Stra­ßen­mu­sik auf der Zeil – mit einem elek­tro­ni­schen Pia­no

Sieht ein Magis­trats­be­schluss vor, für bestimm­te Flä­chen im Innen­stadt­be­reich kei­ne Son­der­nut­zungs­ge­neh­mi­gun­gen zu ertei­len, kann die Son­der­nut­zungs­er­laub­nis für Stra­ßen­mu­sik ver­wei­gert wer­den.

Stra­ßen­mu­sik auf der Zeil – mit einem elek­tro­ni­schen Pia­no

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Frank­furt am Main in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Ver­wei­ge­rung der Son­der­nut­zungs­er­laub­nis für Stra­ßen­mu­sik im Bereich der Zeil in Frank­furt a.M. als recht­mä­ßig ange­se­hen. Der Klä­ger ist ein Musi­ker, der auf öffent­li­chen Stra­ßen und Flä­chen musi­ka­li­sche Dar­bie­tun­gen anbie­tet. Hier­zu benutzt er einen elek­tro­nisch ver­stärk­ten Flü­gel, der auf einem mit Rol­len aus­ge­stat­te­ten Anhän­ger befes­tigt ist. Auf die­se Wei­se kann er mit einem gewis­sen Auf­wand den Flü­gel zu dem vor­ge­se­he­nen Ort der Dar­bie­tun­gen trans­por­tie­ren. Der Klä­ger woll­te auf der Zeil im Bereich zwi­schen Lieb­frau­en­stra­ße und Kon­sta­bler­wa­che Musik machen und begehr­te zu die­sem Zweck die Son­der­nut­zungs­er­laub­nis, die ihm die beklag­te Stadt Frank­furt am Main ver­wei­gert hat. Er hat Kla­ge erho­ben.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richts Frank­furt a.M. aus­ge­führt, dass der Magis­trats­be­schluss aus dem Jahr 2007 für den Bereich der neu her­ge­stell­ten Flä­chen im Innen­stadt­be­reich – wozu die Stra­ßen­zü­ge Lieb­frau­en­berg und Kon­sta­bler­wa­che zäh­len -, kei­ne Ertei­lung von Son­der­nut­zungs­ge­neh­mi­gun­gen vor­sieht. Im Rah­men der hier zu tref­fen­den Ermes­sens­ent­schei­dung habe die Behör­de in nicht zu bean­stan­den­der Art und Wei­se das pri­va­te Inter­es­se des Klä­gers an einer über den all­ge­mei­nen Gebrauch hin­aus­ge­hen­den beson­de­ren Nut­zung gegen­über dem öffent­li­chen Inter­es­se an der unge­stör­ten Abwick­lung des Stra­ßen­ver­kehrs gerin­ger bewer­tet. Neben zen­tra­len stra­ßen­recht­li­chen Erwä­gun­gen dürf­ten auch bau­pla­ne­ri­sche, baupfle­ge­ri­sche und bau­ge­stal­te­ri­sche Gesichts­punk­te ein­be­zo­gen wer­den. In nicht zu bean­stan­den­der Art und Wei­se habe die Beklag­te auf die Ver­kehrs­be­deu­tung der Zeil zwi­schen Lieb­frau­en­stra­ße und Kon­sta­bler­wa­che hin­ge­wie­sen. Aus die­sem Grund sei auch der Magis­trats­be­schluss im Jahr 2007 ergan­gen.

Zu Recht habe die Beklag­te auch dar­auf hin­ge­wie­sen, dass für den Klä­ger eine Aus­nah­me nicht in Betracht zu zie­hen sei. Ansons­ten könn­te auch jeder ande­re Stra­ßen­mu­si­ker, der im ver­gleich­ba­ren Umfang eine Son­der­nut­zungs­er­laub­nis begeh­re, im Wege der Gleich­be­hand­lung für sich das glei­che Recht in Anspruch neh­men. Dann könn­te die Frank­fur­ter Zeil – wenn auch zeit­lich und ört­lich beschränkt -, auf Dau­er mit Son­der­nut­zun­gen ver­se­hen sein, die gro­ße Men­schen­an­samm­lung her­vor­ru­fen und damit den frei­en Stra­ßen­ver­kehr behin­dern könn­ten.

Das vom Klä­ger vor­ge­brach­te Argu­ment, dass sei­ne musi­ka­li­schen Dar­bie­tun­gen Beson­der­hei­ten auf­wie­sen, die eine Ver­gleich­bar­keit mit ande­ren Dar­stel­lern ver­bie­ten wür­den, über­zeug­te das Ver­wal­tungs­ge­richt nicht. Es konn­te nicht erken­nen, dass die stra­ßen­mu­si­ka­li­schen Betä­ti­gun­gen des Klä­gers sich von den­je­ni­gen ande­rer Inter­es­sen­ten, die im glei­chen Umfang Musik machen woll­ten, unter­schie­den.
Aus die­sem Grund konn­te der Kla­ge kein Erfolg beschie­den sein.

Ver­wal­tungs­ge­richt Frank­furt a.M., Urteil vom 4. Juli 2014 – 6 K 1807/​13.F