Spät­aus­sied­ler – und der ver­spä­te­te Auf­nah­me­an­trag

Der Auf­nah­me­an­trag eines Spät­aus­sied­lers muss zeit­nah zur Über­sied­lung gestellt wer­den.

Spät­aus­sied­ler – und der ver­spä­te­te Auf­nah­me­an­trag

Schon im Urteil vom 13.12 2012 1 hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­den, dass es die Zwe­cke des Auf­nah­me­ver­fah­rens erfor­dern, den Här­te­fall­an­trag zeit­nah zur Aus­sied­lung zu stel­len. Andern­falls kann u.a. nicht mehr fest­ge­stellt wer­den, ob der Über­sied­ler – wie erfor­der­lich – zum Zeit­punkt der Über­sied­lung über deut­sche Sprach­kennt­nis­se ver­füg­te oder die­se in den Jah­ren sei­nes bereits bestehen­den Auf­ent­halts nach­er­wor­ben hat 2.

Die­se Grün­de für die Stel­lung des Här­te­fall­an­trags im zeit­li­chen Zusam­men­hang mit der Über­sied­lung gel­ten aber auch dann, wenn der Betrof­fe­ne als deut­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger ein­ge­reist ist und sei­nen Über­sied­lungs­wil­len – wie hier – bereits neun Jah­re vor der Aus­rei­se zum Aus­druck gebracht hat.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat zudem in sei­nem Urteil vom 06.11.2014 3 betont, dass die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit nicht die für die Spät­aus­sied­l­er­ei­gen­schaft erfor­der­li­che, erkenn­ba­re Betä­ti­gung des Spät­aus­sied­ler­wil­lens bei der Aus­sied­lung oder – in Här­te­fäl­len – im zeit­li­chen Zusam­men­hang mit der Aus­sied­lung ersetzt 4.

Mit der bestands­kräf­ti­gen Ableh­nung eines Auf­nah­me­an­tra­ges vor der Über­sied­lung ent­steht eine Lage, bei der ein etwa fort­be­stehen­der Spät­aus­sied­ler­wil­le erneut erkenn­bar zu betä­ti­gen ist.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 4. März 2016 – 1 B 31.16

  1. BVerwG, Urteil vom 13.12.2012 – 5 C 23.11, BVerw­GE 145, 248[]
  2. BVerw­GE 145, 248 Rn.20[]
  3. BVerwG, Urteil vom 06.11.2014 – 1 C 12.14, NVwZ-RR 2015, 273[]
  4. BVerwG, Urteil vom 06.11.2014 – 1 C 12.14, NVwZ-RR 2015, 273 Rn. 16[]