Sport­wet­ten­ver­mitt­lung nach Mal­ta

Die Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten an im EU-Aus­land kon­zes­sio­nier­te Anbie­ter setzt in Nord­rhein-West­fa­len der­zeit kei­ne glücks­spiel­recht­li­che Erlaub­nis vor­aus.

Sport­wet­ten­ver­mitt­lung nach Mal­ta

In dem hier vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len ent­schie­de­nen Fall hat­te ein pri­va­ter Wett­ver­mitt­lungs­be­trieb vor vie­len Jah­ren die Ertei­lung einer Erlaub­nis zur Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten an im EU-Aus­land kon­zes­sio­nier­te Anbie­ter bean­tragt. Die Erlaub­nis war unter Hin­weis auf das staat­li­che Sport­wet­ten­mo­no­pol abge­lehnt wor­den. Im gericht­li­chen Ver­fah­ren begehr­te die Ver­mitt­le­rin nun die Fest­stel­lung, dass sie ohne Erlaub­nis zur Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten berech­tigt sei.

Die Kla­ge hat­te in ers­ter Instanz beim Ver­wal­tungs­ge­richt Köln Erfolg 1. Auf die Beru­fung des Lan­des NRW hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter nun fest­ge­stellt, dass das Feh­len einer glücks­spiel­recht­li­chen Erlaub­nis die Sport­wet­ten­ver­mitt­le­rin bis zu einer Ände­rung der Sach- und Rechts­la­ge nicht dar­an hin­dert, Sport­wet­ten an im EU-Aus­land kon­zes­sio­nier­te Anbie­ter zu ver­mit­teln.

Im Lau­fe des gericht­li­chen Ver­fah­rens war der Glücks­spiel­staats­ver­trag in Kraft getre­ten und ein­mal geän­dert wor­den. Anstel­le des Sport­wet­ten­mo­no­pols war seit 2012 für eine sie­ben­jäh­ri­ge Expe­ri­men­tier­pha­se ein Kon­zes­si­ons­mo­dell getre­ten. Das für die Kon­zes­si­ons­er­tei­lung zustän­di­ge Land Hes­sen hat­te im August 2012 die Ertei­lung von bis zu 20 Kon­zes­sio­nen euro­pa­weit aus­ge­schrie­ben. Obwohl bereits über vier Jah­re ver­stri­chen sind, ist bis heu­te noch kei­nem pri­va­ten Wett­an­bie­ter eine Kon­zes­si­on erteilt wor­den. Im Kon­zes­si­ons­ver­fah­ren über­gan­ge­ne Bie­ter hat­ten bei den zustän­di­gen hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­rich­ten erfolg­reich gel­tend gemacht, dass das Kon­zes­si­ons­ver­fah­ren nicht trans­pa­rent durch­ge­führt wer­de. Da Erlaub­nis­se für Wett­ver­mitt­lungs­stel­len nach nord­rhein-west­fä­li­schem Lan­des­recht die Ertei­lung einer Kon­zes­si­on vor­aus­set­zen, konn­te auch für den Betrieb der Sport­wet­ten­ver­mitt­le­rin bis­lang kei­ne Sport­wett­ver­mitt­lungs­er­laub­nis erteilt wer­den.

Wegen des Anwen­dungs­vor­rangs des Euro­pa­rechts kann,so das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter in sei­ner Urteils­be­grün­dung, der Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten durch die Sport­wet­ten­ver­mitt­le­rin das Feh­len einer Erlaub­nis nicht ent­ge­gen gehal­ten wer­den. Denn für pri­va­te Wett­ver­mitt­lungs­stel­len in NRW steht der­zeit und auf abseh­ba­re Zeit kein trans­pa­ren­tes und euro­pa­rechts­kon­for­mes Erlaub­nis­ver­fah­ren zur Ver­fü­gung. Da dies zwi­schen der zustän­di­gen Erlaub­nis­be­hör­de des Lan­des NRW und der Sport­wet­ten­ver­mitt­le­rin umstrit­ten war, bestand ein berech­tig­tes Inter­es­se an der gericht­li­chen Fest­stel­lung.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urtei­le vom 23. Janu­ar 2017 – 4 A 3244/​06

  1. VG Köln – 1 K 1030/​05[]