Stu­di­en­gang­wech­sel und der Wech­sel des Auf­ent­halts­zwecks

Der Wech­sel des Stu­di­en­gangs von Rechts­wis­sen­schaft zu Islam­wis­sen­schaft und Geschich­te stellt vor­aus­sicht­lich einen Wech­sel des Auf­ent­halts­zwecks im Sin­ne von § 16 Abs. 2 Satz 1 Auf­en­thG dar. Für die Annah­me eines Aus­nah­me­falls vom Regel­ver­sa­gungs­grund des § 16 Abs. 2 Satz 1 Auf­en­thG ist aller Vor­aus­sicht nach kein Raum, weil das Nicht­er­rei­chen des ursprüng­lich ange­streb­ten Stu­di­en­ziels kei­nen aty­pi­schen Gesche­hens­ab­lauf dar­stellt.

Stu­di­en­gang­wech­sel und der Wech­sel des Auf­ent­halts­zwecks

Nach dem Regel­ver­sa­gungs­grund des § 16 Abs. 2 Satz 1 Auf­en­thG soll wäh­rend des Auf­ent­halts nach § 16 Abs. 1 oder 1a Auf­en­thG in der Regel kei­ne Auf­ent­halts­er­laub­nis für einen ande­ren Auf­ent­halts­zweck erteilt oder ver­län­gert wer­den, sofern nicht ein gesetz­li­cher Anspruch besteht.

Der vom Antrag­stel­ler vor­ge­nom­me­ne Wech­sel des Stu­di­en­gangs von Rechts­wis­sen­schaft zu Islam­wis­sen­schaft und Geschich­te stellt einen Wech­sel des Auf­ent­halts­zwecks im Sin­ne von § 16 Abs. 2 Satz 1 Auf­en­thG dar [1], zumal der Antrag­stel­ler das ursprüng­li­che Stu­di­um der Rechts­wis­sen­schaft vor­aus­sicht­lich wegen der Aus­sichts­lo­sig­keit, es erfolg­reich abzu­schlie­ßen, abge­bro­chen hat und ihm die bis­he­ri­gen Stu­di­en­leis­tun­gen nicht ange­rech­net wer­den kön­nen [2]. Für die Annah­me eines Aus­nah­me­falls vom Regel­ver­sa­gungs­grund des § 16 Abs. 2 Satz 1 Auf­en­thG ist im Fall des Antrag­stel­lers sehr wahr­schein­lich kein Raum, weil das Nicht­er­rei­chen des ursprüng­lich ange­streb­ten Stu­di­en­ziels kei­nen aty­pi­schen Gesche­hens­ab­lauf dar­stellt [3] Auch aus der Rege­lung in Nr. 16.2.5 der VV-Auf­en­thG, wonach ein Fach­rich­tungs­wech­sel aus­nahms­wei­se mög­lich sein soll, wenn die Gesamt­stu­di­en­dau­er zehn Jah­re nicht über­schrei­tet, kann sich kei­ne Aus­nah­me vom Regel­ver­sa­gungs­grund des § 16 Abs. 2 Auf­en­thG erge­ben [4].

Ver­wal­tungs­ge­richt Frei­burg, Beschluss vom 28. März 2012 – 4 K 333/​12

  1. vgl. hier­zu OVG NRW, Beschluss vom 21.11.2011 – 18 B 1220/​11; OVG Rhld.-Pf., Beschluss vom 10.12.2008, NVwZ-RR 2009, 305; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 19.02.2008, VBlBW 2008, 351; a. A. OVG Bre­men, Beschluss vom 08.02.2011 – 1 B 322/​10[]
  2. vgl. hier­zu Feh­ren­ba­cher, in: HTK-Aus­lR, Stand: 01.03.2012, Anm. 1 und 2.3 zu § 16 Abs. 2 Auf­en­thG, m.w.N.[]
  3. VG Müns­ter, Beschluss vom 10.11.2009 – 8 L 517/​09[]
  4. OVG NW, Beschluss vom 21.11.2011, a.a.O.; OVG Rhld.-Pf., Beschluss vom 10.12.2008, a.a.O.; a. A. BayVGH, Urteil vom 26.05.2011, AuAS 2011, 170[]