Schutz vor Kran­ken­haus­in­fek­tio­nen

Kran­ken­haus­in­fek­tio­nen sol­len künf­tig bes­ser ver­hü­tet und bekämpft wer­den. Nach­dem der Gesund­heits­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­ta­ges am Mitt­woch mit den Stim­men der Koali­ti­ons­frak­tio­nen einen ent­spre­chen­den und in Tei­len geän­der­ten Gesetz­ent­wurf der Koali­ti­on befür­wor­te­te, wur­de der Gesetz­ent­wurf ges­tern im Bun­des­tag abschlie­ßend bera­ten.

Schutz vor Kran­ken­haus­in­fek­tio­nen

In dem jetzt beschlos­se­nen Gesetz­ent­wurf ist unter ande­rem eine Ver­pflich­tung der Lan­des­re­gie­run­gen vor­ge­se­hen, die Kran­ken­haus­hy­gie­ne per Erlass von Rechts­ver­ord­nun­gen zu regeln. Die­se Rechts­ver­ord­nun­gen der Län­der sind bis zum 31. März 2012 zu erlas­sen. Außer­dem sol­len die Lan­des­re­gie­run­gen auch ermäch­tigt wer­den, die Lei­ter von Pra­xen für ambu­lan­te Ope­ra­tio­nen, Tages­kli­ni­ken, Ent­bin­dungs- und Dia­ly­se­ein­rich­tun­gen zur Erstel­lung von Hygie­ne­plä­nen zu ver­pflich­ten. Fer­ner wird die Bun­des­re­gie­rung ver­pflich­tet, dem Bun­des­tag bis zum 31. Dezem­ber 2014 einen Eva­lua­ti­ons­be­richt zu den Neu­re­ge­lun­gen vor­zu­le­gen.

Der­zeit erkran­ken in Deutsch­land jähr­lich zir­ka 400.000 bis 600.000 Pati­en­ten an Kran­ken­haus­in­fek­tio­nen. Schät­zungs­wei­se stür­ben dar­an zwi­schen 7.500 und 15.000 Pati­en­ten. Ein Teil der Infek­tio­nen und Todes­fäl­le sei jedoch durch geeig­ne­te Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men ver­meid­bar, heißt es in der Begrün­dung zum Gesetz­ent­wurf. Die­ser sieht auch vor, beim Robert-Koch-Insti­tut eine neue Kom­mis­si­on ein­zu­rich­ten, die Emp­feh­lun­gen zum fach­ge­rech­ten Ein­satz von Dia­gnos­ti­ka und Anti­in­fek­ti­va bei der The­ra­pie resis­ten­ter Infek­ti­ons­er­re­ger geben soll. Fer­ner wird der Vor­la­ge zufol­ge in der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung eine Ver­gü­tungs­re­ge­lung für die ambu­lan­te The­ra­pie von mit Methi­cil­lin-resis­ten­tem Sta­phy­lo­coc­cus (MRSA) infi­zier­ten Pati­en­ten sowie für die dia­gnos­ti­sche Unter­su­chung von Risi­ko­pa­ti­en­ten geschaf­fen.

Der Ent­wurf ent­hält neben Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Hygie­ne eine Rei­he wei­te­rer Rege­lun­gen im Bereich der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und der sozia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung, die von den Oppo­si­ti­ons­frak­tio­nen weit­ge­hend abge­lehnt wer­den. So soll unter ande­rem mit der Ein­füh­rung eines Schieds­ver­fah­rens zu den Ver­gü­tungs­ver­trä­gen zwi­schen den Kran­ken­kas­sen und sta­tio­nä­ren Vor­sor­ge- und Reha­bi­li­ta­ti­ons­ein­rich­tun­gen ”ein geeig­ne­tes Instru­ment zur Schlich­tung von Kon­flik­ten der Ver­trags­part­ner in Bezug auf die Höhe der Ver­gü­tung für sta­tio­nä­re medi­zi­ni­sche Vor­sor­ge- und Reha­bi­li­ta­ti­ons­leis­tun­gen geschaf­fen“ wer­den.