ten kön­nen, denn Rechts­nor­men dür­fen nicht zur Fehl­in­for­ma­ti­on über das poli­tisch Ent­schie­de­ne und zu Ver­ant­wor­ten­de füh­ren ("Nor­men­wahr­heit") 41. Wählt der Gesetz­ge­ber einen im Wort­laut eng begrenz­ten Gebüh­ren­tat­be­stand, kann er daher nicht gel­tend machen, er habe noch wei­te­re, unge­nann­te Gebüh­renzwe­cke ver­folgt. Die Erkenn­bar­keit der gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dung über die ver­folg­ten Gebüh­renzwe­cke ist dar­über hin­aus Vor­aus­set­zung dafür, dass unter­schied­li­che Gebüh­ren­re­ge­lun­gen im Sin­ne der Ver­mei­dung einer mehr­fa­chen Belas­tung der Gebüh­ren­schuld­ner für die­sel­be Leis­tung oder den­sel­ben Vor­teil auf­ein­an­der abge­stimmt wer­den kön­nen 42.

Die ver­fas­sungs­recht­li­che Kon­trol­le einer gesetz­ge­be­ri­schen Gebüh­ren­be­mes­sung hat, nicht zuletzt weil maß­geb­li­che Bestim­mungs­grö­ßen sich häu­fig nicht exakt und im Vor­aus quan­ti­fi­zie­ren las­sen, einen Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers zu wah­ren. Eine Gebüh­ren­re­ge­lung ist jedoch dann als sach­lich nicht gerecht­fer­tigt zu bean­stan­den, wenn sie in einem gro­ben Miss­ver­hält­nis zu den ver­folg­ten legi­ti­men Gebüh­renzwe­cken steht 43. Der mit der Abga­ben­er­he­bung ver­bun­de­ne Ein­griff in das Grund­recht aus Art. 2 Abs. 1 GG 44 ist in einem sol­chen Fall unver­hält­nis­mä­ßig 45 und läuft der Begren­zungs- und Schutz­funk­ti­on der grund­ge­setz­li­chen Finanz­ver­fas­sung 46 sowie dem Gleich­heits­grund­satz 47 zuwi­der.

Gebüh­renzweck der brann­den­bur­gi­schen Rück­mel­de­ge­büh­ren

Die­sen ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­ben wird die Bemes­sung der bei jeder Rück­mel­dung zu ent­rich­ten­den Gebühr in § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. nicht gerecht. Die Vor­schrift lässt mit hin­rei­chen­der Klar­heit ledig­lich den Gebüh­renzweck der Deckung der Kos­ten für die Bear­bei­tung der Rück­mel­dung erken­nen. Die Höhe der Gebühr von zunächst 100 Deut­sche Mark und spä­ter 51 € steht in einem gro­ben Miss­ver­hält­nis zu die­sem Zweck.

Die Gebüh­ren­vor­schrift des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. regelt hin­sicht­lich der Rück­mel­dung und Imma­tri­ku­la­ti­on zwei selbst­stän­di­ge Gebüh­ren­tat­be­stän­de; die im Zusam­men­hang mit der Rück­mel­dung erho­be­ne Gebühr lässt die Deckung der Kos­ten ande­rer Ver­wal­tungs­leis­tun­gen als Gebüh­renzweck nicht erken­nen.

Nach der vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ein­ge­hend begrün­de­ten Aus­le­gung nor­miert § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. kei­ne ein­heit­li­che Misch­ge­bühr für die Fäl­le der Imma­tri­ku­la­ti­on und Rück­mel­dung, son­dern zwei selbst­stän­di­ge, an unter­schied­li­che Ver­wal­tungs­leis­tun­gen geknüpf­te Gebüh­ren­tat­be­stän­de. Die­ser ein­fach­recht­li­chen Aus­le­gung des vor­le­gen­den Gerichts ist zu fol­gen. Eine dem ent­spre­chen­de Aus­le­gung hat der Zwei­te Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt der wort­glei­chen Vor­schrift des § 2 Abs. 8 Satz 2 Berl­HG a.F. 48 und der Rege­lung des § 120a Abs. 1 Satz 1 UG BW 49 zugrun­de gelegt. Auch die Lan­des­re­gie­rung ver­tritt – anders als noch die beklag­te Uni­ver­si­tät Pots­dam in den fach­ge­richt­li­chen Aus­gangs­ver­fah­ren – die gegen­tei­li­ge Auf­fas­sung von einer ein­heit­li­chen Misch­ge­bühr für Imma­tri­ku­la­ti­on und Rück­mel­dung nicht mehr.

Wei­te­re, über den Gebüh­renzweck der Kos­ten­de­ckung für die Bear­bei­tung der Rück­mel­dung hin­aus­ge­hen­de Gebüh­renzwe­cke sind nicht – zumin­dest nicht mit hin­rei­chen­der Klar­heit – erkenn­bar.

Aus dem – mit § 2 Abs. 8 Satz 2 Berl­HG a.F. iden­ti­schen – Wort­laut der Vor­schrift erge­ben sich kei­ne Anhalts­punk­te für wei­te­re der Rege­lung zugrun­de­lie­gen­de Kos­ten­de­ckungs- oder sons­ti­ge legi­ti­me Gebüh­renzwe­cke 50.

Wofür "bei jeder Rück­mel­dung" die Gebühr nach § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. erho­ben wird, ist aus dem Wort­laut der Vor­schrift nicht ein­deu­tig zu erken­nen. Der Zweck der Erhe­bung der Gebühr aus­schließ­lich für die Bear­bei­tung der Rück­mel­dung wäre zwar sprach­lich prä­zi­se durch die Ver­wen­dung des Wor­tes "für" zu bezeich­nen gewe­sen; statt der Rück­mel­dung, die die Stu­die­ren­den selbst vor­neh­men, wäre außer­dem die von der Hoch­schu­le vor­zu­neh­men­de Bear­bei­tung der Rück­mel­dung als der das zu ent­rich­ten­de Ent­gelt aus­lö­sen­de Sach­ver­halt zu bezeich­nen gewe­sen.

Der Wort­laut des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. ent­hält aber auch kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass mit der erho­be­nen Gebühr für die Imma­tri­ku­la­ti­on einer­seits und die Bear­bei­tung der Rück­mel­dung ande­rer­seits noch wei­te­re Ver­wal­tungs­kos­ten abge­gol­ten wer­den soll­ten. Die aus­drück­li­che Benen­nung der Ver­wal­tungs­leis­tung Rück­mel­dung dürf­te es zudem aus­schlie­ßen, die Gebühr als Gegen­leis­tung für mit der Rück­mel­dung nicht in einem unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang ste­hen­de Ver­wal­tungs­leis­tun­gen anzu­se­hen.

Auch der Ent­ste­hungs­ge­schich­te von § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. ist kein wei­te­rer Gebüh­renzweck zu ent­neh­men.

Die par­la­men­ta­ri­schen Äuße­run­gen des zustän­di­gen Minis­ters 51 und des zustän­di­gen Staats­se­kre­tärs 9 legen den Schluss nahe, dass sich die Lan­des­re­gie­rung Bran­den­burg hin­sicht­lich der mit der geplan­ten Rück­mel­de­ge­bühr ver­folg­ten Gebüh­renzwe­cke im Inter­es­se der Ein­heit­lich­keit des Wis­sen­schafts­rau­mes Ber­lin-Bran­den­burg allein an der im Land Ber­lin gel­ten­den Rege­lung in § 2 Abs. 8 Berl­HG a.F. ori­en­tiert hat, ohne spe­zi­ell für Bran­den­burg gel­ten­de Rege­lun­gen zu erwä­gen.

In der Begrün­dung des Gesetz­ent­wur­fes wird die bei der Rück­mel­dung ein­ge­führ­te Gebühr als Ver­wal­tungs­ge­bühr bezeich­net, die der Deckung der Kos­ten einer indi­vi­du­ell zure­chen­ba­ren Son­der­leis­tung die­nen soll. Bereits die Ver­wen­dung der Sin­gu­lar­form an die­ser Stel­le deu­tet dar­auf hin, dass mit der Gebühr ledig­lich die mit der Bear­bei­tung der Rück­mel­dung ent­ste­hen­den Ver­wal­tungs­kos­ten abge­deckt wer­den sol­len. Die dar­an anschlie­ßen­den Aus­füh­run­gen 52"Auch ohne detail­lier­te Auf­schlüs­se­lung der Sach- und Per­so­nal­kos­ten, die im Zusam­men­hang mit der Rück­mel­dung und Imma­tri­ku­la­ti­on ent­ste­hen, besteht ein hin­rei­chen­der Zusam­men­hang zu den tat­säch­lich ent­ste­hen­den Ver­wal­tungs­kos­ten."

las­sen eben­falls den Schluss zu, dass mit der Gebühr nach § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. nur die unmit­tel­bar durch die Bear­bei­tung der Rück­mel­dung ent­ste­hen­den Kos­ten abge­deckt wer­den soll­ten.

Auch im wei­te­ren Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren fin­den sich kei­ne Hin­wei­se auf dar­über hin­aus­ge­hen­de Gebüh­renzwe­cke; viel­mehr wird dort ledig­lich von Imma­tri­ku­la­ti­ons- und Rück­mel­de­ge­büh­ren gespro­chen. Ins­ge­samt kann daher den par­la­men­ta­ri­schen Bera­tun­gen des Jah­res 2000 im Zusam­men­hang mit der Ein­füh­rung von Imma­tri­ku­la­ti­ons- und Rück­mel­de­ge­büh­ren ledig­lich ent­nom­men wer­den, dass die in § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. vor­ge­se­he­nen Gebüh­ren als durch die Rück­mel­dung unmit­tel­bar ver­an­lass­te Ver­wal­tungs­ge­büh­ren für den Bear­bei­tungs­auf­wand der Rück­mel­dung ver­stan­den wur­den; es fin­den sich jedoch kei­ne Hin­wei­se dar­auf, dass dadurch wei­te­re Ver­wal­tungs­leis­tun­gen abge­gol­ten wer­den soll­ten.

Selbst wenn sich aus der Ver­wen­dung des Wor­tes "bei" im Geset­zes­text die Absicht des Gesetz­ge­bers ent­neh­men lie­ße, den Gebüh­renzweck über die Deckung der Ver­wal­tungs­kos­ten von Imma­tri­ku­la­ti­on und Rück­mel­dung hin­aus zu erwei­tern, blie­be unge­klärt, wel­che wei­te­ren Kos­ten­de­ckungs- oder sons­ti­gen Zwe­cke damit ver­folgt wer­den soll­ten 53.

Nach Abschluss des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens bezeich­ne­te die Lan­des­re­gie­rung Bran­den­burg in einer Ant­wort auf eine Klei­ne Anfra­ge die Imma­tri­ku­la­ti­ons- und Rück­mel­de­ge­bühr wei­ter­hin als eine Ver­wal­tungs­ge­bühr. Sie wer­de in der Fol­ge einer kon­kre­ten Amts­hand­lung der Hoch­schul­ver­wal­tung fäl­lig; ihr ste­he eine kon­kre­te Leis­tung der Ver­wal­tung gegen­über. Dar­über hin­aus­ge­hen­de Gebüh­renzwe­cke wur­den auch hier nicht genannt 54.

Für die nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 19.03.2003 16 von der zustän­di­gen Minis­te­rin für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur im Rah­men par­la­men­ta­ri­scher Anfra­gen 55 erst­mals genann­ten wei­te­ren Zwe­cke fin­den sich im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zur Ein­füh­rung des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG kei­ne Anhalts­punk­te. Die spä­te­re Erwei­te­rung der im Gesetz genann­ten Gebüh­renzwe­cke durch Art. 1 des Geset­zes zur Neu­re­ge­lung des Hoch­schul­rechts des Lan­des Bran­den­burg vom 18.12 2008 23 bewirkt inso­weit kei­ne (rück­wir­ken­de) Klar­stel­lung 56.

Etwas ande­res folgt auch nicht aus dem Umstand, dass die Lan­des­re­gie­rung mit Blick auf den im August 2003 in den Land­tag Bran­den­burg ein­ge­brach­ten Ent­wurf für ein Ers­tes Gesetz zur Ände­rung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes trotz der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 19.03.2003 16 kei­nen Anlass für eine Ände­rung des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG gese­hen hat. Der Gesetz­ge­ber habe den Zweck­bin­dungs­rah­men der vor­ge­se­he­nen Gebüh­ren­er­he­bung hin­rei­chend kon­kre­ti­siert. Bis­he­ri­ge Modell­rech­nun­gen für ein­zel­ne Hoch­schu­len in Bran­den­burg hät­ten zu dem Ergeb­nis geführt, dass die durch die in der Geset­zes­be­grün­dung ange­spro­che­nen Amts­hand­lun­gen der Hoch­schul­ver­wal­tung – genannt wer­den die­je­ni­gen der Stu­den­ten­se­kre­ta­ria­te, der Prü­fungs­äm­ter, der all­ge­mei­nen Stu­di­en- und Stu­die­ren­den­be­ra­tung und der Aka­de­mi­schen Aus­lands­äm­ter – ent­ste­hen­den Kos­ten in einem ange­mes­se­nen Ver­hält­nis zu dem ver­folg­ten legi­ti­men Erhe­bungs­zweck der Kos­ten­de­ckung stün­den 57. Die­se Argu­men­ta­ti­on ist schon des­we­gen nicht über­zeu­gend, weil die dort genann­ten wei­te­ren mög­li­chen Gebüh­renzwe­cke – wie gezeigt – gera­de nicht Gegen­stand der (ursprüng­li­chen) Geset­zes­be­grün­dung waren.

Hin­zu tritt, dass in einem – von der Bran­den­bur­gi­schen Lan­des­re­gie­rung zeit­gleich mit dem Gesetz­ent­wurf am 14.08.2003 dem Land­tag zuge­lei­te­ten – Bericht über die Erfah­run­gen mit dem im Jahr 1999 neu gefass­ten Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz 58 die nach § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. erho­be­ne Gebühr aus­drück­lich als "Gebühr für die Rück­mel­dung" bezeich­net wird.

Danach kann der Ent­ste­hungs­ge­schich­te des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG auch in der Fas­sung des Ers­ten Geset­zes zur Ände­rung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes vom 22.03.2004 nicht ent­nom­men wer­den, dass die Gebühr außer der Deckung der Kos­ten für die Bear­bei­tung der Imma­tri­ku­la­ti­on und der Rück­mel­dung der Kos­ten­de­ckung für wei­te­re Ver­wal­tungs­auf­ga­ben oder sons­ti­ge legi­ti­me Gebüh­renzwe­cke die­nen soll­te.

Jeden­falls wäre das Erfor­der­nis nor­men­kla­rer Fest­le­gung des ver­folg­ten Gebüh­renzwecks 59 nicht gewahrt. Die­ses ist vor allem bei einem Neben­ein­an­der meh­re­rer gebüh­ren­be­zo­ge­ner Rege­lun­gen zu beach­ten. Eine sol­che Nor­men­klar­heit war hier ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die Abgren­zung einer nach § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. und § 2 Abs. 3 Satz 1 BbgHG a.F. zuläs­si­gen und einer nach § 2 Abs. 3 Satz 2 BbgHG a.F. unzu­läs­si­gen Gebühr gebo­ten, weil sowohl eine finanz­ver­fas­sungs­recht­lich unzu­läs­si­ge Dop­pel­fi­nan­zie­rung ein und der­sel­ben Ver­wal­tungs­tä­tig­keit als auch ein Unter­lau­fen des Ver­bots der Erhe­bung von Stu­di­en­ge­büh­ren im Rau­me steht 60.

Wei­te­re trag­fä­hi­ge Gebüh­renzwe­cke kön­nen § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. auch nicht im Wege ver­fas­sungs­kon­for­mer Aus­le­gung ent­nom­men wer­den. Die For­de­rung der Erkenn­bar­keit des Gebüh­renzwecks bezieht sich nicht auf einen ver­fas­sungs­recht­lich mög­li­chen, son­dern auf den vom Gesetz­ge­ber bestimm­ten Gebüh­renzweck. Ein gesetz­li­cher Gebüh­renzweck wird nicht dadurch in der gebo­te­nen Wei­se erkenn­bar, dass einer Gebüh­ren­re­ge­lung Ent­gelt- und Abschöp­fungs­zwe­cke, für die sonst kei­ne Aus­le­gungs­me­tho­de einen Anhalts­punkt lie­fert, allein des­halb zuge­schrie­ben wer­den, weil sie vom Gesetz­ge­ber ver­fas­sungs­kon­form hät­ten gewählt wer­den kön­nen 61.

Die­ses Ergeb­nis wird durch eine sys­te­ma­ti­sche Aus­le­gung der Rege­lung des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. bestä­tigt.

Die Gebüh­ren­re­ge­lung fin­det sich als nach­träg­lich ein­ge­füg­ter Absatz in der mit "Imma­tri­ku­la­ti­on und Rück­mel­dung" über­schrie­be­nen Vor­schrift des § 30 BbgHG a.F.; wäre es um den Aus­gleich all­ge­mei­ner Ver­wal­tungs­kos­ten gegan­gen, hät­te eine Rege­lung im Zusam­men­hang mit der Gebüh­ren­vor­schrift des § 2 Abs. 3 BbgHG a.F. nahe­ge­le­gen.

Die Gebüh­ren­re­ge­lung ist zudem wort­gleich mit der Rege­lung nach § 2 Abs. 8 Satz 2 Berl­HG a.F. und steht hin­sicht­lich ihrer Ent­ste­hungs­ge­schich­te mit die­ser in einem engen Zusam­men­hang. Dazu füh­ren die Vor­la­ge­be­schlüs­se zutref­fend aus:Da das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in der Ent­schei­dung vom 06.11.2012 die Aus­le­gung der wort­glei­chen Vor­schrift in § 2 Abs. 8 Satz 2 Halb­satz 1 Berl­HG a.F. durch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg bestä­tigt hat, wonach es sich bei der Rück­mel­de­ge­bühr um eine Gegen­leis­tung aus­schließ­lich für die mit der Rück­mel­dung ver­bun­de­ne Ver­wal­tungs­leis­tung han­delt, wür­de eine ande­re Aus­le­gung der­sel­ben Rege­lung in § 30 Abs. 1a Satz 1 Halb­satz 1 BbgHG a.F. zu dem befremd­li­chen Ergeb­nis füh­ren, dass für ein und die­sel­be Gebüh­ren­vor­schrift in zwei Bun­des­län­dern unter­schied­li­che Maß­stä­be gel­ten wür­den.>

Gebüh­ren­re­ge­lun­gen in ande­ren Bun­des­län­dern

Soweit mit den Gebüh­ren­re­ge­lun­gen in ande­ren Län­dern wei­ter­ge­hen­de Gebüh­renzwe­cke ver­folgt wer­den, sind die ent­spre­chen­den Ent­gel­te im Ver­gleich zu der Rege­lung in Bran­den­burg anders bezeich­net.

In eini­gen Län­dern wird das im Zusam­men­hang mit der Rück­mel­dung zu erhe­ben­de Ent­gelt aus­drück­lich als (all­ge­mei­ner) Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trag bezeich­net (vgl. § 81 Abs. 2 Nie­der­säch­si­sches Hoch­schul­ge­setz – NHG in den vom 01.01.1999 bis zum 30.06.2002 gel­ten­den Fas­sun­gen, Art. 85a Abs. 1 Baye­ri­sches Hoch­schul­ge­setz – BayHSchG in der vom 01.04.2004 bis zum 31.05.2006 gel­ten­den Fas­sung, § 4 Abs. 1 des Thü­rin­ger Hoch­schul­ge­büh­ren- und ent­gelt­ge­set­zes – ThürHGEG in der vom 01.01.2007 bis zum 4.03.2010 gel­ten­den Fas­sung, § 6a Abs. 1 des Ham­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes – HmbHG in der ab dem 30.03.2005 gel­ten­den Fas­sung, § 56 Abs. 1 des Hes­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes – HSchulG HE in der ab dem 1.01.2010 gel­ten­den Fas­sung und § 109b Abs. 1 und 2 Bre­mi­sches Hoch­schul­ge­setz – HSchulG BR in der ab dem 30.03.2004 gel­ten­den Fas­sung). In Meck­len­burg-Vor­pom­mern wird den Hoch­schu­len die Mög­lich­keit eröff­net, Gebüh­ren, Bei­trä­ge und Ent­gel­te nach Maß­ga­be von Sat­zun­gen für bestimm­te Ver­wal­tungs­leis­tun­gen (vgl. ein­heit­li­cher Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trag für die in § 16 Abs. 6 Lan­des­hoch­schul­ge­setz – LHG M‑V in der ab 21.05.2009 gel­ten­den Fas­sung genann­ten Ver­wal­tungs­leis­tun­gen) zu erhe­ben (vgl. § 16 Abs. 5 Satz 1 LHG M‑V). In Baden-Würt­tem­berg wur­de nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 19.03.2003 16 zur Rück­mel­de­ge­bühr nach § 120a Abs. 1 Satz 1 UG BW mit Wir­kung vom 06.01.2005 in § 9 Abs. 1 Satz 1 Lan­des­hoch­schul­ge­büh­ren­ge­setz (LHGebG BW) für die öffent­li­chen Leis­tun­gen, die die Hoch­schu­len und Berufs­aka­de­mi­en für die Stu­die­ren­den außer­halb der fach­li­chen Betreu­ung all­ge­mein erbrin­gen, ein Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trag ein­ge­führt; die wei­te­ren Gebüh­renzwe­cke wer­den bei­spiel­haft genannt. Nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts wur­de auch die mit der Rege­lung des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. wort­glei­che Rege­lung des § 2 Abs. 8 Satz 2 Berl­HG a.F. mit Wir­kung ab dem 15.12 2004 dahin­ge­hend geän­dert, dass nach § 2 Abs. 7 Satz 2 Berl­HG anläss­lich der Imma­tri­ku­la­ti­on und jeder Rück­mel­dung Ver­wal­tungs­ge­büh­ren in Höhe von 50 € erho­ben wer­den; die wei­te­ren Gebüh­renzwe­cke wur­den aus­drück­lich benannt. Für eine Ände­rung der wort­glei­chen Rege­lung in Bran­den­burg wur­de indes­sen – zunächst – kein Anlass gese­hen; erst mit Gesetz vom 18.12 2008 ist mit § 13 Abs. 2 BbgHG eine § 2 Abs. 7 Satz 2 bis 4 Berl­HG in der Fas­sung vom 15.12 2004 ent­spre­chen­de Rege­lung beschlos­sen wor­den.

Danach zeigt sich im Ver­gleich zu der hier zur Prü­fung anste­hen­den Rege­lung der Rück­mel­de­ge­bühr in Bran­den­burg, dass alle übri­gen oben genann­ten Län­der – bis auf Ber­lin – mit Rege­lun­gen ent­spre­chen­der Abga­ben Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trä­ge erho­ben und die Bei­trags­zwe­cke nicht nur auf die Kos­ten für die Bear­bei­tung von Imma­tri­ku­la­ti­on und Rück­mel­dung beschränkt, son­dern – nicht abschlie­ßend – in den gesetz­li­chen Rege­lun­gen wei­te­re Bei­trags­zwe­cke benannt haben. Soweit die Neu­fas­sung im Land Ber­lin an der Erhe­bung einer Ver­wal­tungs­ge­bühr fest­ge­hal­ten hat, sind vom Gebüh­renzweck aus­drück­lich alle Ver­wal­tungs­leis­tun­gen der Hoch­schu­len, die sie für die Stu­die­ren­den im Rah­men der Durch­füh­rung des Stu­di­ums außer­halb der fach­li­chen Betreu­ung erbrin­gen, umfasst und über die Kos­ten für die Bear­bei­tung von Rück­mel­dung und Imma­tri­ku­la­ti­on hin­aus­ge­hend wei­te­re Gebüh­renzwe­cke bei­spiel­haft genannt. Im Ver­gleich hier­zu fin­den sich in der Gebüh­ren­re­ge­lung des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. ledig­lich Anhalts­punk­te für die Kos­ten der Bear­bei­tung von Imma­tri­ku­la­ti­on und Rück­mel­dung als mög­li­che Anknüp­fun­gen für die Gebühr.

Höhe der Rück­mel­de­ge­bühr

Die fest­ge­setz­te Gebüh­ren­hö­he von zunächst 100 Deut­schen Mark und spä­ter 51 € steht zu dem Zweck der Rück­mel­de­ge­bühr nach § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F., die Kos­ten für die Bear­bei­tung der Rück­mel­dung zu decken, in einem gro­ben Miss­ver­hält­nis; sie über­steigt die­se Kos­ten um mehr als hun­dert Pro­zent 62.

Gegen die Berech­nung des Ver­wal­tungs­ge­richts Pots­dam, wel­che vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg über­nom­men wur­de, ist aus ver­fas­sungs­recht­li­cher Sicht nichts zu erin­nern. Der durch­schnitt­li­che Ver­wal­tungs­auf­wand in Höhe von 20,32 € ist jeden­falls nicht zu nied­rig ange­setzt.

Die Berech­nung des Ver­wal­tungs­ge­richts Pots­dam beruht auf einem von die­sem erstell­ten umfang­rei­chen Fra­gen­ka­ta­log; dadurch ist sicher­ge­stellt wor­den, dass alle Hoch­schu­len im Land Bran­den­burg bei der Fest­stel­lung der Kos­ten für die Bear­bei­tung einer Rück­mel­dung von einer ein­heit­li­chen und umfas­sen­den Tat­sa­chen­ba­sis aus­ge­gan­gen sind. Die detail­lier­ten Aus­künf­te der Hoch­schu­len sind mit den Betei­lig­ten des Ver­fah­rens unter Betei­li­gung von Ver­tre­tern der ein­zel­nen Hoch­schu­len in der münd­li­chen Ver­hand­lung abschlie­ßend erör­tert wor­den; die in den Aus­künf­ten noch ent­hal­te­nen zweck­frem­den Ver­wal­tungs­leis­tun­gen wur­den her­aus­ge­rech­net.

Zutref­fend hat das vor­le­gen­de Gericht fest­ge­stellt, dass es sich zwar um Selbst­aus­künf­te der Hoch­schu­len hand­le, deren Inter­es­sen als Gebüh­ren­gläu­bi­ger durch den vor­lie­gen­den Rechts­streit betrof­fen sei­en. Gleich­wohl recht­fer­tigt dies nicht die Annah­me, die Hoch­schu­len wür­den den Ver­wal­tungs­auf­wand für die Bear­bei­tung der Rück­mel­dung gezielt zu hoch anset­zen. Davon ist hier nicht aus­zu­ge­hen, ins­be­son­de­re sind die zugrun­de geleg­ten Daten von kei­ner Sei­te sub­stan­ti­iert und kon­kret in Zwei­fel gezo­gen wor­den 63.

Grün­de, das Berech­nungs­er­geb­nis in Zwei­fel zu zie­hen, sind auch sonst nicht ersicht­lich. Der Ver­gleich mit in ande­ren Län­dern ange­stell­ten Berech­nun­gen der Durch­schnitts­kos­ten für die Bear­bei­tung einer Rück­mel­dung bestä­tigt viel­mehr, dass der vom vor­le­gen­den Gericht – bezo­gen auf den Zeit­raum zwi­schen Som­mer­se­mes­ter 2001 und Win­ter­se­mes­ter 2006/​2007 – für Bran­den­burg ermit­tel­te Wert in Höhe von 20, 32 € jeden­falls nicht zu nied­rig ange­setzt ist 63.

Die dage­gen von der Lan­des­re­gie­rung Bran­den­burg erho­be­nen Ein­wän­de grei­fen nicht durch.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Minis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur des Lan­des Bran­den­burg ist nicht zu bean­stan­den, dass kein arith­me­ti­sches Mit­tel dahin­ge­hend gebil­det wor­den ist, dass zunächst der Durch­schnitt der Rück­mel­de­kos­ten je Hoch­schu­le ermit­telt und die­se ein­zel­nen Durch­schnit­te dann addiert und durch die Anzahl der Hoch­schu­len geteilt, son­dern die Rück­mel­de­kos­ten jeder Hoch­schu­le in Bezie­hung zur Anzahl der dort gebüh­ren­pflich­ti­gen Rück­mel­dun­gen gesetzt wor­den sind. Die­ser gewich­te­te Durch­schnitt aus Hoch­schul­rück­mel­de­kos­ten und jewei­li­ger Stu­die­ren­den­zahl stellt mathe­ma­tisch dar, wie hoch die Rück­mel­de­kos­ten je Stu­die­ren­dem in Bran­den­burg durch­schnitt­lich sind.

Auch wenn im Land Bran­den­burg mit neun Hoch­schu­len auch neun Gebüh­ren­gläu­bi­ger exis­tie­ren und eine Sal­die­rung zwi­schen den Hoch­schu­len nicht erfolgt, ist die Bil­dung eines arith­me­ti­schen Mit­tels nicht gebo­ten. Der Gebüh­ren­ge­setz­ge­ber hat sich bewusst für eine ein­heit­li­che Gebühr für alle Hoch­schu­len in Bran­den­burg (und im Wis­sen­schafts­raum Ber­lin-Bran­den­burg) ent­schie­den. Wäre ihm dabei maß­geb­lich an einer Kos­ten­de­ckung für die jewei­li­ge Hoch­schu­le gele­gen gewe­sen, hät­te er die­se ermäch­ti­gen kön­nen, die Gebüh­ren­hö­he indi­vi­du­ell – etwa durch Sat­zung – fest­zu­le­gen. Legt der Lan­des­ge­setz­ge­ber aber – wie hier – eine für alle Stu­die­ren­den an allen Hoch­schu­len gel­ten­de ein­heit­li­che Rück­mel­de­ge­bühr fest, sind bei der Bemes­sung der Höhe der Rück­mel­de­ge­bühr alle Stu­die­ren­den an allen Hoch­schu­len in den Blick zu neh­men. Maß­geb­lich ist damit der auf die Rück­mel­dung des ein­zel­nen Stu­die­ren­den bezo­ge­ne gewich­te­te mathe­ma­ti­sche Mit­tel­wert. Ein zu bil­den­der Medi­an wäre – wie die Ver­tei­lung im kon­kre­ten Fall zeigt – vom blo­ßen Zufall abhän­gig, eine dar­auf beru­hen­de Fest­set­zung will­kür­lich.

Schließ­lich geht der Ein­wand fehl, die der Berech­nung zugrun­de geleg­ten Daten aus dem Zeit­raum vom Som­mer­se­mes­ter 2001 bis zum Win­ter­se­mes­ter 2006/​2007 fie­len in den Zeit­raum nach Ein­füh­rung der Gebühr am 28.06.2000 und ver­kenn­ten daher den Pro­gno­se­cha­rak­ter der Gebüh­ren­be­mes­sung.

Es ist Auf­ga­be des Gesetz­ge­bers, gege­be­nen­falls mit Hil­fe der das Geset­zes­vor­ha­ben ein­brin­gen­den Lan­des­re­gie­rung, im Wege einer Pro­gno­se ein mit dem Grund­ge­setz zu ver­ein­ba­ren­des Ver­hält­nis zwi­schen Gebüh­ren­hö­he und zu decken­der Ver­wal­tungs­kos­ten zu ermit­teln und her­zu­stel­len. Hier hat sich die Regie­rung bei Vor­la­ge des Gesetz­ent­wur­fes eine Kal­ku­la­ti­on erspart ("… Auch ohne detail­lier­te Auf­schlüs­se­lung der Sach- und Per­so­nal­kos­ten, die im Zusam­men­hang mit der Rück­mel­dung und Imma­tri­ku­la­ti­on ent­ste­hen, besteht ein hin­rei­chen­der Zusam­men­hang zu den tat­säch­lich ent­ste­hen­den Ver­wal­tungs­kos­ten …" 64), die auch in den Bera­tun­gen des Land­tags nicht nach­ge­holt wor­den ist. Bleibt es in einem sol­chen Fall letzt­lich den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten über­las­sen, die Daten­ba­sis für die Gebüh­ren­re­ge­lung in einem auf­wen­di­gen Ver­fah­ren zu ermit­teln, und wird die beklag­te Hoch­schu­le in die Amts­auf­klä­rung ein­be­zo­gen, ohne dass die­se etwai­ge Beden­ken zur Art der Ermitt­lung äußert, darf das Fach­ge­richt ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich davon aus­ge­hen, dass der von ihm gewähl­te Erhe­bungs­zeit­raum die maß­geb­li­che Pro­gno­se abbil­det.

Die beklag­te Hoch­schu­le hat in den fach­ge­richt­li­chen Aus­gangs­ver­fah­ren nicht ein­mal selbst behaup­tet, dass die zu erwar­ten­de Rela­ti­on Gebüh­ren­hö­he zu Ver­wal­tungs­kos­ten vor Ein­füh­rung der Gebühr im Jahr 2000 eine wesent­lich ande­re gewe­sen wäre. Zudem spricht schon die infla­ti­ons­be­ding­te Kos­ten­stei­ge­rung dafür, dass die Ver­wal­tungs­kos­ten in der Zeit vor dem Inkraft­tre­ten des Haus­halts­struk­tur­ge­set­zes am 1.07.2000 eher nied­ri­ger als höher waren, das Miss­ver­hält­nis also noch deut­li­cher aus­ge­prägt gewe­sen ist.

Die Regie­rung des Lan­des Bran­den­burg stellt auch im ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren ledig­lich die pau­scha­le Behaup­tung auf, dass der Ver­wal­tungs­auf­wand zum Zeit­punkt des Erlas­ses des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. am 28.06.2000 höher als der zugrun­de geleg­te Mehr­jah­res-Durch­schnitt gewe­sen sei. Begrün­det wird dies damit, dass im Jahr 2001 die durch­schnitt­li­chen Ver­wal­tungs­kos­ten etwa 5 € höher gewe­sen sei­en als im Jahr 2006.

Die iso­lier­te Betrach­tung die­ser bei­den Jah­re ist jedoch nicht geeig­net, die Ange­mes­sen­heit der Gebüh­ren­hö­he zu bele­gen. Tat­säch­lich schwank­te im hier rele­van­ten Zeit­raum der Lan­des­durch­schnitt der Rück­mel­de­kos­ten deut­lich, vgl.:

  • Som­mer­se­mes­ter 2001 23,25 €;
  • Win­ter­se­mes­ter 2001/​2002 24,10 €;
  • Som­mer­se­mes­ter 2002 21,78 €;
  • Win­ter­se­mes­ter 2002/​2003 21,73 €;
  • Som­mer­se­mes­ter 2003 19,42 €;
  • Win­ter­se­mes­ter 2003/​2004 19,70 €;
  • Som­mer­se­mes­ter 2004 19,66 €;
  • Win­ter­se­mes­ter 2004/​2005 21,59 €;
  • Som­mer­se­mes­ter 2005 18,58 €;
  • Win­ter­se­mes­ter 2005/​2006 18,77 €;
  • Som­mer­se­mes­ter 2006 17,55 €;
  • Win­ter­se­mes­ter 2006/​2007 19,97 €,

so dass eine belast­ba­re Aus­sa­ge über die Höhe des Lan­des­durch­schnitts der Ver­wal­tungs­kos­ten vor dem Erlass der hier in Rede ste­hen­den Gebüh­ren­be­stim­mung nicht getrof­fen wer­den kann. Im Übri­gen hat die Bran­den­bur­gi­sche Lan­des­re­gie­rung auch im ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren kei­ne Daten vor­ge­legt, aus denen sich erge­ben könn­te, dass die zu erwar­ten­den Kos­ten für die Bear­bei­tung einer Rück­mel­dung vor Inkraft­tre­ten des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. signi­fi­kant über dem errech­ne­ten Lan­des­durch­schnitt gele­gen hät­ten.

Schließ­lich ist die Behaup­tung, das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt habe in sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung allein die pro­gnos­ti­zier­ten Ver­wal­tungs­kos­ten bei Erlass des Geset­zes zugrun­de gelegt, unzu­tref­fend. Dies ergibt sich schon aus den Anga­ben des Minis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur des Lan­des Bran­den­burg selbst: So wird in des­sen Stel­lung­nah­me aus­ge­führt, dass der Ent­schei­dung vom 06.11.2012 29, wel­che die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des durch Gesetz vom 15.04.1996 geän­der­ten § 2 Abs. 8 Satz 2 Berl­HG fest­ge­stellt habe, allein die Daten des Win­ter­se­mes­ters 1996/​1997 zugrun­de gelegt wor­den sei­en. Die­se Daten bezie­hen sich damit aber gera­de auf einen Zeit­raum nach Inkraft­tre­ten des Geset­zes.

Im Ergeb­nis über­steigt die Rück­mel­de­ge­bühr nach § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. in Höhe von 100 Deut­schen Mark und spä­ter 51 € die durch die Bear­bei­tung einer Rück­mel­dung ent­ste­hen­den Kos­ten in Höhe von 20,32 € damit um mehr als hun­dert Pro­zent. Dar­in liegt, jeden­falls bei einer Gebühr, deren Berech­nung, wie hier, kei­ne beson­de­ren pro­gnos­ti­schen Schwie­rig­kei­ten berei­tet, ein gro­bes Miss­ver­hält­nis 62. Die­ses wiegt hin­sicht­lich der Klä­ger in den Aus­gangs­ver­fah­ren, die als Stu­die­ren­de an der Uni­ver­si­tät Pots­dam zusätz­lich die uni­ver­si­tä­re Ver­wal­tungs­ge­bühr in Höhe von 10 Deut­schen Mark oder 5,11 € zu ent­rich­ten hat­ten, auch beson­ders schwer.

Der bran­den­bur­gi­sche Gesetz­ge­ber konn­te sich bei Ein­füh­rung der Rück­mel­de­ge­bühr zwar nicht auf an der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur Rück­mel­de­ge­bühr in Baden-Würt­tem­berg ori­en­tie­ren 65. Für die Fra­ge der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit eines Hoheits­ak­tes kommt es aber allein auf die objek­ti­ve Ver­fas­sungs­rechts­la­ge an, nicht dar­auf, ob deren Ver­ken­nung den jeweils han­deln­den Staats­or­ga­nen vor­werf­bar ist 66.

Fol­gen der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit

Die von Anfang an bestehen­de Ver­fas­sungs­wid­rig­keit führt zur Nich­tig­erklä­rung des § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F., soweit danach bei jeder Rück­mel­dung Gebüh­ren von 100 Deut­schen Mark und spä­ter 51 € pro Semes­ter erho­ben wur­den (§ 82 Abs. 1, § 78 Satz 1 BVerfGG).

Eine auf den sach­lich nicht gerecht­fer­tig­ten Anteil des Gebüh­ren­sat­zes beschränk­te Teil­nich­tig­erklä­rung schei­det mit Rück­sicht auf die wei­te Gestal­tungs­frei­heit des Gesetz­ge­bers bei der Aus­ge­stal­tung des Gebüh­ren­tat­be­stan­des aus 67.

Soweit § 30 Abs. 1a Satz 1 BbgHG a.F. für nich­tig erklärt wird, gilt dies rück-wir­kend vom Zeit­punkt des ers­ten Inkraft­tre­tens an 68.

Eine vom gesetz­li­chen Regel­fall des § 78 Satz 1 BVerfGG abwei­chen­de blo­ße Unver­ein­bar­keits­er­klä­rung (vgl. § 31 Abs. 2 Satz 3, § 79 Abs. 1 BVerfGG), wie im Fall der baden-würt­tem­ber­gi­schen Rück­mel­de­ge­bühr 69, schei­det aus. Zwar liegt der Gesamt­be­trag der Gebüh­ren, die auf­grund der für nich­tig zu erklä­ren­den Rege­lung rechts­grund­los gezahlt wur­den, hier – wie auch im Fal­le der Rück­mel­de­ge­bühr im Land Ber­lin 70 – deut­lich höher. Dies gibt jedoch kei­nen Anlass, im Hin­blick auf bestehen­de Rück­for­de­rungs­an­sprü­che von der Regel­fol­ge der Nich­tig­keit unter dem Gesichts­punkt der Wah­rung einer geord­ne­ten Finanz- und Haus­halts­pla­nung 71 abzu­se­hen.

Es ist nicht Sache des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, dar­über zu ent­schei­den, inwie­weit und nach wel­chen Vor­schrif­ten der Gel­tend­ma­chung von Rück­for­de­rungs­an­sprü­chen im vor­lie­gen­den Fall ent­ge­gen­ge­tre­ten wer­den kann. Nach den vor­lie­gen­den Erfah­run­gen in Baden-Würt­tem­berg und Ber­lin und ange­sichts des Zeit­ab­laufs ist jedoch mit der tat­säch­li­chen Gel­tend­ma­chung von Rück­for­de­rungs­an­sprü­chen, auch soweit sie noch durch­setz­bar sein soll­ten, nur in begrenz­tem Umfang zu rech­nen. Zudem ist es auch im vor­lie­gen­den Fall Fol­ge der frei­en gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dung, die Fäl­lig­keit der Gebühr nicht an einen der Bestands­kraft fähi­gen Gebüh­ren­be­scheid zu bin­den, dass dem Land Bran­den­burg das "Rück­ab­wick­lungs­ver­bot" des § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG für nicht mehr anfecht­ba­re Ent­schei­dun­gen nicht zugu­te­kommt 72.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 17. Janu­ar 2017 – 2 BvL 2/​14

  1. Gesetz über die Hoch­schu­len des Lan­des Bran­den­burg in der Fas­sung des Arti­kels 2 Num­mer 2 des Geset­zes zur Besei­ti­gung des struk­tu­rel­len Ungleich­ge­wichts im Haus­halt (Haus­halts­struk­tur­ge­setz 2000 – HStrG 2000) vom 28.06.2000, GVBl. I Sei­te 90, geän­dert durch das Ers­te Gesetz zur Ände­rung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes vom 22.03.2004, GVBl. I Sei­te 51[]
  2. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Beschlüs­se vom 24.10.2013 – OVG 5 B 13.07 (alt), OVG 5 B 3.13 (neu); OVG 5 B 14.07 (alt) – OVG 5 B 4.13 (neu); und OVG 5 B 12.07 (alt) – OVG 5 B 2.13 (neu[][]
  3. GVBl I S. 90[]
  4. GVBl I S. 51[][]
  5. GVBl S. 156, 159[]
  6. GVBl I S. 173[]
  7. GVBl S. 452[]
  8. vgl. LTDrucks 3/​630 zu Fra­ge 3[]
  9. vgl. Land­tag Bran­den­burg, Aus­schuss für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur, Aus­schuss­pro­to­koll 3/​55, S. 3 f.[][]
  10. vgl. LTDrucks 3/​810 S. 33[]
  11. vgl. LTDrucks 3/​810 S. 35[]
  12. vgl. LTDrucks 3/​810 S. 36 f.[]
  13. GVBl I S. 130, 132[][]
  14. vgl. LTDrucks 3/​2123[]
  15. vgl. LTDrucks 3/​2315 zu Fra­gen 2 bis 4[]
  16. BVerfGE 108, 1[][][][][][]
  17. vgl. LTDrucks 3/​5708 Nr. 1564[]
  18. vgl. Land­tag Bran­den­burg, 3. Wahl­pe­ri­ode, Ple­nar­pro­to­koll der 74. Sit­zung am 10.04.2003, S. 5067 f.[]
  19. vgl. LTDrucks 3/​5934[]
  20. vgl. LTDrucks 3/​6065 zu Fra­gen 1 und 2[]
  21. vgl. LTDrucks 3/​6248, Anla­ge zur Begrün­dung des Ent­wurfs eines ers­ten Geset­zes zur Ände­rung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes[]
  22. Drucks 3/​810 S. 36[]
  23. GVBl I S. 318 ff.[][]
  24. LTDrucks 4/​6419, Begrün­dung S. 1[]
  25. vgl. LT-Drs. 4/​6419, Begrün­dung S. 15[]
  26. GVBl I Nr. 18 S. 1 ff.[]
  27. Aus­gangs­ver­fah­ren zu 2 BvL 2/​14, zu 2 BvL 3/​14 und 2 BvL 5/​14[]
  28. Aus­gangs­ver­fah­ren zu 2 BvL 4/​14[]
  29. BVerfGE 132, 334[][][]
  30. vgl. BVerfGE 127, 335, 355 f.; 132, 334, 348 Rn. 44[]
  31. vgl. BVerfGE 108, 1, 13 ff., 15; gegen eine kom­pe­ten­zi­el­le Bedeu­tung über­höh­ter Abga­ben­be­mes­sung bei Steu­ern BVerfGE 123, 1, 17 f.[]
  32. vgl. BVerfGE 132, 334, 348 f. Rn. 46 zu § 2 Abs. 8 Satz 2 Berl­HG a.F.[]
  33. vgl. BVerfGE 124, 235, 244; 132, 334, 349 Rn. 47; stRspr[]
  34. vgl. BVerfGE 108, 1, 17; 110, 370, 390; 132, 334, 349 Rn. 47[]
  35. vgl. BVerfGE 78, 249, 266; 93, 319, 342; 108, 1, 16; 132, 334, 349 Rn. 48[]
  36. vgl. BVerfGE 108, 1, 16 f.; 132, 334, 349 Rn. 48[]
  37. vgl. BVerfGE 7, 244, 254; 50, 217, 226; 91, 207, 233; 108, 1, 13; 110, 370, 388; 132, 334, 349 Rn. 49[]
  38. vgl. BVerfGE 108, 186, 216; 132, 334, 349 Rn. 49[]
  39. vgl. BVerfGE 50, 217, 230 f.; 97, 332, 345 ff.; 107, 133, 144; 108, 1, 18; 132, 334, 349 Rn. 49[]
  40. vgl. BVerfGE 108, 1, 19 f.; 132, 334, 350 Rn. 50[]
  41. vgl. BVerfGE 107, 218, 256; 108, 1, 20; 114, 196, 236; 114, 303, 312; 118, 277, 366; 132, 334, 350 Rn. 50[]
  42. vgl. BVerfGE 108, 1, 20; 132, 334, 350 Rn. 50[]
  43. vgl. BVerfGE 108, 1, 19; 132, 334, 350 Rn. 51; BVerw­GE 115, 32, 44[]
  44. vgl. BVerfGE 20, 257, 271; 20, 271, 276; 28, 66, 87; 132, 334, 350 Rn. 51[]
  45. vgl. BVerfGE 83, 363, 392; 132, 334, 351 Rn. 51[]
  46. vgl. BVerfGE 108, 1, 14 ff.; 124, 235, 244; 132, 334, 351 Rn. 51[]
  47. vgl. BVerfGE 50, 217, 227; 97, 332, 345; 115, 381, 389, 392; 132, 334, 351 Rn. 51[]
  48. vgl. BVerfGE 132, 334, 351 Rn. 53[]
  49. vgl. BVerfGE 108, 1, 12, dort zur Fra­ge des Vor­la­ge­ge­gen­stan­des[]
  50. vgl. BVerfGE 132, 334, 353 Rn. 57 zu § 2 Abs. 8 Satz 2 Berl­HG a.F.[]
  51. vgl. LTDrucks 3/​630[]
  52. vgl. LTDrucks 3/​810 S. 36[]
  53. vgl. BVerfGE 132, 334, 352 f. Rn. 57 zur wort­glei­chen Rege­lung des § 2 Abs. 8 Berl­HG a.F.[]
  54. vgl. LTDrucks 3/​2315 zu Fra­ge 5[]
  55. vgl. Land­tag Bran­den­burg, 3. Wahl­pe­ri­ode, Ple­nar­pro­to­koll der 74. Sit­zung am 10.04.2003, S. 5067 f.; LTDrucks 3/​6065[]
  56. vgl. BVerfGE 132, 334, 351 Rn. 55 zu § 2 Abs. 8 Berl­HG a.F.[]
  57. vgl. LTDrucks 3/​6248, Anla­ge Stel­lung­nah­men im Betei­li­gungs­ver­fah­ren nach § 72 des Lan­des­be­am­ten­ge­set­zes[]
  58. vgl. LTDrucks 3/​6249 S. 6[]
  59. vgl. BVerfGE 132, 334, 354 Rn. 60[]
  60. vgl. BVerfGE 132, 334, 354 Rn. 60 zu § 2 Abs. 8 Satz 2 Berl­HG a.F.[]
  61. vgl. BVerfGE 132, 334, 355 Rn. 62 zur wort­glei­chen Rege­lung des § 2 Abs. 8 Satz 2 Berl­HG a.F.[]
  62. vgl. BVerfGE 132, 334, 357 Rn. 66[][]
  63. vgl. BVerfGE 132, 334, 356 Rn. 64[][]
  64. Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs der Lan­des­re­gie­rung zum HStrG 2000, LTDrucks 3/​810, Ein­zel­be­grün­dung zu Art. 2[]
  65. vgl. BVerfGE 132, 334, 357 f. Rn. 67[]
  66. vgl. BVerfGE 128, 326, 408; 132, 334, 358 Rn. 67[]
  67. vgl. BVerfGE 108, 1, 32 f.; 132, 334, 359 Rn. 70[]
  68. vgl. BVerfGE 1, 14, 37; 7, 377, 387; 8, 51, 71; 132, 334, 359 Rn. 71[]
  69. vgl. BVerfGE 108, 1, 33 f.[]
  70. vgl. BVerfGE 132, 334, 359 Rn. 72[]
  71. vgl. BVerfGE 87, 153, 178 ff.; 93, 121, 148 f.; 105, 73, 134; 108, 1, 33; 117, 1, 70; 120, 125, 168[]
  72. vgl. BVerfGE 108, 1, 33 f.; 132, 334, 359 f. Rn. 72[]