Spiel­hal­len in Ber­lin

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat die Beru­fun­gen von drei Spiel­hal­len­be­trei­bern zurück­ge­wie­sen, die gel­tend gemacht hat­ten, zahl­rei­che Bestim­mun­gen des im Som­mer 2011 in Kraft getre­te­nen Spiel­hal­len­ge­set­zes Ber­lin nicht beach­ten zu müs­sen.

Spiel­hal­len in Ber­lin

Nach dem Spiel­hal­len­ge­setz Ber­lin unter­lie­gen Betrei­ber von Spiel­hal­len in Ber­lin zahl­rei­chen Restrik­tio­nen, die zuvor nicht gal­ten. Nach den neu­en – teils mit Über­gangs­re­ge­lun­gen ver­se­he­nen – Bestim­mun­gen erlö­schen die nach altem Recht erteil­ten Spiel­hal­len­er­laub­nis­se. Bei der Neu­er­tei­lung sol­cher Erlaub­nis­se sind sodann bestimm­te Vor­ga­ben zu beach­ten, die im zuvor gel­ten­den Recht kei­ne Ent­spre­chung hat­ten. So ist es künf­tig etwa ver­bo­ten, meh­re­re Spiel­hal­len an einem Stand­ort zu betrei­ben. Spiel­hal­len müs­sen zudem zuein­an­der grund­sätz­lich einen Min­dest­ab­stand von 500 Metern ein­hal­ten und dür­fen nicht in räum­li­cher Nähe zu Ein­rich­tun­gen für Kin­der und Jugend­li­che lie­gen. Außer­dem dür­fen Spiel­hal­len künf­tig nur noch mit weni­ger Spiel­ge­rä­ten als frü­her ver­se­hen wer­den, wobei das Spiel­hal­len­ge­setz Ber­lin vor­gibt, auf wel­che Wei­se die Gerä­te auf­ge­stellt wer­den müs­sen. Die unent­gelt­li­che Abga­be von Spei­sen und Geträn­ken in Spiel­hal­len ist ver­bo­ten.

Die Klä­ge­rin­nen waren der Mei­nung, die­se Rege­lun­gen könn­ten ihnen gegen­über kei­ne Anwen­dung fin­den, weil der Ber­li­ner Gesetz­ge­ber nicht berech­tigt gewe­sen sei, sie zu erlas­sen. Die Befug­nis hier­zu habe allen­falls der Bun­des­ge­setz­ge­ber. Davon abge­se­hen grif­fen die frag­li­chen Bestim­mun­gen unver­hält­nis­mä­ßig in ihre Grund­rech­te – ins­be­son­de­re in ihre Berufs­frei­heit – ein.

Die­ser Auf­fas­sung hat sich das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg nicht ange­schlos­sen. Eine Vor­la­ge an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, das allein zur Ver­wer­fung ver­fas­sungs­wid­ri­ger Geset­ze befugt ist, schei­de aus, weil das Spiel­hal­len­ge­setz Ber­lin ver­fas­sungs­ge­mäß sei. Denn der Ber­li­ner Gesetz­ge­ber sei durch die den Län­dern im Zuge der Föde­ra­lis­mus­re­form über­tra­gen­de Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit für das "Recht der Spiel­hal­len" zum Erlass der Bestim­mun­gen befugt gewe­sen. Die Nor­men sei­en ange­sichts des mit ihnen ver­folg­ten über­ra­gend wich­ti­gen Ziels der Spiel­sucht­prä­ven­ti­on auch mate­ri­ell gerecht­fer­tigt.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ‑Bran­den­burg, Urtei­le vom 11. Juni 2015 – OVG 1 B 5.2013; OVG 1 B 13.2013 und OVG 1 B 23.2014

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 05.06.2013, Az.: XII ZB 635/​12[]