Sym­pa­thie für Akti­vi­tä­ten jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­scher Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen – und die bereits erfolg­te Ein­bür­ge­rung

Der Begriff des Unter­stüt­zens von ver­fas­sungs­feind­li­chen bzw. extre­mis­ti­schen Akti­vi­tä­ten gemäß § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG umfasst die Ver­öf­fent­li­chung von Ein­trä­gen und Bil­dern sowie „Likes” für sol­che Ein­trä­ge und Bil­der in sozia­len Netz­wer­ken im Inter­net, mit denen Sym­pa­thie für Akti­vi­tä­ten von jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­schen Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen zum Aus­druck gebracht wird.

Sym­pa­thie für Akti­vi­tä­ten jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­scher Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen – und die bereits erfolg­te Ein­bür­ge­rung

Für die Rück­nah­me gemäß § 35 Abs. 1 StAG sind grund­sätz­lich Akti­vi­tä­ten unbe­acht­lich, die der Ein­ge­bür­ger­te erst nach Voll­zug der Ein­bür­ge­rung auf­nimmt. Etwas ande­res kann gel­ten, wenn sich bei Betrach­tung von Akti­vi­tä­ten vor der Ein­bür­ge­rung und danach eine gewis­se Kon­stanz zeigt.

Lei­det der Aus­gangs­be­scheid an einem Ermes­sens­feh­ler, über­wiegt im Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes regel­mä­ßig das Aus­set­zungs­in­ter­es­se. Es ist weder erfor­der­lich, dass das erken­nen­de Gericht der Behör­de Gele­gen­heit zur Ergän­zung gemäß § 114 Satz 2 VwGO gibt, noch dass es den vor­läu­fi­gen Rechts­schutz zeit­lich bis zum Erlass eines Wider­spruchs­be­schei­des beschränkt.

Die nach § 10 StAG vor­ge­nom­me­ne (Anspruchs-)Einbürgerung des Antrag­stel­lers dürf­te nach sum­ma­ri­scher Prü­fung rechts­wid­rig i.S.v. § 35 Abs. 1 StAG gewe­sen sein. In dem hier vom Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg ent­schie­de­nen Fall eines IS-Anhän­gers dürf­te es nicht an einer der Ein­bür­ge­rungs­vor­aus­set­zun­gen des § 10 Abs. 1 StAG feh­len. Der Ein­bür­ge­rung dürf­te aber das Ein­bür­ge­rungs­ver­bot des § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG ent­ge­gen­ge­stan­den haben:

Zum maß­geb­li­chen Zeit­punkt ihrer Bekannt­ga­be dürf­ten sämt­li­che Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen des § 10 Abs. 1 StAG vor­ge­le­gen haben. Ins­be­son­de­re dürf­te es nicht an dem gemäß § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StAG erfor­der­li­chen Bekennt­nis zur frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung und der Erklä­rung zu etwai­gen ver­fas­sungs­feind­li­chen oder extre­mis­ti­schen Akti­vi­tä­ten (sog. Loya­li­täts­er­klä­rung) feh­len. Hier­bei dürf­te es sich bloß um eine for­mel­le Ein­bür­ge­rungs­vor­aus­set­zung han­deln1. Wenn bereits im Rah­men von § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StAG von der Ein­bür­ge­rungs­be­hör­de zu prü­fen und zu ent­schei­den wäre, ob das abge­ge­be­ne Bekennt­nis bzw. die Loya­li­täts­er­klä­rung inhalt­lich zutref­fend ist, wür­de § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG kei­ne eigen­stän­di­ge Bedeu­tung haben. Dass § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StAG – über die Anfor­de­run­gen des § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG hin­aus – eine ver­fas­sungs­freund­li­che Gesin­nung als mate­ri­el­le Vor­aus­set­zung der Ein­bür­ge­rung kon­sti­tu­iert, dürf­te nicht nahe lie­gen. Jen­seits inne­rer, nicht über­prüf­ba­rer men­ta­ler Vor­be­hal­te kann die Fra­ge, ob ein Bekennt­nis oder eine Loya­li­täts­er­klä­rung „wahr­heits­ge­mäß” ist, sinn­voll nur anhand tat­säch­li­cher Anhalts­punk­te geprüft und ent­schie­den wer­den und zwar im Rah­men der Prü­fung von § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG.

Nach Akten­la­ge dürf­te der Ein­bür­ge­rung zum Zeit­punkt ihres Voll­zu­ges ein Aus­schluss­grund nach § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG ent­ge­gen­ge­stan­den haben. Gemäß § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG ist die Ein­bür­ge­rung u.a. dann aus­ge­schlos­sen, wenn tat­säch­li­che Anhalts­punk­te die Annah­me recht­fer­ti­gen, dass der Aus­län­der Bestre­bun­gen ver­folgt oder unter­stützt hat, die gegen die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung, den Bestand oder die Sicher­heit des Bun­des oder eines Lan­des gerich­tet sind oder die durch die Anwen­dung von Gewalt aus­wär­ti­ge Belan­ge der Bun­des­re­pu­blik gefähr­den. Die in die­ser Vor­schrift zum Ein­bür­ge­rungs­ver­bot zusam­men­ge­fass­ten Vor­aus­set­zun­gen bezwe­cken, dass mit Blick auf § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StAG ein blo­ßes „Lip­pen­be­kennt­nis” nicht für die Ein­bür­ge­rung aus­reicht. Die Vor­schrift bewirkt eine Vor­ver­la­ge­rung des Schut­zes der in § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG genann­ten Schutz­gü­ter weit in das Vor­feld kon­kre­ter Sicher­heits­ge­fähr­dun­gen. Zweck der Bestim­mung ist es, die Ein­bür­ge­rung etwa von radi­ka­len Isla­mis­ten auch dann ver­hin­dern zu kön­nen, wenn ent­spre­chen­de Bestre­bun­gen nicht sicher nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen, aber zumin­dest der begrün­de­te Ver­dacht besteht, dass Bestre­bun­gen gegen Schutz­gü­ter unter­stützt wer­den, die für den deut­schen Staat wesent­lich sind2.

Bei sum­ma­ri­scher Prü­fung dürf­ten zumin­dest im Rah­men einer Gesamt­be­trach­tung der vor­ge­brach­ten Anknüp­fungs­tat­sa­chen und vor dem Hin­ter­grund der her­ab­ge­setz­ten Anfor­de­run­gen an ihren Nach­weis tat­säch­li­che Anhalts­punk­te die Annah­me recht­fer­ti­gen, dass der Antrag­stel­ler ver­fas­sungs­feind­li­che bzw. extre­mis­ti­sche Bestre­bun­gen unter­stützt hat.

Bei den Bestre­bun­gen, mit denen sich der Antrag­stel­ler beschäf­tigt haben soll, han­delt es sich um ver­fas­sungs­feind­li­che bzw. extre­mis­ti­sche Bestre­bun­gen i.S.v. § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG. Bestre­bun­gen gegen die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung sind gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 lit. c)) BVerfSchG sol­che poli­tisch bestimm­ten, ziel- und zweck­ge­rich­te­ten Ver­hal­tens­wei­sen in einem oder für einen Per­so­nen­zu­sam­men­schluss, der dar­auf gerich­tet ist, einen der in § 4 Abs. 2 BVerfSchG genann­ten Ver­fas­sungs­grund­sät­ze zu besei­ti­gen oder außer Gel­tung zu set­zen. Der Nach­weis, dass eine Orga­ni­sa­ti­on der­ar­ti­ge Zie­le ver­folgt, hat als geführt zu gel­ten, wenn und sobald sie ver­eins­recht­lich ver­bo­ten wor­den ist3. Dies ist mit Blick auf die jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­sche Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­onIsla­mi­scher Staat” (IS) der Fall. Mit Ver­fü­gung vom 12.09.2014 hat der Bun­des­mi­nis­ter des Innern die Betä­ti­gung des IS ver­bo­ten4. Der IS ver­folgt zudem Bestre­bun­gen, die durch die Anwen­dung von Gewalt aus­wär­ti­ge Belan­ge der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gefähr­den. Der­ar­ti­ge Bestre­bun­gen lie­gen bereits dann vor, wenn eine Orga­ni­sa­ti­on zwar nicht im Bun­des­ge­biet Gewalt anwen­det, wohl aber im Her­kunfts­land – wie hier in Syri­en und im Irak – gewalt­för­mig agiert. Zu den aus­wär­ti­gen Belan­gen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gehört das Bestre­ben, Gewalt­an­wen­dung jeden­falls außer­halb von staat­lich getra­ge­nen bewaff­ne­ten Inter­ven­tio­nen nach Maß­ga­be der UN-Char­ta als Mit­tel der Durch­set­zung poli­ti­scher, reli­giö­ser oder sons­ti­ger Inter­es­sen und Zie­le umfas­send zu ban­nen5. Auf­grund der Auf­ru­fe des IS an sei­ne Unter­stüt­zer, im west­li­chen Aus­land Anschlä­ge zu bege­hen6, ver­folgt der IS gleich­zei­tig Bestre­bun­gen, die gegen die Sicher­heit des Bun­des oder eines Lan­des gerich­tet sind.

Der jiha­dis­ti­sche Sala­fis­mus stellt auch im Übri­gen eine Bestre­bung dar, die gegen die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung gerich­tet ist7. Der Sala­fis­mus ver­folgt das Ziel, Staat, Rechts­ord­nung und Gesell­schaft nach einem sala­fis­ti­schen Regel­werk, das als „gott­ge­woll­te” Ord­nung ange­se­hen und pro­pa­giert wird, umzu­ge­stal­ten und befür­wor­tet dabei die Anwen­dung von Gewalt (ent­ge­gen § 4 Abs. 2 lit. f] BVerfSchG: Aus­schluss jeg­li­cher Gewalt- und Will­kür­herr­schaft). Für Sala­fis­ten ist Allah der ein­zi­ge Sou­ve­rän und die Scha­ria das von ihm offen­bar­te – und damit ein­zig legi­ti­me – Gesetz (ent­ge­gen § 4 Abs. 2 lit. b] BVerfSchG: Bin­dung der Gesetz­ge­bung an die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung und der voll­zie­hen­den Gewalt und der Recht­spre­chung an Gesetz und Recht). Demo­kra­tie ist in ihren Augen eine fal­sche „Reli­gi­on”. Geset­ze kön­nen der sala­fis­ti­schen Ideo­lo­gie zufol­ge nur von Gott kom­men (Prin­zip der gött­li­chen Sou­ve­rä­ni­tät) und nie­mals vom Volk. Die Volks­sou­ve­rä­ni­tät als wesent­li­ches Ele­ment der Demo­kra­tie west­li­cher Prä­gung (vgl. § 4 Abs. 2 lit. a] und lit. d] BVerfSchG) ist dem­nach unver­ein­bar mit dem reli­gi­ös argu­men­tie­ren­den Sala­fis­mus. Die sala­fis­ti­sche Ideo­lo­gie wider­spricht in wesent­li­chen Punk­ten (Gesell­schafts­bild, poli­ti­sches Ord­nungs­sys­tem, Gleich­be­rech­ti­gung, indi­vi­du­el­le Frei­heit) den Grund­prin­zi­pi­en der frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung8. Auch wei­te­re von dem Antrag­stel­ler ver­meint­lich bei Face­book mit einem „Like” ver­se­he­ne Orga­ni­sa­tio­nen ver­fol­gen der­ar­ti­ge Bestre­bun­gen: Bei der „al-Nus­ra-Front” han­delt es sich um einen Able­ger der Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on al-Qai­da9. Die in Nige­ria äußerst bru­tal agie­ren­de Orga­ni­sa­ti­on „Boko Haram” leg­te im März 2015 ihren Treue­eid auf den selbst­er­nann­ten IS-Kali­fen Bagh­da­di ab10. Die Ham­bur­ger „Dawa”(= Missionierung)-Gruppen wer­den eben­so wie die Grup­pen „Lies! Ham­burg” und „Jesus im Islam” auf­grund ihrer Nähe zur sala­fis­ti­schen Sze­ne vom Ham­bur­ger Ver­fas­sungs­schutz beob­ach­tet11.

Auf­grund der sum­ma­ri­schen Prü­fung und Wür­di­gung der in den vor­lie­gen­den Akten ent­hal­te­nen Fest­stel­lun­gen kommt das Gericht zu dem Schluss, dass unge­ach­tet ver­schie­de­ner Zwei­fel in tat­säch­li­cher Hin­sicht vie­les dafür spricht, dass der Antrag­stel­ler bereits im Zeit­raum vor der Ein­bür­ge­rung der­ar­ti­ge Bestre­bun­gen unter­stützt hat.

Aus­ge­hend vom oben­ge­nann­ten Zweck der Bestim­mung, einer Vor­ver­la­ge­rung des Schut­zes der in § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG genann­ten Schutz­gü­ter, ist eine Unter­stüt­zung jede eige­ne Hand­lung, die für Bestre­bun­gen i.S.v. § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG objek­tiv vor­teil­haft ist, d.h. sich in irgend­ei­ner Wei­se für die­se posi­tiv aus­wirkt12. Dazu zählt jedes Tätig­wer­den auch eines Nicht­mit­glieds, das die inne­re Orga­ni­sa­ti­on und den Zusam­men­halt der Ver­ei­ni­gung, ihren Fort­be­stand oder die Ver­wirk­li­chung ihrer inkri­mi­nier­ten Zie­le för­dert und damit ihre poten­zi­el­le Gefähr­lich­keit fes­tigt und ihr Gefähr­dungs­po­ten­ti­al stärkt13. Als Unter­stüt­zungs­hand­lun­gen gel­ten etwa die öffent­li­che oder nicht­öf­fent­li­che Befür­wor­tung von Bestre­bun­gen i.S.v. § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG, die Gewäh­rung finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung oder die Teil­nah­me an Akti­vi­tä­ten zur Ver­fol­gung oder Durch­set­zung der inkri­mi­nier­ten Zie­le14. Auf einen beweis- oder mess­ba­ren Nut­zen für die Ver­wirk­li­chung der miss­bil­lig­ten Zie­le kommt es dabei nicht an, weil schon die Erhö­hung des Gefähr­dungs­po­ten­ti­als die­ser Bestre­bun­gen ver­hin­dert wer­den soll15. Die Hand­lung muss dem Betrof­fe­nen nicht sub­jek­tiv vor­werf­bar sein16. Daher ist auch uner­heb­lich, ob die maß­geb­li­chen Hand­lun­gen straf­recht­lich rele­vant sind17. Aller­dings kann nicht jede Hand­lung, die sich zufäl­lig als für Bestre­bun­gen i.S.d. § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG objek­tiv vor­teil­haft erweist, als tat­be­stands­mä­ßi­ges Unter­stüt­zen sol­cher Bestre­bun­gen ver­stan­den wer­den. Bereits aus der Wort­be­deu­tung des Unter­stüt­zens ergibt sich, dass nur sol­che Hand­lun­gen ein Unter­stüt­zen sind, die eine Per­son für sie erkenn­bar und von ihrem Wil­len getra­gen zum Vor­teil der genann­ten Bestre­bun­gen vor­nimmt18.

Das Vor­lie­gen einer Unter­stüt­zungs­hand­lung muss nicht mit dem übli­chen Grad der Gewiss­heit fest­ge­stellt wer­den. Erfor­der­lich, aber auch aus­rei­chend, ist viel­mehr ein tat­sa­chen­ge­stütz­ter hin­rei­chen­der Ver­dacht19. All­ge­mei­ne Ver­dachts­mo­men­te, die nicht durch bezei­chen­ba­re, kon­kre­te Tat­sa­chen gestützt sind, genü­gen nicht. Die Annah­me darf nicht „aus der Luft” gegrif­fen bzw. will­kür­lich sein. Tat­säch­li­che Anhalts­punk­te, die eine ent­spre­chen­de Annah­me recht­fer­ti­gen, sind kon­kre­te auf den Ein­bür­ge­rungs­be­wer­ber bezo­ge­ne Umstän­de, die von der Ein­bür­ge­rungs­be­hör­de dar­ge­legt und einer Beweis­füh­rung zugäng­lich gemacht wer­den müs­sen.

Für die Rück­nah­me unbe­acht­lich sind dabei Akti­vi­tä­ten, die der Ein­ge­bür­ger­te erst nach Voll­zug der Ein­bür­ge­rung auf­nimmt. Sie indi­zie­ren ohne Hin­zu­tre­ten wei­te­rer, dann aber selb­stän­dig zu beur­tei­len­der Umstän­de wegen der nicht aus­zu­schlie­ßen­den Mög­lich­keit eines Sin­nes­wan­dels auch nicht, dass der Ein­ge­bür­ger­te wei­te­re (nicht bekann­te) Akti­vi­tä­ten bereits vor der Ein­bür­ge­rung ent­fal­tet hat20. Erge­ben sich tat­säch­li­che Anhalts­punk­te dafür, dass der Ein­ge­bür­ger­te erst (und nur) nach Voll­zug der Ein­bür­ge­rung ver­fas­sungs­feind­li­che Bestre­bun­gen unter­stützt hat, ist die Ein­bür­ge­rung recht­mä­ßig. Die Rück­nah­me gemäß § 35 StAG schei­det dann aus. Der Wider­ruf einer recht­mä­ßi­gen Ein­bür­ge­rung ist vor dem Hin­ter­grund von Art. 16 Abs. 1 GG aus­ge­schlos­sen. Inso­weit ist vor­lie­gend zu unter­schei­den zwi­schen Akti­vi­tä­ten, die vor dem Zeit­punkt des Ein­bür­ge­rungs­voll­zugs – hier dem 12.09.2014 – und sol­chen, die erst danach ent­fal­tet wur­den. Der wei­test­ge­hend pau­scha­le Ver­weis der Behör­de auf die Kla­ge­er­wi­de­rung in dem par­al­lel anhän­gi­gen ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren 19 K 3103/​15, in dem sich der Antrag­stel­ler u.a. gegen die Ent­zie­hung sei­nes Pas­ses wen­det, ist des­halb nicht ziel­füh­rend. Im Rah­men der §§ 7, 8 PassG kommt es anders als im Rah­men von § 35 StAG dar­auf an, ob im Zeit­punkt der Ver­wal­tungs­ent­schei­dung21 bestimm­te Tat­sa­chen die Annah­me begrün­den, dass der Betrof­fe­ne die inne­re oder äuße­re Sicher­heit oder sons­ti­ge erheb­li­che Belan­ge der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gefähr­det. Bei der Passent­zie­hung han­delt es sich um eine Maß­nah­me der Gefah­ren­ab­wehr. § 35 StAG ermög­licht hin­ge­gen die Rück­nah­me erschli­che­ner oder auf ver­gleich­bar vor­werf­ba­re Wei­se erwirk­ter Ein­bür­ge­run­gen und die Wie­der­her­stel­lung recht­mä­ßi­ger Zustän­de22.

Gemes­sen an die­sen Maß­stä­ben lie­gen Anknüp­fungs­tat­sa­chen für Unter­stüt­zungs­hand­lun­gen im obi­gen Sinn vor. Hier­zu im Ein­zel­nen:

Der Umstand, dass der Antrag­stel­ler dem Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz (LfV) seit Ende 2014 in Zusam­men­hang mit einer im Inter­net akti­ven Dawah-Grup­pe mit Bezug zum IS bekannt gewe­sen ist, wie es im Bescheid zur Passent­zie­hung heißt, ist zwar kein rele­van­ter Anknüp­fungs­punkt, denn nähe­re Anga­ben dazu, inwie­fern der Antrag­stel­ler die­se Grup­pe unter­stützt hat, lie­gen nicht vor.

Auch eine von der Behör­de behaup­te­te Aus­rei­se­be­reit­schaft des Antrag­stel­lers nach Syri­en – um sich dort dem IS anzu­schlie­ßen – dürf­te als Anknüp­fungs­punkt für die Annah­me einer Unter­stüt­zungs­hand­lung nicht aus­rei­chen. Die Aus­rei­se­be­reit­schaft wird von der Behör­de aus­schließ­lich auf die Aus­sa­ge einer Frau H gestützt, mit der der Antrag­stel­ler über ver­schie­de­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­for­men im Inter­net Kon­takt gehabt haben soll. Nach Anga­ben des LKA Baden-Würt­tem­berg sei Frau H selbst Sym­pa­thi­san­tin des IS. Im Tele­fon­buch ihres Mobil­te­le­fons wur­de eine Num­mer gefun­den, die dem Antrag­stel­ler zuzu­ord­nen ist. Frau H konn­te in ihrer Zeu­gen­be­fra­gung teil­wei­se zutref­fen­de Anga­ben über den Antrag­stel­ler machen (Alter, Wohn­ort, Aus­se­hen, Her­kunft). Es erscheint danach durch­aus plau­si­bel, dass sie Kon­takt zu dem Antrag­stel­ler hat­te und er ihr gegen­über geäu­ßert hat, nach Syri­en rei­sen zu wol­len, obwohl der IS „schlecht” sei. Wäh­rend sich in der Akte des LKA Baden-Würt­tem­berg von ande­ren Chats, die Frau H mit Sym­pa­thi­san­ten des IS geführt haben soll, Screen­shots fin­den, ist dies für den ver­meint­li­chen Chat mit dem Antrag­stel­ler jedoch nicht der Fall. Es ist auch nicht klar, ob Frau H die Äuße­rung in einem Whats­App-Chat, über ask.fm oder über ein ande­res Por­tal oder einen ande­ren Kom­mu­ni­ka­ti­ons­weg getä­tigt hat. Aus der Akte des LKA Baden-Würt­tem­berg zur Befra­gung von Frau H am 19.12 2014 ergibt sich zudem nicht, wann (vor oder nach Voll­zug der Ein­bür­ge­rung) das ent­spre­chen­de Gespräch statt­ge­fun­den haben soll. In einem Gesprächs­ver­merk des LfV heißt es, dass die Äuße­rung im Dezem­ber 2014 und damit nach Voll­zug der Ein­bür­ge­rung erfolg­te. Die in der Akte des LKA Baden-Würt­tem­berg doku­men­tier­te Aus­sa­ge dürf­te für sich genom­men – ins­be­son­de­re auch wegen ihrer inhalt­li­chen Wider­sprüch­lich­keit – daher nicht als Anhalts­punkt rei­chen. Der Sach­ver­halt wäre ggf. in einem Haupt­sa­che­ver­fah­ren durch Ver­neh­mung der Frau H als Zeu­gin auf­zu­klä­ren.

Bei der Gewahrs­am­nah­me des Antrag­stel­lers am 10.10.2014 han­delt es sich um einen Vor­gang, der nach dem Voll­zug der Ein­bür­ge­rung statt­fand und damit iso­liert betrach­tet nicht her­an­ge­zo­gen wer­den kann. Im Übri­gen bestehen nach Akten­la­ge kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass sich der Antrag­stel­ler im Okto­ber 2014 an den gewalt­sa­men Aus­schrei­tun­gen zwi­schen kur­di­schen Volks­zu­ge­hö­ri­gen und Ange­hö­ri­gen der isla­mis­ti­schen Sze­ne in St. Georg betei­ligt hat. Die Aus­schrei­tun­gen fan­den am 7. und 8.10.2014 statt. Der Antrag­stel­ler wur­de laut Poli­zei­be­richt am 10.10.2014 vor der Moschee „M” nach Been­di­gung des dor­ti­gen Frei­tags­ge­be­tes „als Teil einer rele­van­ten Per­so­nen­grup­pe fest­ge­stellt” und auf­grund einer bei ihm auf­ge­fun­de­nen Sturm­hau­be in Gewahr­sam genom­men, weil befürch­tet wur­de, dass er „bei wei­te­ren Zusam­men­rot­tun­gen sei­ne Iden­ti­tät durch das Tra­gen der Sturm­hau­be ver­schlei­ern will”. Es ist nicht erkenn­bar, inwie­fern der Antrag­stel­ler ein kon­kre­tes Ver­hal­ten beab­sich­tigt haben könn­te, das den o.g. Bestre­bun­gen för­der­lich gewe­sen wäre. Es gibt kei­ne Hin­wei­se dar­auf, dass es am 10.10.2014 über­haupt zu Aus­schrei­tun­gen – wie am 7. und 8.10.2014 – gekom­men ist oder kom­men soll­te23. Die Per­so­nen­kon­trol­len am 10.10.2014 hat die Poli­zei offen­bar unter dem Ein­druck der Gescheh­nis­se vom 07. und 8.10.2014 durch­ge­führt. Die blo­ße Anwe­sen­heit des Antrag­stel­lers vor einer Moschee in einem Gebiet, in dem es Tage zuvor zu Aus­schrei­tun­gen gekom­men ist, dürf­te für sich genom­men kei­nen tat­säch­li­chen Anhalts­punkt für eine Unter­stüt­zungs­hand­lung dar­stel­len. Etwas ande­res ergibt sich nicht dar­aus, dass bei dem Antrag­stel­ler eine Sturm­hau­be gefun­den wur­de. Im Eil­ver­fah­ren 19 E 3104/​15 hat­te der Antrag­stel­ler vor­ge­tra­gen, dass es sich bei der angeb­li­chen Sturm­hau­be um einen Gesichts­schutz han­de­le, den er beim Kart fah­ren kurz vor der Gewahrs­am­nah­me getra­gen habe. Auch der wei­te­re Vor­trag des Antrag­stel­lers, er habe den Imbiss sei­nes Vaters besu­chen wol­len, ist nicht gänz­lich von der Hand zu wei­sen. Die­ser ist nur weni­ge hun­dert Meter von der Moschee ent­fernt. Eine Berück­sich­ti­gung der Gewahrs­am­nah­me wäre nur im Rah­men einer Gesamt­schau mit Blick auf die vom Antrag­stel­ler gegen­über den Poli­zis­ten getä­tig­ten Äuße­run­gen (Erkun­di­gung nach Uhr­zeit und Him­mels­rich­tung zur Ori­en­tie­rung Rich­tung Mek­ka) mög­lich, soweit es um die Kon­ver­si­on des Antrag­stel­lers zum Islam geht.

Tat­säch­li­che Anhalts­punk­te für Unter­stüt­zungs­hand­lun­gen des Antrag­stel­lers für ver­fas­sungs­feind­li­che bzw. extre­mis­ti­sche Bestre­bun­gen dürf­ten sich aber aus des­sen Akti­vi­tä­ten im Inter­net erge­ben.

Es spricht auf­grund der Stel­lung­nah­me des LfV vie­les dafür, dass das Pro­fil „A R” dem Antrag­stel­ler zuzu­ord­nen ist. Es ist zwar nicht aus­zu­schlie­ßen, dass jemand aus dem Bekann­ten- oder Freun­des­kreis des Antrag­stel­lers die Pro­fi­le bei Face­book und ask.fm ein­ge­rich­tet hat­te. Das LfV hat aber her­aus­ge­ar­bei­tet, dass der Name „A R” auch von einem Pro­fil auf der Platt­form ask.fm benutzt wor­den ist, bei dem ein Foto des Antrag­stel­lers als Pro­fil­bild sicht­bar war. Laut eines Gesprächs­ver­merks des LfV haben zudem der Vater und der Onkel des Antrag­stel­lers geäu­ßert, dass die pro­ble­ma­ti­schen Inhal­te auf der Face­book-Sei­te „nur aus Spaß im Rah­men sei­ner letz­ten Geburts­tags­fei­er hoch­ge­la­den wor­den” sei­en, was als wei­te­res Indiz dafür her­an­ge­zo­gen wer­den kann, dass das Pro­fil tat­säch­lich dem Antrag­stel­ler zuzu­ord­nen ist. Zudem wur­den sämt­li­che Face­book-Pro­fi­le gelöscht, nach­dem der LfV den Vater und den Onkel des Antrag­stel­lers Ende Janu­ar 2015 mit den pro­ble­ma­ti­schen Inhal­ten kon­fron­tiert hat­te. Gleich­wohl besteht über die Zuord­nung des Pro­fils „A R” nach dem gegen­wär­ti­gen Erkennt­nis­stand kei­ne Gewiss­heit.

Das Face­book-Pro­fil „A R” weist eine Viel­zahl an Ein­trä­gen und Bil­dern sowie „Likes” für sol­che Ein­trä­ge und Bil­der auf, die gewalt­ver­herr­li­chend die Kämp­fer des IS glo­ri­fi­zie­ren und den bewaff­ne­ten Jihad als Pflicht jedes gläu­bi­gen Mus­lims dar­stel­len. Unter ande­rem wur­de am 25.10.2014 als Pro­fil­bild das Bild eines bewaff­ne­ten Jiha­dis­ten ver­öf­fent­licht, der vor einer schwar­zen Flag­ge mit ara­bi­schen Schrift­zei­chen (womög­lich der Flag­ge des IS) und Flam­men steht. Dies könn­te dar­auf hin­deu­ten, dass sich der Antrag­stel­ler selbst als eine Art „Glau­bens­krie­ger” ansieht. Am 23.10.2014 wur­de ein Bild ein­ge­stellt, das eine neue Form der Evo­lu­ti­on sug­ge­riert, die beim Klein­kind beginnt und in der Zuwen­dung zum Glau­ben mün­det, zum „Glau­bens­krie­ger” führt und ihr Fina­le im Mär­ty­rer­tum (sym­bo­li­siert durch einen grü­nen Vogel) fin­det. Es fin­den sich „Likes” für Ein­trä­ge von Per­so­nen, die nach Syri­en gereist sind, um sich dort dem IS anzu­schlie­ßen, z.B. für einen Ein­trag von M B vom 20.01.2015, in dem die­ser in Syri­en gefal­le­ne „Mär­ty­rer” wür­digt und „Likes” für Bil­der, mit denen Sie­ge von „Glau­bens­krie­gern” in Syri­en gefei­ert wer­den. Es fin­det sich wei­ter ein „Like” für den IS-Pro­pa­gan­da-Film „The Fla­mes of War”, der mas­si­ve Gewalt­dar­stel­lun­gen ent­hält. Wei­ter fin­den sich „Likes” für die Orga­ni­sa­tio­nen „Lies! Ham­burg”, „Ham­burg Dawah Move­ment”, „Boko Haram”, „al-Nus­ra-Front”, „Jesus im Islam Ham­burg” sowie sons­ti­ge Inhal­te mit Bezug zum Islam.

Der Unter­stüt­zungs­be­griff des § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG dürf­te der­ar­ti­ge Sym­pa­thie­wer­bung für ter­ro­ris­ti­sche Akti­vi­tä­ten Drit­ter als öffent­li­che Befür­wor­tung von ver­fas­sungs­feind­li­chen und extre­mis­ti­schen Bestre­bun­gen umfas­sen. Die­se Art von Sym­pa­thie­wer­bung, bei der der all­ge­mei­nen Ver­ur­tei­lung der Gräu­el­ta­ten des IS das Bild eines gerecht­fer­tig­ten und not­wen­di­gen Kamp­fes ent­ge­gen­setzt wird, dürf­te sich posi­tiv auf die Akti­ons­mög­lich­kei­ten des IS aus­wir­ken. Durch das Ver­öf­fent­li­chen von ent­spre­chen­den Inhal­ten in sozia­len Netz­wer­ken nimmt das radi­ka­le Gedan­ken­gut an Ver­brei­tung zu. Der Ver­öf­fent­li­chen­de betä­tigt sich damit als Teil der Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne­rie der ver­fas­sungs­feind­li­chen und extre­mis­ti­schen Bestre­bun­gen. Dies dürf­te nicht nur für eige­ne Ein­trä­ge, son­dern auch für „Likes” gel­ten. Ein­trä­ge, die mit einem „Like” ver­se­hen wer­den, sind danach auf der Face­book-Sei­te des­je­ni­gen sicht­bar, der den Ein­trag „gelik­ed” hat. Die Mög­lich­keit der jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­schen Bestre­bun­gen, wei­te­re Mit­glie­der und Sym­pa­thi­san­ten zu gewin­nen bzw. „Kämp­fer” anzu­wer­ben, erhöht sich. Die poten­ti­el­le Gefähr­lich­keit des jiha­dis­ti­schen Sala­fis­mus wird dadurch gefes­tigt und ihr Gefähr­dungs­po­ten­ti­al gestärkt, denn die Radi­ka­li­sie­rung poten­ti­el­ler „Glau­bens­krie­ger” ver­läuft oft­mals über das Inter­net. Hier­zu heißt es im Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Ham­burg 2014, S. 34 f.:

2014 stand die sala­fis­ti­sche Sze­ne im Mit­tel­punkt der Beob­ach­tung des Ham­bur­ger Ver­fas­sungs­schut­zes. Die Zahl der Sala­fis­ten, die den bewaff­ne­ten Jihad (Hei­li­ger Krieg) befür­wor­ten stieg um mehr als das Drei­fa­che von 70 auf 240 an. Zusam­men mit den in Ham­burg akti­ven poli­ti­schen Sala­fis­ten beträgt das sala­fis­ti­sche Gesamt­po­ten­zi­al mitt­ler­wei­le rund 400 Per­so­nen (2013: 240). Der Anstieg ins­be­son­de­re der jiha­dis­tisch ori­en­tier­ten Sala­fis­ten ist sowohl auf eine ver­bes­ser­te Ein­blick­s­tie­fe des Ver­fas­sungs­schut­zes nach einer wei­te­ren Schwer­punkt­set­zung seit Som­mer 2014 als auch auf eine schnell zuneh­men­de Radi­ka­li­sie­rung spe­zi­ell jün­ge­rer Erwach­se­ner zurück­zu­füh­ren.

Eine ent­schei­den­de Rol­le bei der Radi­ka­li­sie­rung kommt den Ereig­nis­sen in den Kri­sen­re­gio­nen Syri­en und Irak zu, medi­al trans­por­tiert über sozia­le Netz­wer­ke. Ins­be­son­de­re jun­ge Men­schen, die auf der Suche nach Vor­bil­dern sind und die zum Bei­spiel in Fami­li­en ohne Vater auf­wach­sen, ohne Inte­gra­ti­on in ihr sozia­les Umfeld sind und Brü­che in ihrer Bio­gra­fie haben, mög­li­cher­wei­se auch Pro­ble­me in der Schu­le, bei der Aus­bil­dung oder der Arbeits­stel­le, las­sen sich für die mili­tä­ri­schen Erfol­ge des „Isla­mi­schen Staa­tes” (IS) begeis­tern und haben der jiha­dis­ti­schen Sze­ne einen Zulauf ver­schafft.

(….)

Die­se rasan­te Stei­ge­rung ist auch auf die erfolg­rei­chen Pro­pa­gan­da­stra­te­gi­en der Sala­fis­ten zurück­zu­füh­ren, mit denen sie in pro­fes­sio­nel­ler Wei­se für ihre Zie­le wer­ben. Vor allem über das Inter­net wer­den die sala­fis­ti­schen Ideo­lo­gie­in­hal­te in Form von Web­sei­ten und Video­se­quen­zen trans­por­tiert. Als wei­te­re Akti­ons­for­men wer­den im Rah­men der „Stra­ßen­mis­si­on” unter ande­rem Info­ti­sche auf öffent­li­chen Plät­zen und Vor­trags­ver­an­stal­tun­gen durch­ge­führt. Gera­de für jun­ge Men­schen stel­len die­se Pro­pa­gan­da­stra­te­gi­en die ers­ten Berüh­rungs­punk­te zum Sala­fis­mus dar.”

Nach Anga­ben des LfV soll der Antrag­stel­ler über das Pro­fil „A R” zudem schwer­punkt­mä­ßig mit Per­so­nen befreun­det sein, die der jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­schen Sze­ne in Ham­burg zuge­ord­net wer­den kön­nen. Per­sön­li­che Kon­tak­te oder Freund­schaf­ten des Betrof­fe­nen mit Per­so­nen, die sicher­heits­ge­fähr­den­de Akti­vi­tä­ten ent­fal­ten, kön­nen tat­säch­li­che Anhalts­punk­te i.S.v. § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG bil­den. Erfor­der­lich ist aber, dass die Freund­schaft gera­de auf einer Über­ein­stim­mung der poli­tisch-gesell­schaft­li­chen Anschau­un­gen beruht und der Betrof­fe­ne mit der Ein­stel­lung des Freundes/​der Kon­takt­per­son sym­pa­thi­siert und die­se gut­heißt24. Ob dies hier der Fall ist, kann vom Gericht der­zeit nicht abschlie­ßend bewer­tet wer­den, da sich wei­ter­ge­hen­de Erkennt­nis­se über die ein­zel­nen Per­so­nen nicht in den Stel­lung­nah­men des LfV befin­den. Auf­fäl­lig ist aber, dass es sich bei den Kon­tak­ten offen­bar – zumin­dest teil­wei­se – nicht nur um blo­ße Inter­net­be­kannt­schaf­ten han­delt. Eini­ge der Face­book-Freun­de, die vom LfV der jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­schen Sze­ne zuge­rech­net wer­den, gehö­ren auch nach Anga­ben der Fami­lie des Antrag­stel­lers zu sei­nen bes­ten Freun­den (und woh­nen in sei­ner unmit­tel­ba­ren Nach­bar­schaft).

Die­se Hand­lun­gen dürf­ten auch gegen den Antrag­stel­ler ver­wen­det wer­den kön­nen. Zwar sind nach Anga­ben des LfV die Face­book-Akti­vi­tä­ten vor allem bei der Aus­wer­tung des Face­book-Pro­fils (erst) am 26.01.2015 fest­ge­stellt wor­den. Vie­le der ver­öf­fent­lich­ten Bei­trä­ge stam­men aus der Zeit nach Voll­zug der Ein­bür­ge­rung am 12.09.2014. Auch soweit vor dem 12.09.2014 ver­öf­fent­lich­te Bei­trä­ge mit einem „Like” ver­se­hen wor­den sind, ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass dies erst zu einem spä­te­ren Zeit­punkt gesche­hen ist. In den meis­ten Fäl­len ist den vom LfV gefer­tig­ten Aus­dru­cken das Datum des „Like” nicht zu ent­neh­men. Das­sel­be gilt über­wie­gend für den Zeit­punkt der Auf­nah­me der Freund­schaf­ten zu ver­meint­li­chen Mit­glie­dern der jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­schen Sze­ne. Unklar­hei­ten in Bezug auf den Zeit­punkt einer Unter­stüt­zungs­hand­lung dürf­ten zu Las­ten der Behör­de gehen.

Fol­gen­de Inhal­te stam­men aber ohne Zwei­fel aus einem Zeit­raum vor dem Voll­zug der Ein­bür­ge­rung:

Zunächst fin­den sich diver­se Inhal­te, die Sym­pa­thi­en für den mus­li­mi­schen Glau­ben zum Aus­druck brin­gen, wie z.B. die Ver­öf­fent­li­chung eines Pro­fil­fo­tos am 3.04.2014 mit der Inschrift „Ich bezeu­ge, dass nie­mand mit Recht ange­be­tet wird außer Allah und dass Muham­mad Sal­l­alla­mu Alleihi wa Sal­lam der Gesand­te Allahs ist”, eines Pro­fil­fo­tos am 11.06.und 21.08.2013 mit der Inschrift „Ich bin ein Mus­lim, der Islam ist per­fekt, ich bin es nicht. Wenn ich einen Feh­ler mache, so gib mir die Schuld, nicht dem Islam…” und eines Pro­fil­fo­tos am 27.06.2013 mit der Inschrift „La ilaha illa Allah”. Die­se Bei­trä­ge deu­ten als sol­che nicht auf Unter­stüt­zungs­hand­lun­gen hin. Der Umstand, dass der Antrag­stel­ler zum Islam kon­ver­tiert sein könn­te, dürf­te aber im Rah­men einer Gesamt­schau als Indiz ein­zu­be­zie­hen sein.

Mit eini­gen Face­book-Freun­den ist „A R” bereits seit 2013 befreun­det. Inwie­weit ein­zel­ne die­ser Per­so­nen der jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­schen Sze­ne zuge­ord­net wer­den kön­nen, wäre in einem Haupt­sa­che­ver­fah­ren näher zu unter­su­chen. Hier­bei wäre auch zu berück­sich­ti­gen, dass im Freun­des­be­reich des Pro­fils Über­schnei­dun­gen mit dem Klar­na­men­pro­fil des Antrag­stel­lers bestehen (teil­wei­se eben­falls seit 2013) und auch die­se Per­so­nen laut LfV der jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­schen Sze­ne ange­hö­ren sol­len.

Im Juni 2013 wur­den die Face­book-Sei­ten „PierreVogel.de” und „Al-Haqq News” mit einem „Like” ver­se­hen. Pierre Vogel ist ein deut­scher sala­fis­ti­scher Pre­di­ger, der vom evan­ge­li­schen Chris­ten­tum zum sun­ni­ti­schen Islam kon­ver­tiert ist25. Er war Mit­glied des inzwi­schen auf­ge­lös­ten sala­fis­ti­schen Ver­eins „Ein­la­dung zum Para­dies” (kurz EZP), der vom Ver­fas­sungs­schutz beob­ach­tet wur­de26. Bei „Al Haqq” dürf­te es sich um „Asa’ib Ahl al-Haqq” han­deln, eine para­mi­li­tä­risch geführ­te, schii­ti­sche Extre­mis­ten­grup­pe im Irak und Syri­en.

Auf einem am 24.08.2014 ein­ge­stell­ten Pro­fil­bild, das mit „A R al Indi” (der Zusatz „al Indi” könn­te auf die indi­schen Wur­zeln der Fami­lie des Antrag­stel­lers hin­deu­ten) über­schrie­ben ist, wird ein mus­ku­lö­ser Mann in schwar­zer Klei­dung, mit schwar­zem Bart und dunk­ler Son­nen­bril­le dar­ge­stellt. Es soll sich wohl um eine Art „Glau­bens­krie­ger” han­deln. Gewis­ser­ma­ßen hin­ter oder auf der lin­ken Schul­ter des Man­nes ist ein schwar­zes Ban­ner zu erken­nen. Das schwar­ze Ban­ner ist eine Flag­ge, die von vie­len isla­mis­ti­schen Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen wie al-Qai­da sowie dem IS benutzt wird. Auf dem Gür­tel des Man­nes befin­den sich zwei gekreuz­te Säbel. Die Säbel gel­ten als ein Sym­bol des Islam und als Erken­nungs­zei­chen isla­mi­scher Kämp­fer. Mit der Dar­stel­lung des por­trai­tier­ten Man­nes als nahe­zu über­na­tür­lich stark wird sug­ge­riert, dass man als „Glau­bens­krie­ger” so sei – womög­lich gar zu neu­er Stär­ke fin­de, wenn man für den IS kämp­fe. Ein der­ar­ti­ges Bild kann ande­re jun­ge Män­ner, die auf der Suche nach Ori­en­tie­rung im Leben sind, beein­flus­sen und sie dazu brin­gen, sich einer radi­ka­len isla­mis­ti­schen Grup­pie­rung wie dem IS anzu­schlie­ßen27.

Die ohne Zwei­fel vor dem Voll­zug der Ein­bür­ge­rung ver­öf­fent­lich­ten Inhal­te und „Likes” dürf­ten bereits für die Beja­hung von rele­van­ten Unter­stüt­zungs­hand­lun­gen genü­gen. Die Anhalts­punk­te gemäß § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG müs­sen nach Art und Gewicht geeig­net sein, eine dau­ern­de Iden­ti­fi­ka­ti­on des Betrof­fe­nen mit den ver­fas­sungs­feind­li­chen oder extre­mis­ti­schen Bestre­bun­gen zu indi­zie­ren28. Die­ses Min­dest­maß an Nach­hal­tig­keit dürf­te mit Blick auf die vor dem 12.09.2014 ver­öf­fent­lich­ten Inhal­te und „Likes” erfüllt sein. Zwi­schen den „Likes” für „PierreVogel.de” und „Al Haqq” im Juni 2013 und der Ver­öf­fent­li­chung des Pro­fil­bil­des im August 2014 ist mehr als ein Jahr ver­gan­gen. Letz­te­res Bild ist – wie dar­ge­legt – ein­deu­tig dahin­ge­hend zu inter­pre­tie­ren, dass sich der Ver­öf­fent­li­chen­de mit radi­ka­len isla­mis­ti­schen Grup­pie­run­gen wie dem IS iden­ti­fi­ziert.

Selbst wenn man die­se ein­zel­nen Anhalts­punk­te für sich genom­men nicht aus­rei­chen lie­ße, genügt es aber jeden­falls, dass die Gesamt­schau aller vor­han­de­nen Anhalts­punk­te die Annah­me der Unter­stüt­zung ver­fas­sungs­feind­li­cher und extre­mis­ti­scher Bestre­bun­gen recht­fer­tigt29. Inso­weit darf im Rah­men einer Gesamt­schau auf die sons­ti­gen Ein­trä­ge, „Likes” und Kon­tak­te des Antrag­stel­lers bei Face­book wohl ohne Rück­sicht auf den Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung zurück­ge­grif­fen wer­den. Mit dem Ver­bot der Her­an­zie­hung ver­fas­sungs­feind­li­cher und extre­mis­ti­scher Unter­stüt­zungs­hand­lun­gen, die erst nach Voll­zug der Ein­bür­ge­rung vor­ge­nom­men wer­den, soll der Gefahr begeg­net wer­den, dass eine Ein­bür­ge­rung zurück­ge­nom­men wird, obwohl sich der Betrof­fe­ne erst nach sei­ner Ein­bür­ge­rung auf­grund eines Sin­nes­wan­dels radi­ka­li­siert. Zeigt sich bei Betrach­tung von Akti­vi­tä­ten vor der Ein­bür­ge­rung und danach hin­ge­gen – wie vor­lie­gend – eine gewis­se Kon­stanz, besteht die­se Gefahr nicht. Die spä­te­ren Akti­vi­tä­ten zei­gen nur, dass der Antrag­stel­ler auch nach dem Voll­zug sei­ner Ein­bür­ge­rung in sei­nem radi­ka­len Gedan­ken­gut ver­haf­tet gewe­sen sein dürf­te.

Ähn­lich zu beur­tei­len sind inso­weit die Aus­zü­ge aus dem ask.fm-Profil von „A R”. Dass das Pro­fil dem Antrag­stel­ler zuzu­ord­nen ist, hat der LfV plau­si­bel dar­ge­legt, ohne dass der Nach­weis zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt als geführt gilt. Fol­gen­de Indi­zi­en spre­chen aber dafür: Der Pro­fil­in­ha­ber gibt an, dass er aus Indi­en kom­me (die Fami­lie des Antrag­stel­lers hat nach eige­nen Anga­ben indi­sche Wur­zeln) und „sehr nah dran” an zwei benann­ten Per­so­nen woh­ne, die tat­säch­lich in der Nach­bar­schaft des Antrag­stel­lers wohn­ten. Zudem besu­che er eine Moschee am Haupt­bahn­hof (tat­säch­lich wur­de er am 10.10.2014 vor einer Moschee in der Nähe des Haupt­bahn­ho­fes ange­trof­fen). Auf dem Grup­pen­bild der ask.fm-Gruppe „I f D”, in der sich nach Anga­ben des LfV Pro­fi­le jiha­dis­ti­scher Sala­fis­ten zusam­men­ge­schlos­sen hat­ten, fin­det sich ein Bild des Antrag­stel­lers mit dem Namens­zug „A R”. Die Ein­trä­ge auf dem Pro­fil dürf­ten teil­wei­se von ca. Anfang Sep­tem­ber 2014 stam­men. Inhalt­lich befas­sen sich die Ein­trä­ge im Wesent­li­chen mit all­ge­mei­nen Fra­gen zum Islam und der Aus­le­gung des Korans.

Wei­ter lie­gen Anhalts­punk­te dafür vor, dass der Antrag­stel­ler zum Islam kon­ver­tiert ist. Damit wird das Argu­ment des Antrag­stel­lers, er sei Hin­du und unter­stüt­ze schon des­we­gen kei­ne jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­schen Bestre­bun­gen, ent­kräf­tet. Der­ar­ti­ge Anhalts­punk­te erge­ben sich unab­hän­gig von den ver­meint­li­chen Inter­net­ak­ti­vi­tä­ten des Antrag­stel­lers. Im Ver­fah­ren 19 E 3104/​15 hat­te der Schul­lei­ter des von dem Antrag­stel­ler besuch­ten Gym­na­si­ums eine E‑Mail vor­ge­legt, in der der Antrag­stel­ler und ein Schul­kol­le­ge dar­um bit­ten, an Frei­ta­gen den Unter­richt frü­her ver­las­sen zu dür­fen, um am Gebet in einer Moschee teil­neh­men zu dür­fen. An der Aus­sa­ge­kraft der E‑Mail bestehen aber Zwei­fel, da der Schul­kol­le­ge spä­ter eine eides­statt­li­che Ver­si­che­rung abge­ge­ben hat, wonach es bei der Frei­stel­lung nur um ihn und nicht um den Antrag­stel­ler gegan­gen sei. Der Antrag­stel­ler sei gläu­bi­ger Hin­du und nicht zum Islam kon­ver­tiert. Die Eltern des Antrag­stel­lers sind nach eige­nen Anga­ben Hin­dus. Der Vater und der Onkel haben geäu­ßert, von einer Kon­ver­si­on des Antrag­stel­lers nichts bemerkt zu haben. Auf der ande­ren Sei­te haben sie im Rah­men einer Befra­gung anläss­lich der Kon­fron­ta­ti­on mit mög­li­chen Plä­nen des Antrag­stel­lers, nach Syri­en aus­zu­rei­sen, ange­ge­ben, der Rei­se­pass des Antrag­stel­lers sei vor­sorg­lich auf­grund „eines ungu­ten Gefühls” in einem Bank­schließ­fach depo­niert wor­den und bei dem Antrag­stel­ler kön­ne nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass er sich „den fal­schen Freun­den” ange­schlos­sen habe. Der Sach­ver­halt bedürf­te inso­weit wei­te­rer Auf­klä­rung in einem Haupt­sa­che­ver­fah­ren. Könn­te dem Antrag­stel­ler nach­ge­wie­sen wer­den, dass er zum Islam kon­ver­tiert ist, wür­de die­ser Umstand – auch in Ver­bin­dung mit den wohl anläss­lich sei­ner Gewahrs­am­nah­me vor der Moschee am 10.10.2014 getä­tig­ten Aus­sa­gen (Erkun­di­gung nach Uhr­zeit und Him­mels­rich­tung zur Ori­en­tie­rung Rich­tung Mek­ka) – den Ver­dacht erhär­ten, dass die Ein­trä­ge auf dem Face­book- und dem ask.fm-Profil tat­säch­lich von ihm stam­men und der Unter­stüt­zung jiha­dis­tisch-sala­fis­ti­scher Bestre­bun­gen die­nen soll­ten.

Soweit die Ein­bür­ge­rung danach rechts­wid­rig ist, ist sie auch durch arg­lis­ti­ge Täu­schung i.S.v. § 35 Abs. 1 StAG erwirkt wor­den. Als arg­lis­ti­ge Täu­schung wird bereits die wahr­heits­wid­ri­ge Beant­wor­tung einer an den Ein­bür­ge­rungs­be­wer­ber gestell­ten Fra­ge ange­se­hen30. In sei­ner Befra­gung zum Ein­bür­ge­rungs­an­trag vom 14.04.2014 hat der Antrag­stel­ler sämt­li­che Fra­gen, die dar­auf abziel­ten fest­zu­stel­len, ob er ver­fas­sungs­feind­li­che oder extre­mis­ti­sche Bestre­bun­gen unter­stützt hat, mit „nein” ange­kreuzt. Zugleich hat er eine ent­spre­chen­de Loya­li­täts­er­klä­rung abge­ge­ben. Wenn er die Unter­stüt­zungs­hand­lun­gen erst nach Abga­be der Erklä­rung, aber noch vor Voll­zug der Ein­bür­ge­rung auf­ge­nom­men haben soll­te, hät­te er die Behör­de dar­über auf­klä­ren müs­sen. Für die Bege­hungs­form der arg­lis­ti­gen Täu­schung in der Alter­na­ti­ve des Ver­schwei­gens von Tat­sa­chen reicht es, dass der Betref­fen­de Tat­sa­chen ver­schweigt und dabei weiß oder in Kauf nimmt, dass die­se ver­schwie­ge­nen Tat­sa­chen für die Ent­schei­dung der Behör­de erheb­lich sind oder sein kön­nen31. Zudem hat der Antrag­stel­ler bei Ent­ge­gen­nah­me der Ein­bür­ge­rungs­ur­kun­de am 12.09.2014 die Erklä­rung unter­schrie­ben, dass sich kei­ne Ver­än­de­run­gen sei­ner per­sön­li­chen Ver­hält­nis­se erge­ben hät­ten, die der Ein­bür­ge­rung ent­ge­gen­ste­hen könn­ten. In der Nie­der­schrift über die Aus­hän­di­gung der Ein­bür­ge­rungs­ur­kun­de vom 12.09.2014 hat der Antrag­stel­ler u.a. die Erklä­rung unter­schrie­ben, dass er sich zur frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung des Grund­ge­set­zes für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land beken­ne.

Der Antrag­stel­ler dürf­te sei­ne Ein­bür­ge­rung durch die Falsch­be­ant­wor­tung der Fra­gen bzw. das Ver­schwei­gen die­ser Umstän­de auch arg­lis­tig erwirkt haben. Es dürf­te für den Antrag­stel­ler aus Lai­en­sicht völ­lig klar gewe­sen sein, dass sei­ne Ein­bür­ge­rung aus­ge­schlos­sen gewe­sen wäre, wenn der Behör­de die Umstän­de, aus denen sich der Aus­schluss­grund des § 11 Satz 1 Nr. 1 StAG erge­ben hät­te, offen­bar gewor­den wären.

Obwohl die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der Rück­nah­me gemäß § 35 Abs. 1 StAG vor­lie­gen dürf­ten, dürf­te der Bescheid aber jeden­falls der­zeit ermes­sens­feh­ler­haft i.S.v. § 114 Satz 1 VwGO sein und wäre zumin­dest von daher auf­zu­he­ben. § 35 Abs. 1 StAG stellt die Ent­schei­dung der Behör­de in ihr Ermes­sen, ohne dass eine bestimm­te Ent­schei­dung inten­diert ist. Ob die Behör­de dem­entge­gen von einem inten­dier­ten Ermes­sen aus­ge­gan­gen ist und bereits des­we­gen ein Ermes­sens­feh­ler vor­liegt, kann dahin­ste­hen. Denn jeden­falls hat sie ihr Ermes­sen auch im Übri­gen nicht ord­nungs­ge­mäß aus­ge­übt. Das Gericht war weder gehal­ten, der Behör­de im vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren die Mög­lich­keit ein­zu­räu­men, ihre Ermes­sens­er­wä­gun­gen zu ergän­zen, noch dazu in der Lage, zu anti­zi­pie­ren, ob die Behör­de den Ermes­sens­feh­ler im Wider­spruchs­ver­fah­ren hei­len wird.

Die Rück­nah­me­ent­schei­dung ergeht gemäß § 35 Abs. 1 StAG nach frei­em Ermes­sen. Die Ermes­sens­aus­übung ist durch das Gesetz nicht dahin inten­diert, dass von einem Erlass nur aus­nahms­wei­se dann abge­se­hen wer­den darf, wenn beson­de­re, berück­sich­ti­gungs­fä­hi­ge und gewich­ti­ge Grün­de dies recht­fer­ti­gen. Für die Auf­fas­sung, dass etwa nur eine den Fäl­len des § 8 Abs. 2 StAG ver­gleich­ba­re Här­te ein Abse­hen von der Rück­nah­me recht­fer­ti­gen kann, bie­tet das StAG kei­ne Grund­la­ge32. Auch wenn dem Begüns­tig­ten „Ver­trau­ens­schutz” auf­grund arg­lis­ti­ger Täu­schung zu ver­sa­gen sein soll­te, wür­de dies nicht zu einer Redu­zie­rung des Rück­nah­me­er­mes­sens auf „Null” füh­ren33. Die Behör­de hat im Rah­men ihrer Ermes­sens­aus­übung die nach Lage der Din­ge maß­geb­li­chen pri­va­ten Belan­ge und die öffent­li­chen Belan­ge gegen­ein­an­der abzu­wä­gen34. Bei der Iden­ti­fi­zie­rung der schutz­wür­di­gen pri­va­ten Belan­ge ist ins­be­son­de­re die Dau­er des recht­mä­ßi­gen Auf­ent­hal­tes im Bun­des­ge­biet in das Ermes­sen ein­zu­stel­len35. Ein wei­te­rer zu berück­sich­ti­gen­der Umstand ist die Inte­gra­ti­on des Betrof­fe­nen in die deut­schen Lebens­ver­hält­nis­se36. Ins­be­son­de­re die Gesamt­dau­er des Auf­ent­halts im Bun­des­ge­biet ist regel­mä­ßig – und dies gilt in beson­de­rem Maße, wenn sie von lang­jäh­ri­ger Erwerbs­tä­tig­keit beglei­tet wird – ein aus­sa­ge­kräf­ti­ger Indi­ka­tor für die Inte­gra­ti­on in das gesell­schaft­li­che Umfeld, deren För­de­rung durch Ein­räu­mung staats­bür­ger­li­cher Rech­te und Pflich­ten ein Haupt­an­lie­gen der Ein­bür­ge­rung ist. Die Berück­sich­ti­gung der Gesamt­dau­er des Auf­ent­halts als ein je nach zeit­li­chem Umfang und Begleit­um­stän­den mehr oder min­der gewich­ti­ger pri­va­ter Belang trägt daher dazu bei, die pri­va­ten Belan­ge und das öffent­li­che Inter­es­se an der Her­stel­lung gesetz­mä­ßi­ger Zustän­de ein­zel­fall­be­zo­gen in ein aus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis zuein­an­der zu set­zen37. Genau­so kön­nen die sich für den Betrof­fe­nen erge­ben­den Unsi­cher­hei­ten bei der Fort­set­zung des Auf­ent­halts im Bun­des­ge­biet und die Fol­gen der mög­li­chen Rück­kehr in das Her­kunfts­land zu berück­sich­ti­gen sein.

Offen blei­ben kann, ob Prä­mis­se der Ermes­sens­aus­übung der Behör­de die Annah­me war, dass § 35 Abs. 1 StAG ein inten­dier­tes Ermes­sen vor­gibt und schon des­we­gen ein Ermes­sens­feh­ler vor­liegt. Dar­auf deu­ten eini­ge For­mu­lie­run­gen in der Begrün­dung des Beschei­des hin. Die Behör­de for­mu­liert auf S. 6 des Beschei­des, die Maß­nah­me sei „Not­wen­dig­keit des­sen, dass eine Rechts­ord­nung, die sich ernst nimmt, nicht Prä­mis­sen auf Miss­ach­tung ihrer selbst set­zen darf (…)”. „Zu berück­sich­ti­gen­de schutz­wür­di­ge Inter­es­sen des Begüns­tig­ten, die eine ande­re Ent­schei­dung recht­fer­ti­gen könn­ten”, lägen nicht vor. Die Rück­nah­me bedeu­te „auch aus ande­ren Grün­den kei­ne außer­ge­wöhn­li­che Här­te, die die Ent­schei­dung zu Guns­ten des Begüns­tig­ten beein­flus­sen könn­te.” Es ent­steht der Ein­druck, dass die Behör­de meint, die von ihr zu tref­fen­de Ermes­sens­ent­schei­dung müs­se in der Regel zur Rück­nah­me der Ein­bür­ge­rung füh­ren und nur beson­de­re Grün­de könn­ten aus­nahms­wei­se ein Abse­hen von einer Rück­nah­me recht­fer­ti­gen.

Jeden­falls hat es die Behör­de ver­säumt, die gegen eine Rück­nah­me der Ein­bür­ge­rung spre­chen­den – den kon­kre­ten Ein­zel­fall prä­gen­den – per­sön­li­chen schutz­wür­di­gen Belan­ge des Antrag­stel­lers in ihre Ermes­sens­ent­schei­dung ein­zu­stel­len. Den beson­de­ren Lebens­um­stän­den des Antrag­stel­lers wird die Begrün­dung der Behör­de nicht gerecht. So dürf­te ein durch­grei­fen­der Ermes­sens­feh­ler bereits dar­in zu sehen sein, dass die Behör­de die Dau­er des recht­mä­ßi­gen Auf­ent­halts des Antrag­stel­lers (über zehn Jah­re, davor Auf­ent­halts­ge­stat­tung/​Duldungen) in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nicht berück­sich­tigt hat. Die­sen Umstand erwähnt die Behör­de auf S. 7 der Begrün­dung des Beschei­des ledig­lich in dem Kon­text, dass auch zwi­schen­zeit­lich die Ein­bür­ge­rungs­vor­aus­set­zun­gen des § 10 StAG nicht vor­lä­gen. Eben­so wenig ver­hält sie sich zu der even­tu­el­len Abwä­gungs­re­le­vanz der Tat­sa­che, dass der Antrag­stel­ler, der seit sei­nem zwei­ten Lebens­jahr in Deutsch­land lebt (auch sei­ne Eltern und sein Bru­der leben hier), das Gym­na­si­um besucht, vor­aus­sicht­lich in die­sem Jahr sein Abitur absol­vie­ren wird und somit bedeu­ten­de Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen erbracht hat. Zudem lässt die Behör­de die mög­li­chen auf­ent­halts­recht­li­chen Fol­gen einer Rück­nah­me der Ein­bür­ge­rung für den Antrag­stel­ler außer Betracht. Die Behör­de weist zwar dar­auf­hin, dass mit der Rück­nah­me der Ein­bür­ge­rung zugleich die frü­her erteil­te Auf­ent­halts­er­laub­nis erlischt und nicht rück­wir­kend auf­lebt, stellt die­sen Umstand aber nicht als einen Belang, der gegen eine Rück­nah­me der Ein­bür­ge­rung spre­chen könn­te, in die Abwä­gung ein. Viel­mehr deu­tet sie mit der Äuße­rung an, dass – wie auch der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Antrag­stel­lers befürch­tet –, dem Antrag­stel­ler nach Voll­zug der Rück­nah­me der Ein­bür­ge­rung nicht ohne Wei­te­res erneut eine Auf­ent­halts­er­laub­nis erteilt wer­den wür­de. Dass dem Antrag­stel­ler des­halb unter Umstän­den eine Abschie­bung in sein Her­kunfts­land Afgha­ni­stan, des­sen Staats­an­ge­hö­rig­keit er wei­ter besitzt, dro­hen könn­te, und wel­che Fol­gen damit für den Antrag­stel­ler, der mit den dor­ti­gen Lebens­ver­hält­nis­sen nicht ver­traut ist, ver­bun­den wären, lässt die Behör­de außen vor.

Das Gericht war nicht gehal­ten, der Behör­de im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren die Mög­lich­keit zu geben, gemäß § 114 Satz 2 VwGO ihre Ermes­sens­er­wä­gun­gen inso­weit zu ergän­zen und den Ermes­sens­feh­ler zu hei­len. Für eine Anwen­dung die­ser Vor­schrift dürf­te im vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren kein Bedarf bestehen38. Für die Fra­ge, ob ein der Behör­de ein­ge­räum­tes Ermes­sen feh­ler­frei aus­ge­übt wor­den ist, ist näm­lich nicht ent­schei­dend auf den Erst­be­scheid, son­dern maß­geb­lich auf die das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren abschlie­ßen­de Ent­schei­dung, also auf den hier noch nicht ergan­ge­nen Wider­spruchs­be­scheid (vgl. § 79 Abs. 1 Nr. 1 VwGO) abzu­stel­len. Soweit es im Rah­men des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes auf die Erfolgs­aus­sich­ten der Haupt­sa­che ankommt, sind indes die Chan­cen für die Hei­lung des Ermes­sens­man­gels zu berück­sich­ti­gen39. Wie hier die Behör­de ihr Ermes­sen im Wider­spruchs­ver­fah­ren – auch vor dem Hin­ter­grund womög­lich zu leis­ten­der wei­te­rer Sach­auf­klä­rung im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren – aus­üben wird, kann das Gericht aller­dings nicht anti­zi­pie­ren. Es ist jeden­falls nicht so, dass auf­grund beson­de­rer Umstän­de des Fal­les aus­ge­schlos­sen ist, dass die Behör­de bei sach­ge­mä­ßer Aus­übung ihres Ermes­sens zu einem ande­ren Ergeb­nis als im Aus­gangs­be­scheid kom­men könn­te. Dies gilt ins­be­son­de­re mit Blick auf die Inte­gra­ti­on des Antrag­stel­lers in die hie­si­gen Lebens­ver­hält­nis­se und vor dem Hin­ter­grund, dass die Unter­stüt­zungs­hand­lun­gen des Antrag­stel­lers – mögen sie auch tat­be­stands­ge­mäß sein – im Ver­gleich zu ande­ren denk­ba­ren Unter­stüt­zungs­hand­lun­gen (z.B. akti­ve Mit­ar­beit in einer Orga­ni­sa­ti­on) weni­ger schwer wie­gen.

Auf­grund der Rechts­wid­rig­keit der Ver­fü­gung über­wiegt das Aus­set­zungs­in­ter­es­se des Antrag­stel­lers das Voll­zugs­in­ter­es­se der Behör­de. An der sofor­ti­gen Voll­zie­hung eines rechts­wid­ri­gen Ver­wal­tungs­akts besteht kein öffent­li­ches Inter­es­se, viel­mehr steht das öffent­li­che Inter­es­se einer Voll­zie­hung ent­ge­gen40. Dass die Mög­lich­keit besteht, dass die Behör­de im Wider­spruchs­ver­fah­ren ihr Ermes­sen ord­nungs­ge­mäß aus­übt und damit den mit Blick auf die Ver­fü­gung vom 06.11.2015 bestehen­den Ermes­sens­feh­ler heilt, ändert hier­an nichts41. Es besteht auch kei­ne Ver­an­las­sung für eine zeit­li­che Beschrän­kung des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes gemäß § 80 Abs. 5 Satz 5 VwGO im Vor­griff auf einen mög­li­chen recht­mä­ßi­gen Wider­spruchs­be­scheid bis zu des­sen Erlass42. Die Behör­de kann näm­lich, wenn durch den Erlass eines recht­mä­ßi­gen Wider­spruchs­be­scheids erst­mals ein öffent­li­ches Inter­es­se an der sofor­ti­gen Voll­zie­hung des Ver­wal­tungs­akts begrün­det wird, einen Antrag auf Abän­de­rung der ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung wegen ver­än­der­ter Umstän­de nach § 80 Abs. 7 VwGO stel­len.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 22. Febru­ar 2016 – 19 E 6426/​15

  1. vgl. zum Fol­gen­den Gemein­schafts­kom­men­tar zum Staats­an­ge­hö­rig­keits­recht – GK-StAR, Stand: Okto­ber 2014, § 10 StAG Rn. 134 ff., ins­be­son­de­re Rn. 135 m.w.N. auch zur Gegen­an­sicht und Rn. 136, 141 ff. mit ent­ste­hungs­ge­schicht­li­chen Argu­men­ten; sie­he fer­ner VG Köln, Urteil vom 13.04.2011 – 10 K 201/​10 41 ff.
  2. vgl. BT-Drs. 14/​533, S. 18 f. zur gleich lau­ten­den Vor­gän­ger­re­ge­lung des bis zum 31.12.2004 gel­ten­den § 86 Nr. 2 Aus­lG; BVerwG, Urteil vom 2.12.2009 – 5 C 24/​08 15
  3. vgl. GK-StAR, § 11 StAG Rn. 71
  4. vgl. auch VG Augs­burg, Urteil vom 21.04.2015 – 1 K 14.1546 36 zur ter­ro­ris­ti­schen Betä­ti­gung des IS gemäß § 54 Nr. 5 Auf­en­thG a.F.
  5. vgl. VG Ham­burg, Urteil vom 30.09.2004 – 10 K 6189/​03 30
  6. vgl. Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Ham­burg 2014, S. 26 f., 32; sie­he auch die Ter­ror­an­schlä­ge am 13.11.2015 in Paris, zu denen sich der IS bekann­te
  7. vgl. VG Aachen, Urteil vom 19.11.2015 – 5 K 480/​14 72; VG Min­den, Urteil vom 27.10.2015 – 8 K 1220/​15 27 ff.
  8. vgl. zum Vor­ste­hen­den Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Ham­burg 2014, S. 40 f.; Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Nord­rhein-West­fa­len 2014, S. 137 f.
  9. vgl. Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Ham­burg 2014, S. 33 f.
  10. vgl. Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Ham­burg 2014, S. 36
  11. vgl. Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Ham­burg 2014, S. 43 ff.
  12. vgl. BVerwG, Urteil vom 2.12.2009 – 5 C 24/​08 16; Urteil vom 22.02.2007 – 5 C 20/​05 18; OVG Ham­burg, Urteil vom 6.12.2005 – 3 Bf 172/​04 64; vgl. auch BayVGH, Urteil vom 27.05.2003 – 5 B 01 1805 32 zu § 86 Nr. 2 Aus­lG a.F.
  13. vgl. OVG Ham­burg, Urteil vom 6.12.2005 – 3 Bf 172/​04 64
  14. vgl. BayVGH, Urteil vom 5.03.2008 – 5 B 05.1449 48; Urteil vom 27.05.2003 – 5 B 01.1805 32; GK-StAR, § 11 StAG Rn. 96.2
  15. vgl. VG Frei­burg, Urteil vom 5.12.2007 – 1 K 1851/​0620
  16. vgl. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 16.04.2008 – 5 N 19.06 9; VGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 10.11.2005 – 12 S 1696/​05 26
  17. vgl. GK-StAR, § 11 StAG Rn. 65
  18. vgl. BVerwG, Urteil vom 2.12.2009 – 5 C 24.08 16; Urteil vom 22.02.2007 – 5 C 20/​05 18
  19. vgl. BayVGH, Urteil vom 5.03.2008 – 5 B 05.1449 48; GK-StAR, § 11 StAG Rn. 66 f.
  20. vgl. GK-StAR, § 10 StAG Rn. 155
  21. bzw. im Kla­ge­ver­fah­ren im Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung
  22. vgl. ein­ge­hend BVerfG, Urteil vom 24.05.2006 – 2 BvR 669/​04
  23. vgl. auch Lagein­for­ma­ti­on aktu­el­le Ent­wick­lung Kur­den vs. IS, Gerichts­ak­te 19 K 3103/​15, Bl. 108 ff.
  24. vgl. VG Darm­stadt, Urteil vom 17.06.2010 – 5 K 1466/​09 21
  25. vgl. Ver­fas­sungs­schutz­be­richt des Bun­des 2013, S. 225; Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Ham­burg 2013, S. 31; s.a. Wiki­pe­dia-Ein­trag „Pierre Vogel”, Abruf v.19.02.2016
  26. vgl. Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Nord­rhein-West­fa­len 2014, S. 139
  27. s.o. Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Ham­burg 2014 zur von isla­mis­ti­scher Pro­pa­gan­da in sozia­len Netz­wer­ken im Inter­net aus­ge­hen­den Gefahr
  28. vgl. GK-StAR, § 11 StAG Rn. 98
  29. vgl. VG Köln, Urteil vom 13.04.2011 – 10 K 201/​10 32
  30. vgl. GK-StAR, § 35 StAG Rn. 41
  31. vgl. VG Stutt­gart, Urteil vom 3.12.2012 – 11 K 1038/​12, Rn. 42 f.
  32. vgl. aus­führ­lich OVG Saar­land, Urteil vom 24.02.2011 – 1 A 327/​10, NVwZ-RR 2011, 654, 657 f.; VG Wies­ba­den, Urteil vom 15.06.2015 – 6 K 168/​15, NVwZ-RR 2015, 915, 916
  33. vgl. BVerwG, Urteil vom 26.10.1978 – 3 C 18.77, BVerw­GE 57, 1, 4 Rn. 133
  34. vgl. GK-StAR, § 35 StAG Rn. 108 f.; s.a. Hailbronner/​Renner/​Maaßen, Staats­an­ge­hö­rig­keits­recht, 5. Aufl.2010, § 35 StAG Rn. 42 f.
  35. vgl. BVerwG, Urteil vom 14.02.2008 – 5 C 4/​07, NVwZ 2008, 685, 686; vgl. auch OVG Saar­land, Urteil vom 24.02.2011 – 1 A 327/​10, NVwZ-RR 2011, 654, 659 f.; VGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 9.08.2007 – 13 S 2885/​06 30; OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 19.10.2006 – 5 B 15.03 27
  36. vgl. auch BVerwG, Urteil vom 9.09.2003 – 1 C 6/​03, NVwZ 2004, 487, 489
  37. vgl. OVG Saar­land, Urteil vom 24.02.2011 – 1 A 327/​10, NVwZ-RR 2011, 654, 659 f.
  38. vgl. VGH Wies­ba­den, Beschluss vom 26.03.04 – 8 TG 721/​04 42; zwei­felnd VG Chem­nitz, Beschluss vom 29.01.1999 – 1 K 1996/​96, NVwZ-RR 1998, 414
  39. vgl. Schoch/​Schneider/​Bier, VwGO, 29. EL Okto­ber 2015, § 114 Rn. 12e
  40. vgl. Fin­keln­bur­g/­Dom­ber­t/­Külp-mann, Vor­läu­fi­ger Rechts­schutz im Ver­wal­tungs­streit­ver­fah­ren, 6. Aufl.2011, Rn. 967 m.w.N.; s.a. BVerwG, Beschluss vom 18.10.2005 – 6 VR 5/​05, NVwZ 2006, 214, 215
  41. vgl. OVG Bre­men, Beschluss vom 21.07.2009 – 1 B 89/​09 11
  42. vgl. OVG Bre­men, Beschluss vom 21.07.2009 – 1 B 89/​09 14