Rück­zah­lung von För­der­mit­teln

Ist mit der Bewil­li­gung von finan­zi­el­len Zuwen­dun­gen nicht nur der Neu­bau einer Schu­le, son­dern gera­de auch die Ver­wen­dung der För­der­mit­tel im Bewil­li­gungs­zeit­raum bezweckt, gehört auch die Abrech­nung der Leis­tun­gen mit den beauf­trag­ten Unter­neh­men bis zum Stich­tag dazu. Wird die­se Frist nicht ein­ge­hal­ten, kön­nen die För­der­mit­tel zurück ver­langt wer­den.

Rück­zah­lung von För­der­mit­teln

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Osna­brück in dem hier vor­lie­gen­den Fall eine Kla­ge der Stadt Osna­brück abge­wie­sen, die sich damit gegen den Wider­ruf bereits bewil­lig­ter finan­zi­el­ler Mit­tel durch die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­schul­be­hör­de gewandt hat. Zuwen­dun­gen i.H.v. ins­ge­samt 4.034.000 Euro sind der Stadt Osna­brück durch die Nds. Lan­des­schul­be­hör­de für den Neu­bau der Her­mann-Nohl-Schu­le (För­der­schu­le für den Schwer­punkt Emo­tio­na­le und Sozia­le Ent­wick­lung) aus dem Inves­ti­ti­ons­pro­gramm des Bun­des "Zukunft, Bil­dung und Betreu­ung" bereits im Jahr 2007 für die Zeit bis zum 31.12.2008 fäl­lig wer­den­de Aus­ga­ben bewil­ligt wor­den. Spä­ter wur­de der Stand­ort der Schu­le anläss­lich des Abzu­ges der bri­ti­schen Trup­pen auf den frei wer­den­den Bereich der ehe­ma­li­gen Der­by-School an der Ler­chen­stra­ße ver­legt. Die beklag­te Behör­de erklär­te die Bewil­li­gung der För­der­mit­tel auch in Bezug auf den neu­en Schul­stand­ort für wirk­sam und ver­län­ger­te den Bewil­li­gungs­zeit­raum zunächst bis zum 31.10.2009. Da es ins­be­son­de­re wegen des ver­zö­ger­ten Abzu­ges des Mili­tärs zu Pro­ble­men bei der Rea­li­sie­rung des Schul­bau­es kam, wur­de auf­grund des Antra­ges der Stadt Osna­brück der Bewil­li­gungs­zeit­raum inso­fern aus­ge­dehnt, als Ver­pflich­tun­gen zu Bau­leis­tun­gen bis zum 31.12.2009 ein­ge­gan­gen wer­den durf­ten und ent­spre­chen­de Leis­tun­gen sowie deren Abrech­nun­gen noch bis zum 28.02.2010 mög­lich waren. Die Frist zur Vor­la­ge des Ver­wen­dungs­nach­wei­ses wur­de bis zum 28.02.2010 ver­län­gert. Tat­säch­lich waren bis zu den eben genann­ten Zeit­punk­ten nicht alle Bau­leis­tun­gen abge­rech­net; den end­gül­ti­gen Ver­wen­dungs­nach­weis leg­te die Stadt Osna­brück unter dem 27.10.2010 vor. Ange­sichts die­ser Umstän­de zahl­te sie frei­wil­lig einen Betrag von 180.000 Euro an die Lan­des­schul­be­hör­de. Die­se wer­te­te den Teil des Zuschus­ses, der auf die nach dem Ablauf des Bewil­li­gungs­zeit­rau­mes geleis­te­ten Aus­ga­ben ent­fal­len war, als zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung der För­der­mit­tel und kürz­te den Zuwen­dungs­be­trag unter Berück­sich­ti­gung der bereits ent­rich­te­ten 180.000 Euro um (wei­te­re) 460.613,18 Euro. Die Stadt Osna­brück hält die­se For­de­rung ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die beson­de­re Situa­ti­on, durch die der Schul­bau gekenn­zeich­net gewe­sen sei, für unbe­rech­tigt.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Osna­brück sei die Nds. Lan­des­schul­be­hör­de zu Recht von einer nicht zweck­ent­spre­chen­den Ver­wen­dung der Zuwen­dun­gen aus­ge­gan­gen. Nach Aus­le­gung des ange­foch­te­nen Bewil­li­gungs­be­schei­des und der ent­spre­chen­den Ände­rungs­be­schei­de kommt das Gericht zu dem Ergeb­nis, dass Gegen­stand des Zuwen­dungs­zwe­ckes vor­lie­gend nicht nur der Neu­bau der Schu­le, son­dern gera­de auch die Ver­wen­dung der För­der­mit­tel im Bewil­li­gungs­zeit­raum sei. Dazu gehö­re auch die Abrech­nung der Leis­tun­gen mit den beauf­trag­ten Unter­neh­men bis Ende Febru­ar 2010. Dies sei der Stadt nicht frist­ge­recht gelun­gen. Die Ermes­sens­be­tä­ti­gung der Beklag­ten sei inso­fern eben­so wenig zu bean­stan­den, als hier – bei Annah­me einer Zweck­ver­feh­lung – ein Fall des sog. inten­dier­ten Ermes­sens vor­lie­ge. Das bedeu­tet, dass schon aus Grün­den der wirt­schaft­li­chen und spar­sa­men Haus­halts­füh­rung in der Regel nur der Wider­ruf und die Rück­for­de­rung der Zuwen­dung in Betracht kom­men.

Ver­wal­tungs­ge­richt Osna­brück, Urteil vom 4. März 2014 – 1 A 41/​13