Tele­fon­ka­bel beim Stra­ßen­aus­bau

Eine rhein­land-pfäl­zi­sche Orts­ge­mein­de kann von einem Unter­neh­men der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­bran­che nicht eine antei­li­ge Erstat­tung von Kos­ten für den Aus­hub und die Wie­der­her­stel­lung des Stra­ßen­be­lags im Rah­men eines Stra­ßen­aus­baus ver­lan­gen, wenn der Aus­tausch der Lei­tun­gen nur auf­grund des Stra­ßen­aus­baus ver­an­lasst gewe­sen ist.

Tele­fon­ka­bel beim Stra­ßen­aus­bau

In einem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz ent­schie­de­nen Rechts­streit ließ die Orts­ge­mein­de Hoch­stät­ten 2007 die Für­fel­der Stra­ße aus­bau­en, in deren Bereich blei­um­man­tel­te Lei­tun­gen der Deut­schen Tele­kom AG (nach­fol­gend Tele­kom) ver­legt waren. Im Rah­men des Aus­baus ließ das Unter­neh­men ver­schie­de­ne Kabel aus­zu­wech­seln und erteil­te einen ent­spre­chen­den Auf­trag an die Fir­ma, die den Stra­ßen­aus­bau durch­führ­te. Nach Durch­füh­rung der Maß­nah­me ver­lang­te die Orts­ge­mein­de von der Tele­kom die antei­li­ge Erstat­tung von Kos­ten für den Aus­hub und die Wie­der­her­stel­lung des Stra­ßen­auf­baus. Sie führ­te aus, das Unter­neh­men habe Auf­wen­dun­gen dadurch erspart, dass es den Stra­ßen­aus­bau zur Ver­le­gung neu­er Lei­tun­gen habe nut­zen kön­nen. Da die Deut­sche Tele­kom AG eine Zah­lung ablehn­te, erhob die Orts­ge­mein­de Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt, aller­dings ohne Erfolg:

Die Orts­ge­mein­de habe kei­nen Anspruch auf Zah­lung der gefor­der­ten 14.097,82 € nebst Zin­sen, urteil­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz. Eine Ver­mö­gens­ver­schie­bung zu Guns­ten der Deut­schen Tele­kom AG sei nicht fest­stell­bar, auch wenn das Unter­neh­men statt der bis­he­ri­gen Bleika­bel Kunst­stoff­ka­bel in die Stra­ße habe ver­le­gen las­sen. Die­ser Umstand allein begrün­de kei­ne Pflicht zur Erstat­tung. Das Aus­wech­seln der Lei­tun­gen sei tech­nisch not­wen­dig gewe­sen, da die­se wegen der anste­hen­den Arbei­ten aus der Stra­ße her­aus­ge­nom­men hät­ten wer­den müs­sen. Hier­durch habe die Gefahr bestan­den, dass die Blei­um­man­te­lung der Kabel durch die Ent­nah­me aus dem Erd­reich schad­haft wür­de. Des­we­gen sei­en die alten Kabel nicht wie­der­ver­legt wor­den. Der Aus­tausch der Lei­tun­gen sei somit nur den Bedürf­nis­sen des Stra­ßen­aus­baus geschul­det gewe­sen. Von daher habe die Tele­kom kei­ne eige­nen Auf­wen­dun­gen erspart, auch wenn ihr hier­durch Vor­tei­le ent­stan­den sein soll­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 27. April 2010 – 1 K 575/​09.KO