Stra­ßen­bau­bei­trag – und das Hin­ter­lie­ger­grund­stück

Die Recht­fer­ti­gung, ein Grund­stück zu einem Aus­bau­bei­trag zu ver­an­la­gen und es dem­ge­mäß bei der Ver­tei­lung des umla­ge­fä­hi­gen Auf­wan­des zu berück­sich­ti­gen, ergibt sich aus einer Son­der­vor­tei­le ver­mit­teln­den, vor­teils­re­le­van­ten Inan­spruch­nah­me­mög­lich­keit.

Stra­ßen­bau­bei­trag – und das Hin­ter­lie­ger­grund­stück

Vor­teils­re­le­vant in die­sem Sin­ne ist eine Inan­spruch­nah­me­mög­lich­keit, die für bestimm­te Grund­stü­cke im Ver­hält­nis zu allen ande­ren des­halb beson­ders vor­teil­haft ist, weil auf­grund der räum­lich engen Bezie­hung die­ser Grund­stü­cke zur aus­ge­bau­ten Anla­ge erfah­rungs­ge­mäß ange­nom­men wer­den kann, die­se wer­de von ihnen aus in stär­ke­rem Umfang in Anspruch genom­men als von ande­ren Grund­stü­cken, füh­re also für sie zu einer Stei­ge­rung ihres Gebrauchs­werts, die für die ande­ren Grund­stü­cke nicht in ver­gleich­ba­rer Wei­se ein­tritt.

Dabei kann auch sog. Hin­ter­lie­ger­grund­stü­cken eine vor­teils­re­le­van­te qua­li­fi­zier­te Inan­spruch­nah­me­mög­lich­keit ver­mit­telt wer­den. Aller­dings liegt eine Inan­spruch­nah­me­mög­lich­keit – sofern Anlie­ger- und Hin­ter­lie­ger­grund­stü­cke im Eigen­tum ver­schie­de­ner Per­so­nen ste­hen – nur dann vor, wenn die Zuwe­gung über ein unmit­tel­bar an der Stra­ße gele­ge­nes Grund­stück vor­aus­sicht­lich auf Dau­er besteht 1, denn bei dem bei­trags­re­le­van­ten Vor­teil han­delt es sich um einen Dau­er­vor­teil. Daher ist es erfor­der­lich, dass die Ver­bin­dung des Hin­ter­lie­ger­grund­stücks zur betref­fen­den Stra­ße recht­lich gesi­chert ist. Die­se Siche­rung kann regel­mä­ßig durch eine Grund­dienst­bar­keit oder die Ein­tra­gung einer Bau­last erfol­gen 2.

Ver­wal­tungs­ge­richt Greifs­wald, Beschluss vom 28. August 2015 – 3 B 522/​15 HGW

  1. zum Erschlie­ßungs­bei­trags­recht vgl. BVerwG, Urteil vom 08.05.2002 – 9 C 5.01 –, NVwZ-RR 2002, 770[]
  2. VG Greifs­wald, Urteil vom 26.07.2012 – 3 A 229/​09[]