Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten im G8 – Sys­tem

Nach den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen des Hes­si­schen Schul­ge­set­zes kön­nen für den Besuch der Jahr­gangs­stu­fe 10 der gym­na­sia­len Ober­stu­fe im G 8‑System Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten nicht erstat­tet wer­den.

Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten im G8 – Sys­tem

So die Ent­schei­dung des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Schü­le­rin, deren Antrag auf Erstat­tung von Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten der Rhein­gau-Tau­nus-Kres abge­lehnt hat­te. Geklagt hat­te eine Schü­le­rin, die im Schul­jahr 2011/​2012 die Jahr­gangs­stu­fe 10 einer koope­ra­ti­ven Gesamt­schu­le mit gym­na­sia­ler Ober­stu­fe im G 8‑System besucht und hier­für die Erstat­tung von Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten bean­tragt hat­te. Die gegen die Ableh­nung beim Ver­wal­tungs­ge­richt Wies­ba­den erho­be­ne Kla­ge war zunächst erfolg­reich. Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts bestehe ein Anspruch auf Erstat­tung der Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten nach dem Hes­si­schen Schul­ge­setz, da die Klä­ge­rin die Mit­tel­stu­fe (Sekun­dar­stu­fe I) erst mit dem Erlan­gen der Mitt­le­ren Rei­fe been­de. Dies sei jedoch erst am Ende der Jahr­gangs­stu­fe 10 der Fall. Dage­gen hat der Rhein­gau-Tau­nus-Kreis Beru­fung ein­ge­legt.

In sei­ner Ent­schei­dung hat der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof aus­ge­führt, dass nach den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen des Hes­si­schen Schul­ge­set­zes für den Besuch der Jahr­gangs­stu­fe 10 der gym­na­sia­len Ober­stu­fe im G 8‑System Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten nicht erstat­tet wer­den könn­ten. Viel­mehr ent­spre­che es dem ein­deu­ti­gen Wil­len des Gesetz­ge­bers, über das Ende der Mit­tel­stu­fe (Sekun­dar­stu­fe I) hin­aus im G 8‑System kei­ner­lei Erstat­tungs­pflicht begrün­den zu wol­len. Mit der ent­spre­chen­den Ände­rung der gesetz­li­chen Vor­schrif­ten des Schul­ge­set­zes im Novem­ber 2004 habe der Gesetz­ge­ber dem Umstand Rech­nung getra­gen, dass im Gym­na­si­um im Sys­tem G 8 die Mit­tel­stu­fe nach der Jahr­gangs­stu­fe 9 und nicht erst mit der Mitt­le­ren Rei­fe, also am Ende der Jahr­gangs­stu­fe 10 ende. Indem die maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten des Hes­si­schen Schul­ge­set­zes aus­drück­lich an den Abschluss anknüpf­ten, der am Ende der Sekun­dar­stu­fe I erreicht wer­de, wer­de klar zum Aus­druck gebracht, dass nur der Abschluss maß­geb­lich sein kön­ne, der am Ende der jewei­li­gen Schul­stu­fe erreicht wer­de. Dies sei im vor­lie­gen­den Fall jedoch nicht die Mitt­le­re Rei­fe, son­dern die Ver­set­zung in die gym­na­sia­le Ober­stu­fe.

Im Übri­gen dien­ten die ent­spre­chen­den Vor­schrif­ten des Hes­si­schen Schul­ge­set­zes erkenn­bar dem Zweck, die Grund­ver­sor­gung an Bil­dung durch die Über­nah­me von Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten bis zum Abschluss der Sekun­dar­stu­fe I ein­kom­mens­un­ab­hän­gig zu unter­stüt­zen. Die­se Grund­ver­sor­gung an Bil­dung wer­de jedoch durch die gesetz­li­che Voll­zeit­schul­pflicht in der Pri­mar- und der Sekun­dar­stu­fe I und nicht in der Sekun­dar­stu­fe II erfüllt. In die­ser unter­schied­li­chen Behand­lung von Schü­lern der Klas­se 10 an Gym­na­si­en im G 8‑System einer­seits und Schü­lern der Klas­sen 10 an ande­ren Schul­zwei­gen sei im Übri­gen auch kein Ver­stoß gegen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz zu sehen, wie der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof bereits frü­her ent­schie­den habe.

Der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat das Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Wies­ba­den auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen.

Hes­si­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Dezem­ber 2013 – 7 A 1481/​13