Sat­zun­gen eines Trink­was­ser-Zweck­ver­ban­des – und ihre Bekannt­ma­chung

Die Ver­ord­nungs­vor­schrift, dass Sat­zun­gen eines land­kreis­über­grei­fen­den Zweck­ver­bands in der Bei­la­ge Amt­li­cher Anzei­ger zum Amts­blatt für Meck­len­burg Vor­pom­mern öffent­lich bekannt­ge­macht wer­den dür­fen, ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den. Eine (zusätz­li­che) öffent­li­che Bekannt­ma­chung der Sat­zung oder ein Hin­weis auf die Ver­öf­fent­li­chung im Amt­li­chen Anzei­ger etwa im Bekannt­ma­chungs­blatt der Mit­glieds­ge­mein­den des Zweck­ver­bands ist nicht erfor­der­lich oder gebo­ten.

Sat­zun­gen eines Trink­was­ser-Zweck­ver­ban­des – und ihre Bekannt­ma­chung

Hin­wei­se zum kon­kre­ten Bezug des Ver­öf­fent­li­chungs­me­di­ums nament­lich von Abga­ben­sat­zun­gen in der Ver­bands­sat­zung, die im Lau­fe der Jah­re wegen Ver­än­de­run­gen im Bezugs­weg tat­säch­lich unzu­tref­fend wer­den, machen die Ver­bands­sat­zung nicht gesamt­un­wirk­sam.

Mit dem dama­li­gen Bei­tritt der Gemein­de zum vor­lie­gen­den Zweck­ver­band oder – soweit die Gemein­de bereits ein Grün­dungs­mit­glied ist – seit sei­ner Grün­dung durch öffent­lich-recht­li­chen Ver­trag sind spä­tes­tens mit der Ver­öf­fent­li­chung der dama­li­gen Ver­bands­sat­zung vom 28.12 1995 die kom­mu­na­len öffent­li­chen Auf­ga­ben der Ver­sor­gung mit Was­ser sowie die Trink­was­ser­be­sei­ti­gung (vgl. § 2 Abs. 2 der Kom­mu­nal­ver­fas­sung für das Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern – KV M‑V – vom 18.02.1994, so auch noch in der aktu­el­len Fas­sung vom 13.07.2011) auf den Zweck­ver­band über­tra­gen wor­den (vgl. bereits § 151 KV M‑V vom 18.02.1994 und die nun­mehr seit 2011 gel­ten­de Fas­sung der Vor­schrift) und damit auf ihn über­ge­gan­gen. Öffent­li­che Auf­ga­ben und damit Gegen­stand kom­mu­na­ler Zusam­men­ar­beit sind u. a. die von den Gemein­den wahr­ge­nom­me­nen Ange­le­gen­hei­ten der ört­li­chen Gemein­schaft, wobei wesent­li­che Betä­ti­gungs­fel­der inso­weit in Meck­len­burg-Vor­pom­mern die Bereich der Was­ser­ver­sor­gung und Trink­was­ser­be­sei­ti­gung dar­stel­len 1. Die öffent­li­che Auf­ga­be der Trink­was­ser­be­sei­ti­gung ist als Daseins­vor­sor­ge durch § 40 Abs. 1 des Was­ser­ge­set­zes des Lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­mern (LWaG) dabei den Kom­mu­nen als pflich­ti­ge Selbst­ver­wal­tungs­auf­ga­be über­tra­gen wor­den, wobei sie gemäß § 40 Abs. 4 Satz 1 die­ses Geset­zes die­se Auf­ga­be auf ande­re Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts über­tra­gen dür­fen; sie kön­nen, wie es dort aus­drück­lich heißt, u. a. Zweck­ver­bän­de bil­den. Die Gemein­den sind nach § 43 Abs. 1 die­ses Geset­zes im Rah­men der Selbst­ver­wal­tung auch Trä­ger der öffent­li­chen Was­ser­ver­sor­gung, soweit die­se Ver­pflich­tung nicht auf ande­re Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts, wozu § 43 Abs. 2 Satz 1 LWaG aus­drück­lich ermäch­tigt, über­tra­gen wur­de.

Das Gericht hat auch kei­ne durch­grei­fen­den Beden­ken gegen die Wirk­sam­keit der genann­ten Trink­was­ser­ge­büh­ren­sat­zung.

Aller­dings ist die aktu­el­le Ver­bands­sat­zung mit Blick auf den dor­ti­gen § 19 Abs. 1 Sät­ze 3 und 4 im Lau­fe der Jah­re und auch im hier maß­geb­li­chen Zeit­raum bis zum Erlass des Wider­spruchs­be­scheids unzu­tref­fend gewor­den. Die Vor­schrift lau­tet inso­weit:

"Her­aus­ge­ber und Ver­le­ger (des zuvor genann­ten Amt­li­chen Anzei­gers – Bei­la­ge zum Amts­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern) ist das Innen­mi­nis­te­ri­um Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Karl-Marx-Stra­ße 1, 19048 Schwe­rin. Der Ver­trieb erfolgt über cw Obo­tri­ten­druck GmbH, Münz­stra­ße 3, 19055 Schwe­rin."

Zunächst ein­mal ist fest­zu­hal­ten, dass nicht nur das Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern, son­dern auch das Amts­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit der Bei­la­ge "Amt­li­cher Anzei­ger" seit gerau­mer Zeit und auch schon zum Zeit­punkt des Erlas­ses des Aus­gangs- und Wider­spruchs­be­scheids nicht mehr vom Innen­mi­nis­te­ri­um M‑V, son­dern vom Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um – Refe­rat III NPS (Norm­prüf­stel­le) – her­aus­ge­ge­ben wer­den.

Dar­über hin­aus ist die kon­kre­te Bezugs­quel­le nament­lich für das Amts­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit der Bei­la­ge "Amt­li­cher Anzei­ger" bereits vor Erlass des streit­ge­gen­ständ­li­chen Bescheids eine ande­re gewor­den, nach­dem die "cw Obo­tri­ten­druck GmbH" insol­vent war und wohl zum 30.11.2009 den Geschäfts­be­trieb ein­ge­stellt hat­te. Über die Teil­nich­tig­keit der Sät­ze 3 und 4 des § 19 Abs. 1 der Ver­bands­sat­zung hin­aus ist aber kei­ne Gesamt­un­wirk­sam­keit der Ver­bands­sat­zung fest­zu­stel­len, die wie­der­um durch­schlägt auf die Wirk­sam­keit der Fach­sat­zun­gen. Da es sich offen­sicht­lich nur um einen bür­ger­na­hen Hin­weis-Ser­vice für den Bezug des Amts­blatts für Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit der Bei­la­ge "Amt­li­cher Anzei­ger" han­delt, der gesetz­lich nicht zwin­gend erfor­der­lich ist, kann das Gericht ohne wei­te­res davon aus­ge­hen, dass ent­spre­chend § 139 BGB die übri­ge Ver­bands­sat­zung auch ohne die­se Sät­ze sinn­haft bleibt und die Ver­bands­ver­samm­lung den hypo­the­ti­schen Wil­len zum Sat­zungs­er­halt hat 2.

Nicht erfor­der­lich war, dass die Gemein­de D. ihre Mit­glied­schaft in ihrem Ver­öf­fent­li­chungs­or­gan, dem Amts­blatt Stern­ber­ger Seen­land­schaft bzw. etwai­gen frü­he­ren Druck­me­di­en, öffent­lich bekannt macht.

Der von der Klä­ge­rin her­an­ge­zo­ge­ne (aktu­el­le) § 16 KV M‑V (vgl. auch die im Satz 1 im Wesent­li­chen – es fehl­ten damals aller­dings noch, wohl ohne kon­sti­tu­ti­ve Bedeu­tung, die "Ein­woh­ne­rin­nen" – glei­che Fas­sung in der Kom­mu­nal­ver­fas­sung für das Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern vom 18.02.1994), soll­te unter den Satz 1 mit der Unter­rich­tung der Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner über all­ge­mein bedeut­sa­me Ange­le­gen­hei­ten der Gemein­de durch ihren Bür­ger­meis­ter auch die Mit­tei­lung der Mit­glied­schaft in einem Zweck­ver­band für bestimm­te Ange­le­gen­hei­ten des eige­nen (ört­li­chen) Wir­kungs­krei­ses fal­len, sieht kei­ne zwin­gen­de öffent­li­che Bekannt­ma­chung die­ses Ereig­nis­ses in schrift­li­cher bzw. "gedruck­ter" Form durch den Bür­ger­meis­ter als Adres­sa­ten die­ser Rechts­norm vor, erst recht nicht in dem von der Gemein­de genutz­ten Publi­ka­ti­ons­me­di­um. Nach § 16 Abs. 1 Satz 2 KV M‑V sol­len dazu viel­mehr (z. B.) Ein­woh­ner­ver­samm­lun­gen abge­hal­ten oder ande­re geeig­ne­te For­men einer bür­ger­na­hen kom­mu­na­len Öffent­lich­keits­ar­beit ange­wandt wer­den, nach der Urfas­sung der Norm in der Kom­mu­nal­ver­fas­sung für das Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern vom 18.02.1994 soll­te das Nähe­re die Haupt­sat­zung (der Gemein­de) regeln.

Im Übri­gen hät­te selbst eine Ver­let­zung des § 16 KV M‑V in Form einer feh­ler­haf­ten, unzu­rei­chen­den oder feh­len­den Unter­rich­tung der Gemeindeeinwohner(innen) nicht die Unwirk­sam­keit oder Feh­ler­haf­tig­keit der all­ge­mein bedeut­sa­men Ange­le­gen­heit der Gemein­de zur Fol­ge; die Mit­glied­schaft der Gemein­de D. im beklag­ten Zweck­ver­band blie­be davon unbe­rührt.

Eine Ver­öf­fent­li­chung der Mit­glied­schaft der Gemein­de in einem Zweck­ver­band und/​oder der (damit ein­her­ge­hen­den) Über­tra­gung der ent­spre­chen­den öffent­li­chen Auf­ga­ben im Bekannt­ma­chungs­me­di­um der Gemein­de ist – im Gegen­satz zur öffent­lich bekannt zu machen­den Ver­bands­sat­zung und den Abga­ben­sat­zun­gen die­ses Zweck­ver­bands – auch ver­fas­sungs­recht­lich nicht erfor­der­lich. Viel­mehr gebie­tet das Rechts­staats­prin­zip nach Art.20 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3 GG in Ver­bin­dung mit den Grund­rech­ten nur die Ver­öf­fent­li­chung der für den Bür­ger gel­ten­den Rechts­nor­men im dafür ein­fach­recht­lich, hier nach § 6 Abs. 3 Satz 2 der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung zur Kom­mu­nal­ver­fas­sung (KV-DVO) vom 26.01.1995 3 bzw. der­je­ni­gen vom 23.04.1999 4 bzw. nun­mehr § 5 Abs. 3 Satz 2 KV-DVO vom 04.03.2008 5 vor­ge­se­he­nen Bekannt­ma­chungs­weg. Danach kann ein Zweck­ver­band, der nicht aus­schließ­lich aus Gemein­den oder Ämtern eines Land­krei­ses besteht öffent­li­che Bekannt­ma­chun­gen im Amt­li­chen Anzei­ger des Lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­mern vor­neh­men; so in der Fas­sung der Vor­schrift aus dem Jah­re 1995, so mit etwas ande­rem Wort­laut, aber inhalt­lich genau­so auch die Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen. Dies ist vor­lie­gend durch die öffent­li­che Bekannt­ma­chung der (dama­li­gen, hilfs­wei­se jeden­falls einer spä­te­ren) Ver­bands­sat­zung im Amt­li­chen Anzei­ger des Lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­mern gesche­hen. Mit ihr konn­te auch der Eigen­tü­mer eines Grund­stücks im Gebiet der Gemein­de D. in Erfah­rung brin­gen, ob und wel­che Rege­lun­gen mit dem Erlass abga­ben­recht­li­cher Sat­zun­gen des Zweck­ver­bands auf ihn zukom­men bzw. für ihn gel­ten. Zwar ist die öffent­li­che Bekannt­ma­chung von Sat­zung eines – wie es heu­te heißt – land­kreis­über­grei­fen­den Zweck­ver­bands im Amt­li­chen Anzei­ger für den davon betrof­fe­nen Bür­ger nicht so kom­for­ta­bel wie etwa in einem Ver­öf­fent­li­chungs­blatt, das ihm regel­mä­ßig durch "sei­nen" Land­kreis zuge­sandt wird. Den­noch begeg­net die­se im Ver­ord­nungs­weg erlas­se­ne Rege­lung zur Ver­öf­fent­li­chungs­mög­lich­keit von Sat­zun­gen eines land­kreis­über­grei­fen­den Zweck­ver­bands kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Ein Bür­ger hat kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Anspruch auf die für ihn kom­for­ta­bels­te (und ggf. preis­güns­tigs­te bis kos­ten­lo­se) öffent­li­che Bekannt­ma­chung von Sat­zun­gen oder ande­ren mate­ri­el­len Geset­zen.

Eine ver­fas­sungs­recht­li­che Gren­ze bil­det inso­weit allein die Fra­ge, ob die kon­kre­te Mög­lich­keit der Kennt­nis­nah­me von Rechts­quel­len für den Bür­ger (noch) zumut­bar ist. Das Amts­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit der Bei­la­ge "Amt­li­cher Anzei­ger" ist im Papier­druck – eben­so wie das hie­si­ge Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt oder das Bun­des­ge­setz­blatt– zwar bis heu­te nicht kos­ten­frei zu bezie­hen. Indes­sen ist nicht erkenn­bar, dass die dafür in den jewei­li­gen Jah­ren bis heu­te auf­zu­wen­den­den Zah­lungs­mit­tel der Höhe nach dem inter­es­sier­ten Bür­ger nicht zumut­bar wären und damit die Mög­lich­keit der Kennt­nis­nah­me öffent­lich-recht­li­cher Rechts­nor­men wie hier der Sat­zun­gen des beklag­ten Zweck­ver­bands wesent­lich und nicht mehr ver­tret­bar erschwert bzw. gar ver­ei­telt hät­te. Hier­bei ist zudem zu beden­ken, dass auch ein finanz­schwa­cher inter­es­sier­ter Bür­ger sich auch auf ande­rem, kos­ten­güns­ti­ge­rem bis kos­ten­lo­sen Weg Kennt­nis von dem Amts­blatt für Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit der Bei­la­ge "Amt­li­cher Anzei­ger" beschaf­fen konn­te und kann. Neben den schon seit mehr als zwei Jahr­zehn­ten bestehen­den Mög­lich­kei­ten des Bür­gers, dar­in Ein­sicht über ande­re Bezie­her die­ses Ver­öf­fent­li­chungs­or­gans wie etwa bei dem Amt sei­ner Gemein­de zu neh­men, ist z. B. auch der öffent­li­che Zugang und Zugriff über die gerichts­ei­ge­ne hie­si­ge Biblio­thek zu nen­nen, mag er auch – je nach Wohn­ort – mit Fahr­kos­ten ein­her­ge­hen. (Anders als im Hin­blick auf das Bun­des­ge­setz­blatt Teil I und II, das jeden­falls über einen kos­ten­lo­sen Bür­ger­zu­gang nun­mehr auch bis zur "Erst­aus­ga­be" online ver­füg­bar ist, gibt es für das hie­si­ge Lan­des­recht eine sol­che Mög­lich­keit des Online-Zugriffs des Bür­gers seit eini­ger Zeit allein für die for­mel­len Lan­des­ge­set­ze, Rechts­ver­ord­nun­gen des Lan­des und die wich­tigs­ten, im Amts­blatt M‑V abge­druck­ten Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten in aktu­el­ler [kon­so­li­dier­ter] Fas­sung, nicht aber für ande­re mate­ri­el­le Geset­ze wie etwa die Sat­zun­gen eines land­kreis­über­grei­fen­den Zweck­ver­bands.) Selbst eine Ein­sicht­nah­me in den Amt­li­chen Anzei­ger in den Räu­men des bekämpf­ten Zweck­ver­bands und/​oder die Über­sen­dung von (wenn­gleich ggf. nicht kos­ten­frei­en) Kopi­en der maß­geb­li­chen bzw. den betrof­fe­nen Bür­ger inter­es­sie­ren­den Ver­bands- und Abga­ben­sat­zun­gen erschie­ne dem Gericht ohne wei­te­res mög­lich und zumut­bar, was den zusätz­li­chen Charme besä­ße, dass der Bür­ger mit Hil­fe des Zweck­ver­bands, wenn er ihm jeden­falls so weit ver­trau­te, viel schnell an die maß­geb­li­chen Fund­stel­len im Amt­li­chen Anzei­ger käme. Seit meh­re­ren Jah­ren ist es zudem mög­lich, sich über das Inter­net auf der Home­page des Zweck­ver­bands über sein Sat­zungs­recht zu infor­mie­ren, soweit die dor­ti­ge Wie­der­ga­be mit dem amt­li­chen Text im Amt­li­chen Anzei­ger über­ein­stimmt.

Über­dies ist die­ser Ver­öf­fent­li­chungs­weg auch im Übri­gen für den betrof­fe­nen Bür­ger nicht unzu­mut­bar, wenn­gleich ihm die Last auf­er­legt wird, sich gera­de in der Zeit, bevor das Inter­net für jeder­mann nutz­bar und popu­lär wur­de (nach Erin­ne­rung des Gerichts in Deutsch­land wohl frü­hes­tens seit Mit­te, eher erst gegen Ende der 90er Jah­re des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts), über den Ver­triebs­weg des Amts­blatts Meck­len­burg-Vor­pom­mern kun­dig zu machen. Inso­weit kann aller­dings auf die soeben gemach­ten Aus­füh­run­gen Bezug genom­men wer­den. Bei jeder der genann­ten Stel­len hät­te der Bür­ger min­des­tens Aus­kunft dar­über erhal­ten kön­nen, wenn nicht sogar Ein­sicht in die maß­geb­li­chen Amts­blät­ter mit dem jeweils maß­geb­li­chen Amt­li­chen Anzei­ger.

Nicht nur die Mit­glied­schaft der Gemein­de im vor­lie­gen­den Zweck­ver­band, son­dern auch das Sat­zungs­recht des Zweck­ver­bands war nicht (auch) in der ört­li­chen Tages­zei­tung "Schwe­ri­ner Volks­zei­tung" und/​oder in den Aus­ga­ben des Amts­blat­tes Stern­ber­ger Seen­land­schaft (oder eines etwai­gen frü­he­ren Ver­öf­fent­li­chungs­me­di­ums) öffent­lich bekannt­zu­ma­chen; es muss­te dort auch nicht auf die ander­wei­ti­ge Ver­öf­fent­li­chung hin­ge­wie­sen wer­den. Dies mag zwar vor dem oben dar­ge­stell­ten Hin­ter­grund für die Klä­ge­rin wün­schens­wert sein, recht­lich zwin­gend oder auch nur gebo­ten ist dies nicht. Aus­rei­chend ist inso­weit allein, dass die Sat­zun­gen des Zweck­ver­bands in der recht­lich dafür vor­ge­se­he­nen Art und Wei­se öffent­lich bekannt gemacht wer­den. Schon seit län­ge­rem kommt es der Majo­ri­tät der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer bzw. –nut­zer im Ver­bands­ge­biet zugu­te, dass auch der beklag­te Zweck­ver­band sein Sat­zungs­recht auf sei­ner Home­page ver­öf­fent­licht, sogar nun­mehr vor­bild­lich mit einer Lese­fas­sung der kon­so­li­dier­ten aktu­el­len Sat­zung als auch mit der Sat­zungs­his­to­rie.

Ver­wal­tungs­ge­richt Schwe­rin, Urteil vom 15. Janu­ar 2015 – 4 A 513/​14

  1. Feli­ci­tas von Muti­us, in: Kom­mu­nal­ver­fas­sungs­recht Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Stand: Febru­ar 2014, § 149 Anm.02.02.2 und 2.02.5[]
  2. vgl. BVerwG, Beschluss vom 13. Jan.2012 – 9 B 56/​11, NVwZ 2012, 375 m. w. N.[]
  3. GVOBl. M‑V S. 87 ff.[]
  4. GVOBl. M‑V S. 295 ff.[]
  5. GVOBl. M‑V S. 85 ff.[]