Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot per Poli­zei­ver­ord­nung

Ein Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot ist geeig­net, den Bestand an Tau­ben in einem Stadt­ge­biet zu ver­rin­gern und ihre Anzahl auf einem nied­ri­gen Niveau zu sta­bi­li­sie­ren. Hier­durch wird den durch die gro­ße Anzahl von Stadt­tau­ben für die Bevöl­ke­rung bestehen­den Gesund­heits­ge­fah­ren und der Ver­un­rei­ni­gung sowie Beschä­di­gung von Bau­wer­ken und Denk­mä­lern durch Tau­ben­kot ent­ge­gen­ge­wirkt.

Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot per Poli­zei­ver­ord­nung

Die ver­füg­te Unter­sa­gung der Tau­ben­füt­te­rung beruht auf der poli­zei­recht­li­chen Gene­ral­klau­sel. Hier­nach hat die Poli­zei die Auf­ga­be, von dem ein­zel­nen und dem Gemein­we­sen Gefah­ren abzu­weh­ren, durch die die öffent­li­che Sicher­heit oder Ord­nung bedroht wird, und Stö­run­gen der öffent­li­chen Sicher­heit oder Ord­nung zu besei­ti­gen, soweit es im öffent­li­chen Inter­es­se gebo­ten ist (§ 1 Abs. 1 Satz 1 PolG). Dabei hat die Poli­zei zur Wahr­neh­mung ihrer Auf­ga­ben die­je­ni­gen Maß­nah­men zu tref­fen, die ihr nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen erfor­der­lich erschei­nen (§ 3 PolG). Die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für ein Ein­schrei­ten der beklag­ten Stadt als Orts­po­li­zei­be­hör­de und damit als zustän­di­ge Behör­de (§ 62 Abs. 4, § 66 Abs. 2 PolG) wegen einer Stö­rung der öffent­li­chen Sicher­heit sind gege­ben. Zur öffent­li­chen Sicher­heit gehö­ren sowohl die Indi­vi­du­al­rechts­gü­ter Leben, Gesund­heit, Ehre, Frei­heit, Eigen­tum und Ver­mö­gen der Bür­ger, die Unver­letz­lich­keit des Staa­tes, sei­ner Ein­rich­tun­gen und Ver­an­stal­tun­gen als auch die objek­ti­ve Rechts­ord­nung 1. Die öffent­li­che Sicher­heit wird ver­letzt, weil die Klä­ge­rin gegen Vor­schrif­ten der Poli­zei­ver­ord­nung der beklag­ten Stadt zur Abwehr der von ver­wil­der­ten Haus­tau­ben, Wild­tau­ben, Enten und Schwä­nen aus­ge­hen­den Gesund­heits­ge­fah­ren (im Fol­gen­den: Pol­VO) vom 06.03.1997 in der Fas­sung der Ände­rungs­ver­ord­nung vom 10.10.2002 ver­stößt. Nach § 1 Abs. 1 Pol­VO dür­fen im Stadt­ge­biet der beklag­ten Stadt ver­wil­der­te Haus­tau­ben und Wild­tau­ben nicht gefüt­tert wer­den (Satz 1). Auch darf kein Fut­ter, das zum Füt­tern von ver­wil­der­ten Haus­tau­ben und Wild­tau­ben bestimmt ist, aus­ge­legt wer­den (Satz 2). Fut­ter für ande­re Vögel ist so aus­zu­le­gen, dass es von ver­wil­der­ten Haus­tau­ben und Wild­tau­ben nicht erreicht wer­den kann (Satz 3).

Die Poli­zei­ver­ord­nung der beklag­ten Stadt, gegen deren for­mel­le Recht­mä­ßig­keit weder von der Klä­ge­rin Ein­wen­dun­gen vor­ge­bracht wor­den noch sonst ersicht­lich sind, ist in den hier ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen auch mate­ri­ell-recht­lich nicht zu bean­stan­den:

Die Poli­zei­ver­ord­nung ist nicht wegen Zeit­ab­laufs außer Kraft getre­ten. Sie tritt spä­tes­tens zwan­zig Jah­re nach ihrem Inkraft­tre­ten außer Kraft (§ 17 Abs. 1 PolG), also erst im Jah­re 2017.

Nach § 10 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit § 1 Abs. 1 PolG darf eine Poli­zei­ver­ord­nung erlas­sen wer­den, wenn in typi­schen Fäl­len aus bestimm­ten Arten von Hand­lun­gen oder Zustän­den mit einer gewis­sen Wahr­schein­lich­keit Gefah­ren für die öffent­li­che Sicher­heit oder Ord­nung ent­ste­hen kön­nen 2.

Die Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge des § 10 Abs. 1 PolG wird nicht durch spe­zi­al­ge­setz­li­che Vor­schrif­ten, etwa des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes (IfSG) vom 20.07.2000 3, ver­drängt. Eine Sperr­wir­kung für die ledig­lich sub­si­diä­re Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung des all­ge­mei­nen Poli­zei­rechts ent­fal­ten die Bestim­mun­gen des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes nur, soweit eine Rechts­vor­schrift allein den Zweck ver­folgt, die Bevöl­ke­rung vor über­trag­ba­ren Krank­hei­ten im Sin­ne von § 2 Nr. 3 IfSG zu schüt­zen. Dies ist hier nicht der Fall. Soweit das Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot den Gesund­heits­schutz im Auge hat, dient es auch der Ver­hin­de­rung von Gesund­heits­ge­fah­ren, die nicht von über­trag­ba­ren Krank­hei­ten im Sin­ne des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes aus­ge­hen 4. Der hier maß­ge­ben­den Poli­zei­ver­ord­nung vom 06.03.1997 liegt wie­der­um wie bereits den frü­he­ren ent­spre­chen­den Ver­ord­nun­gen der beklag­ten Stadt die Erwä­gung zugrun­de, mit dem Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot auch Gesund­heits­ge­fah­ren zu ver­hin­dern, die nicht von über­trag­ba­ren Krank­hei­ten im Sin­ne des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes aus­ge­hen 5.

Das Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot bezweckt – neben ande­ren ergrif­fe­nen Maß­nah­men – eine Ver­rin­ge­rung des Bestands an Stadt­tau­ben und die Sta­bi­li­sie­rung ihrer Anzahl auf einem nied­ri­ge­ren Niveau. Die­ses Ziel, das auch von Tier­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen im Inter­es­se der Ver­bes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen der Tau­ben durch Ver­mei­dung des mit einer Über­po­pu­la­ti­on ver­bun­de­nen Dich­testres­ses viel­fach aner­kannt wird 6, dient der Abwehr von Gefah­ren für die öffent­li­che Sicher­heit 7.

Erklär­tes Ziel der Ver­rin­ge­rung des Bestan­des der Stadt­tau­ben ist die Ein­däm­mung der Ver­schmut­zung ins­be­son­de­re durch Tau­ben­kot. Eine Tau­be ver­ur­sacht pro Jahr 10 bis 12 kg Nass­kot, was ca. 2, 5 kg Tro­cken­kot ent­spricht 8. Hier­durch wer­den Schä­den an Gebäu­den ver­ur­sacht; es ent­ste­hen auch Rei­ni­gungs­kos­ten. Das streit­ge­gen­ständ­li­che Ver­bot dient daher auch dem Schutz des Eigen­tums Pri­va­ter und der öffent­li­chen Hand 9. Auch die Erhal­tung und Ver­bes­se­rung der Rein­lich­keit des öffent­li­chen Raums fällt unter das Schutz­gut der öffent­li­chen Sicher­heit 10. Die Ver­bes­se­rung der Rein­lich­keit dient auch dazu, Gefah­ren für die Gesund­heit, die nicht vom Anwen­dungs­be­reich des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes erfasst sind, ent­ge­gen zu wir­ken. Hier­zu zäh­len – ins­be­son­de­re bei immun­de­fi­zi­en­ten Per­so­nen­grup­pen wie Kin­dern, alten Men­schen und Kran­ken – neben all­er­gi­schen Reak­tio­nen beim Ein­at­men von Feder- oder Kot­s­taub auch star­ke Gesund­heits­be­las­tun­gen sowie All­er­gi­en, die durch von Tau­ben ver­brei­te­te Para­si­ten wie der Tau­ben­ze­cke und der Vogel­mil­be her­vor­ge­ru­fen wer­den kön­nen 11. Von die­sen Gefah­ren ist nach wie vor aus­zu­ge­hen. Die nach­ge­wie­se­nen human­pa­tho­ge­nen Krank­heits­er­re­ger haben sich in den letz­ten Jah­ren sogar noch erhöht. Bis 2006 wur­den 89 sol­cher Erre­ger nach­ge­wie­sen, davon sie­ben Viren, 32 Bak­te­ri­en, 46 Pil­ze und vier Pro­to­zo­en 12. Im Jahr 2012 waren es bereits 111 ver­schie­de­ne human­pa­tho­ge­ne Krank­heits­er­re­ger 13.

Das Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot ist zur Regu­lie­rung der Tau­ben­po­pu­la­ti­on auch geeig­net. Nach gesi­cher­ten wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen hat das vor­han­de­ne Nah­rungs­an­ge­bot maß­geb­li­chen Ein­fluss auf die Grö­ße eines Tau­ben­be­stan­des. Eine Ver­rin­ge­rung des Nah­rungs­an­ge­bots führt zu einem Rück­gang der Nach­kom­mens­ra­te über eine Reduk­ti­on der Brut­paa­re, die ihren Flug­ra­di­us zur Nah­rungs­be­schaf­fung ver­grö­ßern müs­sen und wegen des dafür erhöh­ten Zeit- und Ener­gie­auf­wands in gerin­ge­rem Umfang brü­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund ist nahe­zu all­ge­mein aner­kannt, dass die dau­er­haf­te Ver­rin­ge­rung des Nah­rungs­an­ge­bots durch ein gene­rel­les Füt­te­rungs­ver­bot das aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht erfolg­ver­spre­chends­te Ver­fah­ren dar­stellt, auch wenn sei­ne Durch­set­zung unter Pra­xis­be­din­gun­gen auf Schwie­rig­kei­ten trifft 14. Im Übri­gen beschränkt sich die beklag­te Stadt – anders als in frü­he­ren Jah­ren – nicht auf das Füt­te­rungs­ver­bot, son­dern ver­folgt zusam­men mit dem ört­li­chen Tier­schutz­ver­ein und der Cari­tas seit 2008 die Schaf­fung von Tau­ben­schlä­gen, wovon bis 2013 sechs errich­tet wor­den sind.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Klä­ge­rin kann gegen das Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot nicht mit Erfolg das Gebot des Tier­schut­zes (Art.20 a GG) ein­ge­wandt wer­den. Nach der seit dem 01.08.2002 gel­ten­den Fas­sung die­ser Norm durch das Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 26.07.2002 15 schützt der Staat auch in Ver­ant­wor­tung für die künf­ti­gen Genera­tio­nen die Tie­re im Rah­men der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ord­nung durch die Gesetz­ge­bung und nach Maß­ga­be von Gesetz und Recht durch die voll­zie­hen­de Gewalt und die Recht­spre­chung. Die Staats­ziel­be­stim­mung des Tier­schut­zes ver­leiht kei­ne sub­jek­ti­ven Rech­te 16. Mit der Ein­fü­gung des Tier­schut­zes in das Grund­ge­setz ist ein abso­lu­ter Schutz der Tie­re nicht ver­bun­den. Es soll nur ein „ethi­sches Min­dest­maß” sicher­ge­stellt wer­den, wonach die Tie­re in ihrer Mit­ge­schöpf­lich­keit zu ach­ten und ihnen ver­meid­ba­re Lei­den zu erspa­ren sind. Dies gebie­tet, Leben und Wohl­be­fin­den des Tie­res zu schüt­zen (§ 1 Satz 1 TierSchG), und for­dert ins­be­son­de­re, dass nie­mand einem Tier „ohne ver­nünf­ti­gen Grund” Schmer­zen, Lei­den und Schä­den zufü­gen darf (§ 1 Satz 2 TierSchG). Das Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot wahrt die Min­dest­an­for­de­run­gen des ethi­schen Tier­schut­zes. Zur Kon­kre­ti­sie­rung des tier­schutz­recht­li­chen Grund­an­lie­gens, Tie­ren ver­meid­ba­re Lei­den zu erspa­ren, ist dar­auf abzu­stel­len, ob die Lei­den nach Maß­ga­be des Grund­sat­zes der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit durch einen „ver­nünf­ti­gen Grund” zu recht­fer­ti­gen sind 17. Das ist hier ange­sichts der mit dem Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot ver­folg­ten Zwe­cke zu beja­hen. Dies gilt auch in Bezug auf die Erfor­der­lich­keit des Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bots für die ange­streb­te Bestands­re­du­zie­rung und ‑kon­trol­le 18. Zwar beein­träch­tigt das von der beklag­ten Stadt seit eini­gen Jah­ren zusam­men mit dem ört­li­chen Tier­schutz­ver­ein und der Cari­tas begon­ne­ne Kon­zept von Tau­ben­häu­sern mit Gele­ge­aus­tausch und kon­trol­lier­ter Füt­te­rung das Schutz­in­ter­es­se der Tie­re weni­ger. Zur Über­zeu­gung der Ver­wal­tungs­ge­richt ver­spricht es aber nicht den glei­chen Erfolg. Ange­sichts der geschätz­ten Anzahl von 20000 bis 30000 Stadt­tau­ben in … rei­chen die bis jetzt ledig­lich errich­te­ten sechs Tau­ben­schlä­ge, in denen bis Ende 2013 6900 Eier aus­ge­tauscht wur­den 19, bei wei­tem nicht aus, um die Tau­ben­po­pu­la­ti­on zu redu­zie­ren. Geht man von einer Kapa­zi­tät von 100 Tau­ben­plät­ze pro Tau­ben­schlag aus 20, müss­ten in … bis zu 300 Tau­ben­schlä­ge errich­tet wer­den.

Das in der Poli­zei­ver­ord­nung der beklag­ten Stadt nor­mier­te Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot ver­stößt auch nicht gegen Grund­rech­te der Klä­ge­rin. Sie kann sich nicht mit Erfolg auf eine Ver­let­zung der in Art. 2 Abs. 1 GG nor­mier­ten all­ge­mei­nen Hand­lungs­frei­heit beru­fen. Das zur Bestands­re­gu­lie­rung von Stadt­tau­ben geeig­ne­te Füt­te­rungs­ver­bot stellt nur einen sehr begrenz­ten Ein­griff in die grund­recht­lich geschütz­te Frei­heits­sphä­re dar, der durch das über­wie­gen­de Inter­es­se der All­ge­mein­heit gerecht­fer­tigt wird. Es ist Teil der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ord­nung, die die grund­recht­li­che Frei­heit beschränkt 18. Der Klä­ge­rin steht fer­ner nicht das Grund­recht der Gewis­sens­frei­heit zur Sei­te (Art. 4 Abs. 1 GG). Die indi­vi­du­el­le Über­zeu­gung ist nicht Maß­stab der Gül­tig­keit gene­rel­ler Nor­men 21. Die Klä­ge­rin ist bezüg­lich ihres Gewis­sens­kon­flikts auf Alter­na­ti­ven zu ihrem bis­he­ri­gen Ver­hal­ten zu ver­wei­sen. So könn­te sie sich etwa in die Betreu­ung von Tau­ben­schlä­gen im Rah­men des … Stadt­tau­ben-Pro­jekts ein­brin­gen.

Das der beklag­ten Stadt nach den §§ 1 und 3 PolG ein­ge­räum­te Ermes­sen wur­de rechts­feh­ler­frei aus­ge­übt. Im Zeit­punkt der münd­li­chen Ver­hand­lung lie­gen in den per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen der Klä­ge­rin, auch unter Berück­sich­ti­gung ihres Umzugs im August 2013 vom bis­he­ri­gen Wohn­ge­biet am … in die … Innen­stadt, kei­ne ver­än­der­ten Umstän­de vor, die Anlass zu ergän­zen­den Ermes­sens­er­wä­gun­gen oder einer ande­ren Gewich­tung der wider­strei­ten­den Belan­ge geben wür­den. Seit der Kla­ge­er­he­bung hat die beklag­te Stadt gegen die Klä­ge­rin wegen Ver­stö­ßen gegen das Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot zwei inzwi­schen rechts­kräf­ti­ge Buß­geld­be­schei­de erlas­sen. Soweit die beklag­te Stadt wegen eines erneu­ten Ver­sto­ßes gegen das Füt­te­rungs­ver­bot ein wei­te­res Buß­geld gegen die Klä­ge­rin ver­hängt hat, ist die­ser Buß­geld­be­scheid noch nicht rechts­kräf­tig. Schließ­lich wider­spie­geln auch die Äuße­run­gen der Klä­ge­rin in der münd­li­chen Ver­hand­lung zur Über­zeu­gung der Ver­wal­tungs­ge­richt, dass sie eine „unver­bes­ser­li­che” Tau­ben­füt­te­re­rin ist. Soweit sie vor­gibt, Tau­ben nur gefüt­tert zu haben, um kran­ke Tau­ben ein­fan­gen zu kön­nen, wider­spre­chen dem die Fest­stel­lun­gen der beklag­ten Stadt, wonach etwa am 10.03.2011 von der Klä­ge­rin Kör­ner­fut­ter in gro­ßen Men­gen aus­ge­streut wur­de.

Gegen die wei­te­ren Rege­lun­gen im Bescheid der beklag­ten Stadt vom 13.04.2011 – Andro­hung eines Zwangs­gelds in Höhe von jeweils 150, 00 EUR und Fest­set­zung einer Ver­wal­tungs­ge­bühr in Höhe von 110, 00 EUR – sind Rechts­feh­ler von der Klä­ge­rin weder gel­tend gemacht wor­den noch sonst ersicht­lich. Bezüg­lich der Zwangs­geld­an­dro­hung wird ergän­zend auf die Aus­füh­run­gen im Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts vom 21.09.2011 22 im Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes ver­wie­sen.

Die von der Kla­ge wegen des Anfech­tungs­ver­bun­des (§ 24 Satz 2 LGebG) auch erfass­te Gebühr im Wider­spruchs­be­scheid des Regie­rungs­prä­si­di­ums Stutt­gart vom 10.01.2012 in Höhe von 100, 00 EUR – hier­ge­gen hat die Klä­ge­rin auch nichts ein­ge­wandt – begeg­net gleich­falls kei­nen recht­li­chen Beden­ken.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 27. Mai 2014 – 5 K 433/​12

  1. vgl. VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 06.10.1998 – 1 S 2272/​97, VBlBW 1999, 101; Ruder/​Schmitt, Poli­zei­recht Bad.-Württ., 7. Aufl., 2011, Rdnr. 230
  2. vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 28.07.2009 – 1 S 2200/​08, VBlBW 2010, 29
  3. BGBl. I, 1045
  4. vgl. dazu bereits zu den bei­den frü­he­ren Poli­zei­ver­ord­nun­gen der beklag­ten Stadt zum Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot: OLG Stutt­gart, Urteil vom 24.11.1965 – 1 Ss 496/​65, BWVBl 1966, 46, zur Pol­VO v. 15.07.1964; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 01.07.1991 – 1 S 473/​90, NVwZ-RR 1992, 19, zur Pol­VO v. 07.02.1977
  5. vgl. die amt­li­che Begrün­dung in der Anla­ge 1 zur GRDrs. 66/​1997
  6. vgl. Els­ner, Wege zur fried­li­chen Koexis­tenz – Kon­zept zur nach­hal­ti­gen Bestands­kon­trol­le bei Stadt­tau­ben, Dt. Tier­ärz­te­blatt 2008, 1040; Infor­ma­ti­ons­bro­schü­re „Stadt­tau­ben-Pro­jekt …” – Eine Koope­ra­ti­on des Tier­schutz­ver­eins … u. U. e. V., der Cari­tas … e. V. sowie der beklag­ten Stadt, Stand 2014
  7. vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 27.09.2005 – 1 S 261/​05, VBlBW 2006, 103
  8. vgl. Wohlfarth, Rechts­pro­ble­me um die Stadt­tau­be, DÖV 1993, 152, 153; Haag-Wacker­na­gel, Das Stra­ßen­tau­ben­pro­blem, in: Unter­la­gen zur Tagung Stra­ßen­tau­ben – Pro­ble­me und Lösun­gen, 24.03.2006, Ana­to­mi­sches Insti­tut der Uni­ver­si­tät Basel, S. 3 ff., Blatt 95 der Akten der beklag­ten Stadt
  9. vgl. BVerfG, Beschluss vom 23.05.1980 – 2 BvR 854/​79, BVerfGE 54, 143, 147; Bay­VerfGH, Ent­schei­dung v. 10.10.1979 – Vf. 33-VII-78, BayVBl.1980, 114
  10. vgl. Bay­VerfGH, Ent­schei­dung v. 09.11.2004 – Vf. 5‑VII-03, BayVBl.2005, 172
  11. vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 27.09.2005 – 1 S 261/​05, a.a.O., m.w.N. zur tier­ärzt­li­chen Lite­ra­tur
  12. vgl. Haag-Wacker­na­gel, Das Stra­ßen­tau­ben­pro­blem, a.a.O., S. 4; Hess­VGH, Urteil vom 01.09.2011 – 8 A 396/​10, DVBl 2011, 1423
  13. vgl. Haag-Wacker­na­gel, Das Tau­ben­pro­blem und Wege zu sei­ner Lösung, in: Dt. Vete­ri­när­me­di­zi­ni­sche Gesell­schaft e. V., 17. Inter­na­tio­na­le Fach­ta­gung zum The­ma Tier­schutz am 12. und 13.03.2012 in Nür­tin­gen, S. 278 ff., Blatt 94 der Akten der beklag­ten Stadt
  14. vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 27.09.2005 – 1 S 261/​05, a.a.O., m.w.N.; Rose, Bas­ler Tau­ben­flü­ge, UNI NOVA 2004, 28, Blatt 96 a der Akten der beklag­ten Stadt; Haag-Wacker­na­gel, Das Tau­ben­pro­blem und Wege zu sei­ner Lösung, a.a.O., S. 286 f.
  15. BGBl. I 2862
  16. vgl. Scholz, in: Maunz-Dürig, GG, Stand: Dezem­ber 2013, Art.20 a Rdnr. 33
  17. vgl. BVerfG, Beschluss vom 20.06.1978 – 1 BvL 14/​77, BVerfGE 48, 376, 389; BVerwG, Beschluss vom 24.10.1997 – 3 BN 1/​97, Buch­holz 418.9 TierSchG Nr. 10
  18. vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 27.09.2005 – 1 S 261/​05, a.a.O.
  19. vgl. Infor­ma­ti­ons­bro­schü­re „Stadt­tau­ben-Pro­jekt …”, a.a.O.
  20. vgl. Haag-Wacker­na­gel, Das Tau­ben­pro­blem und Wege zu sei­ner Lösung, a.a.O., S. 285
  21. vgl. BVerfG, Beschluss vom 18.04.1984 – 1 BvL 43/​81, BVerfGE 67, 26, 37
  22. VG Stutt­gart, Beschluss vom 21.09.2011 – 5 K 1905/​11