Streu­pflicht auf der Stra­ße

Pas­send zur Jah­res­zeit: Stra­ßen­be­nut­zer haben kei­nen Anspruch dar­auf, auf wel­che Wei­se die Gemein­de ihrer Pflicht zur Stra­ßen­rei­ni­gung ein­schließ­lich Win­ter­war­tung nach­kommt.

Streu­pflicht auf der Stra­ße

In einem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen ent­schie­de­nen Fall begehr­ten die Antrag­stel­ler von der in der Eifel gele­ge­nen Stadt Schlei­den, die vor ihrem Grund­stück ver­lau­fen­de Stra­ße mit Salz oder einem Lava­ge­misch zu streu­en.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen ver­wies dage­gen dar­auf, dass das Stra­ßen- und Wege­ge­setz des Lan­des zwar den Gemein­den eine Rei­ni­gungs­pflicht für bestimm­te Stra­ßen auf­er­legt und sie zudem dazu anhält, bei Schnee und Eis­glät­te zu räu­men und zu streu­en. Die­ser objek­ti­ven Pflicht ste­he jedoch kein ein­klag­ba­rer Anspruch des Stra­ßen­be­nut­zers bzw. Anlie­gers auf ord­nungs­ge­mä­ße Erfül­lung gegen­über. Erst wenn bei Nicht­er­fül­lung der Pflicht der Ein­zel­ne zu Scha­den kom­me, kön­ne der Betrof­fe­ne einen Scha­dens­er­satz­an­spruch gegen die Gemein­de gel­tend machen.

Eine kon­kre­te Gefahr für Leib oder Leben von Stra­ßen­be­nut­zern, die die Gemein­de aus­nahms­wei­se zu einem unver­züg­li­chen Ein­schrei­ten ver­pflich­tet hät­te, ver­moch­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen aber auch für die aktu­el­le Wet­ter­si­tua­ti­on in der Eifel nicht zu erken­nen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen, Beschluss vom 5. Janu­ar 2011 – 6 L 539/​10