Schutz­maß­nah­men für den Bun­des­prä­si­den­ten

Der Eil­an­trag eines Jour­na­lis­ten, über die Kos­ten von Schutz­maß­nah­men für das Wohn­haus des ehe­ma­li­gen Minis­ter­prä­si­den­ten Wulff Aus­kunft zu erhal­ten, ist jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver abge­lehnt wor­den.

Schutz­maß­nah­men für den Bun­des­prä­si­den­ten

Ein Jour­na­list hat­Aus­kunft über die Höhe der Kos­ten von Schutz­maß­nah­men für das Wohn­haus des Bun­des­prä­si­den­ten Wulff in Groß­burg­we­del begehrt. Er beruft sich auf sei­nen Aus­kunfts­an­spruch aus dem Nie­der­säch­si­schen Pres­se­ge­setz (NPres­seG). Vor­schrif­ten über die Geheim­hal­tung stün­den nicht ent­ge­gen, weil die Anga­be der Gesamt­kos­ten kei­nen Rück­schluss auf die ein­zel­ne Art der Siche­rung zulas­se. Er sei auf eine umge­hen­de Infor­ma­ti­on ange­wie­sen, weil nach einen Zei­tungs­ar­ti­kel in der FAZ vom 14.01.2012 der nied­ri­ge Zins­satz für das Dar­le­hen unter ande­rem dar­auf beru­hen sol­le, dass sich der Wert des Hau­ses durch die teu­ren Sicher­heits­maß­nah­men erhöht habe. Das durch das Finanz­mi­nis­te­ri­um ver­tre­te­ne Land Nie­der­sach­sen lehn­te eine Beant­wor­tung der Fra­ge ab, weil eine Ant­wort Rück­schlüs­se auf das Siche­rungs­kon­zept zulas­se. Mit dem Eil­an­trag beim Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver ver­folgt der Jour­na­list sein Ziel wei­ter, Aus­kunft über die Gesamt­kos­ten für bau­li­che und sons­ti­ge Maß­nah­men zum Schut­ze des dama­li­gen Minis­ter­prä­si­den­ten Wulff auf sei­nem Grund­stück in Burg­we­del zu erhal­ten.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts ist es nach der in einem Eil­ver­fah­ren nur mög­li­chen sum­ma­ri­schen Prü­fung der Sach- und Rechts­la­ge offen, ob sich das Land Nie­der­sach­sen auf das Aus­kunfts­ver­wei­ge­rungs­recht nach § 4 Abs. 2 NPres­seG beru­fen kann. Ohne wei­te­re Auf­klä­rung des Sach­ver­hal­tes und ggfs. einer Beweis­erhe­bung kann das Gericht nicht fest­stel­len, ob der Ein­wand des Antrags­geg­ners zutrifft, es las­sen sich aus der Anga­be der Gesamt­bau­kos­ten Rück­schlüs­se auf das gesam­te Siche­rungs­kon­zept zie­hen. Dies führt zu einer Abwä­gung zwi­schen dem Recht auf Aus­kunft und der von Art. 5 Abs. 1 GG geschütz­ten Bericht­erstat­tung auf der einen und den Grund­rech­ten der von der Aus­kunft betrof­fe­nen Per­so­nen auf der ande­ren Sei­te. Die­se Abwä­gung geht zu Las­ten des Antrag­stel­lers aus. Trifft die Annah­me des Antrags­geg­ners zu, führt dies zu einer rea­len Erhö­hung des Risi­kos für Frei­heit, Leib, Leben und kör­per­li­che Unver­sehrt­heit der zu schüt­zen­den Per­so­nen und der sie schüt­zen­den Sicher­heits­kräf­te. Dem­ge­gen­über muss das Inter­es­se des Jour­na­lis­ten zurück­ste­hen, zumal er bereits über Teil­in­for­ma­tio­nen ver­fügt, weil ihm die sicht­ba­ren Bau- und Sicher­heits­maß­nah­men benannt wor­den sind.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Beschluss vom 24. Janu­ar 2012 – 6 B 498/​12