Rund­funk­ge­büh­ren für den PC

Auch für aus­schließ­lich beruf­lich ein­ge­setz­te Com­pu­ter mit Inter­net­zu­gang müs­sen Rund­funk­ge­büh­ren bezahlt wer­den. Die­se Auf­fas­sung ver­tritt jeden­falls – in Abwei­chung zu eini­gen gegen­läu­fi­gen Ent­schei­dun­gen ande­rer Ver­wal­tungs­ge­richt – der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof.

Rund­funk­ge­büh­ren für den PC

Der Klä­ger, ein Rechts­an­walt, hat­te gegen­über der Gebüh­ren­ein­zugs­zen­tra­le der öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk­an­stal­ten (GEZ) ange­ge­ben, in sei­ner Kanz­lei einen inter­net­fä­hi­gen PC nur für beruf­li­che Zwe­cke und nicht zum Rund­funk­emp­fang zu nut­zen. Dar­auf­hin teil­te die GEZ dem Klä­ger mit, dass er seit dem 1. Janu­ar 2007 rund­funk­ge­büh­ren­pflich­tig sei, und setz­te, nach­dem der Klä­ger die mit­ge­teil­ten Rund­funk­ge­büh­ren nicht bezahlt hat­te, die­se mit Bescheid fest. Die hier­ge­gen erho­be­nen Wider­sprü­che und die Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ans­bach blie­ben erfolg­los.

In der münd­li­chen Ver­hand­lung dis­ku­tier­te der Senat mit den Betei­lig­ten unter ande­rem die Fra­ge, ob der Klä­ger über­haupt Rund­funk­teil­neh­mer sei, d.h. mit dem PC ein Gerät zum Emp­fang bereit­hal­te, sowie die Fra­ge, ob der Gesetz­ge­ber aus Grün­den der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit unter Umstän­den ver­pflich­tet sei, den Zugang zu inlän­di­schen Rund­funk­pro­gram­men im Inter­net von einer Regis­trie­rung des betref­fen­den Rund­funk­teil­neh­mers abhän­gig zu machen (z.B. über ein „GEZ-Por­tal”). Auf die­se Wei­se könn­te dar­auf ver­zich­tet wer­den, schon für das Bereit­hal­ten eines inter­net­fä­hi­gen PCs Rund­funk­ge­büh­ren zu ver­lan­gen.

In Anbe­tracht der bis­lang „viel­fäl­ti­gen” Recht­spre­chung der Ver­wal­tungs­ge­rich­te hat der Baye­ri­sche VGH die Revi­si­on zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zuge­las­sen.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Mai 2009 – 7 B 08.2922