Schul­kos­ten per Kreis­um­la­ge

Eine Ver­bands­ge­mein­de kann gegen die Recht­mä­ßig­keit einer Kreis­um­la­ge nicht mit Erfolg ein­wen­den, sie müs­se die Kos­ten von Real­schu­len, die Teil eines Schul­zen­trums ande­rer Ver­bands­ge­mein­den sei­en, über die Kreis­um­la­ge mit­fi­nan­zie­ren und zugleich die Aus­ga­ben der von ihr getra­ge­nen orga­ni­sa­to­risch selb­stän­di­gen Real­schu­le auf­brin­gen. Dies ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz in einem Rechts­streit zwi­schen der Ver­bands­ge­mein­de Sim­mern und dem Rhein-Huns­rück-Kreis.

Schul­kos­ten per Kreis­um­la­ge

Die kla­gen­de Ver­bands­ge­mein­de Sim­mern war im Jahr 2009 Trä­ger zunächst einer Real­schu­le, spä­ter einer Real­schu­le plus. Sie wur­de für die­ses Jahr vom beklag­ten Rhein-Huns­rück-Kreis zu einer Kreis­um­la­ge in Höhe von 211.209 € her­an­ge­zo­gen. Hier­ge­gen mach­te die Klä­ge­rin ins­be­son­de­re gel­tend, in die Ermitt­lung der Kreis­um­la­ge sei­en Kos­ten ein­ge­flos­sen, wel­che der Land­kreis zu Unrecht für Real­schu­len in ande­rer Ver­bands­ge­mein­de auf­ge­bracht habe. Folg­lich müs­se sie über die Kreis­um­la­ge den Auf­wand für die­se Schu­len mit­fi­nan­zie­ren und zugleich die Kos­ten ihrer eige­nen Schu­le voll­stän­dig tra­gen. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Die­se Ent­schei­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tigt.

Die Rege­lun­gen im Schul­ge­setz über die kom­mu­na­len Schul­trä­ger (Land­kreis oder z.B. Ver­bands­ge­mein­den), aus denen sich die Ver­pflich­tung zur Tra­gung der Kos­ten für die Schul­ver­wal­tung und ‑aus­stat­tung ergä­ben, stün­den mit dem ver­fas­sungs­recht­lich gewähr­leis­te­ten Selbst­ver­wal­tungs­recht der Gemein­den in Ein­klang. Sie ori­en­tier­ten sich dar­an, ob die jewei­li­ge Schul­art im All­ge­mei­nen ein ört­li­ches oder ein über­ört­li­ches Ein­zugs­ge­biet habe.

Soweit die Ver­bands­ge­mein­de Kos­ten von Schu­len in ande­ren Ver­bands­ge­mein­den über die Kreis­um­la­ge mit­fi­nan­zie­ren und den Auf­wand ihrer Schu­le allein tra­gen müs­se, kön­ne die­se finan­zi­el­le "Dop­pel­be­las­tung" kreis­an­ge­hö­ri­ger Gemein­den die Recht­mä­ßig­keit einer Kreis­um­la­ge nicht in Fra­ge stel­len. Sie sei vom Gesetz­ge­ber durch die Erhö­hung des so genann­ten Schul­an­sat­zes bei der Ermitt­lung der vom Land nach dem Lan­des­fi­nanz­aus­gleichs­ge­setz zu gewäh­ren­den Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen B 2 berück­sich­tigt wor­den. Der Ein­wand, der Schul­an­satz sei unzu­rei­chend, müs­se des­halb gegen den Schlüs­sel­zu­wei­sungs­be­scheid des Lan­des gel­tend gemacht wer­den. Dar­über hin­aus kön­ne der "Dop­pel­be­las­tung" durch die nach dem Schul­ge­setz mög­li­che Über­tra­gung der Schul­trä­ger­schaft auf den Land­kreis begeg­net wer­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 7. Juni 2011 – 2 A 10213/​11.OVG