Stra­ßen­aus­bau 1998 – Stra­ßen­aus­bau­bei­trags­be­scheid 2012

Die 10-Jah­res-Aus­schluss­frist für Abga­ben­fest­set­zung in § 13b KAG des Lan­des Sach­sen-Anhalt ist nach Ein­schät­zung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts des Lan­des Sach­sen-Anhalt ver­fas­sungs­ge­mäß.

Stra­ßen­aus­bau 1998 – Stra­ßen­aus­bau­bei­trags­be­scheid 2012

In dem dem Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts zugrun­de lie­gen­den Beru­fungs­ver­fah­ren wen­den sich Grund­stücks­ei­gen­tü­mer gegen den Bescheid einer Gemein­de, mit dem sie im Sep­tem­ber 2012 für den in den Jah­ren 1995 bis 1998 erfolg­ten Aus­bau der Stra­ßen­be­leuch­tung zu einem Stra­ßen­aus­bau­bei­trag her­an­ge­zo­gen wor­den sind. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat ent­schie­den, dass die Abga­ben­fest­set­zung recht­mä­ßig erfolgt ist, weil die zehn­jäh­ri­ge Frist des § 13b Satz 1 KAG LSA als zeit­li­che Ober­gren­ze für den Vor­teils­aus­gleich jeden­falls gemäß der in § 18 Abs. 2 KAG LSA bestimm­ten Über­gangs­re­ge­lung, wonach die Aus­schluss­frist nicht vor Ablauf des 31.12 2015 endet, noch nicht abge­lau­fen ist.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts tra­gen die §§ 13b, 18 Abs. 2 KAG LSA, die durch das Gesetz zur Ände­rung kom­mu­nal­ab­ga­ben­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 17.12 2014 ein­ge­fügt wor­den und am 24.12 2014 in Kraft getre­ten sind, dem rechts­staat­li­chen Gebot der Belas­tungs­klar­heit und ‑vor­her­seh­bar­keit hin­rei­chend Rech­nung. Die gewähl­te Aus­schluss­frist von grund­sätz­lich 10 Jah­ren ab Ein­tritt der Vor­teils­la­ge, die jedoch nicht vor dem Ende des Jah­res 2015 abläuft und daher im Ein­zel­fall auf Grund des erst­ma­li­gen Inkraft­tre­tens des KAG LSA im Jah­re 1991 bis zu 24, 5 Jah­re betra­gen kann, hal­te sich im Rah­men des dem Gesetz­ge­ber inso­weit nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 05.03.2013 zuste­hen­den wei­ten Gestal­tungs­spiel­raums und belas­te die Abga­ben­pflich­ti­gen nicht unzu­mut­bar. Durch die 10-Jah­res-Aus­schluss­frist, die zwar (teil­wei­se deut­lich) kür­zer ist als ver­gleich­ba­re Rege­lun­gen in ande­ren Bun­des­län­dern, wür­den auch die bei­trags­er­he­ben­den Kör­per­schaf­ten nicht in ver­fas­sungs­recht­lich unzu­läs­si­ger Wei­se belas­tet. Auch wenn es aus den ver­schie­dens­ten Grün­den zu einer Ver­zö­ge­rung der Erhe­bung von Bei­trä­gen kom­men kön­ne, die der zustän­di­gen Kör­per­schaft nicht anzu­las­ten ist, habe der Gesetz­ge­ber mit der gewähl­ten Frist, die jeden­falls mehr als dop­pelt so lang ist wie die Fest­set­zungs­ver­jäh­rungs­frist, die Inter­es­sen des ein­zel­nen Abga­ben­schuld­ners sehr hoch gewich­ten dür­fen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 4. Juni 2015 – 4 L 24/​14