Son­der­nut­zungs­ge­büh­ren für die Film­hoch­schu­le

Die Hoch­schu­le für Film und Fern­se­hen "Kon­rad Wolf" muss Ver­wal­tungs­ge­büh­ren für die Ertei­lung einer stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­chen Son­der­nut­zungs­er­laub­nis in Ber­lin zah­len, ent­schied jetzt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, es besteht kei­ne Gebüh­ren­frei­heit.

Son­der­nut­zungs­ge­büh­ren für die Film­hoch­schu­le

Die Klä­ge­rin, eine staat­li­che Hoch­schu­le des Lan­des Bran­den­burg, bil­det Stu­den­ten für Film- und Fern­seh­pro­duk­tio­nen aus. Dabei wer­den auch Übungs­fil­me auf öffent­li­chen Stra­ßen des Lan­des Ber­lin gedreht. Für die damit ver­bun­de­ne Stra­ßen­be­nut­zung erhielt sie in Ber­lin eine Erlaub­nis nach § 29 Abs. 2 der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung ("Dreh­ge­neh­mi­gung"); für die Ertei­lung wur­de eine Ver­wal­tungs­ge­bühr in Höhe von 550 € fest­ge­setzt. Dage­gen wand­te die Klä­ge­rin ein, sie kön­ne sich auf per­sön­li­che Gebüh­ren­frei­heit beru­fen. Der von ihr gegen die Gebüh­ren­er­he­bung ein­ge­leg­te Wider­spruch blieb jedoch ohne Erfolg; für das Wider­spruchs­ver­fah­ren fiel eine wei­te­re Gebühr in Höhe von 550 € an. Auf ihre Kla­ge hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin die Gebüh­ren­fest­set­zun­gen auf­ge­ho­ben 1; die­se Ent­schei­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg geän­dert und die Kla­ge abge­wie­sen 2.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat jetzt die Revi­si­on der Hoch­schu­le gegen das kla­ge­ab­wei­sen­de Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg mit Aus­nah­me der Wider­spruchs­ge­bühr zurück­ge­wie­sen. Die Klä­ge­rin erfüllt nicht die Vor­aus­set­zun­gen per­sön­li­cher Gebüh­ren­frei­heit nach § 5 Abs. 1 Nr. 2 der Gebüh­ren­ord­nung für Maß­nah­men im Stra­ßen­ver­kehr (GebOSt); sie wird nicht nach dem Haus­halts­plan des Lan­des Bran­den­burg für Rech­nung des Lan­des ver­wal­tet. Sie ist eine Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts, die einen eige­nen Haus­halt in Form eines Wirt­schafts­pla­nes auf­stellt. Im Haus­halts­plan des Lan­des Bran­den­burg wer­den im Ein­zel­plan 06 (Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur) zwar die Lan­des­zu­wei­sun­gen an die Klä­ge­rin als Aus­ga­ben des Lan­des auf­ge­führt; die Ein­zel­hei­ten des Wirt­schafts­pla­nes der Klä­ge­rin wer­den im Lan­des­haus­halt jedoch nur nach­richt­lich als Erläu­te­run­gen wie­der­ge­ge­ben.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 16. Dezem­ber 2010 – 3 C 43.09

  1. VG Ber­lin, Urteil vom 14.12.2006 – 11 A 628.05[]
  2. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 04.11.2009 – 1 B 14.08[]