Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten für inte­grier­te Gesamt­schu­le

Das Thü­rin­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat jetzt in zwei­ter Instanz Kla­gen von Eltern auf Erstat­tung von Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten abge­wie­sen, deren Kin­der eine inte­grier­te Gesamt­schu­le in Erfurt besu­chen. Ein Anspruch auf Erstat­tung von Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten besteht für Schü­ler ab Klas­sen­stu­fe 5 nach dem Thü­rin­ger Schul­fi­nan­zie­rungs­ge­setz grund­sätz­lich nur dann, wenn der Schul­weg zur nächst­ge­le­ge­nen staat­li­chen Schu­le, die den ange­streb­ten Schul­ab­schluss ermög­licht, min­des­tens 3 Kilo­me­ter lang ist. In den Ver­fah­ren war zwi­schen den Betei­lig­ten strei­tig, ob für die Schü­ler der inte­grier­ten Gesamt­schu­le auf den Schul­weg zur nächst­ge­le­ge­nen Regel­schu­le oder den zum nächst­ge­le­ge­nen Gym­na­si­um abzu­stel­len ist.

Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten für inte­grier­te Gesamt­schu­le

Das erst­in­stanz­lich zustän­di­ge Ver­wal­tungs­ge­richt Wei­mar gab den Kla­gen jeweils statt und ver­trat zur Begrün­dung die Auf­fas­sung, dass Eltern von Schü­lern der Klas­sen­stu­fen 5 bis 10 einer inte­grier­ten Gesamt­schu­le Anspruch auf die Erstat­tung von Beför­de­rungs­kos­ten zur Schu­le hät­ten, wenn ihr Kind nach ihrer Auf­fas­sung das Abitur anstre­be und das nächs­te Gym­na­si­um mehr als drei Kilo­me­ter ent­fernt sei.

Das Thü­rin­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat dem­ge­gen­über die­sen Anspruch ver­neint. Die maß­geb­li­che Bestim­mung des Thü­rin­ger Schul­fi­nan­zie­rungs­ge­set­zes sei so zu ver­ste­hen, dass Schü­ler der Klas­sen­stu­fen 5 bis 10 einer inte­grier­ten Gesamt­schu­le im Hin­blick auf den ange­streb­ten Schul­ab­schluss so zu behan­deln sei­en, als sei­en sie Regel­schü­ler. Des­halb müs­se geprüft wer­den, ob die nächst­ge­le­ge­ne staat­li­che Regel­schu­le mehr als drei Kilo­me­ter ent­fernt sei. Die­se Bewer­tung lei­tet der Senat dar­aus ab, dass das Thü­rin­ger Schul­ge­setz und die auf die­ser Grund­la­ge ergan­ge­ne Schul­ord­nung die Abschlüs­se der inte­grier­ten Gesamt­schu­le in der 9. und 10. Klas­se durch­gän­gig so bewer­tet wie den Abschluss von Regel­schü­lern in die­sen Klas­sen.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Der Senat hat die Revi­si­on zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nicht zuge­las­sen. Gegen die­se Nicht­zu­las­sungs­ent­schei­dung kann Beschwer­de ein­ge­legt wer­den.

Thü­rin­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 10.03.2009 – 1 KO 207/​08, 1 KO 208/​08, 1 KO 209/​08, 1 KO 210/​08, 1 KO 211/​08 und 1 KO 212/​08