Schwimmunterricht für moslemische Schülerinnen – Burkini statt Bikini

Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Aachen kann sich eine 13jährige moslemische Schülerin nicht unter Berufung auf ihre religiöse Überzeugung vom Schwimmunterricht befreien lassen.

Schwimmunterricht für moslemische Schülerinnen – Burkini statt Bikini

Die Eltern der Schülerin hatten vorgetragen, dass es ihrer Tochter aus religiösen Gründen nicht zuzumuten sei, am Schwimmunterricht teilzunehmen, weil dieser zeitgleich mit anderen gemischten Klassen in einem öffentlichen Schwimmbad stattfinde. Schwimmen und Baden mit dem anderen Geschlecht sei eine Verletzung ihrer hanefitisch-sunnitischen Glaubensvorschriften.

Das Schulgesetz sieht zwar die Möglichkeit vor, Schüler bei Vorliegen eines wichtigen Grundes von einzelnen Unterrichtsveranstaltungen zu befreien, wenn nur so eine unzumutbare Grundrechtsverletzung vermieden werden kann. Eine derartige Unzumutbarkeit konnte das Verwaltungsgericht beim Schwimmunterricht allerdings nicht feststellen: Der Schülerin stehe die Möglichkeit offen, sich durch Tragen eines sog. Burkinis – eine den gesamten Körper bedeckende Badebekleidung für muslimische Mädchen und Frauen – vor den Blicken anderer im Schwimmbad zu schützen. Dass die Teilnahme am Schwimmunterricht auch bei Nutzung eines solchen Burkinis gegen verbindliche religiöse Gebote ihrer Religionsgemeinschaft verstoße, sei nicht konkret dargelegt worden.

Verwaltungsgericht Aachen, Beschluss vom 12. Januar 2011 – 9 L 518/10