Ten­nis­platz oder Ein­fa­mi­li­en­häu­ser

Die in einem (älte­ren) Bebau­ungs­plan ent­hal­te­ne Aus­wei­sung eines Sport­ge­län­des für vier Ten­nis­plät­ze nebst dazu­ge­hö­ren­dem Klub­haus mit Park­plät­zen sowie die Fest­set­zung einer ein­ge­schos­si­gen Bebau­ung kann einer ander­wei­ti­gen Bebau­ung nicht mehr ent­ge­gen gehal­ten wer­den, wenn sie – etwa wegen geän­der­ten Anfor­de­run­gen an den Lärm­schutz beim Sport­an­la­gen­bau – funk­ti­ons­los gewor­den ist.

Ten­nis­platz oder Ein­fa­mi­li­en­häu­ser

In einem hier vom Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz ent­schie­de­nen Fall bean­trag­te der Klä­ger bean­trag­te im Okto­ber 2009 die Ertei­lung eines Bau­vor­be­scheids zur Errich­tung jeweils eines Ein­fa­mi­li­en­hau­ses mit zwei Voll­ge­schos­sen im Bereich der Wei­kerts­wie­se in Koblenz-Aren­berg. Mit Bescheid vom 7. April 2010 lehn­te die Stadt Koblenz den Bau­wunsch ab, da Wohn­häu­ser mit zwei Voll­ge­schos­sen im Plan­ge­biet des Bebau­ungs­plans Nr. 214, der in den 1960er Jah­ren noch von der damals selb­stän­di­gen Gemein­de Aren­berg beschlos­sen wor­den war, nicht zuläs­sig sei­en. Außer­dem lägen die Stand­or­te der Häu­ser inner­halb eines als Sport­ge­län­de fest­ge­setz­ten Bereichs, der von Bebau­ung frei­zu­hal­ten sei. Hier­ge­gen leg­te der Klä­ger Wider­spruch ein und erhob sodann Untä­tig­keits­kla­ge.

Und das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz gab dem Klä­ger Recht: Der Errich­tung der drei Ein­fa­mi­li­en­häu­ser, so das Ver­wal­tungs­ge­richt, stün­den Fest­set­zun­gen des Bebau­ungs­plans Nr. 214 nicht ent­ge­gen. Die hier­in ent­hal­te­ne Aus­wei­sung eines Sport­ge­län­des für vier Ten­nis­plät­ze nebst dazu­ge­hö­ren­dem Klub­haus mit Park­plät­zen sowie die Fest­set­zung einer ein­ge­schos­si­gen Bebau­ung sei­en funk­ti­ons­los gewor­den. Die Anle­gung der Ten­nis­plät­ze (Bereich Wei­kerts­wie­se) wür­de zu einem Nut­zungs­kon­flikt mit der benach­bar­ten Wohn­be­bau­ung ent­lang der Stra­ßen Am Hemels, Am Fal­ken­weg und Vogel­wei­de füh­ren. Der Abstand der in den Plä­nen ein­ge­zeich­ne­ten Ten­nis­plät­ze zu die­ser Wohn­be­bau­ung betra­ge teil­wei­se weni­ger als 50 m. Da in dem Plan aus den 1960er Jah­ren kei­ne Lärm­schutz­maß­nah­men zur Ver­rin­ge­rung der Immis­sio­nen der Ten­nis­an­la­ge vor­ge­se­hen sei­en, sei die Ver­wirk­li­chung der aus­ge­wie­se­nen Sport­an­la­ge nebst dazu­ge­hö­ren­den Ein­rich­tun­gen (Klub­haus und Park­plät­ze) ange­sichts der Anfor­de­run­gen der Sport­an­la­gen­lärm­schutz­ver­ord­nung auf Dau­er aus­ge­schlos­sen. Zudem habe sich ent­lang der Stra­ßen Vogel­wei­de und Fal­ken­weg teil­wei­se eine zwei­ge­schos­si­ge Bebau­ung ent­wi­ckelt. Von daher habe der Plan bezüg­lich die­ser Fest­set­zun­gen offen¬sichtlich sei­ne steu­ern­de Funk­ti­on ein­ge­büßt. Da die zur Bebau­ung vor­ge­se­he­nen Grund­stü­cke inner­halb des Bebau­ungs­zu­sam­men­hangs ent­lang die­ser bei­den Stra­ßen lägen und sich die geplan­ten Ein­fa­mi­li­en­häu­ser ein­füg­ten, dürf­ten die­se gebaut wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 5. April 2011 – 1 K 1139/​10.KO