Stra­ßen­bau auf Abwe­gen

Nicht nur die Stra­ßen­be­nut­zer ver­fah­ren sich manch­mal, auch die Stra­ßen­er­bau­er lie­gen nicht immer rich­tig. Ver­le­gen sie die Stra­ße jedoch ver­se­hent­lich teil­wei­se auf Pri­vat­grund­stü­cken, müs­sen sie die­se wie­der zurück­bau­en, wie aktu­ell ein Rechts­streit vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Trier um eine Stra­ße in dem Eifel­städt­chen Neu­er­burg zeigt. Nach dem Urteil der Trie­rer Ver­wal­tungs­rich­ter muss die Stadt Neu­er­burg den Stra­ßen­ober­be­lag der Gemein­de­stra­ße „Am Son­nen­hang” wie­der ent­fer­nen, soweit er über drei Pri­vat­grund­stü­cke ver­läuft.

Stra­ßen­bau auf Abwe­gen

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier gab damit dem Kla­ge­be­geh­ren eines Grund­stücks­ei­gen­tü­mers statt, des­sen bis­her nicht bebau­te Grund­stü­cke Mit­te der sieb­zi­ger Jah­re im Zuge der Erschlie­ßung des Bau­ge­biets „Plasch­ei­der Berg” infol­ge eines Ver­mes­sungs­feh­lers auf einem Strei­fen in einer Grö­ßen­ord­nung von ins­ge­samt ca. 140 qm mit der Gemein­de­stra­ße „Am Son­nen­hang” über­baut wor­den waren. Der Feh­ler wur­de erst im Jah­re 2004 anläss­lich Gebäu­de­ein­mes­sungs­ar­bei­ten durch das Katas­ter- und Ver­mes­sungs­amt Prüm fest­ge­stellt und dem Grund­stücks­ei­gen­tü­mer mit­ge­teilt. In der Fol­ge fan­den außer­ge­richt­li­che Ver­hand­lun­gen zwi­schen den Betei­lig­ten statt. Mit der Begrün­dung, dass die Inan­spruch­nah­me sei­ner Pri­vat­flä­chen ohne sei­ne Ein­wil­li­gung erfolgt sei und die Grund­stü­cke kei­ner ver­nünf­ti­gen Bebau­ung mehr zugäng­lich sei­en, hat der Klä­ger nach Schei­tern der Ver­hand­lun­gen schließ­lich auf Ent­fer­nung des Stra­ßen­ober­be­lags geklagt.

Zu Recht, urteil­ten die Trie­rer Ver­wal­tungs­rich­ter: Mit der Inan­spruch­nah­me der Pri­vat­grund­stü­cke habe die beklag­te Stadt Neu­er­burg Eigen­tums­rech­te in rechts­wid­ri­ger Wei­se ver­letzt, wobei es recht­lich uner­heb­lich sei, dass die pri­va­ten Grund­stücks­flä­chen ledig­lich ver­se­hent­lich in Anspruch genom­men wor­den sei­en. Der die Besei­ti­gung des rechts­wid­ri­gen Zustan­des ver­lan­gen­de Fol­gen­be­sei­ti­gungs­an­spruch sei auch nicht – wie von der beklag­ten Stadt ver­tre­ten – durch Ver­jäh­rung erlo­schen. Wäh­rend der Dau­er der außer­ge­richt­li­chen Ver­hand­lun­gen sei die ansons­ten zum 31. Dezem­ber 2007 enden­de Ver­jäh­rungs­frist gehemmt wor­den, sodass im maß­geb­li­chen Zeit­punkt der Kla­ge­er­he­bung noch kei­ne Ver­jäh­rung ein­ge­tre­ten gewe­sen sei.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 8. Febru­ar 2010 – 5 K 622/​09.TR