Tabak­ver­kauf an Jugend­li­che – und die gewer­be­recht­li­chen Fol­gen

Mit der nach­hal­ti­gen Miss­ach­tung der Vor­schrif­ten des Jugend­schutz­rechts, das ver­bie­tet, in der Öffent­lich­keit Tabak­wa­ren an Kin­der und Jugend­li­che abzu­ge­ben, beweist ein Gewer­be­trei­ben­der sei­ne Unzu­ver­läs­sig­keit, was zum Ent­zug der Gewer­be­er­laub­nis füh­ren kann.

Tabak­ver­kauf an Jugend­li­che – und die gewer­be­recht­li­chen Fol­gen

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen in dem hier vor­lie­gen­den Ver­fah­ren über die Aus­set­zung der Voll­zie­hung eines Beschei­des, mit dem das Regie­rungs­prä­si­di­um Gie­ßen einem Gie­ße­ner Gewer­be­trei­ben­den wegen Unzu­ver­läs­sig­keit die Aus­übung sei­nes Gewer­bes unter­sagt hat­te. Das Regie­rungs­prä­si­di­um Gie­ßen wirft dem Gewer­be­trei­ben­den, der Tabak­wa­ren ver­treibt, vor, nach­hal­tig Vor­schrif­ten des Jugend­schutz­rechts dadurch miss­ach­tet zu haben, dass er zum wie­der­hol­ten Male nach­weis­lich Ziga­ret­ten an Jugend­li­che ver­kauft und des­we­gen auch schon meh­re­re Buß­geld­be­schei­de erhal­ten habe. Der Gewer­be­trei­ben­de wehrt sich gegen die Gewer­be­un­ter­sa­gung und hat einen Antrag auf Aus­set­zung der Voll­zie­hung gestellt.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen hat die­sen Antrag abge­lehnt mit dem Hin­weis auf § 35 Abs. 1 S. 1 GewO. Hier­nach sei die Aus­übung eines Gewer­bes ganz oder teil­wei­se zu unter­sa­gen, wenn Tat­sa­chen vor­lie­gen, wel­che die Unzu­ver­läs­sig­keit des Gewer­be­trei­ben­den in Bezug auf die­ses Gewer­be dar­tun. Unzu­ver­läs­sig in die­sem Sin­ne sei ein Gewer­be­trei­ben­der, der nach dem Gesamt­ein­druck sei­nes Ver­hal­tens nicht die Gewähr dafür bie­tet, dass er sein Gewer­be künf­tig ord­nungs­ge­mäß betrei­ben wird. Mit der nach­hal­ti­gen Miss­ach­tung der Vor­schrif­ten des Jugend­schutz­rechts, das ver­bie­tet, in Gast­stät­ten, Ver­kaufs­stel­len oder sonst in der Öffent­lich­keit Tabak­wa­ren an Kin­der und Jugend­li­che abzu­ge­ben, habe der Antrag­stel­ler sei­ne Unzu­ver­läs­sig­keit bewie­sen. Als bedeut­sa­mes Rechts­gut genie­ße der Jugend­schutz Ver­fas­sungs­rang. Dem Argu­ment des Antrag­stel­lers, die schie­ren Ver­kaufs­zah­len beleg­ten, dass ihm eine Über­prü­fung des Alters sei­ner Kun­den nicht in jedem Fall mög­lich sei, ließ das Gericht in Anbe­tracht des­sen und wegen der wie­der­hol­ten Ver­stö­ße nicht gel­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen, Beschluss vom 29. April 2013 – 8 L 326/​13.GI