Bekannt­ma­chung der Arten ver­füg­ba­rer Umwelt­in­for­ma­tio­nen

Die orts­üb­li­che Bekannt­ma­chung der Aus­le­gung eines Bau­leit­plan-Ent­wurfs muss auch schlag­wort­ar­ti­ge Infor­ma­tio­nen dar­über ent­hal­ten, wel­che Umwelt­be­lan­ge in den ver­füg­ba­ren Stel­lung­nah­men behan­delt wer­den.

Bekannt­ma­chung der Arten ver­füg­ba­rer Umwelt­in­for­ma­tio­nen

In dem jetzt vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig ent­schie­de­ne­nen Fall hat­te die Antrags­geg­ne­rin den Beschluss über die öffent­li­che Aus­le­gung eines Bebau­ungs­plan­ent­wurfs in ihrem Amts­blatt orts­üb­lich bekannt gemacht. Im Text der Bekannt­ma­chung wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Begrün­dung des Plan­ent­wurfs mit Umwelt­be­richt und dar­über hin­aus „Unter­su­chun­gen zu geschütz­ten Arten“ ver­füg­bar sei­en. Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg in Mann­heim hat den Bebau­ungs­plan wegen eines beacht­li­chen Ver­sto­ßes gegen § 3 Abs. 2 Satz 2 Bau­GB für unwirk­sam erklärt 1.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die­se Rechts­auf­fas­sung bestä­tigt: Das Bekannt­ma­chungs­er­for­der­nis des § 3 Abs. 2 Satz 2 Bau­GB wur­de durch das EAG Bau 2004 auf „Anga­ben dazu, wel­che Arten umwelt­be­zo­ge­ner Infor­ma­tio­nen ver­füg­bar sind“, erwei­tert. Der Gesetz­ge­ber woll­te damit die Vor­ga­ben der Aar­hus-Kon­ven­ti­on und der Öffent­lich­keits­be­tei­li­gungs-Richt­li­nie der Euro­päi­schen Uni­on umset­zen. Die­sen Rege­lun­gen liegt die Erkennt­nis zugrun­de, dass im Umwelt­be­reich ein ver­bes­ser­ter Zugang zu Infor­ma­tio­nen und eine ver­bes­ser­te Öffent­lich­keits­be­tei­li­gung an Ent­schei­dungs­ver­fah­ren auch die Qua­li­tät und die Umset­zung von Ent­schei­dun­gen ver­bes­sern. Vor die­sem Hin­ter­grund erfor­dert die Anstoß­wir­kung, die nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers der Bekannt­ma­chung zukom­men soll, eine schlag­wort­ar­ti­ge Zusam­men­fas­sung und Cha­rak­te­ri­sie­rung der­je­ni­gen Umwelt­in­for­ma­tio­nen, die in den ver­füg­ba­ren Stel­lung­nah­men behan­delt wer­den. Die Infor­ma­tio­nen sol­len der Öffent­lich­keit eine ers­te inhalt­li­che Ein­schät­zung dar­über ermög­li­chen, ob die Pla­nung wei­te­re, von den ver­füg­ba­ren Stel­lung­nah­men nicht abge­deck­te Umwelt­be­lan­ge berührt, denen sie durch eige­ne Stel­lung­nah­men Gehör ver­schaf­fen will. Eine blo­ße Auf­lis­tung der ver­füg­ba­ren Stel­lung­nah­men ohne inhalt­li­che Cha­rak­te­ri­sie­rung ver­fehlt die­se Anstoß­wir­kung.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 18. Juli 2013 – 4 CN 3.12

  1. VGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 12.06.2012 – 8 S 1337/​10[]