Stutt­gart 21 in Karls­ru­he

Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt blieb jetzt eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen den Wei­ter­bau von Stutt­gart 21 ohne Erfolg, das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nahm die Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung an.

Stutt­gart 21 in Karls­ru­he

Der Beschwer­de­füh­rer ist Eigen­tü­mer einer Woh­nung in einem Gebäu­de in Stutt­gart, des­sen Abbruch der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss des Eisen­bahn-Bun­des­amts vom 28.01.2005 über die „Tal­que­rung mit neu­em Haupt­bahn­hof“ als not­wen­di­ge Fol­ge­maß­nah­me vor­sieht. Gegen den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss hat­te der Beschwer­de­füh­rer in den Jah­ren 2005 und 2006 erfolg­los geklagt [1]. Im Mai 2012 bean­trag­te er beim Eisen­bahn-Bun­des­amt die Auf­he­bung des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses. Im Juni 2012 stell­te er zur Siche­rung des von ihm gel­tend gemach­ten Auf­he­bungs­an­spruchs einen Antrag auf Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes. Die­sen Antrag lehn­te der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg ab [2]. Hier­ge­gen rich­tet sich die Ver­fas­sungs­be­schwer­de, mit der der Beschwer­de­füh­rer eine Ver­let­zung sei­ner Rech­te aus Art.19 Abs. 4 Satz 1, Art. 14 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3, Art. 3 Abs. 1 und Art. 103 Abs. 1 GG rügt.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men:

Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat nicht ver­kannt, dass der ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­te Schutz des Eigen­tums (Art. 14 GG) es trotz Rechts­kraft eines Urteils über die Kla­ge gegen einen Plan­fest­stel­lungs­be­schluss, der ent­eig­nungs­recht­li­che Vor­wir­kung ent­fal­tet, ver­bie­tet, eine Ent­eig­nung zur Ver­wirk­li­chung des mit dem Plan­fest­stel­lungs­be­schluss zuge­las­se­nen Vor­ha­bens anzu­ord­nen, wenn fest­steht, dass die­se Ent­eig­nung auf­grund nach­träg­lich ein­ge­tre­te­ner Ände­run­gen der Sach- oder Rechts­la­ge nicht mehr dem Gemein­wohl die­nen wür­de [3]. Dass der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof die begehr­te Auf­he­bung des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses nur nach Maß­ga­be der in der ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung aner­kann­ten Grund­sät­ze für die Über­win­dung rechts­kräf­tig bestä­tig­ter Plan­fest­stel­lungs­be­schlüs­se zulässt, ist von Ver­fas­sungs wegen nicht zu bean­stan­den. Ob die Vor­aus­set­zun­gen für eine sol­che Auf­he­bung im kon­kre­ten Fall vor­la­gen, ist in ers­ter Linie eine Fra­ge der Wür­di­gung des Sach­ver­halts und der Aus­le­gung und Anwen­dung des ein­fa­chen Rechts, die nur in engen Gren­zen ver­fas­sungs­ge­richt­li­cher Kon­trol­le zugäng­lich sind [4]. Für eine Ver­let­zung spe­zi­fi­schen Ver­fas­sungs­rechts ist hier nichts ersicht­lich.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 17. April 2013, 1 BvR 2614/​12

  1. vgl. VGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 06.04.2006 – 5 S 848/​05[]
  2. VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 13.08.2012 – 5 S 1200/​12[]
  3. vgl. dazu BVerfG, Beschluss vom 19.09.2007 – 1 BvR 1698/​04; sowie für den Fall der Rückent­eig­nung BVerfGE 38, 175, 181[]
  4. vgl. BVerfGE 18, 85, 92 f.; stRspr[]