Samt­ge­mein­de Ober­harz gegen Stadt Ober­harz

Die zum 1. Janu­ar 2010 gebil­de­te Stadt Ober­harz darf den Namens „Ober­harz am Bro­cken“ füh­ren.

Samt­ge­mein­de Ober­harz gegen Stadt Ober­harz

So das Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts des Lan­des Sach­sen-Anhalt, mit dem die Kla­ge der Samt­ge­mein­de Ober­harz in Nie­der­sach­sen abge­wie­sen wor­den ist. Die nie­der­säch­si­sche Gemein­de hat­te auf Unter­las­sung der Namens­füh­rung Ober­harz am Bro­cken geklagt. Nach­dem bereits das Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg die Kla­ge abge­wie­sen hat­te 1, ver­folg­te die nie­der­säch­si­sche Samt­ge­mein­de ihr Ziel wei­ter vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt.

Nun hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt den Antrag der Samt­ge­mein­de auf Zulas­sung der Beru­fung abge­lehnt und sei­ne Ent­schei­dung – wie bereits in einem vor­aus­ge­gan­ge­nen Beschwer­de­ver­fah­ren 2 – im Wesent­li­chen damit begrün­det, dass eine namens­recht­lich beacht­li­che Ver­wechs­lungs­ge­fahr schon durch die Hin­zu­fü­gung „am Bro­cken“ in dem Namen in hin­rei­chen­der Wei­se begeg­net wer­de. Es han­de­le sich dabei gera­de um einen unter­schei­den­den Namens­zu­satz, der als Teil des Namens sol­che Ver­wechs­lun­gen ver­hin­dern soll. Dar­über hin­aus wer­de die­se Gefahr durch das Hin­zu­tre­ten wei­te­rer Umstän­de zusätz­lich gemin­dert. Abge­se­hen davon, dass es zahl­rei­che Bei­spie­le von Namens­gleich­hei­ten unter Kom­mu­nen gebe und ein Name, der gleich­zei­tig eine geo­gra­phi­sche Bezeich­nung sei, von vorn­her­ein kei­ne gro­ße namens­mä­ßi­ge Unter­schei­dungs­kraft ent­fal­te, fol­ge dies dar­aus, dass die Betei­lig­ten in ver­schie­de­nen Bun­des­län­dern lägen, kom­mu­nal­ver­fas­sungs­recht­lich eine unter­schied­li­che Struk­tur auf­wie­sen und im Rah­men ihrer voll­stän­di­gen Bezeich­nung durch die Begrif­fe „Stadt“ und „Samt­ge­mein­de“ zusätz­lich unter­schie­den wür­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt, Beschluss vom 15. Febru­ar 2012 – 4 L 156/​11

  1. VG Mag­de­burg, Urteil vom 28.06.2011 – 9 A 247/​09 MD[]
  2. OVG Sach­sen-Anhalt, Beschluss vom 19.11.2009 – 4 M 217/​09[]