Sach­mit­tel­pau­scha­le für Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te – und der Infor­ma­ti­ons­zu­gang der Pres­se

Nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts muss die Bun­des­tags­ver­wal­tung Aus­kunft zur Nut­zung des so genann­ten Sach­leis­tungs­kon­tos der Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges ertei­len, soweit sich die Anga­ben nicht auf ein­zel­ne Abge­ord­ne­te unter Namens­nen­nung, son­dern auf die Gesamt­heit der Abge­ord­ne­ten bezie­hen.

Sach­mit­tel­pau­scha­le für Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te – und der Infor­ma­ti­ons­zu­gang der Pres­se

Der Klä­ger, Redak­teur einer gro­ßen über­re­gio­na­len Tages­zei­tung, ver­langt von der Bun­des­tags­ver­wal­tung Zugang zu Infor­ma­tio­nen über Anschaf­fun­gen, die Abge­ord­ne­te des Deut­schen Bun­des­ta­ges getä­tigt haben. Die Abge­ord­ne­ten haben die Mög­lich­keit, im Rah­men ihrer vom Abge­ord­ne­ten­ge­setz vor­ge­se­he­nen Amts­aus­stat­tung bis zu einem Höchst­be­trag von 12.000 € jähr­lich Gegen­stän­de für ihren Büro- und Geschäfts­be­darf zu kau­fen und über ein Sach­leis­tungs­kon­to bei der Ver­wal­tung des Bun­des­ta­ges abzu­rech­nen. Nach Hin­wei­sen auf den Erwerb hoch­wer­ti­ger Schreib­ge­rä­te bean­trag­te der Klä­ger unter Beru­fung auf das Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz des Bun­des Zugang zu den Unter­la­gen der Bun­des­tags­ver­wal­tung über die Anschaf­fung von Mont­blanc-Fül­lern und Digi­tal­ka­me­ras1 sowie Aus­kunft über den Erwerb von iPods2.

In den Vor­in­stan­zen vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin3 und dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg4 sind die Kla­gen gegen die ableh­nen­den Beschei­de erfolg­los geblie­ben. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat einen Zugangs­an­spruch ver­neint, weil es ins­ge­samt – auch bei den auf die Gesamt­heit der Abge­ord­ne­ten bezo­ge­nen Aus­künf­ten – um per­so­nen- und man­dats­be­zo­ge­ne Infor­ma­tio­nen gehe.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat nun die Ent­schei­dung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg bestä­tigt, soweit der Klä­ger Aus­kunft über die Anschaf­fun­gen von Abge­ord­ne­ten unter Namens­nen­nung begehrt hat. Bei die­sen Aus­künf­ten han­delt es sich um per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten aus Unter­la­gen, die im Zusam­men­hang mit dem Man­dat ste­hen und durch das Gesetz beson­ders geschützt sind. Soweit der Klä­ger auch Aus­künf­te zu den Anschaf­fun­gen der Gesamt­heit der Abge­ord­ne­ten begehrt, hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt einen Infor­ma­ti­ons­an­spruch bejaht. Inso­weit geht es nicht um per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten, da nicht ersicht­lich ist, wie aus sol­chen Anga­ben auch bei Nut­zung zusätz­li­chen Wis­sens auf die Anschaf­fun­gen indi­vi­dua­li­sier­ter Abge­ord­ne­ter geschlos­sen wer­den kann.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 27. Novem­ber 2014 – 7 C 19.12 und 7 C 20.12

  1. BVerwG – 7 C 19.12 []
  2. BVerwG – 7 C 20.12 []
  3. VG Ber­lin, Urtei­le vom 11.11.2010 – 2 K 35.10; und vom 11.11.2011 – 2 K 178.10 []
  4. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, UUr­tei­le vom 07.06.2012 – 12 B 34.10 und 12 B 40.11 []