Stu­di­en­ge­bühr wäh­rend der Kin­der­er­zie­hung

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen hat jetzt den Kla­gen meh­re­rer Stu­den­tin­nen gegen die Uni­ver­si­tät Duis­burg – Essen auf Befrei­ung von der Stu­di­en­ge­bühr statt­ge­ge­ben. Die Stu­den­tin­nen hat­ten bei der Uni­ver­si­tät wegen der Pfle­ge und Erzie­hung ihrer min­der­jäh­ri­gen Kin­der einen Antrag auf Befrei­ung von den Stu­di­en­ge­büh­ren gestellt. Die­sen lehn­te die Uni­ver­si­tät ab, weil die Klä­ge­rin­nen bereits einen berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Abschluss in einem Erst­stu­di­um erwor­ben hat­ten. Die Uni­ver­si­tät berief sich auf § 3 der Stu­di­en­bei­trags- und Hoch­schul­ab­ga­ben­ver­ord­nung, der eine Befrei­ung für Stu­die­ren­de eines wei­te­ren Stu­di­ums aus­schlie­ße.

Stu­di­en­ge­bühr wäh­rend der Kin­der­er­zie­hung

Das Gericht erklär­te § 3 die­ser in ganz Nord­rhein – West­fa­len gel­ten­den Ver­ord­nung für nich­tig, weil das Stu­di­en­bei­trags- und Hoch­schul­ab­ga­ben­ge­setz eine Befrei­ung wegen der Pfle­ge und Erzie­hung min­der­jäh­ri­ger Kin­der umfas­send, also auch für das Zweit­stu­di­um, vor­se­he. Das zustän­di­ge Minis­te­ri­um dür­fe die­se lan­des­ge­setz­li­che Rege­lung nicht durch eine Ver­ord­nung ein­schrän­ken.

Die Urtei­le sind noch nicht rechts­kräf­tig, das VG hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Sache die Beru­fung zum Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein – West­fa­len zuge­las­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen, Urtei­le vom 28. Janu­ar 2009 – 4 K 1378/​07 u.a.