Sportunterricht – getrennt nach Mädchen und Jungen

Ein in Übereinstimmung mit dem Berliner Rahmenlehrplan für die Sekundarstufe I nach Geschlechtern getrennter Unterricht ist zulässig, sofern dies pädagogisch sinnvoll ist und einer zielgerichteten Förderung dient.

Sportunterricht – getrennt nach Mädchen und Jungen

So das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in dem hier vorliegenden Fall, in dem die Eltern zweier Mädchen erreichen wollten, dass die Schule ihrer Töchter verpflichtet wird, ihnen ein Wahlrecht zur Teilnahme am Sportunterricht der Jungen einzuräumen. Nachdem das Verwaltungsgericht Berlin bereits entschieden hatte, dass Schülerinnen und Schüler an Berliner Schulen keinen Anspruch auf koedukativen Sportunterricht haben, verfolgten die Eltern ihr Ziel vor dem Oberverwaltungsgericht weiter.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg ist das pädagogische Konzept der Schule, das in Übereinstimmung mit dem Berliner Rahmenlehrplan für die Sekundarstufe I – Sport – einen nach Geschlechtern getrennten Unterricht vorsieht, mit dem Berliner Schulgesetz vereinbar. Danach ist ein nach Geschlechtern getrennter Unterricht zulässig, sofern dies pädagogisch sinnvoll ist und einer zielgerichteten Förderung dient.

Ob diese Voraussetzungen vorliegen, dürfen die Verwaltungsgerichte nur eingeschränkt nachprüfen, weil der Schule insoweit ein so genannter Beurteilungsspielraum eingeräumt ist. Dieser Beurteilungsspielraum sei bei monoedukativem Sportunterricht – zumal in der Sekundarstufe I – nicht überschritten, weil die Vor- und Nachteile koedukativen Unterrichts in der Fachwissenschaft kontrovers diskutiert würden. Es lasse sich nicht verlässlich feststellen, welche Unterrichtsform in wissenschaftlicher Hinsicht eindeutig vorzuziehen sei, um eine gleichberechtigte Entwicklungsförderung von Mädchen und Jungen zu erreichen und Geschlechtergrenzen zu überwinden. Aus diesem Grund verstoße die gesetzlich vorgesehene Möglichkeit zur Durchführung monoedukativen Unterrichts auch nicht gegen den verfassungsrechtlich garantierten Gleichheitsgrundsatz, wonach Männer und Frauen gleichberechtigt seien und niemand wegen seines Geschlechts benachteiligt werden dürfe.

Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 18. September 2013 – 3 S 52.13