Sport­wet­ten­mo­no­pol in Sach­sen-Anhalt

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt in Mag­de­burg hat in einer aktu­el­len Ent­schei­dung die Recht­mä­ßig­keit des im Land Sach­sen-Anhalt gel­ten­den staat­li­chen Mono­pols für die Ver­an­stal­tung und Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten bestä­tigt.

Sport­wet­ten­mo­no­pol in Sach­sen-Anhalt

Die in Ber­lin ansäs­si­ge Klä­ge­rin hat­te Ende 2004 beim Innen­mi­nis­te­ri­um des Lan­des Sach­sen-Anhalt unter ande­rem unter Beru­fung auf die euro­pa­recht­li­che Dienst­leis­tungs­frei­heit die Fest­stel­lung bean­tragt, dass sie für die Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten an ein in Gibral­tar ansäs­si­ges Unter­neh­men kei­ner Erlaub­nis bedarf bzw. bean­tragt, dass ihr eine ent­spre­chen­de glücks­spiel­recht­li­che Erlaub­nis zu ertei­len ist.

Nach­dem das Innen­mi­nis­te­ri­um die Anträ­ge abge­lehnt hat­te, hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg gleich­falls die gegen die­se Ableh­nung erho­be­ne Kla­ge abge­lehnt [1]. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt hat die gegen das Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Mag­de­burg gerich­te­te Beru­fung der Klä­ge­rin nun eben­falls zurück­ge­wie­sen.

Die von der Klä­ge­rin erho­be­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen und euro­pa­recht­li­chen Beden­ken gegen das gesetz­li­che Ver­bot der Ver­mitt­lung an im EU-Aus­land ansäs­si­ge pri­va­te Ver­an­stal­ter von Sport­wet­ten sind nach Über­zeu­gung des Mag­de­bur­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richts nicht durch­grei­fend. Die Beschrän­kung der Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten nur an einen staat­lich beherrsch­ten Anbie­ter sei auch unter Beach­tung der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts und des Euro­päi­schen Gerichts­ho­fes nicht zu bean­stan­den.

Auf die Kri­tik der Klä­ge­rin an der Pri­va­ti­sie­rung der Spiel­ban­ken in Sach­sen-Anhalt und das nach ihrer Auf­fas­sung über­di­men­sio­nier­te Netz der vom staat­li­chen Mono­pol­an­bie­ter vor­ge­hal­te­nen Lot­te­rie­an­nah­me­stel­len sowie die nach Auf­fas­sung der Klä­ge­rin nur ver­gleichs­wei­se gerin­gen staat­li­chen Aus­ga­ben zur Sucht­prä­ven­ti­on kom­me es im Ergeb­nis nicht an, da nur für den Bereich der Sport­wet­ten zu prü­fen sei, ob die recht­li­che und tat­säch­li­che Aus­ge­stal­tung des staat­li­chen Mono­pols an den Zie­len des Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges, ins­be­son­de­re Bekämp­fung der Spiel­sucht und Kana­li­sie­rung des in der Bevöl­ke­rung vor­han­de­nen Spiel­trie­bes, aus­ge­rich­tet sei. Die Aus­ge­stal­tung des Sport­wet­ten­mo­no­pols in Sach­sen-Anhalt sei unter Wür­di­gung der vom Gesetz­ge­ber und der Glücks­spiel­auf­sicht des Lan­des getrof­fe­nen Maß­nah­men nicht zu bean­stan­den.

Das Urteil ist nicht rechts­kräf­tig, das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che die Revi­si­on zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zuge­las­sen. Die Zulas­sung der Revi­si­on erfolg­te auch vor dem Hin­ter­grund, dass beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt bereits Revi­si­ons­ver­fah­ren hin­sicht­lich des Sport­wet­ten­mo­no­pols in ande­ren Bun­des­län­dern anhän­gig sind und der Euro­päi­sche Gerichts­hof vor­aus­sicht­lich frü­hes­tens im Som­mer 2010 in meh­re­ren Ver­fah­ren zur Ver­ein­bar­keit des in Deutsch­land gel­ten­den Sport­wet­ten­mo­no­pols mit dem Euro­päi­schen Gemein­schafts­recht ent­schei­den wird.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 17. Febru­ar 2010 – 3 L 6/​08

  1. VG Mag­de­burg, Urteil vom 13.09.2007 – 3 A 293/​05 MD[]