Über­zeu­gungs­grund­satz

Gemäß § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO ent­schei­det das Gericht nach sei­ner frei­en, aus dem Gesamt­ergeb­nis des Ver­fah­rens gewon­ne­nen Über­zeu­gung. Dar­aus folgt auch die Ver­pflich­tung, der Über­zeu­gungs­bil­dung den im Ver­fah­ren fest­ge­stell­ten Sach­ver­halt voll­stän­dig und rich­tig zugrun­de zu legen.

Über­zeu­gungs­grund­satz

Das Gericht darf nicht in der Wei­se ver­fah­ren, dass es ein­zel­ne erheb­li­che Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen oder Beweis­ergeb­nis­se nicht in die recht­li­che Wür­di­gung ein­be­zieht, ins­be­son­de­re Umstän­de über­geht, deren Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit sich ihm hät­te auf­drän­gen müs­sen.

In sol­chen Fäl­len fehlt es an einer trag­fä­hi­gen Tat­sa­chen­grund­la­ge für die inne­re Über­zeu­gungs­bil­dung des Gerichts, auch wenn die dar­auf basie­ren­de recht­li­che Wür­di­gung als sol­che nicht zu bean­stan­den ist 1.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 20. August 2014 – 2 B 101.2013

  1. stRspr, vgl. etwa BVerwG, Urtei­le vom 02.02.1984 – 6 C 134.81, BVerw­GE 68, 338, 339 = Buch­holz 310 § 108 VwGO Nr. 145 S. 36 f.; und vom 05.07.1994 – 9 C 158.94, BVerw­GE 96, 200, 208 f. = Buch­holz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 174 S. 27; Beschluss vom 18.11.2008 – 2 B 63.08, Buch­holz 235.1 § 17 BDG Nr. 1 Rn. 27 = NVwZ 2009, 399, jeweils m.w.N.[]