Tier­schutz­recht­li­che Anord­nun­gen für eine Rin­der­zucht

Wird dem Betrei­ber eines Rin­der­zucht­be­trie­bes durch den zustän­di­gen Land­kreis nur auf­ge­ge­ben, was ihm tier­schutz­recht­lich ohne­hin gebo­ten ist, geht der Antrag auf vor­läu­fi­gen Rechts­schutz gegen die­se Anord­nun­gen ins Lee­re.

Tier­schutz­recht­li­che Anord­nun­gen für eine Rin­der­zucht

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den und den Eil­an­trag, mit dem sich der Antrag­stel­ler gegen tier­schutz­recht­li­che Anord­nun­gen des Land­krei­ses gewandt hat, abge­lehnt. Bei dem Betrieb des Antrag­stel­lers han­delt es sich um eine mit einem QS-Zer­ti­fi­kat ver­se­he­ne Mut­ter­kuh­hal­tung, bei der Rin­der zum Zweck der Rind­fleisch­pro­duk­ti­on auf­ge­zo­gen wer­den. Nach einer Kon­trol­le des Betrie­bes im April 2019 bemän­gel­te die amt­li­che Tier­ärz­tin des Land­krei­ses u. a., dass die Tie­re unzu­rei­chend gefüt­tert wür­den, die bau­li­che Beschaf­fen­heit eini­ger Stäl­le das Fres­sen zusätz­lich erschwe­re und die­se nur unzu­rei­chend aus­ge­mis­tet wür­den. Zum Teil sei bei gesund­heit­lich auf­fäl­li­gen Tie­ren kein Tier­arzt hin­zu­ge­zo­gen wor­den. Wei­ter wur­de bean­stan­det, dass der Antrag­stel­ler es unter­las­sen habe, eine betrieb­li­che Eigen­kon­trol­le durch­zu­füh­ren und ins­be­son­de­re Käl­ber­ver­lus­te zu doku­men­tie­ren. Ähn­li­ches hat­te der Land­kreis bereits nach einer Kon­trol­le im Jahr 2017 bean­stan­det. Gegen die Anord­nun­gen des Land­krei­ses hat sich der Rin­der­züch­ter mit sei­nem Eil­an­trag gewehrt.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Mag­de­burg han­de­le es sich bei den Anord­nun­gen des Land­krei­ses im Wesent­li­chen um Umschrei­bun­gen der bereits bestehen­den gesetz­li­chen Vor­schrif­ten. Dem Antrag­stel­ler wer­de folg­lich durch den Antrags­geg­ner nur auf­ge­ge­ben, was ihm tier­schutz­recht­lich ohne­hin gebo­ten sei.

Dar­über hin­aus hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg ergän­zend dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sich die Anord­nun­gen auch des­halb als ver­hält­nis­mä­ßig erwei­sen dürf­ten, weil der Antrag­stel­ler am QS-Sys­tem teil­neh­me und nach sei­nem eige­nen Vor­brin­gen im Rah­men die­ser Zer­ti­fi­zie­rung eine umfas­sen­de Über­prü­fung der Tier­hal­tung statt­fin­de. Set­ze indes die QS-Zer­ti­fi­zie­rung eben­falls vor­aus, dass der Antrag­stel­ler eine betrieb­li­che Eigen­kon­trol­le vor­neh­me und die tier­schutz­recht­li­chen Min­dest­an­for­de­run­gen erfül­le, dürf­te die Umset­zung der Anord­nun­gen des Antrags­geg­ners sich schon des­halb nicht als unan­ge­mes­sen dar­stel­len. Bestimm­te Ver­stö­ße gegen die tier­schutz­ge­rech­te Hal­tung sowie im Bereich Fut­ter­mit­tel und Füt­te­rung stell­ten näm­lich bei der Zer­ti­fi­zie­rung sog. „K.O.-Kriterien“ dar.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg, Beschluss vom 16. Juli 2020 – 1 B 69/​20 MD