Tabak­wa­ren­be­trei­be­rin gegen Ham­bur­ger All­ge­mein­ver­fü­gung

Die Unter­schei­dung in der All­ge­mein­ver­fü­gung der Stadt Ham­burg zwi­schen Geschäf­ten mit einem stark spe­zia­li­sier­ten Waren­sor­ti­ment und den von einer Schlie­ßung aus­ge­nom­me­nen Ver­kaufs­stel­len, die der Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung mit Waren des täg­li­chen Bedarfs die­nen, ist recht­mä­ßig.

Tabak­wa­ren­be­trei­be­rin gegen Ham­bur­ger All­ge­mein­ver­fü­gung

So hat das Ham­bur­gi­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Tabak­wa­ren­ge­schäf­tes ent­schie­den und damit gleich­zei­tig die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ham­burg bestä­tigt. Die Betrei­be­rin meh­re­rer Ein­zel­ge­schäf­te für den Han­del mit elek­tro­ni­schen Ziga­ret­ten und Nach­füll­be­häl­tern hat­te sich mit ihrem Eil­an­trag gegen die All­ge­mein­ver­fü­gung zur Ein­däm­mung des Coro­na­vi­rus in Ham­burg vom 16. März 2020 gewandt. Die All­ge­mein­ver­fü­gung regelt die Schlie­ßung von Ein­zel­han­dels­ge­schäf­ten, wobei bestimm­te Betrie­be und Ein­rich­tun­gen von die­ser Rege­lung aus­ge­nom­men wer­den. Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ham­burg ist bei der Abwä­gung dem Schutz der Gesund­heit der gesam­ten Bevöl­ke­rung der Vor­zug vor den wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen der Antrag­stel­le­rin zu geben ist. Gegen die­se Ent­schei­dung hat sich die Antrag­stel­le­rin mit der Beschwer­de gewehrt.

Nach den Aus­füh­run­gen des Ham­bur­gi­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts erscheint die in der ange­grif­fe­nen All­ge­mein­ver­fü­gung vor­ge­se­he­ne Unter­schei­dung zwi­schen Geschäf­ten mit einem stark spe­zia­li­sier­ten Waren­sor­ti­ment wie dem der Antrag­stel­le­rin und den von einer Schlie­ßung aus­ge­nom­me­nen Ver­kaufs­stel­len, die der Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung mit Waren des täg­li­chen Bedarfs die­nen, ver­fas­sungs­recht­lich trag­fä­hig. Es hat zudem die erst­in­stanz­li­che Ein­schät­zung des Ver­wal­tungs­ge­richts bestä­tigt, dass bei Abwä­gung dem Schutz der Gesund­heit der gesam­ten Bevöl­ke­rung der Vor­zug vor den wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen der Antrag­stel­le­rin zu geben ist.

Aus die­sen Grün­den ist die Beschwer­de zurück­ge­wie­sen wor­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 26. März 2020 – 5 Bs 48/​20