Spei­sen im Stra­ßen­ver­kauf auf dem Cam­ping­platz

Der Stra­ßen­ver­kauf ist nach der Coro­na-Bekämp­fungs­ver­ord­nung des Lan­des Rhein­land-Pfalz mög­lich. Auch der Gas­tro­no­mie­be­trieb eines geschlos­se­nen Cam­ping­plat­zes darf Spei­sen im Stra­ßen­ver­kauf anbie­ten.

Spei­sen im Stra­ßen­ver­kauf auf dem Cam­ping­platz

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Cam­ping­platz­be­trei­bers ent­schie­den, der sich mit dem vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­an­trag gegen die Ver­fü­gung gewehrt hat, nach der er den zum Cam­ping­platz gehö­ren­den Gas­tro­no­mie­be­trieb ein­zu­stel­len hat­te. Das Ver­wal­tungs­ge­richt gab dem Eil­an­trag hin­sicht­lich der voll­stän­di­gen Unter­sa­gung des Gas­tro­no­mie­be­triebs statt; kei­nen Erfolg hat­te der Antrag­stel­ler, soweit die ange­ord­ne­te Schlie­ßung des Cam­ping­plat­zes auch für Dau­er­cam­ping gel­ten soll.

Durch eine Ver­fü­gung der zustän­di­gen Kreis­ver­wal­tung vom 8. April 2020 ist dem Antrag­stel­ler auf­ge­ge­ben wor­den, den von ihm geführ­ten Cam­ping­platz (aus­ge­nom­men die Nut­zung zu nicht tou­ris­ti­schen Zwe­cken) ein­schließ­lich des dazu­ge­hö­ri­gen Gas­tro­no­mie­be­triebs ein­zu­stel­len. Als Begrün­dung ist ange­führt wor­den, dass die abge­hol­ten Spei­sen und Geträn­ke im Umfeld des Cam­ping­plat­zes kon­su­miert wür­den; ent­spre­chen­de Per­so­nen­an­samm­lun­gen hät­ten im Bereich der Anla­ge fest­ge­stellt wer­den kön­nen. Dage­gen wand­te sich der Cam­ping­platz­be­trei­ber mit einem vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­an­trag und mach­te im Kern gel­tend, ähn­lich wie für eine Feri­en­woh­nung müs­se die Nut­zung des Cam­ping­plat­zes auch durch Dau­er­cam­per wei­ter­hin erlaubt sein. Die Abga­be von Lebens­mit­teln erfol­ge auf sei­nem eige­nen Gelän­de vor­schrif­ten­ge­treu.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz aus­ge­führt, dass die auf das Infek­ti­ons­schutz­ge­setz und die Vier­te Coro­na-Bekämp­fungs­ver­ord­nung Rhein­land-Pfalz gestütz­te Ver­fü­gung sich als recht­mä­ßig erwei­se, soweit der Antrag­stel­ler sei­nen Cam­ping­platz auch pri­va­ten Dau­er­cam­pern (ohne dor­ti­gen Erst­wohn­sitz) öff­ne. Die Ver­ord­nung schlie­ße den tou­ris­ti­schen Betrieb von Cam­ping­plät­zen aus­drück­lich aus. Zur effek­ti­ven Abwehr von Gefah­ren der Gesund­heit der Bevöl­ke­rung durch COVID-19 und unter Berück­sich­ti­gung der grund­recht­lich geschütz­ten Berufs­frei­heit des Cam­ping­platz­be­trei­bers sei die Unter­sa­gung der Nut­zung der Cam­ping­an­la­ge durch Dau­er­cam­per nicht zu bean­stan­den. Anders als für Feri­en­woh­nun­gen las­se sich näm­lich die not­wen­di­ge Abgren­zung von Cam­pern auf der Anla­ge nicht her­stel­len.

Die voll­stän­di­ge Schlie­ßung des Gas­tro­no­mie­be­triebs auch hin­sicht­lich des Stra­ßen­ver­kaufs von ver­zehr­fer­ti­gen Spei­sen und Geträn­ken dür­fe von dem Antrag­stel­ler hin­ge­gen nicht gefor­dert wer­den. Der Stra­ßen­ver­kauf sei nach der Coro­na-Bekämp­fungs­ver­ord­nung des Lan­des mög­lich. Ange­sichts die­ser nor­ma­ti­ven Inter­es­sen­be­wer­tung kön­ne von dem Spei­sen­an­bie­ter kein Ver­hal­ten ver­langt wer­den, das auf einen Ver­zehr der gekauf­ten Spei­sen zu Hau­se hin­wir­ke. In Rhein­land-Pfalz gel­te kei­ne Aus­gangs­sper­re, son­dern eine Kon­takt­be­schrän­kung, die auch den Ver­zehr von Spei­sen in der Öffent­lich­keit nicht grund­sätz­lich unter­bin­de. Deren Kon­trol­le sei auch hier Auf­ga­be der zustän­di­gen Behör­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz, Beschluss vom 24. April 2020 – 1 L 253/​20.MZ