Rüs­tungs­ex­port­ge­neh­mi­gun­gen – und die Nach­fra­gen aus dem Bun­des­tag

Die Bun­des­re­gie­rung ist grund­sätz­lich ver­pflich­tet, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten auf ent­spre­chen­de Anfra­gen hin mit­zu­tei­len, dass der Bun­des­si­cher­heits­rat ein bestimm­tes Kriegs­waf­fen­ex­port­ge­schäft geneh­migt hat oder eine Geneh­mi­gung nicht erteilt wor­den ist. Dar­über hin­aus gehen­de Anga­ben, etwa zu den Grün­den der Ent­schei­dung, sind ver­fas­sungs­recht­lich nicht gebo­ten. Eben­so wenig müs­sen Aus­künf­te zu noch nicht abge­schlos­se­nen Vor­gän­gen erteilt wer­den, etwa über Vor­anfra­gen, da der Wil­lens­bil­dungs­pro­zess inner­halb der Bun­des­re­gie­rung in die­sem Sta­di­um noch nicht abge­schlos­sen ist.

Rüs­tungs­ex­port­ge­neh­mi­gun­gen – und die Nach­fra­gen aus dem Bun­des­tag

Aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 und Art.20 Abs. 2 Satz 2 GG folgt ein Fra­ge- und Infor­ma­ti­ons­recht des Deut­schen Bun­des­ta­ges gegen­über der Bun­des­re­gie­rung, dem grund­sätz­lich eine Ant­wort­pflicht der Bun­des­re­gie­rung kor­re­spon­diert. Die Rüs­tungs­ex­port­kon­trol­le ist nicht wegen der außen­po­li­ti­schen Bedeu­tung die­ses Teil­be­reichs des Regie­rungs­han­delns von vorn­her­ein jeg­li­cher par­la­men­ta­ri­schen Kon­trol­le ent­zo­gen. Auch die Zustän­dig­keits­zu­wei­sung des Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG schafft für sich genom­men kei­nen der par­la­men­ta­ri­schen Ver­ant­wor­tung grund­sätz­lich ent­zo­ge­nen Raum guber­na­ti­ven Ent­schei­dens. Der Infor­ma­ti­ons­an­spruch des Bun­des­ta­ges und der ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten besteht gleich­wohl nicht gren­zen­los. Er wird begrenzt durch das Gewal­ten­tei­lungs­prin­zip, das Staats­wohl und Grund­rech­te Drit­ter.

  • Die Bera­tung und Beschluss­fas­sung im Bun­des­si­cher­heits­rat unter­fal­len dem Kern­be­reich exe­ku­ti­ver Eigen­ver­ant­wor­tung. Die Bun­des­re­gie­rung ist daher nur ver­pflich­tet, Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges auf ent­spre­chen­de Anfra­gen hin mit­zu­tei­len, dass der Bun­des­si­cher­heits­rat ein bestimm­tes, das heißt hin­sicht­lich des Rüs­tungs­guts, des Auf­trags­vo­lu­mens und des Emp­fän­ger­lan­des kon­kre­ti­sier­tes Kriegs­waf­fen­ex­port­ge­schäft geneh­migt hat oder dass eine Geneh­mi­gung für ein wie in der Anfra­ge beschrie­be­nes Geschäft nicht erteilt wor­den ist. Dar­über hin­aus gehen­de Anga­ben sind ver­fas­sungs­recht­lich nicht gebo­ten.
  • Die Ant­wort auf Fra­gen zu noch nicht beschie­de­nen Anträ­gen auf Ertei­lung einer Geneh­mi­gung für die Aus­fuhr von Kriegs­waf­fen kann die Bun­des­re­gie­rung eben­so wie die Aus­kunft über Vor­anfra­gen von Rüs­tungs­un­ter­neh­men auch aus Grün­den des Staats­wohls ver­wei­gern. Ent­spre­chen­des gilt für die Tat­sa­che, dass ein Geneh­mi­gungs­an­trag abge­lehnt wur­de. Auch bei durch den Bun­des­si­cher­heits­rat bereits gebil­lig­ten Anträ­gen auf Ertei­lung einer Geneh­mi­gung kann die Ver­wei­ge­rung der Ant­wort aus die­sen Grün­den gerecht­fer­tigt sein.
  • Der mit einer Offen­le­gung von Infor­ma­tio­nen zu beab­sich­tig­ten Rüs­tungs­ex­port­ge­schäf­ten ver­bun­de­ne Ein­griff in die Berufs­frei­heit der Unter­neh­men der deut­schen Rüs­tungs­in­dus­trie ist gene­rell inso­weit gerecht­fer­tigt, wie die Bun­des­re­gie­rung in ihrer Ant­wort Aus­kunft dar­über gibt, dass der Bun­des­si­cher­heits­rat die Geneh­mi­gung für ein kon­kre­tes Kriegs­waf­fen­aus­fuhr­ge­schäft erteilt hat und in die­sem Rah­men Anga­ben über Art und Anzahl der Kriegs­waf­fen, über das Emp­fän­ger­land, über die betei­lig­ten deut­schen Unter­neh­men und über das Gesamt­vo­lu­men des Geschäfts macht. Dar­über hin­aus gehen­de Anga­ben wür­den grund­sätz­lich in unver­hält­nis­mä­ßi­ger Wei­se in die Berufs­frei­heit der Unter­neh­men ein­grei­fen.
  • Eine Begrün­dungs­pflicht besteht inso­weit, wie die Bun­des­re­gie­rung die Aus­kunft über eine erteil­te Geneh­mi­gung oder über die in die­sem Rah­men mit­zu­tei­len­den Gene­ra­lia des Export­ge­schäfts ver­wei­gern will.

Der Aus­gangs­sach­ver­halt[↑]

Antrag­stel­ler des hier vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­de­nen Organ­streit­ver­fah­rens sind die grü­nen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Hans-Chris­ti­an Strö­be­le, Kat­ja Keul und Clau­dia Roth. Im Juli 2011 rich­te­ten sie Fra­gen an die Bun­des­re­gie­rung über die Lie­fe­rung von 200 Pan­zern des Typs Leo­pard 2 an Sau­di-Ara­bi­en sowie Waf­fen­ex­por­te nach Sau­di-Ara­bi­en und Alge­ri­en. Die Bun­des­re­gie­rung ver­wei­ger­te die Ant­wort, soweit sich die Fra­gen auf kon­kre­te Geneh­mi­gun­gen bezo­gen. Dabei ver­wies sie ins­be­son­de­re auf die Geheim­hal­tungs­be­dürf­tig­keit von Ent­schei­dun­gen des Bun­des­si­cher­heits­rats. Die Antrag­stel­ler sehen sich hier­durch in ihren Abge­ord­ne­ten­rech­ten ver­letzt.

Grund­sät­ze der Kriegs­waf­fen­ex­port­kon­trol­le[↑]

Die Ord­nung der Kriegs­waf­fen­ex­port­kon­trol­le hat in Deutsch­land Ver­fas­sungs­rang. Nach Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG dür­fen zur Kriegs­füh­rung bestimm­te Waf­fen nur mit Geneh­mi­gung der Bun­des­re­gie­rung her­ge­stellt, beför­dert und in Ver­kehr gebracht wer­den. Das Nähe­re regelt nach Satz 2 ein Bun­des­ge­setz.

Das Aus­füh­rungs­ge­setz zu Arti­kel 26 Abs. 2 des Grund­ge­set­zes (Gesetz über die Kon­trol­le von Kriegs­waf­fen – Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz – KWKG) regelt die Her­stel­lung, das Inver­kehr­brin­gen und die Beför­de­rung von Kriegs­waf­fen inner­halb und außer­halb des Bun­des­ge­bie­tes sowie die Ver­mitt­lung und den Abschluss von Ver­trä­gen über den Erwerb oder das Über­las­sen von Kriegs­waf­fen, die sich außer­halb des Bun­des­ge­bie­tes befin­den. Kriegs­waf­fen im Sin­ne des Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­set­zes sind gemäß § 1 Abs. 1 KWKG die in der dem Gesetz als Anla­ge bei­gefüg­ten Kriegs­waf­fen­lis­te auf­ge­führ­ten Gegen­stän­de, Stof­fe und Orga­nis­men. Die Aus­fuhr von Kriegs­waf­fen setzt nach § 3 Abs. 3 KWKG eine Beför­de­rungs­ge­neh­mi­gung vor­aus. Über die­se Geneh­mi­gung, die jeder­zeit wider­ru­fen wer­den kann, wird nach Ermes­sen ent­schie­den, sofern kei­ne zwin­gen­den Ver­sa­gungs­grün­de nach § 6 Abs. 3 KWKG vor­lie­gen. Zu ver­sa­gen ist die Geneh­mi­gung unter ande­rem, wenn die Gefahr besteht, dass die Kriegs­waf­fen bei einer frie­dens­stö­ren­den Hand­lung, ins­be­son­de­re bei einem Angriffs­krieg, ver­wen­det wer­den, § 6 Abs. 3 Nr. 1 KWKG. Leit­li­ni­en für die Ermes­sens­ent­schei­dung bil­den die "Poli­ti­schen Grund­sät­ze der Bun­des­re­gie­rung für den Export von Kriegs­waf­fen und sons­ti­gen Rüs­tungs­gü­tern" vom 19.01.2000 1. Gemäß § 3 Abs. 4, § 4 Abs. 2 und § 4a Abs. 4 KWKG kön­nen all­ge­mei­ne Geneh­mi­gun­gen erteilt wer­den. Dies erfolgt durch Rechts­ver­ord­nun­gen der Bun­des­re­gie­rung, die der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes nicht bedür­fen, § 8 Abs. 1 und 4 KWKG.

Da alle Kriegs­waf­fen im Sin­ne des KWKG zugleich in der Aus­fuhr­lis­te der Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des Außen­wirt­schafts­ge­set­zes (AWV – Anla­ge AL) auf­ge­führt sind, ist für deren Aus­fuhr regel­mä­ßig auch eine Geneh­mi­gung nach dem Außen­wirt­schafts­ge­setz (AWG) erfor­der­lich 2. Wei­te­re Geneh­mi­gungs­an­for­de­run­gen für den Export mili­tä­risch rele­van­ter Güter kön­nen sich aus Uni­ons­recht erge­ben, nament­lich aus der Ver­ord­nung (EG) Nr. 428/​2009 des Rates vom 05.05.2009 über eine Gemein­schafts­re­ge­lung für die Kon­trol­le der Aus­fuhr, der Ver­brin­gung, der Ver­mitt­lung und der Durch­fuhr von Gütern mit dop­pel­tem Ver­wen­dungs­zweck (soge­nann­te "Dual-Use-Ver­ord­nung", ABl L 134 vom 29.05.2009, S. 1 ff.) zuletzt geän­dert durch die Ver­ord­nung (EU) Nr. 388/​2012 vom 19.04.2012 3.

Zustän­dig für die Ertei­lung oder Ver­sa­gung von Aus­fuhr­ge­neh­mi­gun­gen nach dem AWG und der AWV ist gemäß § 13 Abs. 1 AWG grund­sätz­lich das zum Geschäfts­be­reich des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie (ehe­mals Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Tech­no­lo­gie) gehö­ren­de Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA). Bis zum Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur Moder­ni­sie­rung des Außen­wirt­schafts­rechts 4 am 1.09.2013 ergab sich die­se Zustän­dig­keit aus § 28 Abs. 3 Nr. 1 AWG in Ver­bin­dung mit § 1 der Ver­ord­nung zur Rege­lung von Zustän­dig­kei­ten im Außen­wirt­schafts­ver­kehr vom 18.07.1977 5, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 27.07.2011 zur Umset­zung der Richt­li­nie 2009/​43/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 06.05.2009 zur Ver­ein­fa­chung der Bedin­gun­gen für die inner­ge­mein­schaft­li­che Ver­brin­gung von Ver­tei­di­gungs­gü­tern 6.

Die Zustän­dig­keit für die Ertei­lung der Geneh­mi­gung für die Aus­fuhr von Kriegs­waf­fen liegt nach Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG, § 11 Abs. 1 KWKG bei der Bun­des­re­gie­rung. Durch § 11 Abs. 2 und 3 KWKG wird die Bun­des­re­gie­rung ermäch­tigt, durch Rechts­ver­ord­nung, die der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes nicht bedarf, die Befug­nis zur Ertei­lung und zum Wider­ruf der Geneh­mi­gung auf bestimm­te Bun­des­mi­nis­te­ri­en für ihren jewei­li­gen Geschäfts­be­reich zu über­tra­gen. Von die­ser Dele­ga­ti­ons­be­fug­nis hat die Bun­des­re­gie­rung mit Erlass der Ers­ten Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des Geset­zes über die Kon­trol­le von Kriegs­waf­fen vom 01.06.1961 7, zuletzt geän­dert durch Art. 344 der Ver­ord­nung vom 31.10.2006 8 Gebrauch gemacht. Durch § 1 der Ers­ten Durch­füh­rungs­ver­ord­nung wird die Befug­nis zur Ertei­lung und zum Wider­ruf der Geneh­mi­gung für den Bereich der Bun­des­wehr auf das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­tei­di­gung (Abs. 1 Nr. 1), für den Bereich des Zoll­grenz­diens­tes auf das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen (Abs. 1 Nr. 2), für den Bereich der für die Auf­recht­erhal­tung der öffent­li­chen Sicher­heit zustän­di­gen Behör­den oder Dienst­stel­len sowie der Behör­den des Straf­voll­zugs auf das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern (Abs. 1 Nr. 3) und für alle übri­gen Berei­che auf das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Tech­no­lo­gie (Abs. 1 Nr. 4) über­tra­gen. Für die Beför­de­rung von Kriegs­waf­fen mit deut­schen See­schif­fen oder Luft­fahr­zeu­gen im Aus­land über­trägt § 1 Abs. 2 Satz 1 der Ers­ten Durch­füh­rungs­ver­ord­nung die Befug­nis zur Ertei­lung und zum Wider­ruf der Geneh­mi­gung auf das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr, Bau und Stadt­ent­wick­lung, das die­se Befug­nis nach Satz 2 im Ein­ver­neh­men mit dem Aus­wär­ti­gen Amt aus­übt.

§ 10 KWKG ent­hält Bestim­mun­gen über Inhalt und Form der Geneh­mi­gung, die wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens sind gere­gelt in der auf der Grund­la­ge von § 11 Abs. 4 KWKG von der Bun­des­re­gie­rung erlas­se­nen Zwei­ten Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des Geset­zes über die Kon­trol­le von Kriegs­waf­fen vom 01.06.1961 7, zuletzt geän­dert durch Art. 31 des Geset­zes über die Zusam­men­le­gung des Bun­des­am­tes für Wirt­schaft mit dem Bun­des­aus­fuhr­amt vom 21.12 2000 9.

In der Pra­xis der Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren nach dem Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz und dem Außen­wirt­schafts­ge­setz hat sich das gesetz­lich nicht gere­gel­te Insti­tut der Vor­anfra­ge her­aus­ge­bil­det. Durch eine Vor­anfra­ge kann ein Unter­neh­men früh­zei­tig klä­ren, ob die für ein beab­sich­tig­tes Export­ge­schäft erfor­der­li­che Geneh­mi­gung vor­aus­sicht­lich erteilt wür­de. Über Vor­anfra­gen wird nach den glei­chen Kri­te­ri­en ent­schie­den wie über Geneh­mi­gungs­an­trä­ge. Vor­anfra­gen zu Kriegs­waf­fen­aus­fuh­ren sind an das Aus­wär­ti­ge Amt und bei sons­ti­gen Rüs­tungs­gü­tern an das Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le zu rich­ten. Auch das wei­te­re Ver­fah­ren ent­spricht der Bear­bei­tung von Anträ­gen auf Geneh­mi­gungs­er­tei­lung. Bedeu­ten­de Vor­ha­ben wer­den dem Bun­des­si­cher­heits­rat vor­ge­legt. Die Vor­anfra­ge ersetzt nicht die – im Regel­fall erst nach Abschluss des jewei­li­gen Kauf­ver­tra­ges – zu bean­tra­gen­de Geneh­mi­gung 10.

Bei Aus­fuhr­vor­ha­ben, die im Hin­blick auf das Emp­fän­ger­land, das Rüs­tungs­gut oder den Geschäfts­um­fang von beson­de­rer Bedeu­tung sind, wird in der Regel der Bun­des­si­cher­heits­rat befasst 11. Beim Bun­des­si­cher­heits­rat han­delt es sich um einen Kabi­nett­aus­schuss zur res­sort­über­grei­fen­den Koor­di­nie­rung von Aspek­ten der Ver­tei­di­gungs- und Außen­po­li­tik sowie von Gesichts­punk­ten des Außen­wirt­schafts­rechts 12. Den Vor­sitz im Bun­des­si­cher­heits­rat führt die Bun­des­kanz­le­rin, wei­te­re Mit­glie­der sind die Bun­des­mi­nis­te­rin­nen und Bun­des­mi­nis­ter des Aus­wär­ti­gen, des Innern, der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz, der Finan­zen, für Wirt­schaft und Ener­gie, der Ver­tei­di­gung, für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung und der Chef des Bun­des­kanz­ler­am­tes 13. Ande­re Teil­neh­mer wer­den bei Bedarf mit bera­ten­der Stim­me hin­zu­ge­zo­gen, so etwa ande­re Bun­des­mi­nis­te­rin­nen und -minis­ter, der Gene­ral­inspek­teur der Bun­des­wehr, die Chefs des Bun­des­prä­si­di­al­am­tes und des Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­am­tes der Bun­des­re­gie­rung, die Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für Fra­gen der Abrüs­tung und Rüs­tungs­kon­trol­le usw. Die Abstim­mung im Bun­des­si­cher­heits­rat erfolgt nach den Grund­sät­zen, die § 24 der Geschäfts­ord­nung der Bun­des­re­gie­rung für Kabi­nett­sit­zun­gen vor­sieht. Die Sit­zun­gen des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes wer­den durch ein beim Bun­des­kanz­ler­amt ange­sie­del­tes inter­mi­nis­te­ri­el­les Sekre­ta­ri­at und einen Aus­schuss auf Staats­se­kre­tärs­ebe­ne vor­be­rei­tet. Die Ergeb­nis­se der Bera­tun­gen des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes wer­den in Sit­zungs­pro­to­kol­len fest­ge­hal­ten, die mit dem Geheim­hal­tungs­grad "Geheim" ein­ge­stuft sind 14.

Der jähr­li­che Rüs­tungs­ex­port­be­richt der Bun­des­re­gie­rung[↑]

Die Bun­des­re­gie­rung infor­miert durch ihre jähr­li­chen Rüs­tungs­ex­port­be­rich­te über die im vor­an­ge­gan­ge­nen Kalen­der­jahr erteil­ten Geneh­mi­gun­gen zur Aus­fuhr von Rüs­tungs­gü­tern und die tat­säch­lich erfolg­ten Aus­fuh­ren von Kriegs­waf­fen. Die Berich­te wer­den bis­lang regel­mä­ßig in der zwei­ten Jah­res­hälf­te des auf das Berichts­jahr fol­gen­den Jah­res ver­öf­fent­licht. Sie ent­hal­ten sta­tis­ti­sche Anga­ben zu den erteil­ten Geneh­mi­gun­gen ohne Nen­nung des jewei­li­gen Export­un­ter­neh­mens und Anga­ben in all­ge­mei­ner Form zu abge­lehn­ten Anträ­gen. Begrün­dun­gen für die Geneh­mi­gung oder Ableh­nung eines Rüs­tungs­ex­port­ge­schäf­tes wer­den nicht mit­ge­teilt soweit nicht nach dem Gemein­sa­men Stand­punkt 2008/​944/​GASP des Rates der Euro­päi­schen Uni­on vom 08.12 2008 betref­fend gemein­sa­me Regeln für die Kon­trol­le der Aus­fuhr von Mili­tär­tech­no­lo­gie und Mili­tär­gü­tern 15 im Rah­men der danach vor­ge­se­he­nen Ableh­nungs­an­zei­gen (soge­nann­te deni­al noti­fi­ca­ti­ons) Ableh­nungs­grün­de mit­ge­teilt wur­den. Auch über die in dem jewei­li­gen Berichts­jahr beschie­de­nen Vor­anfra­gen betref­fend die Geneh­mi­gungs­fä­hig­keit bestimm­ter Aus­fuhr­vor­ha­ben wird nicht berich­tet 16.

Bei der Beant­wor­tung par­la­men­ta­ri­scher Anfra­gen beruft sich die Bun­des­re­gie­rung in stän­di­ger Pra­xis dar­auf, dass Sit­zun­gen und Ent­schei­dun­gen des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes der Geheim­hal­tung unter­lä­gen und des­halb kei­ne Aus­kunft gege­ben wer­den kön­ne 17.

Zu Vor­anfra­gen über die Geneh­mi­gungs­fä­hig­keit bestimm­ter Aus­fuhr­vor­ha­ben äußert sich die Bun­des­re­gie­rung bei der Beant­wor­tung par­la­men­ta­ri­scher Anfra­gen grund­sätz­lich nicht 18. Teil­wei­se wur­de in der Ver­gan­gen­heit aller­dings mit­ge­teilt, ob eine Vor­anfra­ge hin­sicht­lich der Geneh­mi­gungs­aus­sich­ten eines bestimm­ten Export­ge­schäfts 19 oder ein Geneh­mi­gungs­an­trag vor­liegt 20. Nach Dar­stel­lung der Bun­des­re­gie­rung wird über abge­lehn­te Anträ­ge, soweit sie den Bun­des­si­cher­heits­rat invol­vie­ren, über­haupt nicht, ansons­ten nur in Form des Rüs­tungs­ex­port­be­richts Aus­kunft gege­ben 21.

Die Grün­de für die Ableh­nung von Anträ­gen teilt die Bun­des­re­gie­rung auf par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen hin grund­sätz­lich nur mit, wenn die­se nach dem Gemein­sa­men Stand­punkt 2008/​944/​GASP ohne­hin als deni­al noti­fi­ca­ti­on anzu­zei­gen sind 22.

Fra­ge- und Infor­ma­ti­ons­recht des Deut­schen Bun­des­tags[↑]

Aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 und Art.20 Abs. 2 Satz 2 GG folgt ein Fra­ge- und Infor­ma­ti­ons­recht des Deut­schen Bun­des­ta­ges gegen­über der Bun­des­re­gie­rung, an dem die ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten und die Frak­tio­nen als Zusam­men­schlüs­se von Abge­ord­ne­ten nach Maß­ga­be der Aus­ge­stal­tung in der Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges teil­ha­ben und dem grund­sätz­lich eine Ant­wort­pflicht der Bun­des­re­gie­rung kor­re­spon­diert 23. Aus dem Fra­ge- und Inter­pel­la­ti­ons­recht des Par­la­ments folgt für die Mit­glie­der der Bun­des­re­gie­rung daher die ver­fas­sungs­recht­li­che Ver­pflich­tung, auf Fra­gen Rede und Ant­wort zu ste­hen. Die Ant­wor­ten der Bun­des­re­gie­rung auf schrift­li­che Anfra­gen und auf Fra­gen in der Fra­ge­stun­de des Deut­schen Bun­des­ta­ges sol­len dazu die­nen, dem Bun­des­tag und den ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten die für ihre Tätig­keit nöti­gen Infor­ma­tio­nen auf rasche und zuver­läs­si­ge Wei­se zu ver­schaf­fen. Die Bun­des­re­gie­rung schafft mit ihren Ant­wor­ten auf par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen so die Vor­aus­set­zun­gen für eine sach­ge­rech­te Arbeit inner­halb des Par­la­ments 24.

Das par­la­men­ta­ri­sche Regie­rungs­sys­tem wird auch durch die Kon­troll­funk­ti­on des Par­la­ments geprägt. Die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le von Regie­rung und Ver­wal­tung ver­wirk­licht den Grund­satz der Gewal­ten­tei­lung, der für das Grund­ge­setz ein tra­gen­des Funk­ti­ons- und Orga­ni­sa­ti­ons­prin­zip dar­stellt. Der Gewal­ten­tei­lungs­grund­satz zielt dabei nicht auf eine abso­lu­te Tren­nung der Funk­tio­nen der Staats­ge­walt, son­dern auf die poli­ti­sche Macht­ver­tei­lung, das Inein­an­der­grei­fen der drei Gewal­ten und die dar­aus resul­tie­ren­de gegen­sei­ti­ge Kon­trol­le und Begren­zung mit der Fol­ge der Mäßi­gung der Staats­ge­walt 25. Er gebie­tet gera­de im Hin­blick auf die star­ke Stel­lung der Regie­rung, zumal wegen man­geln­der Ein­griffs­mög­lich­kei­ten des Par­la­ments in den der Exe­ku­ti­ve zukom­men­den Bereich unmit­tel­ba­rer Hand­lungs­in­itia­ti­ve und Geset­zes­an­wen­dung, eine Aus­le­gung des Grund­ge­set­zes dahin, dass par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le auch tat­säch­lich wirk­sam wer­den kann. Ohne Betei­li­gung am Wis­sen der Regie­rung kann das Par­la­ment sein Kon­troll­recht gegen­über der Regie­rung nicht aus­üben. Daher kommt dem par­la­men­ta­ri­schen Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se beson­ders hohes Gewicht zu, soweit es um die Auf­de­ckung mög­li­cher Rechts­ver­stö­ße und ver­gleich­ba­rer Miss­stän­de inner­halb von Regie­rung und Ver­wal­tung geht 26.

Die Kon­troll­funk­ti­on ist zugleich Aus­fluss der aus dem Demo­kra­tie­prin­zip fol­gen­den Ver­ant­wort­lich­keit der Regie­rung gegen­über dem Par­la­ment. Art.20 Abs. 2 Satz 2 GG gestal­tet den Grund­satz der Volks­sou­ve­rä­ni­tät aus. Er legt fest, dass das Volk die Staats­ge­walt, deren Trä­ger es ist, außer durch Wah­len und Abstim­mun­gen durch beson­de­re Orga­ne der Gesetz­ge­bung, der voll­zie­hen­den Gewalt und der Recht­spre­chung aus­übt. Das setzt vor­aus, dass das Volk einen effek­ti­ven Ein­fluss auf die Aus­übung der Staats­ge­walt durch die­se Orga­ne hat. Deren Akte müs­sen sich auf den Wil­len des Vol­kes zurück­füh­ren las­sen und ihm gegen­über ver­ant­wor­tet wer­den 27. Die­ser Zurech­nungs­zu­sam­men­hang zwi­schen Volk und staat­li­cher Herr­schaft wird außer durch die Wahl des Par­la­ments, die vom Par­la­ment beschlos­se­nen Geset­ze als Maß­stab der voll­zie­hen­den Gewalt und die grund­sätz­li­che Wei­sungs­ge­bun­den­heit der Ver­wal­tung gegen­über der Regie­rung auch durch den par­la­men­ta­ri­schen Ein­fluss auf die Poli­tik der Regie­rung her­ge­stellt. Das "Aus­ge­hen der Staats­ge­walt" vom Volk muss für das Volk wie auch die Staats­or­ga­ne jeweils kon­kret erfahr­bar und prak­tisch wirk­sam sein. Es muss ein hin­rei­chen­der Gehalt an demo­kra­ti­scher Legi­ti­ma­ti­on erreicht wer­den, ein bestimm­tes Legi­ti­ma­ti­ons­ni­veau 28. Nur das vom Volk gewähl­te Par­la­ment kann den Organ- und Funk­ti­ons­trä­gern der Ver­wal­tung auf allen ihren Ebe­nen demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on ver­mit­teln. Im Fall der nicht durch unmit­tel­ba­re Volks­wahl legi­ti­mier­ten Amts­wal­ter und Orga­ne setzt die demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on der Aus­übung von Staats­ge­walt regel­mä­ßig vor­aus, dass sich die Bestel­lung der Amts­trä­ger auf das Staats­volk zurück­füh­ren lässt und ihr Han­deln eine aus­rei­chen­de sach­lich-inhalt­li­che Legi­ti­ma­ti­on erfährt. In per­so­nel­ler Hin­sicht ist eine hoheit­li­che Ent­schei­dung demo­kra­tisch legi­ti­miert, wenn sich die Bestel­lung des­je­ni­gen, der sie trifft, durch eine unun­ter­bro­che­ne Legi­ti­ma­ti­ons­ket­te auf das Staats­volk zurück­füh­ren lässt. Die sach­lich-inhalt­li­che Legi­ti­ma­ti­on wird durch Geset­zes­bin­dung und Bin­dung an Auf­trä­ge und Wei­sun­gen der Regie­rung ver­mit­telt. Letz­te­re ent­fal­tet Legi­ti­ma­ti­ons­wir­kung auf­grund der Ver­ant­wort­lich­keit der Regie­rung gegen­über der Volks­ver­tre­tung 29.

Geheim­hal­tung gegen­über dem Par­la­ment beschränkt die par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­mög­lich­kei­ten und kann des­halb den not­wen­di­gen demo­kra­ti­schen Legi­ti­ma­ti­ons­zu­sam­men­hang beein­träch­ti­gen oder unter­bre­chen 30.

Gren­zen des Infor­ma­ti­ons­an­spruchs: Grund­satz der Gewal­ten­tei­lung[↑]

Der Infor­ma­ti­ons­an­spruch des Bun­des­ta­ges und der ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten besteht gleich­wohl nicht gren­zen­los.

Er kann sich von vorn­her­ein nicht auf Ange­le­gen­hei­ten bezie­hen, die nicht in die Zustän­dig­keit der Bun­des­re­gie­rung fal­len, da es inso­weit an einer Ver­ant­wort­lich­keit der Bun­des­re­gie­rung gegen­über dem Deut­schen Bun­des­tag fehlt 31.

Begrenzt wird der Infor­ma­ti­ons­an­spruch des Bun­des­ta­ges und der ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten auch durch das Gewal­ten­tei­lungs­prin­zip. In sei­ner grund­ge­setz­li­chen Aus­for­mung als Gebot der Unter­schei­dung zwi­schen gesetz­ge­ben­der, voll­zie­hen­der und recht­spre­chen­der Gewalt (Art.20 Abs. 2 Satz 2 GG) dient die­ses Prin­zip zugleich einer funk­ti­ons­ge­rech­ten Zuord­nung hoheit­li­cher Befug­nis­se zu unter­schied­li­chen, jeweils auf­ga­ben­spe­zi­fisch aus­ge­form­ten Trä­gern öffent­li­cher Gewalt und sichert die recht­li­che Bin­dung aller Staats­ge­walt 32. Das Grund­ge­setz for­dert kei­ne abso­lu­te Tren­nung, son­dern gegen­sei­ti­ge Kon­trol­le, Hem­mung und Mäßi­gung der Gewal­ten 33. Die Zwei­ge der Staats­ge­walt sind auf­ein­an­der bezo­gen und mit­ein­an­der ver­schränkt, dür­fen aber ihrer jewei­li­gen Eigen­heit und ihrer spe­zi­fi­schen Auf­ga­ben und Zustän­dig­kei­ten nicht beraubt wer­den 34. Das Gewal­ten­tei­lungs­prin­zip ist damit zugleich Grund und Gren­ze des Infor­ma­ti­ons­an­spruchs des Par­la­ments gegen­über der Regie­rung. Je wei­ter ein par­la­men­ta­ri­sches Infor­ma­ti­ons­be­geh­ren in den inne­ren Bereich der Wil­lens­bil­dung der Regie­rung ein­dringt, des­to gewich­ti­ger muss es sein, um sich gegen ein von der Regie­rung gel­tend gemach­tes Inter­es­se an Ver­trau­lich­keit durch­set­zen zu kön­nen 35.

Die Ver­ant­wor­tung der Regie­rung gegen­über Par­la­ment und Volk setzt not­wen­di­ger­wei­se einen Kern­be­reich exe­ku­ti­ver Eigen­ver­ant­wor­tung vor­aus, der einen grund­sätz­lich nicht aus­forsch­ba­ren Initia­tiv, Bera­tungs- und Hand­lungs­be­reich ein­schließt. Dazu gehört zum Bei­spiel die Wil­lens­bil­dung der Regie­rung selbst, sowohl hin­sicht­lich der Erör­te­run­gen im Kabi­nett als auch bei der Vor­be­rei­tung von Kabi­netts- und Res­sort­ent­schei­dun­gen, die sich vor­nehm­lich in res­sort­über­grei­fen­den und ‑inter­nen Abstim­mungs­pro­zes­sen voll­zieht 36. Bei dem einer kon­kre­ten Posi­tio­nie­rung vor­ge­la­ger­ten Wil­lens­bil­dungs­pro­zess der Bun­des­re­gie­rung han­delt es sich um einen von ver­schie­de­nen innen- und außen­po­li­ti­schen sowie inner­or­gan­schaft­li­chen Belan­gen, Erwä­gun­gen und Ent­wick­lun­gen abhän­gi­gen Vor­gang, der den Bereich der Bun­des­re­gie­rung noch nicht ver­lässt und über den der Bun­des­tag von Ver­fas­sungs wegen grund­sätz­lich (noch) nicht zu infor­mie­ren ist 37. Eine Pflicht der Regie­rung, par­la­men­ta­ri­schen Infor­ma­ti­ons­wün­schen zu ent­spre­chen, besteht danach in der Regel nicht, wenn die Infor­ma­ti­on zu einem Mit­re­gie­ren Drit­ter bei Ent­schei­dun­gen füh­ren kann, die in der allei­ni­gen Kom­pe­tenz der Regie­rung lie­gen 38. Die­se Gefahr besteht bei Infor­ma­tio­nen aus dem Bereich der Vor­be­rei­tung von Regie­rungs­ent­schei­dun­gen regel­mä­ßig, solan­ge die Ent­schei­dung noch nicht getrof­fen ist 39. So könn­te ein so wesent­li­cher Teil einer poli­ti­schen Ent­schei­dung wie die Bestim­mung des Zeit­punkts, zu dem sie fal­len soll, der Regie­rung weit­ge­hend aus der Hand genom­men wer­den, wenn das Par­la­ment schon vor die­sem Zeit­punkt auf den Stand der Ent­schei­dungs­vor­be­rei­tung inner­halb der Regie­rung zugrei­fen könn­te 40.

Die Kon­troll­kom­pe­tenz des Bun­des­ta­ges erstreckt sich dem­nach grund­sätz­lich nur auf bereits abge­schlos­se­ne Vor­gän­ge; sie ent­hält nicht die Befug­nis, in lau­fen­de Ver­hand­lun­gen und Ent­schei­dungs­vor­be­rei­tun­gen ein­zu­grei­fen 41. Der aus dem Gewal­ten­tei­lungs­prin­zip fol­gen­de Schutz vor infor­ma­to­ri­schen Ein­grif­fen in den Bereich exe­ku­ti­ver Ent­schei­dungs­vor­be­rei­tung erschöpft sich jedoch nicht in die­ser Abschir­mung gegen unmit­tel­ba­re Ein­grif­fe in die auto­no­me Kom­pe­tenz­aus­übung der Regie­rung, son­dern wirkt über den Zeit­punkt einer Ent­schei­dung hin­aus 42.

Die Rüs­tungs­ex­port­kon­trol­le ist nicht wegen der außen­po­li­ti­schen Bedeu­tung die­ses Teil­be­reichs des Regie­rungs­han­delns von vorn­her­ein jeg­li­cher par­la­men­ta­ri­schen Kon­trol­le ent­zo­gen. Im Bereich der aus­wär­ti­gen Poli­tik hat das Grund­ge­setz in Anknüp­fung an die tra­di­tio­nel­le Staats­auf­fas­sung der Regie­rung aber einen weit bemes­se­nen Spiel­raum zu eigen­ver­ant­wort­li­cher Auf­ga­ben­wahr­neh­mung über­las­sen. Die Rol­le des Par­la­ments als Gesetz­ge­bungs­or­gan ist schon aus Grün­den der Funk­ti­ons­ge­rech­tig­keit in die­sem Bereich beschränkt 43. Eine erwei­tern­de Aus­le­gung der Zustim­mungs- oder Mit­wir­kungs­be­fug­nis­se des Bun­des­ta­ges wür­de die außen- und sicher­heits­po­li­ti­sche Hand­lungs­fä­hig­keit der Bun­des­re­gie­rung unge­recht­fer­tigt beschnei­den und auf eine nicht funk­ti­ons­ge­rech­te Tei­lung der Staats­ge­walt hin­aus­lau­fen 44.

Dies bedeu­tet aber nicht, dass wesent­li­che Ent­schei­dun­gen am Bun­des­tag vor­bei getrof­fen wer­den könn­ten. Auch die der Bun­des­re­gie­rung anver­trau­te aus­wär­ti­ge Gewalt steht kei­nes­wegs außer­halb par­la­men­ta­ri­scher Kon­trol­le. Dem Bun­des­tag, der Ent­schei­dun­gen der Exe­ku­ti­ve in aus­wär­ti­gen Ange­le­gen­hei­ten miss­bil­ligt, ver­blei­ben jedoch auch in die­sem Bereich sei­ne par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­be­fug­nis­se 45. Er kann sein Fra­ge, Debat­ten- und Ent­schlie­ßungs­recht aus­üben, sei­ne Kon­troll- und Haus­halts­be­fug­nis­se wahr­neh­men und dadurch auf die Ent­schei­dun­gen der Regie­rung ein­wir­ken oder durch Wahl eines neu­en Bun­des­kanz­lers die Regie­rung stür­zen 46.

Ent­spre­chen­des gilt für den Bereich der Rüs­tungs­ex­port­kon­trol­le. Zwar weist Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG der Bun­des­re­gie­rung die Zustän­dig­keit für die Geneh­mi­gung von Kriegs­waf­fen­ex­por­ten zu. Hier­durch wird die Erfül­lung die­ser Auf­ga­be der Kon­trol­le durch das Par­la­ment aber nicht von vorn­her­ein ent­zo­gen 47. Viel­mehr ist zwi­schen par­la­men­ta­ri­scher Mit­wir­kung einer­seits und par­la­men­ta­ri­scher Kon­trol­le ande­rer­seits zu unter­schei­den. Eine Mit­wir­kung des Par­la­ments bei der Aus­übung von Staats­funk­tio­nen kommt nur dort in Betracht, wo sie durch das Grund­ge­setz aus­drück­lich vor­ge­se­hen ist. Die Gewal­ten­tei­lung darf nicht unter Beru­fung auf das Demo­kra­tie­prin­zip durch Ein­räu­mung par­la­men­ta­ri­scher Mit­ent­schei­dungs­be­fug­nis­se unter­lau­fen, die grund­ge­setz­li­che Kom­pe­tenz­ord­nung nicht durch die Kon­struk­ti­on eines all­um­fas­sen­den Par­la­ments­vor­be­halts über­la­gert wer­den 48. Dar­aus ist aber kei­ne Ein­schrän­kung der par­la­men­ta­ri­schen Ver­ant­wort­lich­keit der Regie­rung zu fol­gern. In der Aus­übung par­la­men­ta­ri­scher Kon­trol­le liegt kein ver­fas­sungs­wid­ri­ger Ein­bruch in den Gestal­tungs­be­reich der Exe­ku­ti­ve. Sie kommt auch dort zum Tra­gen, wo das Grund­ge­setz eine aus­schließ­li­che Zustän­dig­keit der Regie­rung begrün­det. Unter dem Gesichts­punkt der demo­kra­ti­schen Legi­ti­ma­ti­on staat­li­chen Han­delns tritt die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le an die Stel­le der in dem Bereich aus­schließ­li­cher Zustän­dig­keit der Regie­rung feh­len­den sach­lich-inhalt­li­chen Mit­wir­kungs­rech­te des Par­la­ments. Die Zustän­dig­keits­zu­wei­sung des Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG schafft somit für sich genom­men kei­nen der par­la­men­ta­ri­schen Ver­ant­wor­tung grund­sätz­lich ent­zo­ge­nen Raum guber­na­ti­ven Ent­schei­dens.

Die Bera­tung und Beschluss­fas­sung im Bun­des­si­cher­heits­rat unter­fal­len dem Kern­be­reich exe­ku­ti­ver Eigen­ver­ant­wor­tung.

Der Bun­des­re­gie­rung steht es auch ohne aus­drück­li­che ver­fas­sungs­recht­li­che Ermäch­ti­gung im Rah­men ihrer Orga­ni­sa­ti­ons­ge­walt zu, Kabi­netts­aus­schüs­se ein­zu­rich­ten, die gegen­über dem Regie­rungs­kol­le­gi­um eine vor­be­rei­ten­de und bera­ten­de Funk­ti­on ohne eige­nes Ent­schei­dungs­recht aus­üben 49. Soweit ein sol­cher Aus­schuss Ent­schei­dun­gen des Kabi­netts vor­be­rei­tet, unter­fal­len die Aus­schuss­be­ra­tun­gen und ‑ergeb­nis­se grund­sätz­lich in dem­sel­ben Umfang dem Kern­be­reich exe­ku­ti­ver Eigen­ver­ant­wor­tung wie eige­ne Vor­be­rei­tungs­hand­lun­gen des Regie­rungs­kol­le­gi­ums.

Nach der der­zei­ti­gen Staats­pra­xis berei­tet der Bun­des­si­cher­heits­rat Ent­schei­dun­gen des Kabi­netts aller­dings nicht vor, son­dern wird an sei­ner Stel­le tätig. Dem Vor­brin­gen der Bun­des­re­gie­rung zufol­ge wird nach der Befas­sung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes kei­ne Kabi­netts­ent­schei­dung mehr her­bei­ge­führt 50. Folg­lich kön­nen sich die Beschlüs­se des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes über Geneh­mi­gun­gen nach dem Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz, dem Außen­wirt­schafts­ge­setz und der Außen­wirt­schafts­ver­ord­nung allein an den jeweils zustän­di­gen Fach­mi­nis­ter rich­ten, im Bereich der Kriegs­waf­fen also an den Minis­ter, dem nach § 11 Abs. 2 und 3 KWKG in Ver­bin­dung mit § 1 der Ers­ten Durch­füh­rungs­ver­ord­nung zum KWKG die Befug­nis zur Ertei­lung und zum Wider­ruf der Geneh­mi­gung für sei­nen Geschäfts­be­reich über­tra­gen ist. Die­ser Fach­mi­nis­ter erteilt die Geneh­mi­gung gegen­über dem Antrag stel­len­den Unter­neh­men durch ent­spre­chen­den Bescheid.

Aller­dings dür­fen nach Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG zur Krieg­füh­rung bestimm­te Waf­fen nur mit Geneh­mi­gung "der Bun­des­re­gie­rung" her­ge­stellt, beför­dert und in Ver­kehr gebracht wer­den. Das Grund­ge­setz unter­schei­det zwi­schen Befug­nis­sen und Zustän­dig­kei­ten der Bun­des­re­gie­rung und sol­chen ein­zel­ner Bun­des­mi­nis­ter 51. Die Bun­des­re­gie­rung ist ein Kol­le­gi­al­or­gan, das nach Art. 62 GG aus dem Bun­des­kanz­ler und aus den Bun­des­mi­nis­tern besteht. Bei Rege­lun­gen des Grund­ge­set­zes, die eine Ent­schei­dungs­zu­stän­dig­keit der Bun­des­re­gie­rung vor­se­hen, ist daher grund­sätz­lich davon aus­zu­ge­hen, dass es eines Beschlus­ses des gesam­ten Kabi­netts bedarf 52. Aus­nahms­wei­se kön­nen unter dem Begriff der Bun­des­re­gie­rung jedoch auch die jeweils res­sort­zu­stän­di­gen Minis­ter ver­stan­den wer­den, wenn Sinn und Zweck der jewei­li­gen Rege­lung eine sol­che Aus­le­gung gebie­ten 53. So wird etwa zu der Rege­lung in Art. 86 GG betref­fend die bun­des­ei­ge­ne Ver­wal­tung die Ansicht ver­tre­ten, dass man­gels Betrof­fen­heit der Län­der (auch) der jewei­li­ge Fach­mi­nis­ter für sei­nen Bereich Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten und Rege­lun­gen über die Ein­rich­tung der Behör­den erlas­sen kann 54.

In der Lite­ra­tur wird teil­wei­se die Ansicht ver­tre­ten, dass Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG kei­ne Ent­schei­dung des Kabi­netts ver­lan­ge 55 oder dass Art. 26 Abs. 2 Satz 2 GG eine Dele­ga­ti­ons­be­fug­nis beinhal­te 56.

Über­wie­gend wird jedoch davon aus­ge­gan­gen, dass die Dele­ga­ti­on der Geneh­mi­gungs­er­tei­lung auf ein­zel­ne Minis­ter mit Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG nicht ver­ein­bar und § 11 Abs. 2 KWKG aus die­sem Grun­de ver­fas­sungs­wid­rig sei 57.

Es bedarf vor­lie­gend kei­ner Ent­schei­dung, ob die Bun­des­re­gie­rung zur Ein­rich­tung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes und zur Über­tra­gung der Ent­schei­dungs­be­fug­nis über Kriegs­waf­fen­ex­port­an­trä­ge auf die­sen oder auf ein­zel­ne Bun­des­mi­nis­ter berech­tigt ist. Denn im Rechts­ver­hält­nis zum Deut­schen Bun­des­tag und sei­nen Mit­glie­dern sind die Geneh­mi­gungs­ent­schei­dun­gen nach Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG der Bun­des­re­gie­rung zuzu­ord­nen und durch die­se unmit­tel­bar gegen­über dem Par­la­ment und mit­tel­bar gegen­über dem Volk zu ver­ant­wor­ten, gleich ob sie durch das Kabi­nett, durch einen von die­sem ein­ge­setz­ten Aus­schuss oder durch einen ein­zel­nen Minis­ter getrof­fen wer­den. Genau­so wenig, wie die Bun­des­re­gie­rung sich durch eine Dele­ga­ti­on der ihr durch das Grund­ge­setz zuge­wie­se­nen Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se ihrer Ver­ant­wor­tung für die getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen ent­le­di­gen kann, führt eine sol­che Dele­ga­ti­on – gleich ob zuläs­sig oder unzu­läs­sig – dazu, dass die Ent­schei­dung des Minis­ters und die dar­auf bezo­ge­ne Wil­lens­bil­dung im Bun­des­si­cher­heits­rat den Cha­rak­ter des Regie­rungs­han­delns ver­lö­ren und dem Kern­be­reich exe­ku­ti­ver Eigen­ver­ant­wor­tung ent­zo­gen wären. Ein mög­li­cher Ver­stoß gegen ein aus der Ver­fas­sung abzu­lei­ten­des Dele­ga­ti­ons­ver­bot änder­te nichts dar­an, dass die Wil­lens­bil­dung im Bun­des­si­cher­heits­rat im Sys­tem der Gewal­ten­tei­lung der Regie­rung zuzu­ord­nen ist, zumal in die­sem Unter­aus­schuss des Regie­rungs­kol­le­gi­ums allein Regie­rungs­mit­glie­der stimm­be­rech­tigt sind. Der aus dem Gewal­ten­tei­lungs­prin­zip fol­gen­de Schutz vor infor­ma­to­ri­schen Ein­grif­fen in den Bereich exe­ku­ti­ver Ent­schei­dungs­vor­be­rei­tung wür­de durch einen sol­chen Ver­stoß nicht ent­behr­lich. Dabei ist auch zu berück­sich­ti­gen, dass die Bun­des­re­gie­rung, die den Bun­des­si­cher­heits­rat durch einen Kabi­netts­be­schluss ein­ge­rich­tet hat, die­ses Gre­mi­um jeder­zeit durch ent­spre­chen­den Beschluss auf­lö­sen oder ein­zel­ne Bera­tun­gen "an sich zie­hen" könn­te.

Der Teil­nah­me des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes am Kern­be­reichs­schutz steht nicht ent­ge­gen, dass an des­sen Sit­zun­gen neben Regie­rungs­mit­glie­dern auch der Chef des Bun­des­kanz­ler­am­tes, der Gene­ral­inspek­teur der Bun­des­wehr, die Chefs des Bun­des­prä­si­di­al­am­tes und des Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­am­tes der Bun­des­re­gie­rung, die Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für Fra­gen der Abrüs­tung und Rüs­tungs­kon­trol­le sowie bei Bedarf wei­te­re Drit­te teil­neh­men kön­nen. Hier­durch ver­liert das Gre­mi­um nicht den direk­ten Bezug zu der Wil­lens­bil­dung inner­halb der Bun­des­re­gie­rung, der die Geneh­mi­gungs­ent­schei­dun­gen nach Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG vor­be­hal­ten sind. Soweit das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für die soge­nann­te Prä­si­den­ten­run­de ent­schie­den hat, dass die­se an dem Schutz des Kern­be­reichs exe­ku­ti­ver Eigen­ver­ant­wor­tung nicht im glei­chen Umfang teil­nimmt wie das Kabi­nett

58, ist die­se Ent­schei­dung auf den Bun­des­si­cher­heits­rat nicht über­trag­bar. Die Funk­ti­on der Prä­si­den­ten­run­de besteht ledig­lich im Aus­tausch von Infor­ma­tio­nen, der Bera­tung sowie in der Vor­be­rei­tung einer Ent­schei­dungs­fin­dung in den zustän­di­gen Res­sorts in Fra­gen der äuße­ren und inne­ren Sicher­heit. Weder han­delt es sich um ein Ent­schei­dungs­gre­mi­um, noch die­nen die Bera­tun­gen der Prä­si­den­ten­run­de not­wen­di­ger- oder auch nur typi­scher­wei­se der unmit­tel­ba­ren Vor­be­rei­tung von Kabi­netts­ent­schei­dun­gen 59. Erst recht tre­ten sie nicht fak­tisch an deren Stel­le.

Gren­zen des Infor­ma­ti­ons­an­spruchs: Staats­wohl[↑]

Eine wei­te­re Gren­ze des Infor­ma­ti­ons­an­spruchs des Bun­des­ta­ges bil­det das Wohl des Bun­des oder eines Lan­des (Staats­wohl), das durch das Bekannt­wer­den geheim­hal­tungs­be­dürf­ti­ger Infor­ma­tio­nen gefähr­det wer­den kann 60. Die Fra­ge, wel­che Gren­zen die Ver­fas­sung dem par­la­men­ta­ri­schen Fra­ge- und Unter­su­chungs­recht setzt, ist unter Berück­sich­ti­gung sei­ner Bedeu­tung im Ver­fas­sungs­ge­fü­ge zu beant­wor­ten. Dies gilt auch für die Aus­le­gung und Anwen­dung des Begriffs der Gefähr­dung des Staats­wohls 61. Dabei ist zu berück­sich­ti­gen, dass der Bun­des­tag in der Geheim­schutz­ord­nung in detail­lier­ter Wei­se die Vor­aus­set­zun­gen für die Wah­rung von Dienst­ge­heim­nis­sen bei der Auf­ga­ben­er­fül­lung des Bun­des­ta­ges fest­ge­legt hat 62. Die Ver­schwie­gen­heits­pflicht auf­grund par­la­ments­recht­li­cher Rege­lun­gen wird durch die straf­recht­li­che Sank­ti­on des § 353b Abs. 2 Nr. 1 StGB bekräf­tigt. Die­se Geheim­schutz­be­stim­mun­gen sind Aus­druck der Tat­sa­che, dass das Par­la­ment ohne eine Betei­li­gung am gehei­men Wis­sen der Regie­rung weder das Gesetz­ge­bungs­recht noch das Haus­halts­recht noch das par­la­men­ta­ri­sche Kon­troll­recht gegen­über der Regie­rung aus­zu­üben ver­möch­te 63. Zudem ist zu berück­sich­ti­gen, dass das Staats­wohl im par­la­men­ta­ri­schen Regie­rungs­sys­tem des Grund­ge­set­zes nicht allein der Bun­des­re­gie­rung, son­dern dem Bun­des­tag und der Bun­des­re­gie­rung gemein­sam anver­traut ist 64. Das Par­la­ment und sei­ne Orga­ne kön­nen nicht als Außen­ste­hen­de behan­delt wer­den, die zum Kreis derer gehö­ren, vor denen Infor­ma­tio­nen zum Schutz des Staats­wohls geheim zu hal­ten sind 65. Mit­hin kann die Beru­fung auf das Wohl des Bun­des gera­de gegen­über dem Bun­des­tag in aller Regel dann nicht in Betracht kom­men, wenn bei­der­seits wirk­sam Vor­keh­run­gen gegen das Bekannt­wer­den von Dienst­ge­heim­nis­sen getrof­fen wur­den. Dass auch die Beach­tung von Vor­schrif­ten zur Wah­rung von Dienst­ge­heim­nis­sen deren Bekannt­wer­den nicht aus­schließt, steht dem nicht ent­ge­gen, denn die­se Tat­sa­che betrifft alle drei Gewal­ten 66.

Die Geheim­schutz­be­stim­mun­gen des Bun­des­ta­ges las­sen aller­dings die eige­ne, aus der ihr anver­trau­ten Regie­rungs­ge­walt her­rüh­ren­de Ver­ant­wor­tung der Bun­des­re­gie­rung für die Wah­rung der Dienst­ge­heim­nis­se unbe­rührt 67. Die Bun­des­re­gie­rung ist daher nicht ver­pflich­tet, Ver­schluss­sa­chen, die Dienst­ge­heim­nis­se ent­hal­ten, dem Bun­des­tag vor­zu­le­gen, wenn die­ser nicht den von der Bun­des­re­gie­rung für not­wen­dig gehal­te­nen Geheim­schutz gewähr­leis­tet 68. Vor­keh­run­gen zur Geheim­hal­tung und die Ent­schei­dung, nur ein sehr klei­nes par­la­men­ta­ri­sches Gre­mi­um mit Bera­tungs­ge­gen­stän­den aus einem ver­trau­li­chen Bereich zu befas­sen, kön­nen daher ver­fas­sungs­recht­lich zuläs­sig sein, obgleich damit erheb­li­che Beschrän­kun­gen des Zugangs der meis­ten Abge­ord­ne­ten zu die­sen Infor­ma­tio­nen ver­bun­den sind 69.

Ande­rer­seits ist zu beach­ten, dass der Deut­sche Bun­des­tag sei­ne Reprä­sen­ta­ti­ons­funk­ti­on grund­sätz­lich in sei­ner Gesamt­heit durch die Mit­wir­kung aller sei­ner Mit­glie­der wahr­nimmt 70. Daher ist jeder Abge­ord­ne­te beru­fen, an der Arbeit des Bun­des­ta­ges, sei­nen Ver­hand­lun­gen und Ent­schei­dun­gen teil­zu­neh­men 71. Soweit Abge­ord­ne­te durch die Über­tra­gung von Ent­schei­dungs­be­fug­nis­sen auf einen beschlie­ßen­den Aus­schuss von der Mit­wir­kung an der par­la­men­ta­ri­schen Ent­schei­dungs­fin­dung aus­ge­schlos­sen wer­den, ist dies nur zum Schutz ande­rer Rechts­gü­ter mit Ver­fas­sungs­rang und unter strik­ter Wah­rung des Grund­sat­zes der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit zuläs­sig 72. Es bedarf eines beson­de­ren Grun­des, der durch die Ver­fas­sung legi­ti­miert und von einem Gewicht ist, das der Gleich­heit der Abge­ord­ne­ten die Waa­ge hal­ten kann 72.

Über­trägt der Deut­sche Bun­des­tag zur Wah­rung ande­rer Rechts­gü­ter von Ver­fas­sungs­rang einem von ihm auf­grund sei­ner Selbst­or­ga­ni­sa­ti­ons­be­fug­nis ein­ge­rich­te­ten Aus­schuss oder einem ande­ren Unter­gre­mi­um ein­zel­ne der von ihm zu erfül­len­den Auf­ga­ben zur selb­stän­di­gen und ple­n­a­rer­set­zen­den Wahr­neh­mung und bestehen dafür Grün­de, die dem Gebot der gleich­be­rech­tig­ten Mit­wir­kung aller Abge­ord­ne­ten die Waa­ge hal­ten, darf die Beschrän­kung der Sta­tus­rech­te der gewähl­ten Abge­ord­ne­ten und die damit ver­bun­de­ne Ungleich­be­hand­lung nicht wei­ter rei­chen, als dies unbe­dingt erfor­der­lich ist 73. Auch Belan­ge des Geheim­schut­zes im Inter­es­se ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­ter Güter sind als zwin­gen­de Grün­de des Staats­wohls grund­sätz­lich geeig­net, die Ein­schrän­kung von Sta­tus­rech­ten der Abge­ord­ne­ten zu recht­fer­ti­gen 74. Die Staats­pra­xis kennt das aus elf Abge­ord­ne­ten gebil­de­te Par­la­men­ta­ri­sche Kon­troll­gre­mi­um, das unter ande­rem die nach­rich­ten­dienst­li­che Tätig­keit über­wacht 75. Zudem hat es das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gebil­ligt, dass über die Wirt­schafts­plä­ne der Geheim­diens­te des Bun­des nicht das Ple­num, son­dern ein wesent­lich klei­ne­res, geheim ver­han­deln­des und aus­schließ­lich zu die­sem Zwe­cke gebil­de­tes Gre­mi­um berät, weil aus der Viel­zahl der Infor­ma­tio­nen, die bei der Bera­tung bekannt wer­den, mosa­ik­ar­tig auch ein Bild von den kon­kre­ten Ope­ra­tio­nen der Geheim­diens­te gewon­nen wer­den und dies dar­über hin­aus zur Gefähr­dung von Per­so­nen füh­ren kann 76. Eben­so wie bei mili­tä­ri­schen Geheim­nis­sen oder sons­ti­gen aus Grün­den des Staats­schut­zes geheim zu hal­ten­den Infor­ma­tio­nen kann die Geheim­schutz­ord­nung mög­li­cher­wei­se auch dann kei­ne aus­rei­chen­de Vor­sor­ge bie­ten, wenn über Maß­nah­men ent­schie­den wer­den muss, bei denen nicht nur der Inhalt der Bera­tung, son­dern auch die Tat­sa­che der Bera­tung und der Beschluss­fas­sung an sich geheim gehal­ten wer­den müs­sen, um den Erfolg einer Maß­nah­me nicht von vorn­her­ein unmög­lich zu machen 77.

Gren­zen des Infor­ma­ti­ons­an­spruchs: Grund­rech­te Drit­ter[↑]

Schließ­lich kön­nen das Fra­ge­recht der Abge­ord­ne­ten und die Ant­wort­pflicht der Bun­des­re­gie­rung dadurch begrenzt sein, dass die­se gemäß Art. 1 Abs. 3 GG die Grund­rech­te zu beach­ten haben 78. Wer­den Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se durch den Staat offen gelegt oder ver­langt er deren Offen­le­gung, so ist Art. 12 Abs. 1 GG in sei­nem Schutz­be­reich berührt 79.

Das Grund­recht der Berufs­frei­heit ist nach Art.19 Abs. 3 GG auch auf juris­ti­sche Per­so­nen anwend­bar, soweit sie eine Erwerbs­zwe­cken die­nen­de Tätig­keit aus­üben, die ihrem Wesen und ihrer Art nach in glei­cher Wei­se einer juris­ti­schen wie einer natür­li­chen Per­son offen steht 80. Das Frei­heits­recht des Art. 12 Abs. 1 GG schützt das berufs­be­zo­ge­ne Ver­hal­ten ein­zel­ner Per­so­nen oder Unter­neh­men am Markt. Erfolgt die unter­neh­me­ri­sche Berufs­tä­tig­keit nach den Grund­sät­zen des Wett­be­werbs, wird die Reich­wei­te des Frei­heits­schut­zes auch durch die recht­li­chen Regeln mit­be­stimmt, die den Wett­be­werb ermög­li­chen und begren­zen 81. Behin­dert eine den Wett­be­werb beein­flus­sen­de staat­li­che Maß­nah­me eine juris­ti­sche Per­son in ihrer beruf­li­chen Tätig­keit, so stellt dies eine Beschrän­kung ihres Frei­heits­rechts aus Art. 12 Abs. 1 GG dar 82.

Durch die Offen­le­gung von Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­sen kann die Aus­schließ­lich­keit der Nut­zung des betrof­fe­nen Wis­sens für den eige­nen Erwerb beein­träch­tigt wer­den. Wird exklu­si­ves wett­be­werbs­er­heb­li­ches Wis­sen den Kon­kur­ren­ten zugäng­lich, min­dert dies die Mög­lich­keit, die Berufs­aus­übung unter Rück­griff auf die­ses Wis­sen erfolg­reich zu gestal­ten. So kön­nen unter­neh­me­ri­sche Stra­te­gi­en durch­kreuzt wer­den. Auch kann ein Anreiz zu inno­va­ti­vem unter­neh­me­ri­schen Han­deln ent­fal­len, weil die Inves­ti­ti­ons­kos­ten nicht ein­ge­bracht wer­den kön­nen, wäh­rend gleich­zei­tig Drit­te unter Ein­spa­rung sol­cher Kos­ten das inno­va­tiv erzeug­te Wis­sen zur Grund­la­ge ihres eige­nen beruf­li­chen Erfolgs in Kon­kur­renz mit dem Geheim­nis­trä­ger nut­zen 83.

Grund­sätz­li­che Aus­kunfts­pflicht – und die Begrün­dungs­pflicht bei Aus­kunfts­ver­wei­ge­rung[↑]

Aus der grund­sätz­li­chen ver­fas­sungs­recht­li­chen Pflicht der Bun­des­re­gie­rung, Infor­ma­ti­ons­an­sprü­che des Deut­schen Bun­des­ta­ges zu erfül­len, folgt, dass sie die Grün­de dar­le­gen muss, aus denen sie die erbe­te­nen Aus­künf­te ver­wei­gert 84. Denn der Bun­des­tag kann sei­ne Auf­ga­be der par­la­men­ta­ri­schen Kon­trol­le des Regie­rungs­han­delns nur dann effek­tiv wahr­neh­men, wenn er anhand einer der jewei­li­gen Pro­blem­la­ge ange­mes­sen aus­führ­li­chen Begrün­dung beur­tei­len und ent­schei­den kann, ob er die Ver­wei­ge­rung der Ant­wort akzep­tiert oder wel­che wei­te­ren Schrit­te er unter­nimmt, sein Aus­kunfts­ver­lan­gen ganz oder zumin­dest teil­wei­se durch­zu­set­zen. Hier­zu muss er Abwä­gun­gen betrof­fe­ner Belan­ge, die zur Ver­sa­gung von Aus­künf­ten geführt haben, auf ihre Plau­si­bi­li­tät und Nach­voll­zieh­bar­keit über­prü­fen kön­nen 85. Eine Begrün­dung der Ant­wort­ver­wei­ge­rung ist daher nur dann ent­behr­lich, wenn die Geheim­hal­tungs­be­dürf­tig­keit evi­dent ist 85.

Nach die­sen Maß­stä­ben ist die Bun­des­re­gie­rung ver­pflich­tet, Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges auf ent­spre­chen­de Anfra­gen hin mit­zu­tei­len, dass der Bun­des­si­cher­heits­rat ein bestimm­tes, das heißt hin­sicht­lich des Rüs­tungs­guts, des Auf­trags­vo­lu­mens und des Emp­fän­ger­lan­des kon­kre­ti­sier­tes Kriegs­waf­fen­ex­port­ge­schäft geneh­migt hat oder dass eine Geneh­mi­gung für ein wie in der Anfra­ge beschrie­be­nes Geschäft nicht erteilt wor­den ist. Dar­über hin­aus gehen­de Anga­ben sind ver­fas­sungs­recht­lich nicht gebo­ten.

kei­ne Aus­kunfts­pflicht bei Vor­anfra­gen[↑]

Die Wil­lens­bil­dung inner­halb der Bun­des­re­gie­rung ist nicht bereits mit der posi­ti­ven oder nega­ti­ven Ant­wort auf eine Vor­anfra­ge, son­dern erst mit dem vom Bun­des­si­cher­heits­rat gefass­ten Beschluss zu einem for­mel­len Geneh­mi­gungs­an­trag abge­schlos­sen; über eine posi­ti­ve Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung hat die Bun­des­re­gie­rung den Bun­des­tag und sei­ne Mit­glie­der daher auf Anfra­ge zu unter­rich­ten. Kei­ne Ant­wort­pflicht besteht hin­ge­gen bei Fra­gen zu den Grün­den einer getrof­fe­nen Ent­schei­dung und zum Inhalt und Ver­lauf der Bera­tun­gen im Bun­des­si­cher­heits­rat.

Die posi­ti­ve Beant­wor­tung einer auf die Geneh­mi­gungs­fä­hig­keit eines Kriegs­waf­fen­ex­port­ge­schäfts abzie­len­den Vor­anfra­ge eines Unter­neh­mens der Rüs­tungs­in­dus­trie schließt die Wil­lens­bil­dung inner­halb der Bun­des­re­gie­rung in Bezug auf das betref­fen­de Export­vor­ha­ben nicht ab. Etwas ande­res könn­te für die Ableh­nung einer Vor­anfra­ge gel­ten, die aber nach dem von den Antrag­stel­lern nicht ange­zwei­fel­ten Vor­brin­gen der Bun­des­re­gie­rung grund­sätz­lich nicht erfolgt und zudem aus ande­ren, unten näher dar­ge­leg­ten Grün­den nicht mit­zu­tei­len ist.

Mit einer posi­ti­ven Beant­wor­tung einer Vor­anfra­ge las­sen der Bun­des­si­cher­heits­rat und der für Vor­anfra­gen in Bezug auf Kriegs­waf­fen zustän­di­ge Minis­ter erken­nen, dass zum Zeit­punkt der Ant­wort kei­ne Beden­ken gegen das beab­sich­tig­te Export­ge­schäft bestehen, so dass ein ent­spre­chen­der form­ge­rech­ter, kon­kre­ti­sier­ter und mit aus­rei­chen­den Unter­la­gen unter­leg­ter Antrag Aus­sicht auf Erfolg hät­te. Es han­delt sich folg­lich bei der Beant­wor­tung einer Vor­anfra­ge um eine Aus­kunft über die Geneh­mi­gungs­fä­hig­keit des beab­sich­tig­ten Exports zum Zeit­punkt der Beschei­dung die­ser Anfra­ge, nicht aber um eine Zusi­che­rung nach § 38 Abs. 1 Satz 1 Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz (VwVfG) oder gar um eine abschlie­ßen­de Teil­re­ge­lung oder Teil­ge­neh­mi­gung 86. Eine Zusi­che­rung im Sin­ne von § 38 Abs. 1 Satz 1 VwVfG liegt nur vor, wenn der Wil­le der Behör­de, sich für die Zukunft zu bin­den und einen ent­spre­chen­den Anspruch des Begüns­tig­ten auf die zuge­sag­te Maß­nah­me zu begrün­den, in der Erklä­rung ein­deu­tig erkenn­bar ist. Wird eine Maß­nah­me ledig­lich "in Aus­sicht gestellt", so liegt im Regel­fall nur eine unver­bind­li­che Absichts­er­klä­rung vor, wie wei­ter zu ver­fah­ren ist 87. Die von der Bun­des­re­gie­rung exem­pla­risch ein­ge­reich­ten Ant­wor­ten des Aus­wär­ti­gen Amtes auf Vor­anfra­gen betref­fend die Aus­fuhr von Kriegs­waf­fen sind so for­mu­liert, dass dem anfra­gen­den Unter­neh­men mit­ge­teilt wird, dass die Bun­des­re­gie­rung eine Geneh­mi­gung der Aus­fuhr in Aus­sicht stellt, soweit sich die Umstän­de zum Zeit­punkt der Stel­lung des kon­kre­ten Antra­ges nicht wesent­lich geän­dert haben. Aus einer sol­chen Mit­tei­lung geht der Wil­le der Bun­des­re­gie­rung, sich zu bin­den und ent­ge­gen § 6 Abs. 1 KWKG einen Anspruch des Unter­neh­mens auf die Geneh­mi­gung zu begrün­den, nicht ein­deu­tig her­vor. Der Bun­des­si­cher­heits­rat und die betei­lig­ten Minis­te­ri­en sind folg­lich an die posi­ti­ve Beant­wor­tung einer Vor­anfra­ge nicht gebun­den, ein anschlie­ßen­der Antrag auf Ertei­lung der Geneh­mi­gung kann auch bei unver­än­der­ten Umstän­den abge­lehnt wer­den. Ob in einem sol­chen Fall ein Amts­haf­tungs­an­spruch gegen die Bun­des­re­pu­blik bestehen kann 88, bedarf hier kei­ner Klä­rung.

Die­ser Rechts­la­ge ent­spricht anschei­nend die tat­säch­li­che Pra­xis der Bun­des­re­gie­rung. Nach deren Vor­brin­gen fühlt sich der Bun­des­si­cher­heits­rat an sei­ne Ant­wor­ten auf Vor­anfra­gen recht­lich nicht gebun­den. Viel­mehr wird nach Ein­gang des voll­stän­di­gen Geneh­mi­gungs­an­tra­ges noch­mals in die Bera­tung ein­ge­tre­ten und kommt es auch zu anschlie­ßen­den Ableh­nungs­ent­schei­dun­gen, die offen­bar auch auf einer geän­der­ten Ein­schät­zung der im Wesent­li­chen unver­än­der­ten Lage in dem Emp­fän­ger­land beru­hen kön­nen.

Eine Ver­pflich­tung der Bun­des­re­gie­rung, den Bun­des­tag gene­rell oder ein­zel­ne Abge­ord­ne­te auf kon­kre­te Fra­gen hin über Ent­schei­dun­gen des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes zu Vor­anfra­gen in Bezug auf beab­sich­tig­te Kriegs­waf­fen­ex­por­te zu infor­mie­ren, wür­de vor die­sem Hin­ter­grund in einen noch nicht abge­schlos­se­nen res­sort­über­grei­fen­den Wil­lens­bil­dungs­pro­zess aus dem Ver­ant­wor­tungs­be­reich der Bun­des­re­gie­rung ein­grei­fen. Der durch die Beant­wor­tung der Vor­anfra­ge recht­lich nicht gebun­de­ne Bun­des­si­cher­heits­rat wür­de der Ein­fluss­nah­me des Par­la­ments auf sei­ne von ver­schie­de­nen außen­po­li­ti­schen Belan­gen, Erwä­gun­gen und Ent­wick­lun­gen abhän­gi­ge Bera­tung und Ent­schei­dung über den nach­fol­gen­den Geneh­mi­gungs­an­trag aus­ge­setzt. Damit wür­de dem Par­la­ment das fak­ti­sche Mit­re­gie­ren bei einer Ent­schei­dung ermög­licht, die in der allei­ni­gen Kom­pe­tenz der Regie­rung liegt. Die Kon­troll­auf­ga­be des Par­la­ments wür­de in eine Steue­rungs­be­fug­nis ver­kehrt, die ihm aus­weis­lich von Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG in die­sem Bereich nicht zukommt.

Bera­tung und Beschluss­fas­sung im Bun­des­si­cher­heits­rat[↑]

Die Wil­lens­bil­dung inner­halb der Bun­des­re­gie­rung ist nicht erst mit dem Erlass des posi­ti­ven oder nega­ti­ven Geneh­mi­gungs­be­schei­des durch das jeweils zustän­di­ge Bun­des­mi­nis­te­ri­um abge­schlos­sen. Ent­schei­den­der Wil­lens­bil­dungs­akt ist viel­mehr die Bera­tung eines Geneh­mi­gungs­an­tra­ges im Bun­des­si­cher­heits­rat, die mit des­sen Beschluss­fas­sung ihren Abschluss fin­det.

Die recht­li­che Qua­li­tät der Beschlüs­se des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes im Bereich der Kriegs­waf­fen­ex­por­te ist in der Lite­ra­tur umstrit­ten. Teil­wei­se wird die auch von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­brach­te Ansicht ver­tre­ten, es han­de­le sich um recht­lich unver­bind­li­che Emp­feh­lun­gen, die dem jeweils zustän­di­gen Minis­ter ledig­lich ver­mit­teln, ob des­sen Ent­schei­dung poli­tisch mit­ge­tra­gen wer­de 89, S. 875; Zäh­le, Der Staat 44 (2005), S. 462, 477, im Wege ver­fas­sungs­kon­for­mer Aus­le­gung; Busse/​Hofmann, Bun­des­kanz­ler­amt und Bun­des­re­gie­rung, 5. Aufl.2010, S. 96 f.; Gla­we, Organ­kom­pen­ten­zen und Hand­lungs­in­stru­men­te auf dem Gebiet der natio­na­len Sicher­heit, 2011, S. 32, der aller­dings von einer Emp­feh­lung an das Bun­des­ka­bi­nett aus­geht)). Nach ande­rer Ansicht trifft der Bun­des­si­cher­heits­rat selbst die Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung, an die der zustän­di­ge Minis­ter gebun­den ist und die sein Minis­te­ri­um als Geneh­mi­gungs­be­hör­de durch ent­spre­chen­den Bescheid umset­zen muss 90. Die­ser Auf­fas­sung zufol­ge ist der Bun­des­si­cher­heits­rat auf­grund der ihm als Ent­schei­dungs­gre­mi­um zukom­men­den Lei­tungs­ge­walt wegen Ver­sto­ßes gegen die Res­sort­selb­stän­dig­keit der Minis­ter und die Kanz­ler­prä­ro­ga­ti­ve ver­fas­sungs­wid­rig 91.

Es bedarf vor­lie­gend kei­ner Ent­schei­dung, ob – wie es der Wort­laut von Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG nahe legt – die Bun­des­re­gie­rung bezie­hungs­wei­se der Bun­des­si­cher­heits­rat selbst zur Ent­schei­dung ver­pflich­tet ist 92 oder das zustän­di­ge Minis­te­ri­um als Geneh­mi­gungs­be­hör­de recht­lich an den jewei­li­gen Beschluss des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes gebun­den ist. Nach dem Vor­brin­gen der Bun­des­re­gie­rung erfolgt in der Staats­pra­xis die abschlie­ßen­de Ent­schei­dung im Bun­des­si­cher­heits­rat. An des­sen Beschlüs­se hal­ten sich die Minis­ter fak­tisch und füh­len sich durch die­se gebun­den. Der Bun­des­re­gie­rung zufol­ge ist ihr kein Fall bekannt, in dem ein Minis­ter von einer Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes abge­wi­chen ist. Es besteht kein Grund, an die­ser Dar­stel­lung zu zwei­feln. Eine ande­re Hand­ha­bung wür­de auf Dau­er zu fort­wäh­ren­den Kon­flik­ten zwi­schen der Gesamt­heit der Mit­glie­der des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes und dem von des­sen Beschlüs­sen abwei­chen­den Minis­ter und zu einer stän­di­gen Befas­sung des gesam­ten Kabi­netts füh­ren (Art. 65 Satz 3 GG).

Zuguns­ten der Antrag­stel­ler kann daher davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Wil­lens­bil­dung der Bun­des­re­gie­rung in Bezug auf einen Kriegs­waf­fen­ex­port­an­trag mit dem jewei­li­gen Beschluss des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes abge­schlos­sen ist. Damit endet der Schutz des Kern­be­reichs exe­ku­ti­ver Eigen­ver­ant­wor­tung für die getrof­fe­ne Ent­schei­dung in die­sem Zeit­punkt. Die Bun­des­re­gie­rung ist ver­pflich­tet, den Abge­ord­ne­ten des Bun­des­ta­ges auf Anfra­gen hin mit­zu­tei­len, dass der Bun­des­si­cher­heits­rat einen Beschluss über die Geneh­mi­gung eines Kriegs­waf­fen­ex­port­ge­schäfts gefasst hat.

Kei­ne Aus­kunfts­pflicht zur regie­rungs­in­ter­nen Wil­lens­bil­dung[↑]

Die Bun­des­re­gie­rung ist jedoch nicht ver­pflich­tet, über die Mit­tei­lung einer erfolg­ten Geneh­mi­gung hin­aus Anga­ben zu der die­ser Ent­schei­dung vor­aus­ge­gan­ge­nen Wil­lens­bil­dung inner­halb des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes zu machen.

Par­la­men­ta­ri­sche Infor­ma­ti­ons­rech­te in Bezug auf abge­schlos­se­ne Vor­gän­ge schei­den zwar nicht grund­sätz­lich immer dann aus, wenn es sich um Infor­ma­tio­nen aus dem Bereich der Wil­lens­bil­dung der Regie­rung, ein­schließ­lich der vor­be­rei­ten­den Wil­lens­bil­dung inner­halb der Res­sorts und der Abstim­mung zwi­schen ihnen han­delt 93. Dem par­la­men­ta­ri­schen Zugriff kön­nen grund­sätz­lich auch Infor­ma­tio­nen aus dem Bereich der regie­rungs­in­ter­nen Wil­lens­bil­dung unter­lie­gen 94.

Ande­rer­seits wür­de ein – sei es auch erst nach Abschluss des jewei­li­gen Ent­schei­dungs­pro­zes­ses ein­set­zen­der – schran­ken­lo­ser par­la­men­ta­ri­scher Anspruch auf Infor­ma­tio­nen aus die­sem Bereich vor allem durch sei­ne ein­engen­den Vor­wir­kun­gen die Regie­rung in der selb­stän­di­gen Funk­ti­on beein­träch­ti­gen, die das Gewal­ten­tei­lungs­prin­zip ihr zuweist 95. Infor­ma­tio­nen aus dem Vor­feld von Regie­rungs­ent­schei­dun­gen sind danach zwar nach Abschluss der jewei­li­gen Ent­schei­dung nicht mehr im sel­ben Maße geschützt wie in der Pha­se, in der die Kennt­nis­nah­me Drit­ter die­sen einen unmit­tel­ba­ren Ein­fluss auf die Ent­schei­dung ver­schaf­fen wür­de 96. Jedoch sind auch bei abge­schlos­se­nen Vor­gän­gen Fäl­le mög­lich, in denen die Regie­rung nicht ver­pflich­tet ist, geheim zu hal­ten­de Tat­sa­chen aus dem Kern­be­reich exe­ku­ti­ver Eigen­ver­ant­wor­tung mit­zu­tei­len 97. Die Gren­zen des par­la­men­ta­ri­schen Infor­ma­ti­ons­an­spruchs las­sen sich in Bezug auf abge­schlos­se­ne Vor­gän­ge nur unter Berück­sich­ti­gung der jewei­li­gen Umstän­de fest­stel­len 98. Die Not­wen­dig­keit, hier zwi­schen gegen­läu­fi­gen Belan­gen abzu­wä­gen, ent­spricht der dop­pel­ten Funk­ti­on des Gewal­ten­tei­lungs­grund­sat­zes als Grund und Gren­ze par­la­men­ta­ri­scher Kon­troll­rech­te 93. In ihr kommt zum Aus­druck, dass die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le der Regie­rung einer­seits gera­de dazu bestimmt ist, eine demo­kra­ti­schen und rechts­staat­li­chen Grund­sät­zen ent­spre­chen­de Aus­übung der Regie­rungs­funk­ti­on sicher­zu­stel­len, ande­rer­seits aber die­se Funk­ti­on auch stö­ren kann und daher der Begren­zung auf ein funk­ti­ons­ver­träg­li­ches Maß bedarf 93.

Als funk­tio­nel­ler Belang fällt bei abge­schlos­se­nen Vor­gän­gen nicht mehr die Ent­schei­dungs­au­to­no­mie der Regie­rung, son­dern vor allem die Frei­heit und Offen­heit der Wil­lens­bil­dung inner­halb der Regie­rung ins Gewicht. Unter die­sem Aspekt sind Infor­ma­tio­nen aus dem Bereich der Vor­be­rei­tung von Regie­rungs­ent­schei­dun­gen, die Auf­schluss über den Pro­zess der Wil­lens­bil­dung geben, umso schutz­wür­di­ger, je näher sie der guber­na­ti­ven Ent­schei­dung ste­hen 99.

Die Bun­des­re­gie­rung ist danach nicht ver­pflich­tet, über den Inhalt und den Ver­lauf der Bera­tun­gen im Bun­des­si­cher­heits­rat und über das Abstim­mungs­ver­hal­ten sei­ner Mit­glie­der Aus­kunft zu geben. Die Mit­glie­der des Gre­mi­ums sind auf die Ver­trau­lich­keit der Bera­tun­gen in beson­de­rem Maße ange­wie­sen, da die Ent­schei­dung über eine beab­sich­tig­te Aus­fuhr von Kriegs­waf­fen eine ein­ge­hen­de Beur­tei­lung des Emp­fän­ger­lan­des erfor­dert, etwa im Hin­blick auf des­sen poli­ti­sche und mili­tä­ri­sche Sta­bi­li­tät. Müss­ten die Mit­glie­der des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes damit rech­nen, dass die von ihnen in den Bera­tun­gen abge­ge­be­nen Ein­schät­zun­gen als­bald nach der getrof­fe­nen Ent­schei­dung ver­öf­fent­licht wer­den, so könn­ten sie nicht in auf Ver­trau­lich­keit der Bera­tun­gen fußen­der Offen­heit Grün­de vor­brin­gen, die für oder gegen eine Geneh­mi­gung spre­chen. Es wäre sogar nahe­lie­gend, dass in einer sol­chen Situa­ti­on die eigent­li­chen Bera­tun­gen fak­tisch nicht mehr in dem Gre­mi­um selbst erfol­gen, son­dern in Vor­be­spre­chun­gen oder in klei­ne­re, geheim tagen­de Krei­se aus­ge­la­gert wür­den. Der­ar­ti­ge ein­engen­de Vor­wir­kun­gen wür­den den Bun­des­si­cher­heits­rat in sei­ner Funk­ti­on nach­hal­tig beein­träch­ti­gen. Die Preis­ga­be der Bera­tungs­ab­läu­fe im Bun­des­si­cher­heits­rat wäre daher ein erheb­li­cher Ein­griff in den Kern­be­reich exe­ku­ti­ver Eigen­ver­ant­wor­tung.

Das par­la­men­ta­ri­sche Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se fällt dem­ge­gen­über weni­ger stark ins Gewicht. Par­la­men­ta­risch ver­ant­wort­lich für die Geneh­mi­gungs­ent­schei­dun­gen nach Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG ist die Bun­des­re­gie­rung. Die Infor­ma­ti­on, wel­cher Minis­ter im Rah­men der Bera­tun­gen wel­che Posi­ti­on ver­tre­ten hat, mag daher von all­ge­mei­nem poli­ti­schen Inter­es­se sein, für die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le des Regie­rungs­han­delns ist sie aber nicht rele­vant.

Kei­ne Aus­künf­te zu noch nicht beschie­de­nen Anträ­gen[↑]

Die Ant­wort auf Fra­gen zu noch nicht beschie­de­nen Anträ­gen auf Ertei­lung einer Geneh­mi­gung für die Aus­fuhr von Kriegs­waf­fen kann die Bun­des­re­gie­rung eben­so wie die Aus­kunft über Vor­anfra­gen von Rüs­tungs­un­ter­neh­men auch aus Grün­den des Staats­wohls ver­wei­gern. Ent­spre­chen­des gilt für die Tat­sa­che, dass ein Geneh­mi­gungs­an­trag abge­lehnt wur­de. Auch bei durch den Bun­des­si­cher­heits­rat bereits gebil­lig­ten Anträ­gen auf Ertei­lung einer Geneh­mi­gung kann die Ver­wei­ge­rung der Ant­wort aus die­sen Grün­den gerecht­fer­tigt sein.

Die Wei­ter­ga­be der Infor­ma­ti­on, ob der Bun­des­si­cher­heits­rat eine Vor­anfra­ge beschie­den hat, kann zu Ver­wer­fun­gen im Ver­hält­nis zu dem jewei­li­gen Erwer­ber­land füh­ren. Zum einen kön­nen dadurch Rüs­tungs­er­werbs­ab­sich­ten publik wer­den, die das jewei­li­ge Land jeden­falls in die­sem frü­hen Sta­di­um der Geschäfts­an­bah­nung geheim hal­ten möch­te, etwa weil durch eine Ver­öf­fent­li­chung die künf­ti­ge Ver­tei­di­gungs­stra­te­gie des Lan­des erkenn­bar wür­de. Zum ande­ren kann das Bekannt­wer­den der Tat­sa­che, dass eine Geneh­mi­gung ver­wei­gert bezie­hungs­wei­se eine Vor­anfra­ge abschlä­gig beschie­den oder zurück­ge­stellt wur­de, das an dem Erwerb inter­es­sier­te Land öffent­lich brüs­kie­ren und damit die Bezie­hun­gen zur Bun­des­re­pu­blik stö­ren.

Eine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung außen­po­li­ti­scher Inter­es­sen droh­te, wenn auch die Grün­de für die Ableh­nung einer Geneh­mi­gung oder Vor­anfra­ge mit­ge­teilt wer­den müss­ten, etwa die Gefahr der Ver­wen­dung der zur Aus­fuhr vor­ge­se­he­nen Kriegs­waf­fen bei einer frie­dens­stö­ren­den Hand­lung oder bei Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen. Zudem könn­ten die Grün­de in Ein­zel­fäl­len Rück­schlüs­se auf bestimm­te Infor­ma­ti­ons­quel­len zulas­sen, an deren Geheim­hal­tung die Bun­des­re­gie­rung gera­de im Ver­hält­nis zu dem betrof­fe­nen Land zum Schutz sei­ner Infor­ma­ti­ons­ka­nä­le ein berech­tig­tes Inter­es­se hat.

Das Bekannt­wer­den sen­si­bler Rüs­tungs­ex­port­ge­schäf­te kann auch über das Ver­hält­nis zum direkt betrof­fe­nen Erwer­ber­land hin­aus die außen­po­li­ti­sche Hand­lungs­fä­hig­keit der Bun­des­re­gie­rung beein­träch­ti­gen. Rüs­tungs­ex­port­ent­schei­dun­gen haben in der Regel eine diplo­ma­ti­sche Dimen­si­on. So wird der Export von Kriegs­waf­fen in Län­der, die nicht Mit­glied der NATO oder der Euro­päi­schen Uni­on oder den NATO-Mit­glieds­län­dern gleich­ge­stellt sind, nur geneh­migt, wenn "im Ein­zel­fall beson­de­re außen- oder sicher­heits­po­li­ti­sche Inter­es­sen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land unter Berück­sich­ti­gung der Bünd­nis­in­ter­es­sen für eine aus­nahms­wei­se zu ertei­len­de Geneh­mi­gung spre­chen" 100. Der Han­del mit Rüs­tungs­gü­tern gilt als "wich­ti­ges diplo­ma­ti­sches Instru­ment" 101. Waf­fen­ex­por­te kön­nen den Zusam­men­halt von Bünd­nis­sen und die mili­tä­ri­sche Schlag­kraft befreun­de­ter Staa­ten stär­ken und als "Gegen­leis­tung" ein­ge­setzt wer­den, etwa für Sta­tio­nie­rungs- oder Über­flug­rech­te 102. Die Ver­wei­ge­rung von Rüs­tungs­ex­por­ten kann dem­ge­gen­über – wie etwa kon­zer­tier­te Embar­go-Aktio­nen zei­gen – der Erhal­tung des eige­nen waf­fen­tech­ni­schen Vor­sprungs gegen­über ande­ren Staa­ten und damit der Sicher­heit des Staa­tes die­nen 103. Die Hal­tung der Bun­des­re­gie­rung zu einem beab­sich­tig­ten Rüs­tungs­ge­schäft kann damit auch Indi­ka­tor für die poli­ti­sche Bezie­hung zu einem Land oder Aus­druck einer bestimm­ten Sicher­heits­stra­te­gie sein. Das vor­zei­ti­ge Öffent­lich­wer­den sol­cher Rüs­tungs­ex­port­ge­schäf­te kann eben­so wie das Bekannt­wer­den einer ableh­nen­den Ent­schei­dung die Abschätz­bar­keit der deut­schen Außen­po­li­tik für ande­re Län­der erleich­tern und damit Ver­hand­lungs- und Gestal­tungs­spiel­räu­me ver­en­gen. Glei­ches gilt für das Bekannt­wer­den der Grün­de für die Bewil­li­gung oder Ableh­nung einer Geneh­mi­gung. Die Bun­des­re­gie­rung ist daher nicht ver­pflich­tet, die Grün­de für eine vom Bun­des­si­cher­heits­rat getrof­fe­ne Ent­schei­dung mit­zu­tei­len. Auch über die Ableh­nung eines Kriegs­waf­fen­aus­fuhr­an­tra­ges muss kei­ne Aus­kunft erteilt wer­den.

Ein früh­zei­ti­ges Bekannt­wer­den eines beab­sich­tig­ten Rüs­tungs­ex­port­ge­schäfts und der Hal­tung der Bun­des­re­gie­rung bereits im Sta­di­um der Ver­trags­an­bah­nung birgt dar­über hin­aus die Gefahr, dass ein drit­tes Land, wel­ches mit dem Geschäft nicht ein­ver­stan­den ist, ver­sucht, die­ses Geschäft vor sei­ner tat­säch­li­chen Durch­füh­rung durch den Ein­satz von Druck­mit­teln zu ver­hin­dern. Zudem kann ein früh­zei­ti­ges Bekannt­wer­den dazu füh­ren, dass aus­län­di­sche Kon­kur­renz­un­ter­neh­men an den Kauf­in­ter­es­sen­ten her­an­tre­ten und das Geschäft durch Abga­be eines güns­ti­ge­ren Ange­bots an sich zie­hen. Dies kann jeden­falls dort ein Geheim­hal­tungs­in­ter­es­se der Bun­des­re­gie­rung aus Grün­den des Staats­wohls recht­fer­ti­gen, wo die Durch­füh­rung des Export­ge­schäfts im außen­po­li­ti­schen Inter­es­se der Bun­des­re­pu­blik liegt. Zudem stellt die Auf­recht­erhal­tung eines natio­na­len Rüs­tungs­we­sens ein legi­ti­mes staat­li­ches Ziel dar. Eine eige­ne rüs­tungs­in­dus­tri­el­le Basis führt aus ver­tei­di­gungs­po­li­ti­scher Sicht dazu, dass die natio­na­len Streit­kräf­te durch die inlän­di­sche Indus­trie aus­ge­rüs­tet wer­den kön­nen. Gegen­über der Beschaf­fung der mili­tä­ri­schen Aus­rüs­tung auf dem Welt­markt wer­den als Vor­tei­le unter ande­rem der staat­li­che Ein­fluss als Haupt­auf­trag­ge­ber 104 und die dar­aus fol­gen­de pass­ge­naue Aus­rich­tung natio­na­ler Rüs­tungs­pro­duk­te auf die tak­ti­schen und ope­ra­ti­ven Kon­zep­te der Streit­kräf­te sowie die Mög­lich­keit der kon­zep­tio­nel­len Wei­ter­ent­wick­lung der Streit­kräf­te genannt 105. Zudem erhöht eine eige­ne Rüs­tungs­in­dus­trie die Ver­sor­gungs­si­cher­heit und dient der Ver­mei­dung von Abhän­gig­kei­ten von der Export­po­li­tik ande­rer Staa­ten.

Die­se Gefah­ren für die Durch­füh­rung des Rüs­tungs­ex­port­ge­schäfts neh­men mit dem Fort­gang des Ver­fah­rens ab. Sie bestehen vor allem in der oft Mona­te oder gar Jah­re andau­ern­den Pha­se der Ver­trags­an­bah­nung. Aus die­sem Grun­de ist die Bun­des­re­gie­rung nicht ver­pflich­tet, Abge­ord­ne­ten des Bun­des­ta­ges auf Anfra­ge mit­zu­tei­len, ob eine Vor­anfra­ge zu einem beab­sich­tig­ten Aus­fuhr­ge­schäft gestellt und wie die­se beschie­den wur­de. Die posi­ti­ve Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes, die anschlie­ßend durch das zustän­di­ge Minis­te­ri­um in dem Geneh­mi­gungs­be­scheid umge­setzt wird, stellt auch hier eine Zäsur dar. Nach den Anga­ben der sach­kun­di­gen Drit­ten ist zum Zeit­punkt des Antra­ges auf Geneh­mi­gung einer Kriegs­waf­fen­aus­fuhr der Ver­trag mit dem Emp­fän­ger­land im Regel­fall jeden­falls end­ver­han­delt, zumeist sogar bereits geschlos­sen. Damit ver­rin­gert sich die Gefahr einer Ein­fluss­nah­me Drit­ter auf das zur Geneh­mi­gung anste­hen­de Geschäft erheb­lich. Mit der posi­ti­ven Ent­schei­dung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes über einen Geneh­mi­gungs­an­trag ent­fällt auch die Mög­lich­keit der Bloß­stel­lung eines kauf­in­ter­es­sier­ten Staa­tes, die mit der Ableh­nung eines früh­zei­tig – etwa durch die Aus­kunft über eine Vor­anfra­ge – bekannt gewor­de­nen Geschäfts ver­bun­den sein kann.

Die Zäsur­wir­kung der posi­ti­ven Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes schließt nicht aus, dass die Bun­des­re­gie­rung aus den genann­ten Grün­den des Staats­wohls in Ein­zel­fäl­len aus­nahms­wei­se auch die Ant­wort auf die Fra­ge ver­wei­gern darf, ob eine sol­che Ent­schei­dung getrof­fen wur­de. Wann eine sol­che Ant­wort­ver­wei­ge­rung gerecht­fer­tigt sein kann, bedarf hier kei­ner Ent­schei­dung. Denn jeden­falls müss­te die Bun­des­re­gie­rung die Ver­wei­ge­rung der Aus­kunft in ihrer Ant­wort geson­dert begrün­den, was vor­lie­gend nicht gesche­hen ist.

Infor­ma­ti­ons­an­spruch und Geheim­nis­schutz[↑]

Eine wei­te­re Ein­schrän­kung der Ant­wort­pflicht der Bun­des­re­gie­rung in Bezug auf die Befas­sung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes mit Vor­anfra­gen und Geneh­mi­gungs­an­trä­gen zu beab­sich­tig­ten Kriegs­waf­fen­aus­fuhr­ge­schäf­ten ergibt sich aus dem grund­recht­li­chen Schutz der Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se der jewei­li­gen Rüs­tungs­un­ter­neh­men.

Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se sind alle auf ein Unter­neh­men bezo­ge­nen Tat­sa­chen, Umstän­de und Vor­gän­ge, die nicht offen­kun­dig, son­dern nur einem begrenz­ten Per­so­nen­kreis zugäng­lich sind und an deren Nicht­ver­brei­tung der Rechts­trä­ger ein berech­tig­tes Inter­es­se hat. Betriebs­ge­heim­nis­se umfas­sen im Wesent­li­chen tech­ni­sches Wis­sen im wei­tes­ten Sin­ne; Geschäfts­ge­heim­nis­se betref­fen vor­nehm­lich kauf­män­ni­sches Wis­sen. Zu der­ar­ti­gen Geheim­nis­sen zäh­len etwa Umsät­ze, Ertrags­la­gen, Geschäfts­bü­cher, Kun­den­lis­ten, Bezugs­quel­len, Kon­di­tio­nen, Markt­stra­te­gi­en, Unter­la­gen zur Kre­dit­wür­dig­keit, Kal­ku­la­ti­ons­un­ter­la­gen, Patent­an­mel­dun­gen und sons­ti­ge Ent­wick­lungs- und For­schungs­pro­jek­te, durch wel­che die wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se eines Betriebs maß­geb­lich bestimmt wer­den kön­nen 106. Als Betriebs­ge­heim­nis­se kom­men vor­lie­gend unter ande­rem die kon­kre­ten tech­ni­schen Daten und Spe­zi­fi­ka­tio­nen der ein­zel­nen Kriegs­waf­fen in Betracht, als Geschäfts­ge­heim­nis­se ins­be­son­de­re die Details der ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen wie etwa Lie­fer­zei­ten und ‑orte, Prei­se und Preis­be­stand­tei­le, Zah­lungs­be­din­gun­gen und Anga­ben zu den betei­lig­ten Zulie­fer­un­ter­neh­men. Der Umstand, dass ein Unter­neh­men Ver­hand­lun­gen mit einem Staat über den Erwerb von Kriegs­waf­fen bestimm­ter Gat­tung führt, stellt für sich genom­men eben­falls ein Geschäfts­ge­heim­nis dar, weil die Ver­hand­lungs­part­ner in aller Regel eine Ver­trau­lich­keits­ver­ein­ba­rung abschlie­ßen und weil Kon­kur­renz­un­ter­neh­men ver­su­chen kön­nen, die Anbah­nung des Geschäfts durch eige­ne Ange­bo­te oder ande­re Maß­nah­men zu unter­mi­nie­ren. Somit stel­len das Kauf­in­ter­es­se eines Staa­tes und die Auf­nah­me von Ver­trags­ver­hand­lun­gen exklu­si­ves wett­be­werbs­er­heb­li­ches Wis­sen dar und min­dert die Offen­le­gung die­ser Tat­sa­chen die Mög­lich­keit, die Berufs­aus­übung unter Rück­griff auf die­ses Wis­sen erfolg­reich zu gestal­ten.

Zwar begrün­det Art. 12 Abs. 1 GG kein aus­schließ­li­ches Recht der Unter­neh­men auf eige­ne Außen­dar­stel­lung und auf eine unein­ge­schränk­te unter­neh­me­ri­sche Selbst­dar­stel­lung am Markt. Markt­be­zo­ge­ne Infor­ma­tio­nen des Staa­tes beein­träch­ti­gen den grund­recht­li­chen Gewähr­leis­tungs­be­reich der Berufs­frei­heit der betrof­fe­nen Unter­neh­men daher nicht, sofern der Ein­fluss auf wett­be­werbs­er­heb­li­che Fak­to­ren ohne Ver­zer­rung der Markt­ver­hält­nis­se nach Maß­ga­be der recht­li­chen Vor­ga­ben für staat­li­ches Infor­ma­ti­ons­han­deln erfolgt 107. Unab­hän­gig davon wäre aber durch die Offen­le­gung von Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­sen der Kriegs­waf­fen pro­du­zie­ren­den Unter­neh­men durch die Bun­des­re­gie­rung der Schutz­be­reich der Berufs­frei­heit berührt 108. Die­ser Schutz­be­reich ist jeden­falls inso­weit nicht durch Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG ein­ge­schränkt. Dabei kann dahin­ste­hen, ob es sich bei dem Geneh­mi­gungs­er­for­der­nis um ein prä­ven­ti­ves Ver­bot mit Erlaub­nis­vor­be­halt 109 oder um ein repres­si­ves Ver­bot mit Befrei­ungs­vor­be­halt han­delt 110. Selbst wenn man der Rege­lung eine grund­sätz­li­che Miss­bil­li­gung der Her­stel­lung, der Beför­de­rung und des Inver­kehr­brin­gens von Kriegs­waf­fen ent­neh­men woll­te, sind die­se Ver­hal­tens­wei­sen bei Vor­lie­gen einer Geneh­mi­gung erlaubt und von der Berufs­frei­heit geschützt. Die­ser Schutz erstreckt sich auf sol­che Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se, die ein Unter­neh­men zur Erlan­gung der Geneh­mi­gung gegen­über staat­li­chen Behör­den offen­le­gen muss, und zwar selbst für den Fall, dass die Geneh­mi­gung ver­sagt wer­den soll­te. Das Grund­ge­setz miss­bil­ligt nicht die Vor­be­rei­tung und Anbah­nung eines Kriegs­waf­fen­ex­port­ge­schäfts, son­dern allen­falls des­sen nicht geneh­mig­te Durch­füh­rung.

Durch die Offen­le­gung von Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­sen von Unter­neh­men der Rüs­tungs­in­dus­trie im Rah­men der Beant­wor­tung par­la­men­ta­ri­scher Anfra­gen grif­fe die Bun­des­re­gie­rung in den Schutz­be­reich der Berufs­frei­heit ein. Sowohl schrift­li­che Ant­wor­ten der Bun­des­re­gie­rung als auch münd­li­che Ant­wor­ten im Rah­men von Fra­ge­stun­den sind öffent­lich. Schrift­li­che Ant­wor­ten wer­den durch den Bun­des­tag in Druck­sa­chen ver­öf­fent­licht (§ 105 Satz 1 und 2 i.V.m. Anla­ge 4, Ziff. 14 der Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges i.d.F. der Bekannt­ma­chung vom 02.07.1980, BGBl I S.1237, zuletzt geän­dert durch Beschluss vom 03.04.2014, BGBl I S. 534 – GO-BT -), münd­li­che Ant­wor­ten in Fra­ge­stun­den sind den jewei­li­gen Ple­nar­pro­to­kol­len zu ent­neh­men, nach­ge­reich­te schrift­li­che Ant­wor­ten wer­den in einen Anhang zu dem betref­fen­den Pro­to­koll auf­ge­nom­men (GO-BT, Anla­ge 4, Ziff. 12). Damit wür­de Kon­kur­ren­ten die Kennt­nis­nah­me von Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­sen der betrof­fe­nen Unter­neh­men ermög­licht 111.

Der mit einer Offen­le­gung von Infor­ma­tio­nen zu beab­sich­tig­ten Rüs­tungs­ex­port­ge­schäf­ten ver­bun­de­ne Ein­griff in die Berufs­frei­heit der Unter­neh­men der deut­schen Rüs­tungs­in­dus­trie ist gene­rell inso­weit gerecht­fer­tigt, wie die Bun­des­re­gie­rung in ihrer Ant­wort Aus­kunft dar­über gibt, dass der Bun­des­si­cher­heits­rat die Geneh­mi­gung für ein kon­kre­tes Kriegs­waf­fen­aus­fuhr­ge­schäft erteilt hat und in die­sem Rah­men Anga­ben über Art und Anzahl der Kriegs­waf­fen, über das Emp­fän­ger­land, über die betei­lig­ten deut­schen Unter­neh­men und über das Gesamt­vo­lu­men des Geschäfts macht. Dar­über hin­aus gehen­de Anga­ben wür­den grund­sätz­lich in unver­hält­nis­mä­ßi­ger Wei­se in die Berufs­frei­heit der Unter­neh­men ein­grei­fen. Dies gilt ins­be­son­de­re für Anga­ben, die so kon­kret sind, dass aus ihnen auf ver­trau­li­che Infor­ma­tio­nen, etwa auf den Ein­zel­preis eines bestimm­ten Rüs­tungs­guts, rück­ge­schlos­sen wer­den könn­te.

Die Offen­le­gung von Unter­neh­mens­in­for­ma­tio­nen durch die Bun­des­re­gie­rung in Ant­wor­ten auf Anfra­gen von Abge­ord­ne­ten betrifft ein mehr­po­li­ges Rechts­ver­hält­nis, in wel­chem die Bun­des­re­gie­rung das Fra­ge- und Infor­ma­ti­ons­recht des Deut­schen Bun­des­ta­ges und sei­ner Abge­ord­ne­ten einer­seits und das den Schutz der Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se gewähr­leis­ten­de Grund­recht der betrof­fe­nen Unter­neh­men auf Berufs­frei­heit aus Art. 12 Abs. 1 GG ande­rer­seits zum Aus­gleich zu brin­gen hat. In einer sol­chen Kon­stel­la­ti­on sind Eig­nung und Erfor­der­lich­keit der Beein­träch­ti­gun­gen mit Blick auf bei­de wider­strei­ten­den Rechts­gü­ter zu beur­tei­len. Dabei sind die Vor- und Nach­tei­le bei der Ver­wirk­li­chung der ver­schie­de­nen betrof­fe­nen Rechts­gü­ter in ihrer Gesamt­heit abzu­wä­gen. Hat der Gesetz­ge­ber einen Weg zur Lösung des Kon­flikts durch eine ein­fach­ge­setz­li­che Rege­lung vor­ge­zeich­net, so ist sein Ein­schät­zungs- und Gestal­tungs­spiel­raum im Rah­men der Abwä­gung zu berück­sich­ti­gen. Über­lässt er die Ent­schei­dung hin­ge­gen den Orga­nen der Rechts­an­wen­dung, so sind deren Ein­griffs­hand­lun­gen ver­fas­sungs­recht­lich dar­auf zu über­prü­fen, ob die zugrun­de geleg­ten Annah­men und Abwä­gungs­re­geln sowie ihre Abwä­gung im kon­kre­ten Fall den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen genü­gen, das heißt auch, ob sie inner­halb des den Ent­schei­dungs­trä­gern gewähr­ten Ein­schät­zungs­spiel­raums ver­blei­ben und zur Her­stel­lung prak­ti­scher Kon­kor­danz im kon­kre­ten Streit­fall füh­ren 112.

§ 12a Abs. 2 Satz 1 KWKG ermäch­tigt die Bun­des­re­gie­rung, die auf Grund einer Rechts­ver­ord­nung nach Absatz 1 erho­be­nen Daten zusam­men­ge­fasst ohne Nen­nung von Emp­fän­gern und Lie­fe­ran­ten zu den in Absatz 1 genann­ten Zwe­cken an inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen oder zur Unter­rich­tung des Deut­schen Bun­des­ta­ges zu über­mit­teln oder zu ver­öf­fent­li­chen. Die Vor­schrift wur­de mit dem Ach­ten Gesetz zur Ände­rung des Außen­wirt­schafts­ge­set­zes vom 09.08.1994 113 in das KWKG auf­ge­nom­men und dient der Umset­zung einer Reso­lu­ti­on der Ver­ein­ten Natio­nen, mit der beim Gene­ral­se­kre­ta­ri­at der Ver­ein­ten Natio­nen ein Waf­fen­re­gis­ter ein­ge­rich­tet wur­de und die Mit­glied­staa­ten auf­ge­ru­fen wur­den, die Ein- und Aus­fuhr bestimm­ter Kriegs­waf­fen dort­hin zu mel­den 114. Die Ermäch­ti­gung zur Über­mitt­lung oder Ver­öf­fent­li­chung zur Unter­rich­tung des Deut­schen Bun­des­ta­ges beruh­te auf der Erwä­gung, dass Daten, die wie im Fal­le des Waf­fen­re­gis­ters der Ein­sicht aller Mit­glied­staa­ten der Ver­ein­ten Natio­nen offen ste­hen, grund­sätz­lich auch zur Unter­rich­tung des Deut­schen Bun­des­ta­ges oder der Öffent­lich­keit zur Ver­fü­gung ste­hen soll­ten 115. Die­se Rege­lung kann den erfor­der­li­chen Aus­gleich zwi­schen dem Fra­ge­recht der Abge­ord­ne­ten und dem Schutz der Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se der Unter­neh­men auch unter Berück­sich­ti­gung des Ein­schät­zungs- und Gestal­tungs­spiel­raums des Gesetz­ge­bers nicht in der ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Wei­se her­stel­len. Dies folgt schon dar­aus, dass sie die Wei­ter­ga­be der Infor­ma­tio­nen an den Deut­schen Bun­des­tag ledig­lich ermög­licht, ohne die Bun­des­re­gie­rung hier­zu zu ver­pflich­ten. Der Aus­gleich der kon­f­li­gie­ren­den Rechts­gü­ter bleibt so letzt­lich der Bun­des­re­gie­rung über­las­sen und es kann auch zu einer völ­li­gen Ver­sa­gung von Aus­künf­ten kom­men. Der Gesetz­ge­ber hat damit kei­nen Lösungs­weg bereit­ge­stellt, der stets eine Ver­wirk­li­chung der gegen­läu­fi­gen Inter­es­sen in die­sem mehr­po­li­gen Rechts­ver­hält­nis sichert 116. Eine erwei­tern­de Aus­le­gung ist ange­sichts des kla­ren Wort­lau­tes nicht mög­lich.

Die somit erfor­der­li­che Abwä­gung unmit­tel­bar zwi­schen dem Fra­ge­recht der Abge­ord­ne­ten aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 und Art.20 Abs. 2 Satz 2 GG einer­seits und dem durch Art. 12 Abs. 1 GG gewähr­leis­te­ten Schutz der Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se des jewei­li­gen die Aus­fuhr beab­sich­ti­gen­den Unter­neh­mens ande­rer­seits ergibt, dass die Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes unab­hän­gig von dem jeweils kon­kret durch Abge­ord­ne­te des Bun­des­ta­ges ange­frag­ten Kriegs­waf­fen­aus­fuhr­ge­schäft die ent­schei­den­de Zäsur dar­stellt.

Das Inter­es­se des jewei­li­gen Rüs­tungs­un­ter­neh­mens an der Geheim­hal­tung des beab­sich­tig­ten Rüs­tungs­ex­port­ge­schäfts ist bis zur end­gül­ti­gen Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes höher zu bewer­ten als das berech­tig­te Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se der Abge­ord­ne­ten. In der Pha­se der Geschäfts­an­bah­nung ist die Infor­ma­ti­on, dass ein bestimm­tes Emp­fän­ger­land ein bestimm­tes Rüs­tungs­gut erwer­ben möch­te, beson­ders wett­be­werbs­re­le­vant. Kon­kur­renz­un­ter­neh­men, die von einem sol­chen Erwerbs­in­ter­es­se Kennt­nis erlang­ten, könn­ten ver­su­chen, durch geziel­te Öffent­lich­keits­ar­beit auf den Geneh­mi­gungs­pro­zess Ein­fluss zu neh­men. Zudem könn­ten sie ein eige­nes Ange­bot abge­ben und das Geschäft auf die­se Wei­se an sich zie­hen; dies gäl­te erst recht, wenn die Bun­des­re­gie­rung über die blo­ße Tat­sa­che des beab­sich­tig­ten Geschäfts hin­aus auch Anga­ben zu Prei­sen mach­te.

Es ist nicht zu ver­ken­nen, dass das Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se des Par­la­ments und der ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten in die­sem Sta­di­um eben­falls beson­ders hoch ist, da noch auf den Geneh­mi­gungs­pro­zess Ein­fluss genom­men wer­den kann. Im Rah­men der Abwä­gung der kon­f­li­gie­ren­den Inter­es­sen ist aber zu berück­sich­tig­ten, dass ein dahin gehen­des Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se nicht schüt­zens­wert ist, da es auf ein dem Gewal­ten­tei­lungs­prin­zip wider­spre­chen­des Mit­re­gie­ren zielt.

Nach erfolg­ter Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes ist die Schutz­be­dürf­tig­keit des jeweils betrof­fe­nen Unter­neh­mens gerin­ger. In die­sem Sta­di­um besteht für Kon­kur­renz­un­ter­neh­men kaum noch die Mög­lich­keit, auf das geneh­mig­te Geschäft Ein­fluss zu neh­men. Der Kauf­ver­trag ist im Regel­fall bereits geschlos­sen, und je nach zeit­li­chem Abstand zwi­schen der Ent­schei­dung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes und dem Erlass des Geneh­mi­gungs­be­schei­des durch die zustän­di­ge Behör­de kann mit der Erfül­lung der ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen als­bald begon­nen wer­den.

In Bezug auf Anga­ben, die über die Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes und die Grund­da­ten des Kriegs­waf­fen­aus­fuhr­ge­schäfts, also die Art und die Anzahl der Kriegs­waf­fen, das Emp­fän­ger­land und das Gesamt­vo­lu­men hin­aus­ge­hen, fällt die Abwä­gung zwi­schen den kon­f­li­gie­ren­den Rechts­gü­tern grund­sätz­lich zuguns­ten der Unter­neh­men aus, deren Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se vor der Kennt­nis­nah­me durch Wett­be­wer­ber zu schüt­zen sind. Unver­hält­nis­mä­ßig wäre ins­be­son­de­re die Offen­le­gung von Anga­ben, die Rück­schlüs­se auf die Preis­ge­stal­tung oder auf Spe­zi­fi­ka­tio­nen des Rüs­tungs­guts sowie auf han­deln­de Per­so­nen der an dem Geschäft betei­lig­ten Unter­neh­men oder Staa­ten zulie­ßen. An die­sen Daten besteht auch kein berech­tig­tes Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se, weil sie für die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le der Regie­rungs­tä­tig­keit nicht erfor­der­lich sind.

Ob die Ant­wort­pflicht der Bun­des­re­gie­rung auch durch das Grund­recht betrof­fe­ner Unter­neh­men aus Art. 14 Abs. 1 GG begrenzt sein kann, bedarf kei­ner Ent­schei­dung, weil der Schutz von Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­sen durch Art. 14 Abs. 1 GG jeden­falls nicht wei­ter geht als der durch Art. 12 Abs. 1 GG 117.

Der Kon­flikt zwi­schen dem Fra­ge­recht der Abge­ord­ne­ten auf der einen und dem Schutz des Kern­be­reichs exe­ku­ti­ver Eigen­ver­ant­wor­tung, dem Staats­wohl und der Berufs­frei­heit der Kriegs­waf­fen aus­füh­ren­den Unter­neh­men auf der ande­ren Sei­te kann, anders als die Antrag­stel­ler mei­nen, nicht durch Maß­nah­men des Geheim­nis­schut­zes auf Sei­ten des Par­la­ments auf­ge­löst wer­den. Weder die Beschrän­kung des Adres­sa­ten­krei­ses der Ant­wor­ten der Bun­des­re­gie­rung durch Ein­rich­tung eines par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­gre­mi­ums (a) noch die Anwen­dung der Geheim­schutz­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges (b) sind geeig­net, einen ange­mes­se­nen Aus­gleich zwi­schen den kon­f­li­gie­ren­den Rechts­gü­tern zu schaf­fen.

Der Deut­sche Bun­des­tag könn­te zwar für die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le der Tätig­keit des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes ein Gre­mi­um nach Art des Par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­gre­mi­ums (sie­he § 1 Abs. 1 des Geset­zes über die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le nach­rich­ten­dienst­li­cher Tätig­keit des Bun­des (Kon­troll­gre­mi­um­ge­setz) 118), des Ver­trau­ens­gre­mi­ums nach § 10a Abs. 2 der Bun­des­haus­halts­ord­nung 119 oder des Son­der­gre­mi­ums nach § 3 Abs. 3 des Geset­zes zur Über­nah­me von Gewähr­leis­tun­gen im Rah­men eines euro­päi­schen Sta­bi­li­sie­rungs­me­cha­nis­mus (Sta­bi­li­sie­rungs­me­cha­nis­mus­ge­setz) 120 ein­rich­ten und die­ses Gre­mi­um der Geheim­schutz­ord­nung unter­wer­fen. Durch die Beschrän­kung des Fra­ge­rechts der Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges auf die Mit­glie­der eines sol­chen Gre­mi­ums wür­de ein Maß an Geheim­hal­tung prak­tisch ermög­licht, das zum Aus­gleich der kon­f­li­gie­ren­den Inter­es­sen füh­ren könn­te.

Die Beschrän­kung der Wahr­neh­mung der Betei­li­gungs­rech­te des Bun­des­ta­ges auf par­la­men­ta­ri­sche Unter­gre­mi­en greift aber ihrer­seits in die Rech­te der in dem Son­der­gre­mi­um nicht ver­tre­te­nen Abge­ord­ne­ten aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG ein, über eine Ange­le­gen­heit des Deut­schen Bun­des­ta­ges zu bera­ten, zu ihr zu reden, das Fra­ge- und Infor­ma­ti­ons­recht des Par­la­ments aus­zu­üben und schließ­lich dar­über abzu­stim­men 121. Bei einer sol­chen Beschrän­kung der Sta­tus­rech­te der Abge­ord­ne­ten ist der Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit zu wah­ren und ein ange­mes­se­ner Aus­gleich zwi­schen der Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Deut­schen Bun­des­ta­ges und den Sta­tus­rech­ten der Abge­ord­ne­ten sicher­zu­stel­len. Erfolgt die Dele­ga­ti­on von Betei­li­gungs­rech­ten im Inter­es­se beson­de­rer Ver­trau­lich­keit, muss sie des­halb auf weni­ge Aus­nah­men mit begrenz­tem Anwen­dungs­be­reich beschränkt blei­ben und zwin­gend erfor­der­lich sein 122.

Ob die Bera­tun­gen des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes einen sol­chen Aus­nah­me­fall dar­stel­len kön­nen, bedarf hier kei­ner Ent­schei­dung. Denn die Dele­ga­ti­on der Betei­li­gungs­rech­te des Deut­schen Bun­des­ta­ges auf ein Gre­mi­um zur Kon­trol­le der Geneh­mi­gungs­ent­schei­dun­gen nach Art. 26 Abs. 2 Satz 1 GG erscheint nicht zwin­gend erfor­der­lich. Eine sol­che Dele­ga­ti­on wür­de es zwar ermög­li­chen, das Par­la­ment mit Infor­ma­tio­nen zu ver­se­hen, die über die blo­ße Mit­tei­lung einer erfolg­ten Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung hin­aus­ge­hen. So könn­te ein der Geheim­hal­tung unter­lie­gen­des Son­der­gre­mi­um auch über Ableh­nungs­ent­schei­dun­gen und vor allem auch über die Grün­de für eine vom Bun­des­si­cher­heits­rat getrof­fe­ne Ent­schei­dung unter­rich­tet wer­den. Die­sem Erhalt zusätz­li­cher Infor­ma­tio­nen stün­de aber eine erheb­li­che Beschrän­kung der par­la­men­ta­ri­schen Kon­trol­le und der Sta­tus­rech­te der nicht im Gre­mi­um ver­tre­te­nen Abge­ord­ne­ten gegen­über. Zudem ent­fie­le dadurch, dass die Kon­trol­le der Par­la­ments­öf­fent­lich­keit ent­zo­gen wür­de, auch die Kon­trol­le durch die Bür­ger, die der effek­ti­ven Ver­ant­wort­lich­keit des Par­la­ments gegen­über dem Wäh­ler dient 123. Der Zuge­winn an Infor­ma­tio­nen über Ange­le­gen­hei­ten des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes kann der­ar­ti­ge Beschrän­kun­gen nicht recht­fer­ti­gen. Die Ver­pflich­tung der Bun­des­re­gie­rung, den Deut­schen Bun­des­tag öffent­lich über posi­ti­ve Geneh­mi­gungs­ent­schei­dun­gen des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes zu infor­mie­ren, ermög­licht eine hin­rei­chen­de par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le. Die Stei­ge­rung der Kon­troll­tie­fe, die mit der Infor­ma­ti­on eines Son­der­gre­mi­ums über Ableh­nungs­ent­schei­dun­gen und über die Grün­de der Ent­schei­dun­gen des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes erreicht wür­de, steht in kei­nem Ver­hält­nis zu den Ein­bu­ßen für die Funk­ti­on der Kon­trol­le, die durch eine öffent­li­che Kon­trol­le ver­mit­tel­te Legi­ti­ma­ti­on des staat­li­chen Han­delns und die Sta­tus­rech­te der nicht in dem Gre­mi­um ver­tre­te­nen Abge­ord­ne­ten, die die weit über­wie­gen­de Mehr­heit des Deut­schen Bun­des­ta­ges dar­stell­ten.

Auch durch eine Infor­ma­ti­on des Deut­schen Bun­des­ta­ges über Belan­ge des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes nach Maß­ga­be der Geheim­schutz­ord­nung 124 kann der Inter­es­sens­kon­flikt nicht auf­ge­löst wer­den.

Ver­schluss­sa­chen, die mit dem Geheim­hal­tungs­grad "Geheim" oder "Streng geheim" ver­se­hen sind, dür­fen von Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges grund­sätz­lich nur in den Räu­men der Geheim­re­gis­tra­tur ein­ge­se­hen wer­den, § 3a Satz 1 Geheim­schutz­ord­nung. Die Mög­lich­keit zur Wei­ter­ga­be der Infor­ma­ti­on ist durch § 4 Geheim­schutz­ord­nung beschränkt; in jedem Fall schei­det eine Infor­ma­ti­on der Öffent­lich­keit aus.

Die Geheim­schutz­ord­nung ist grund­sätz­lich ein taug­li­ches Instru­ment des Aus­gleichs zwi­schen exe­ku­ti­vem Geheim­hal­tungs­in­ter­es­se und par­la­men­ta­ri­schem Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se 125. Auch eine sys­te­ma­ti­sche Gesamt­schau einer Rei­he von Grund­ge­setz­be­stim­mun­gen – etwa Art. 42 Abs. 1 Satz 2, Art. 44 Abs. 1 Satz 2, Art. 45a Abs. 3 und Art. 53a GG – zeigt, dass der Aus­schluss der Öffent­lich­keit in der Ver­fas­sung als eine Mög­lich­keit zur Wah­rung von Geheim­schutz­in­ter­es­sen unter gleich­zei­ti­ger Ein­be­zie­hung des Par­la­ments ange­legt ist. Die Anwen­dung der Geheim­schutz­ord­nung kon­f­li­giert aller­dings mit der Öffent­lich­keits­funk­ti­on des Par­la­ments. Die genann­ten Aus­nah­me­vor­schrif­ten ändern nichts dar­an, dass die Öffent­lich­keit der Bera­tun­gen nach Art. 42 Abs. 1 GG für die par­la­men­ta­ri­sche Ent­schei­dungs­fin­dung grund­sätz­lich unver­zicht­bar ist. Die Infor­ma­ti­ons­rech­te des Par­la­ments dür­fen nicht dazu füh­ren, dass sich über den par­la­men­ta­ri­schen Geheim­nis­schutz die Arbeits- und Funk­ti­ons­wei­se des Par­la­ments in den wich­ti­gen Berei­chen grund­le­gend ver­schiebt und die­se spe­zi­fi­sche Öffent­lich­keits­funk­ti­on aus­ge­blen­det wird.

Eine unter Bedin­gun­gen der Geheim­schutz­ord­nung erlang­te Infor­ma­ti­on kön­nen die Par­la­men­ta­ri­er nicht in den öffent­li­chen Mei­nungs­bil­dungs­pro­zess über­spie­len. Wenn das Par­la­ment unter Anwen­dung der Geheim­schutz­ord­nung infor­miert wird, ist daher zwar for­mal der Zurech­nungs­zu­sam­men­hang zwi­schen Regie­rung und Par­la­ment gewahrt. Der wei­te­re Ver­ant­wor­tungs­zu­sam­men­hang zum Volk ist jedoch inso­weit unter­bro­chen. Der Wahl­vor­gang sichert die Kon­trol­le des Vol­kes über die Benut­zung der Macht durch die poli­ti­sche Mehr­heit 126. Ohne die ent­spre­chen­de Infor­ma­ti­on kann die Wäh­ler­schaft weder das Han­deln der Regie­rung noch die par­la­men­ta­ri­sche Reak­ti­on auf die erlang­te Infor­ma­ti­on zur Kennt­nis neh­men und bewer­ten. Bei­des ist aber für die demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on durch den Wahl­akt essen­ti­ell.

Auch im Ver­hält­nis zwi­schen Regie­rung und Par­la­ment wird der Kon­troll­zu­sam­men­hang durch die Anwen­dung der Geheim­schutz­ord­nung abge­schwächt. Öffent­lich­keit ist essen­ti­ell für die Aus­übung der Kon­troll­funk­ti­on des Par­la­ments. Wäh­rend die zur Vor­be­rei­tung von Gesetz­ge­bung begehr­ten Infor­ma­tio­nen dem Par­la­ment auch dann den gewünsch­ten Sach­ver­stand ver­schaf­fen und damit ihren Zweck erfül­len, wenn sie nicht öffent­lich sind, ver­hält es sich mit Infor­ma­tio­nen zum Zweck der poli­ti­schen oder der Rechts­kon­trol­le anders. In der poli­ti­schen Rea­li­tät ist das Fra­ge­recht in sei­ner Kon­troll­di­men­si­on ganz über­wie­gend ein Mit­tel der Oppo­si­ti­on, wel­ches zu sei­ner Wirk­sam­keit grund­sätz­lich auf Öffent­lich­keit ange­wie­sen ist. Fällt das Öffent­lich­keits­ele­ment weg, so schei­det in der Pra­xis zumin­dest eine sank­tio­nie­ren­de Kon­trol­le aus.

Pflicht zur Ein­zel­aus­kunft – und der jähr­li­che Rüs­tungs­ex­port­be­richt[↑]

Die Pflicht der Bun­des­re­gie­rung, par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen zu posi­ti­ven Geneh­mi­gungs­ent­schei­dun­gen des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes zu beant­wor­ten, wird nicht schon durch die jähr­lich ver­öf­fent­lich­ten Rüs­tungs­ex­port­be­rich­te erfüllt.

Die Berichts­form unter­schei­det sich sys­te­ma­tisch von der Fra­ge- und Ant­wort­struk­tur des Inter­pel­la­ti­ons­rechts. Sowohl die Struk­tur und der Gehalt der Infor­ma­ti­on als auch ihr Zeit­punkt wer­den beim Rüs­tungs­ex­port­be­richt nicht durch die Abge­ord­ne­ten, son­dern durch die Bun­des­re­gie­rung bestimmt. Bereits des­halb ist ein all­ge­mei­ner Bericht dem par­la­men­ta­ri­schen Fra­ge­recht grund­sätz­lich nicht gleich­wer­tig.

Die Rüs­tungs­ex­port­be­rich­te der Bun­des­re­gie­rung sind zudem nicht hin­rei­chend prä­zi­se, um das berech­tig­te par­la­men­ta­ri­sche Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se zu befrie­di­gen. Die Berich­te dif­fe­ren­zie­ren nicht nach ein­zel­nen Geneh­mi­gungs­ak­ten, son­dern füh­ren die im Berichts­jahr geneh­mig­ten Geschäf­te sum­miert auf. Die Beschrei­bung der betrof­fe­nen Güter erfolgt pau­schal. In der maß­geb­li­chen Anla­ge 8 des Rüs­tungs­ex­port­be­richts für das Jahr 2013 wer­den unter der Rubrik "Aus­fuhr­ge­neh­mi­gun­gen nach Län­der­grup­pen und Län­dern" ledig­lich Anzahl und Gesamt­wert der Geneh­mi­gun­gen sowie von den Geneh­mi­gun­gen betrof­fe­ne Aus­fuhr­lis­ten-Posi­tio­nen mit­ge­teilt. Die ins­ge­samt 22 Aus­fuhr­lis­ten-Posi­tio­nen sind in der Aus­fuhr­lis­te (AWV Anla­ge AL) näher beschrie­ben. Sie sind durch einen über­wie­gend sehr pau­scha­len Erfas­sungs­sta­tus gekenn­zeich­net 127. So fie­le der in den streit­ge­gen­ständ­li­chen Anfra­gen ange­spro­che­ne Leo­pard-Pan­zer als für mili­tä­ri­sche Zwe­cke kon­stru­ier­tes Land­fahr­zeug unter die Rubrik A0006 der Aus­fuhr­lis­te. Nach der dor­ti­gen Anmer­kung 1 erfasst die­se Rubrik aber auch gepan­zer­te Fahr­zeu­ge, amphi­bi­sche und tief­wat­fä­hi­ge Fahr­zeu­ge, Ber­gungs­fahr­zeu­ge und Fahr­zeu­ge zum Beför­dern und Schlep­pen von Muni­ti­on oder Waf­fen­sys­te­men und zuge­hö­ri­ge Lade­sys­te­me. Da sich die Rüs­tungs­ex­port­be­rich­te an die­sen gro­ben Ein­tei­lun­gen der Aus­fuhr­lis­te ori­en­tie­ren, ist es auf der Grund­la­ge die­ser Berich­te kaum mög­lich, die für eine effek­ti­ve par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le rele­van­ten poli­tisch bedeut­sa­men Export­ge­neh­mi­gun­gen aus­zu­ma­chen.

Zwar ent­hält der Rüs­tungs­ex­port­be­richt für die 20 wich­tigs­ten Bestim­mungs­län­der des Jah­res 2013 in Anla­ge 7 eine etwas detail­lier­te­re Auf­stel­lung. Hier wer­den neben dem Gesamt­wert der erteil­ten Ein­zel­ge­neh­mi­gun­gen auch die wesent­li­chen Güter und ihr pro­zen­tua­ler Anteil am Gesamt­wert der Geneh­mi­gun­gen genannt. Ver­läss­li­che Rück­schlüs­se auf bedeut­sa­me ein­zel­ne Geneh­mi­gun­gen erlaubt jedoch auch die­se Auf­stel­lung nicht. So lässt sich die­ser Lis­te etwa ent­neh­men, dass für Aus­fuh­ren nach Katar Geneh­mi­gun­gen im Gesamt­wert von 673.377.690 Euro erteilt wur­den, von denen 44, 4 % auf Zug­ma­schi­nen, LKW, Kran­wa­gen, Auf­lie­ger, Anhän­ger, Mas­ten und Tei­le für Pan­zer, Pan­zer­hau­bit­zen, gepan­zer­te Fahr­zeu­ge, LKW und Land­fahr­zeu­ge ent­fie­len. Wel­cher Anteil hier­von auf LKW und wel­cher auf Tei­le für Pan­zer oder Pan­zer­hau­bit­zen ent­fiel, ist hier­aus nicht zu erken­nen. Es muss den Abge­ord­ne­ten daher im Rah­men einer effek­ti­ven par­la­men­ta­ri­schen Kon­trol­le des Regie­rungs­han­delns mög­lich sein, über die­se Rüs­tungs­ex­port­be­rich­te hin­aus durch kon­kre­te Fra­gen Infor­ma­tio­nen dar­über zu erhal­ten, in wel­chem Umfang Geneh­mi­gun­gen für die Aus­fuhr von Kriegs­waf­fen beson­de­rer Bedeu­tung, wie etwa Kampf­pan­zer, in bestimm­te Staa­ten erteilt wur­den.

Geheim­hal­tung der Bera­tun­gen des Bun­des­si­cher­heits­rats[↑]

Die Bun­des­re­gie­rung kann die Ant­wort auf par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen zu Ange­le­gen­hei­ten des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes inso­weit ver­wei­gern, wie die jewei­li­ge Anfra­ge auf Infor­ma­tio­nen abzielt, die über die Mit­tei­lung einer erfolg­ten posi­ti­ven Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung und die Eck­da­ten des betref­fen­den Aus­fuhr­ge­schäfts hin­aus­ge­hen. Eine geson­der­te Begrün­dung der Ant­wort­ver­wei­ge­rung ist inso­weit nicht erfor­der­lich, die gene­rel­le Beru­fung auf die Geheim­hal­tung der Bera­tun­gen des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes reicht aus.

Es besteht eine Jahr­zehn­te wäh­ren­de und all­ge­mein bekann­te Pra­xis der Bun­des­re­gie­rung, die Beant­wor­tung der­ar­ti­ger Anfra­gen unter Beru­fung auf die Ver­trau­lich­keit der Bera­tun­gen des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes zu ver­wei­gern, selbst wenn in Ein­zel­fäl­len auf­grund beson­de­rer Umstän­de ein­zel­ne Anga­ben gemacht wor­den sein soll­ten. Ange­sichts die­ser lang­jäh­ri­gen Pra­xis ist nicht zu ver­lan­gen, dass die Bun­des­re­gie­rung in jeder Ant­wort auf eine ent­spre­chen­de Anfra­ge ihre all­ge­mei­ne Auf­fas­sung zu dem Ver­hält­nis zwi­schen par­la­men­ta­ri­schem Infor­ma­ti­ons­recht einer­seits und Schutz der exe­ku­ti­ven Eigen­ver­ant­wor­tung, Belan­gen des Staats­wohls und Schutz der Grund­rech­te Drit­ter ande­rer­seits dar­legt. Eine sol­che fort­wäh­rend wie­der­hol­te Dar­le­gung wäre nur for­ma­lis­tisch und nicht geeig­net, den Fra­ge stel­len­den Abge­ord­ne­ten einen zusätz­li­chen Erkennt­nis­ge­winn zu ver­schaf­fen. Ein Abge­ord­ne­ter, der die Grün­de für die grund­sätz­li­che Ant­wort­ver­wei­ge­rung hin­ter­fra­gen möch­te, ist daher gehal­ten, die­se selbst zum Gegen­stand einer Anfra­ge zu machen.

Eine Begrün­dungs­pflicht besteht aller­dings inso­weit, wie die Bun­des­re­gie­rung die Aus­kunft über eine erteil­te Geneh­mi­gung oder über die in die­sem Rah­men mit­zu­tei­len­den Gene­ra­lia des Export­ge­schäfts ver­wei­gern will.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Urteil vom 21. Okto­ber 2014 – 2 BvE 5/​11

  1. Bun­des­an­zei­ger Nr.19 vom 28.01.2000, S. 1299 ff.[]
  2. Ehr­lich, in: Bien­eck (Hrsg.), Hand­buch des Außen­wirt­schafts­rechts, 2. Aufl.2005, § 2 Rn. 4[]
  3. ABl L 129 vom 16.05.2012, S. 12 ff.[]
  4. BGBl I 2013 S. 1482[]
  5. BGBl I S. 1308[]
  6. BGBl I S. 1595[]
  7. BGBl I S. 649[][]
  8. BGBl I S. 2407, 2453[]
  9. BGBl I S.1956[]
  10. sie­he zum Gan­zen: BMWi, "Bericht der Bun­des­re­gie­rung über ihre Export­po­li­tik für kon­ven­tio­nel­le Rüs­tungs­gü­ter im Jah­re 2013 – Rüs­tungs­ex­port­be­richt 2013" vom Mai 2014, S. 6 f.[]
  11. Rüs­tungs­ex­port­be­richt 2013, S. 7[]
  12. Busse/​Hofmann, Bun­des­kanz­ler­amt und Bun­des­re­gie­rung, 5. Aufl.2010, S. 97[]
  13. Rüs­tungs­ex­port­be­richt 2013, ebd.[]
  14. zum Gan­zen Gla­we, Organ­kom­pe­ten­zen und Hand­lungs­in­stru­men­te auf dem Gebiet der natio­na­len Sicher­heit, 2011, S. 35 ff.; Zäh­le, Der Staat 44 (2005), S. 462, 471 ff.[]
  15. ABl L 335 vom 13.12 2008, S. 99 ff.[]
  16. sie­he zum Gan­zen Rüs­tungs­ex­port­be­richt 2013, S. 17[]
  17. vgl. etwa BT-Drs. 14/​383, S. 2; 14/​1466 S. 2; 14/​1938, S. 3; Plen­Prot 14/​68, S. 6063 A, 6066 A; BT-Drs. 14/​2483, S. 27 f.; 14/​3619, S. 4 und 5; 14/​3657, S. 3; 14/​6958, S. 1 f.; 15/​288, S. 26; 15/​5998, S. 16; 16/​7969, S. 6; Plen­Prot 16/​97, S. 9947 C; Plen­Prot 16/​99, S. 10101 D, 10102 A; zu ein­zel­nen Aus­nah­men vgl. etwa Plen­Prot 14/​68, S. 6063 D und Plen­Prot 16/​223, S. 24509[]
  18. vgl. BT-Drs. 17/​10520[]
  19. vgl. etwa BT-Drs. 14/​383, S. 1 und 2; 14/​1466, S. 2; Plen­Prot 14/​107, S. 10045 C und D, 10046 B; BT-Drs. 14/​3619, S. 2 und 3; 16/​7969, S. 6[]
  20. vgl. BT-Drs. 14/​3619, S. 3; 14/​4213, S. 25; 14/​4364, S. 3; 15/​4295, S. 21 f.; 16/​3430, S. 3; 17/​9710, S. 12; 17/​2889, S. 3[]
  21. vgl. Plen­Prot 17/​161, S.19141 B[]
  22. vgl. BT-Drs. 16/​12673, S. 8; 17/​8275, S. 11 f.; 17/​3391, S. 8[]
  23. vgl. BVerfGE 124, 161, 188; stRspr[]
  24. vgl. zum Gan­zen BVerfGE 13, 123, 125; 57, 1, 5; 105, 252, 270; 105, 279, 306; 124, 161, 187 ff.[]
  25. vgl. BVerfGE 3, 225, 247; 7, 183, 188; 9, 268, 279; 22, 106, 111; 34, 52, 59; 95, 1, 15[]
  26. vgl. BVerfGE 67, 100, 130; 110, 199, 219, 222; 124, 78, 121[]
  27. vgl. BVerfGE 83, 60, 72; 93, 37, 66; 130, 76, 123[]
  28. vgl. BVerfGE 83, 60, 72; 93, 37, 67; 107, 59, 87; 130, 76, 124[]
  29. BVerfGE 93, 37, 67 f.; 107, 59, 87 f.; 130, 76, 124[]
  30. vgl. BVerfGE 130, 76, 128[]
  31. BVerfGE 124, 161, 189[]
  32. BVerfGE 124, 78, 120[]
  33. BVerfGE 95, 1, 15[]
  34. BVerfGE 9, 268, 279 f.; stRspr[]
  35. vgl. BVerfGE 110, 199, 222; 124, 78, 122 f.[]
  36. BVerfGE 67, 100, 139; 110, 199, 214, 222; 124, 78, 120; 131, 152, 210[]
  37. vgl. BVerfGE 131, 152, 206[]
  38. BVerfGE 110, 199, 214; 124, 78, 120 f.[]
  39. BVerfGE 110, 199, 214; 124, 78, 122[]
  40. vgl. BVerfGE 110, 199, 214 f.[]
  41. BVerfGE 67, 100, 139; 110, 199, 215; 124, 78, 121[]
  42. BVerfGE 110, 199, 215[]
  43. BVerfGE 104, 151, 207; vgl. auch schon BVerfGE 49, 89, 125; 68, 1, 87[]
  44. BVerfGE 104, 151, 207[]
  45. vgl. BVerfGE 49, 89, 125; 68, 1, 89, 109; 90, 286, 364; 104, 151, 207[]
  46. BVerfGE 68, 1, 109 f.[]
  47. so aber Gla­we, DVBl 2012, S. 329, 335[]
  48. vgl. BVerfGE 68, 1, 87[]
  49. Bus­se, DVBl 1993, S. 413, 414; Böcken­för­de, Die Orga­ni­sa­ti­ons­ge­walt im Bereich der Regie­rung, 2. Aufl.1998, S. 246; Detter­beck, in: Isensee/​P. Kirch­hof, HStR III, 3. Aufl.2005, § 66 Rn. 63; Schrö­der, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2010, Art. 65 Rn. 37; Pieroth, in: Jarass/​Pieroth, GG, 12. Aufl.2012, Art. 65 Rn. 6[]
  50. so auch Zäh­le, Der Staat 44 (2005), S. 462, 476[]
  51. vgl. die Auf­lis­tung in BVerfGE 132, 1, 21[]
  52. BVerfGE 91, 148, 166; 115, 118, 149; 132, 1, 21[]
  53. BVerfGE 26, 338, 396[]
  54. BVerw­GE 36, 327, 333; Her­mes, in: Drei­er, GG, Bd. III, 2. Aufl.2008, Art. 86 Rn. 52; Ibler, in: Maunz/​Dürig, GG, Mai 2008, Art. 86 Rn. 135; Bur­gi, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 3, 6. Aufl.2010, Art. 86 Rn. 67[]
  55. Pott­mey­er, Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz, 2. Aufl.1994, § 11 Rn. 2; Frank, in: AK-GG, 3. Aufl.2001, Art. 26 Rn. 47; Her­ne­kamp, in: v. Münch/​Kunig, Grund­ge­setz-Kom­men­tar, Bd. 2, 6. Aufl.2012, Art. 26 Rn. 29[]
  56. Bien­eck, Hand­buch des Außen­wirt­schafts­rechts, 2. Aufl.2005, § 41 Rn. 4[]
  57. Epping, Grund­ge­setz und Kriegs­waf­fen­kon­trol­le, 1993, S. 210?ff.; Hart­wig, in: Umbach/​Clemens, Bd. 1, 2002, Art. 26 Rn. 40; Her­de­gen, in: Maunz/​Dürig, GG, März 2014, Art. 26 Rn. 56; Per­ni­ce, in: Drei­er, GG, Bd. 2, 2. Aufl.2006, Art. 26 Rn. 28; Fink, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2010, Art. 26 Rn. 76; Hill­gru­ber, in: Schmidt-Bleib­treu/Hof­man­n/Hopf­auf, GG, 12. Aufl.2011, Art. 26 Rn. 12; Schmahl, in: Sodan, GG, 2. Aufl.2011, Art. 26 Rn. 13; Streinz, in: Sachs, GG, 6. Aufl.2011, Art. 26 Rn. 46; Hobe, in: Ber­li­ner Kom­men­tar zum GG, Nov.2012, Art. 26 Rn. 18; Jarass, in: Jarass/​Pieroth, GG, 12. Aufl.2012, Art. 26 Rn. 10[]
  58. BVerfGE 124, 78, 137[]
  59. BVerfG, a.a.O.[]
  60. vgl. BVerfGE 67, 100, 134 ff.; 124, 78, 123 jeweils für das Beweis­erhe­bungs­recht par­la­men­ta­ri­scher Unter­su­chungs­aus­schüs­se[]
  61. vgl. BVerfGE 124, 78, 123[]
  62. vgl. BVerfGE 67, 100, 135; 77, 1, 48; vgl. auch BVerfGE 70, 324, 359[]
  63. BVerfGE 67, 100, 135; 70, 324, 359[]
  64. vgl. BVerfGE 67, 100, 136; 124, 78, 124[]
  65. BVerfGE 124, 78, 124[]
  66. BVerfGE 67, 100, 136[]
  67. BVerfGE 67, 100, 137; 70, 324, 359[]
  68. vgl. BVerfGE 67, 100, 137[]
  69. BVerfGE 70, 324, 360, 364; 130, 318, 352 f., 359; 131, 230, 235[]
  70. BVerfGE 130, 318, 342; vgl. auch schon BVerfGE 44, 308, 316; 56, 396, 405; 80, 188, 218; fer­ner BVerfGE 131, 230, 235[]
  71. BVerfGE 130, 318, 342[]
  72. BVerfGE 131, 230, 235[][]
  73. BVerfGE 130, 318, 353[]
  74. BVerfGE 70, 324, 358 f.; 130, 318, 359; vgl. auch BVerfGE 131, 230, 235[]
  75. BVerfGE 130, 318, 359[]
  76. BVerfGE 70, 324, 364[]
  77. BVerfGE 130, 318, 362[]
  78. BVerfGE 67, 100, 142; 76, 363, 387; 77, 1, 46; 124, 78, 125[]
  79. vgl. BVerfGE 115, 205, 230; 128, 1, 56[]
  80. BVerfGE 50, 290, 363; 115, 205, 229; stRspr[]
  81. BVerfGE 105, 252, 265; 115, 205, 229[]
  82. BVerfGE 86, 28, 37; 115, 205, 230[]
  83. vgl. zum Gan­zen BVerfGE 115, 205, 230[]
  84. BVerfGE 124, 161, 193[]
  85. vgl. BVerfGE 124, 161, 193[][]
  86. Pott­mey­er, Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz, 2. Aufl.1994, § 9 Rn. 55; a.A. Zäh­le, Der Staat 44 (2005) S. 462, 475 und VG Frank­furt, Urteil vom 01.11.2001 – 1 E 6167/​00 (1) 21[]
  87. Stel­kens, in: Stelkens/​Bonk/​Sachs, VwVfG, 8. Aufl.2014, § 38 Rn. 21 ff., 24[]
  88. so Pott­mey­er, a.a.O., Rn. 56[]
  89. so Stern, Staats­recht, Bd. II, 1980, § 42 IV.04. c[]
  90. Kad­ner, Die Richt­li­ni­en­kom­pe­tenz des Bun­des­kanz­lers gegen­über der Son­der­stel­lung ein­zel­ner Bun­des­mi­nis­ter unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung des Bun­des­mi­nis­ters für Ver­tei­di­gung, 1970, S. 111; Epping, Grund­ge­setz und Kriegs­waf­fen­kon­trol­le, 1993, S. 227; Böcken­för­de, Die Orga­ni­sa­ti­ons­ge­walt im Bereich der Regie­rung, 2. Aufl.1998, S. 247[]
  91. Kad­ner, a.a.O.; Epping, a.a.O.; Böcken­för­de, a.a.O.; a.A. Stein­berg, Abrüs­tungs- und Rüs­tungs­kon­troll­ver­wal­tung in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, 1982, S. 108, der zwar ein Ent­schei­dungs­recht des Bun­des­si­cher­heits­ra­tes annimmt, dies aber mit Art. 65 GG für ver­ein­bar hält[]
  92. zum Erlass von Ver­wal­tungs­ak­ten durch die Bun­des­re­gie­rung vgl. BVerw­GE 117, 322, 328, Rn. 16[]
  93. BVerfGE 110, 199, 219; 124, 78, 122[][][]
  94. BVerfGE 124, 78, 122[]
  95. BVerfGE 110, 199, 215; 124, 78, 121[]
  96. vgl. BVerfGE 110, 199, 215 f.[]
  97. vgl. BVerfGE 67, 100, 139; 110, 199, 216; 124, 78, 121[]
  98. vgl. BVerfGE 110, 199, 219; 124, 78, 122[]
  99. vgl. BVerfGE 110, 199, 221; 124, 78, 122 f.[]
  100. Poli­ti­sche Grund­sät­ze der Bun­des­re­gie­rung für den Export von Kriegs­waf­fen und sons­ti­gen Rüs­tungs­gü­tern, III. 2., abge­druckt im Rüs­tungs­ex­port­be­richt 2013, Anla­ge 1, S. 36[]
  101. Rich­ter, Die Rüs­tungs­in­dus­trie im Euro­päi­schen Gemein­schafts­recht, 2007, S.20[]
  102. Roeser, Völ­ker­recht­li­che Aspek­te des inter­na­tio­na­len Han­dels mit kon­ven­tio­nel­len Waf­fen, 1988, S. 41[]
  103. von Poser und Groß Naed­litz, Die Geneh­mi­gungs­ent­schei­dung nach dem Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz, 1999, S. 56[]
  104. Rich­ter, Die Rüs­tungs­in­dus­trie im Euro­päi­schen Gemein­schafts­recht, 2007, S. 24; ähn­lich Rai­del, Eine Lan­ze für die deut­sche Ver­tei­di­gungs­wirt­schaft, Poli­tik & Sicher­heit, Heft 8, August 2009, S. 1 f.[]
  105. Küch­le, Die deut­sche Hee­res­in­dus­trie in Euro­pa, 2007, S. 9[]
  106. BVerfGE 115, 205, 230 f.; vgl. auch BVerfGE 128, 1, 56[]
  107. BVerfGE 105, 252, 264 ff., 268[]
  108. vgl. BVerfGE 115, 205, 230[]
  109. so Pott­mey­er, Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz, 1991, S. 69 ff.; Epping, Grund­ge­setz und Kriegs­waf­fen­kon­trol­le, 1993, S. 120[]
  110. so Per­ni­ce, in: Drei­er, GG, 2. Aufl.2006, Art. 26 Rn.20; Fink, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2010, Art. 26 Rn. 75; Streinz, in: Sachs, GG, 6. Aufl.2011, Art. 26 Rn. 45; Her­ne­kamp, in: v. Münch/​Kunig, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2012, Art. 26 Rn. 29; Hobe, in: Ber­li­ner Kom­men­tar zum GG, Nov.2012, Art. 26 Rn. 18[]
  111. vgl. BVerfGE 115, 205, 231[]
  112. zum Gan­zen BVerfGE 115, 205, 233 f.[]
  113. BGBl I S.2068[]
  114. BT-Drs. 12/​6911, S. 11[]
  115. BT-Drs. 12/​6911, S. 12[]
  116. vgl. BVerfGE 115, 205, 235[]
  117. BVerfGE 115, 205, 248[]
  118. vom 29.07.2009, BGBl I S. 2346[]
  119. vom 19.08.1969, BGBl I S. 1284[]
  120. vom 22.05.2010, BGBl I S. 627[]
  121. BVerfGE 130, 318, 357[]
  122. BVerfGE 130, 318, 359 f.[]
  123. vgl. BVerfGE 125, 104, 124; 130, 318, 344[]
  124. GO-BT, Anla­ge 3[]
  125. vgl. BVerfGE 67, 100, 135; 70, 324, 359; 124, 78, 124 f.; sie­he fer­ner BVerfGE 130, 318, 362; 131, 152, 208[]
  126. BVerfGE 5, 85, 199[]
  127. Wah­ren, in: Hohmann/​John (Hrsg.), Aus­fuhr­recht, 2002, Teil 4, Außen­wirt­schafts­ver­ord­nung, Erläu­te­run­gen AL Teil 1, Rn. 40[]