Rund­funk­ge­büh­ren für Inter­net-PC

Der Chor sich wider­strei­ten­der erst­in­stanz­li­cher Urtei­le zur Fra­ge der Rund­funk­ge­büh­ren­pflicht für inter­net­fä­hi­ge PCs wird immer viel­stim­mi­ger. Jetzt hat sich auch das Ver­wal­tungs­ge­richt Würz­burg hier­zu in einem Urteil äußern müs­sen. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Würz­burg urteil­te jetzt, anders als eine Rei­he wei­te­rer Ver­wal­tungs­ge­rich­te, dass inter­net­fä­hi­ge Com­pu­ter grund­sätz­lich rund­funk­ge­büh­ren­pflich­tig sind.

Rund­funk­ge­büh­ren für Inter­net-PC

Es genü­ge, so die Würz­bur­ger Ver­wal­tungs­rich­ter, im Netz als Live­stream bereit­ge­stell­te Rund­funk­sen­dun­gen mit Hil­fe ent­spre­chen­der Soft­ware als MP3 spei­chern und damit auf­zeich­nen zu kön­nen. Nach dem Rund­funk­ge­büh­ren­staats­ver­trag wer­de ein Gerät bereits dann zum Emp­fang bereit gehal­ten, wenn damit ohne beson­de­ren tech­ni­schen Auf­wand Sen­dun­gen emp­fan­gen wer­den kön­nen. Des­we­gen kom­me es auf die tat­säch­li­che – ohne beson­de­ren Auf­wand mög­li­che – Instal­la­ti­on ent­spre­chen­der Pro­gram­me nicht an. Uner­heb­lich sei, ob ein Com­pu­ter tat­säch­lich zum Zweck des Radio­emp­fangs bereit gehal­ten wer­de. Die Nut­zung inter­net­fä­hi­ger PC dazu sei nicht voll­kom­men aty­pisch, das Ange­bot wer­de zuneh­mend in Anspruch genom­men. Eine Aus­nah­me von dem Grund­satz, wonach die Rund­funk­ge­büh­ren­pflicht an die objek­ti­ve Emp­fangs­mög­lich­keit anknüp­fe, sei daher nicht gebo­ten. Die Vor­schrif­ten des Staats­ver­trags hiel­ten sich nach Auf­fas­sung des Gerichts ange­sichts des Bedürf­nis­ses nach ein­fach zu hand­ha­ben­den Ver­fah­ren, rela­tiv gerin­gen Gebüh­ren und der ver­fas­sungs­recht­li­chen Bedeu­tung des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks inner­halb des Gestal­tungs­spiel­raums des Gesetz­ge­bers.

Die Klä­ge­rin – eine BGB-Gesell­schaft – konn­te sich nicht auf die Zweit­ge­rä­te­frei­heit für inter­net­fä­hi­ge Com­pu­ter beru­fen. Denn die­se set­ze auch im nicht pri­va­ten Bereich vor­aus, dass Erst- und Zweit­ge­rät von der­sel­ben Per­son bereit­ge­hal­ten wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Würz­burg, Urteil vom 27. Janu­ar 2009 – W 1 K 08.1886