Tier­ver­su­che mit Rhe­sus­af­fen

Die Freie Han­se­stadt Bre­men war ver­pflich­tet, dem Lei­ter der Abtei­lung Neu­ro­bio­lo­gie des Insti­tuts für Hirn­for­schung der Uni­ver­si­tät Bre­men die von die­sem bean­trag­te tier­schutz­recht­li­che Geneh­mi­gung von Tier­ver­su­chen zu ertei­len, denn auf­grund der zwi­schen­zeit­li­chen Ände­rung des Tier­schutz­ge­set­zes ist geklärt, dass der Geneh­mi­gungs­be­hör­de bei ihrer Ent­schei­dung kein Ermes­sen ver­bleibt.

Tier­ver­su­che mit Rhe­sus­af­fen

So das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Beschwer­de gegen die vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richts der Frei­en Han­se­stadt Bre­men ergan­ge­nen Ent­schei­dung 1 zur Geneh­mi­gung von Tier­ver­su­chen. Mit sei­nem Urteil vom 11. Dezem­ber 2012 hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt fest­ge­stellt, dass die Freie Han­se­stadt Bre­men ver­pflich­tet war, dem Lei­ter der Abtei­lung Neu­ro­bio­lo­gie des Insti­tuts für Hirn­for­schung der Uni­ver­si­tät Bre­men die von die­sem bean­trag­te tier­schutz­recht­li­che Geneh­mi­gung von Tier­ver­su­chen zu ertei­len. Zur Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt aus­ge­führt, die Belas­tun­gen der Ver­suchs­tie­re (Rhe­sus­af­fen) sei­en im Hin­blick auf die hohe wis­sen­schaft­li­che Bedeu­tung des Ver­suchs­vor­ha­bens ethisch ver­tret­bar. Auf der Grund­la­ge der vor­ge­leg­ten Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten sei­en die Belas­tun­gen allen­falls als mäßig ein­zu­stu­fen. Der Frei­en Han­se­stadt Bre­men ste­he weder ein Beur­tei­lungs­spiel­raum noch sonst Ermes­sen zu. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Revi­si­on gegen sein Urteil nicht zuge­las­sen. Dage­gen rich­tet sich die Beschwer­de beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt.

Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts habe die Rechts­la­ge nicht die gel­tend gemach­te grund­sätz­li­che Bedeu­tung, denn auf­grund der zwi­schen­zeit­li­chen Ände­rung des Tier­schutz­ge­set­zes sei geklärt, dass der Geneh­mi­gungs­be­hör­de bei ihrer Ent­schei­dung kein Ermes­sen ver­blei­be. Wei­ter sei nicht klä­rungs­be­dürf­tig, dass die gel­tend gemach­te beson­de­re demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on der zustän­di­gen Senats­ver­wal­tung es allein nicht recht­fer­ti­gen kön­ne, die ver­fas­sungs­recht­lich grund­sätz­lich vor­ge­ge­be­ne umfas­sen­de gericht­li­che Kon­trol­le durch Ein­räu­mung eines Beur­tei­lungs­spiel­raums ein­zu­schrän­ken. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt habe der Grund­la­gen­for­schung und deren mehr oder weni­ger abs­trakt blei­ben­dem Erkennt­nis­ge­winn auch nicht pau­schal Vor­rang ein­ge­räumt, wes­halb ein wei­te­rer grund­sätz­li­cher Klä­rungs­be­darf von der Beschwer­de nicht auf­ge­zeigt wor­den sei. Die gel­tend gemach­ten Ver­fah­rens­feh­ler lägen nicht vor.

Daher ist die Beschwer­de zurück­ge­wie­sen wor­den und damit ist das Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts rechts­kräf­tig.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 20. Janu­ar 2014 – 3 B 29.13

  1. OVG Bre­men, Urteil vom 11.12. 2012 – 1 A 180/​10, 1 A 367/​10[]
  2. OVG Bre­men, Urteil vom 11.12.2012 – 1 A 180/​10, 1 A 367/​10[]