Staat­li­che Aner­ken­nung pri­va­ter Berufs­schu­len

Die Voll­zugs­ver­ord­nung zum Pri­vat­schul­ge­setz, nach der Vorraus­set­zung für die Ver­lei­hung der Eigen­schaft einer staat­lich aner­kann­ten Pri­vat­schu­le ein Anteil von min­des­tens 2/​3 der ein­ge­setz­ten Lehr­kräf­te einer pri­va­ten Schu­le die Anstel­lungs­fä­hig­keit für das ent­spre­chen­de Lehr­amt an öffent­li­chen Schu­len besit­zen müs­sen, ist ver­fas­sungs­kon­form.

Staat­li­che Aner­ken­nung pri­va­ter Berufs­schu­len

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­gen zwei­er Trä­ger pri­va­ter beruf­li­cher Schu­len gegen das Land Baden-Würt­tem­berg auf staat­li­che Aner­ken­nung ihrer Pri­vat­schu­len in Stutt­gart, Aalen und Böb­lin­gen abge­wie­sen. Die Schul­trä­ger woll­ten mit ihren Kla­gen errei­chen, dass ihrem Kauf­män­ni­schen Berufs­kol­leg die Eigen­schaft einer staat­lich aner­kann­ten Pri­vat­schu­le ver­lie­hen wird. Denn erst mit die­ser Ver­lei­hung erhal­ten die Pri­vat­schu­len die Befug­nis, Prü­fun­gen abzu­hal­ten und Zeug­nis­se zu ertei­len.

Das Regie­rungs­prä­si­di­um Stutt­gart hat­te die staat­li­che Aner­ken­nung mit der Begrün­dung abge­lehnt, dass nach der vor­ge­leg­ten Leh­rer­lis­te nicht min­des­tens 2/​3 der ein­ge­setz­ten Lehr­kräf­te die Anstel­lungs­fä­hig­keit für das ent­spre­chen­de Lehr­amt an öffent­li­chen Schu­len besit­zen wür­den, d.h. kei­ne Lauf­bahn­prü­fung für ein Lehr­amt an beruf­li­chen Schu­len oder eine päd­ago­gi­sche Schu­lung abge­legt hät­ten. Die Klä­ger sind dage­gen der Auf­fas­sung, dass die­se auf der Voll­zugs­ver­ord­nung zum Pri­vat­schul­ge­setz gestütz­te 2/​3‑Vorgabe gegen die ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­te Pri­vat­schul­frei­heit ver­sto­ße. Ihnen sei es fak­tisch unmög­lich, im gefor­der­ten 2/​3‑Umfang Leh­rer mit 2. Staats­ex­amen auf dem leer­ge­feg­ten Berufs­schul­leh­rer­markt zu gewin­nen.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Stutt­gart sei die auf der Voll­zugs­ver­ord­nung zum Pri­vat­schul­ge­setz gestütz­te 2/​3‑Vorgabe ver­fas­sungs­kon­form und gül­tig und ver­sto­ße auch nicht gegen die ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­te Pri­vat­schul­frei­heit. Daher hät­ten die Klä­ger kei­nen Anspruch auf Ver­lei­hung der Eigen­schaft einer staat­lich aner­kann­ten Pri­vat­schu­le für ihre Schu­len, da an die­sen Schu­len nach den vor­ge­leg­ten Leh­rer­lis­ten nicht min­des­tens 2/​3 der ein­ge­setz­ten Lehr­kräf­te die Anstel­lungs­fä­hig­keit für das ent­spre­chen­de Lehr­amt an öffent­li­chen Schu­len besit­zen wür­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 25. Okto­ber 2012 – 12 K 713/​12, 12 K 793/​12 und 12 K 2217/​12