Beein­träch­ti­gung durch Gas­spei­cher­sta­ti­on

Ein Rah­men­be­triebs­plan für die Errich­tung einer Gas­spei­cher­sta­ti­on ver­letzt einen Wohn- und Grund­stücks­ei­gen­tü­mer dann nicht in sei­nen Rech­ten, wenn die betref­fen­den Grund­stü­cke nicht durch unzu­mut­ba­re Lärm- und Licht­im­mis­si­on belas­tet wer­den und sowohl eine Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fung erfolgt ist, als auch alle not­wen­di­gen Sicher­heits­vor­keh­run­gen gegen mög­li­che Stör­fäl­le beach­tet wor­den sind.

Beein­träch­ti­gung durch Gas­spei­cher­sta­ti­on

So die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Olden­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Bür­gers und Woh­nungs­ei­gen­tü­mers, der sich durch die Zulas­sung des Rah­men­be­triebs­plans einer Gas­spei­cher­sta­ti­on in sei­nen Rech­ten ver­letzt fühlt. Er rich­tet sich mit sei­ner Kla­ge gegen die auf einer Flä­che von ca. 105.000 m² geplan­te und bereits über­wie­gend errich­te­te Erd­gas­spei­cher­sta­ti­on, die dem bedarfs­ge­rech­ten Ein- und Aus­spei­chern von Erd­gas in dar­an ange­schlos­se­nen bis zu 25 unter­ir­di­schen Erd­gas­ka­ver­nen dient. Öst­lich zur Sta­ti­on liegt in etwa 1,2 km der Orts­rand von Hors­ten, nord­west­lich in etwa 1,6 km die zen­tra­le Lage des Orts­teils von Etzel. Am 13. Okto­ber 2010 geneh­mig­te das Nie­der­säch­si­sche Lan­des­amt für Berg­bau, Ener­gie und Geo­lo­gie einen Rah­men­be­triebs­plan für die Errich­tung und den Betrieb der Anla­ge.

Der Klä­ger, der in den Rand­la­gen der Orte Hors­ten und Etzel Wohn­ei­gen­tum besitzt, hat­te gegen die Zulas­sung des Rah­men­be­triebs­plans Kla­ge erho­ben, da er befürch­te­te, durch die von der Anla­ge aus­ge­hen­den Gefah­ren eines denk­ba­ren Stör­falls sowie durch Lärm und Licht in sei­ner Gesund­heit und durch die infol­ge von Erd­ga­sein- und Aus­spei­sung ver­ur­sach­ten Boden­sen­kun­gen in sei­nem Grund­stücks­ei­gen­tum ver­letzt zu sein.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Olden­burg habe das beklag­te Lan­des­amt im nach Berg­recht zu geneh­mi­gen­den Rah­men­be­triebs­plan alle den Klä­ger betref­fen­den Fra­gen geprüft und beach­tet. Sei­ne Grund­stü­cke wür­den weder durch von der Anla­ge aus­ge­hen­den unzu­mut­ba­ren Lärm noch durch unzu­mut­ba­re Licht­im­mis­sio­nen belas­tet. Im Rah­men­be­triebs­plan und in wei­te­ren im Berg­recht zuläs­si­gen Betriebs- und Son­der­be­triebs­plä­nen wür­den die not­wen­di­gen Sicher­heits­vor­keh­run­gen gegen mög­li­che Stör­fäl­le im Ein­zel­nen gere­gelt. Soweit Boden­sen­kun­gen pro­gnos­ti­ziert sei­en, beruh­ten die­se nicht auf dem Betrieb der geneh­mig­ten Gas­spei­cher­sta­ti­on, son­dern auf der Aus­sohlung und dem Betrieb der ein­zel­nen Gas­ka­ver­nen, die ihrer­seits in getrenn­ten Ver­fah­ren zu geneh­mi­gen sei­en. Das beklag­te Lan­des­amt habe auch in recht­lich nicht zu bean­stan­den­der Wei­se eine Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fung durch­ge­führt, die auch eine Prü­fung von Alter­na­ti­ven sowie eine Gesamt­bi­lan­zie­rung im gebo­te­nen Rah­men ent­hal­ten habe. Daher ver­let­ze der Rah­men­be­triebs­plan den Klä­ger nicht in sei­nen Rech­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Urteil vom 13. Juni 2012 – 5 A 3370/​10