CCS – Koh­len­di­oxid unter Tage

Die Bun­des­re­gie­rung hat heu­te den Ent­wurf eines "Geset­zes über die Abschei­dung, den Trans­port und die dau­er­haf­te Spei­che­rung von Koh­len­di­oxid in tie­fen Gesteins­schich­ten" ("Car­bon Cap­tu­re and Sto­rage", CCS) beschlos­sen und damit das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet. Mit dem Gesetz­ent­wurf soll die Richt­li­nie des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates über die geo­lo­gi­sche Spei­che­rung von Koh­len­di­oxid in deut­sches Recht umge­setzt wer­den.

CCS – Koh­len­di­oxid unter Tage

Das Gesetz soll glei­cher­ma­ßen dem Kli­ma­schutz und der Ener­gie­ver­sor­gungs­si­cher­heit die­nen. Inhalt­lich regelt der Gesetz­ent­wurf in Anleh­nung an die ent­spre­chen­den Bestim­mun­gen des Immis­si­ons­schutz­rech­tes, des Berg­rech­tes und des Ener­gie­wirt­schafts­rech­tes die Geneh­mi­gungs- und Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren für die Koh­len­di­oxidab­schei­dung, für Koh­len­di­oxid-Trans­port­lei­tun­gen sowie für die Erkun­dung, Errich­tung, den Betrieb und die Still­le­gung von dau­er­haf­ten Koh­len­di­oxidspei­chern in Gesteins­schich­ten des tie­fe­ren geo­lo­gi­schen Unter­grun­des. Die Bun­des­an­stalt für Geo­wis­sen­schaf­ten und Roh­stof­fe (BGR) und das Umwelt­bun­des­amt (UBA) sol­len umfas­sen­de Vor­ar­bei­ten für eine wis­sen­schaft­li­che Ana­ly­se und Bewer­tung der Spei­cher­po­ten­tia­le in Deutsch­land erar­bei­ten; die Ergeb­nis­se sol­len dann der Wirt­schaft und den Geneh­mi­gungs­be­hör­den der Län­der als Grund­la­gen­in­for­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung ste­hen.

Gleich­zei­tig soll das geplan­te Gesetz den Anla­gen­be­trei­bern die not­wen­di­ge Pla­nungs- und Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit für Pilot- und Demons­tra­ti­ons­an­la­gen geben, durch die erst der Nach­weis erbracht wer­den soll, dass die voll­stän­di­ge Zurück­hal­tung von CO2 im Spei­cher auf unbe­grenz­te Zeit gewähr­leis­tet und zudem eine umfas­sen­de Vor­sor­ge gegen Risi­ken für Mensch und Umwelt nach dem aner­kann­ten Stand von Wis­sen­schaft und Tech­nik mög­lich sein soll. Die Anla­gen sol­len auf 50 Jah­re ange­legt wer­den. 30 Jah­re nach Still­le­gung einer Anla­ge und damit rund 80 Jah­re nach ihrer Inbe­trieb­nah­me kön­nen Betrei­ber ihre Ver­ant­wor­tung auf den Staat über­tra­gen.

Im Jahr 2015 wird der Bund die Erfah­run­gen mit den Demons­tra­ti­ons­vor­ha­ben aus dem In- und Aus­land aus­wer­ten. Dann wird geklärt, inwie­weit die im Gesetz fest­ge­leg­ten hohen Sicher­heits- und Umwelt­stan­dards nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen und ob CCS tech­nisch und wirt­schaft­lich ein gang­ba­rer Weg ist.

Über die Ergeb­nis­se der jetzt geplan­ten Demons­tra­ti­ons­vor­ha­ben soll im Jahr 2015 ein umfas­sen­der Eva­lu­ie­rungs­be­richt erstellt und ver­öf­fent­licht wer­den.

Mit dem Gesetz­ent­wurf soll die Richt­li­nie des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates über die geo­lo­gi­sche Spei­che­rung von Koh­len­di­oxid in deut­sches Recht umge­setzt wer­den. Aller­dings geht der Gesetz­ent­wurf in eini­gen Punk­ten über die euro­päi­schen Vor­ga­ben hin­aus. Hier­zu gehö­ren ins­be­son­de­re die Anfor­de­run­gen für die Plan­fest­stel­lung von Koh­len­di­oxidspei­chern, die Haf­tungs­fra­gen und der Zeit­raum der Über­tra­gung der Ver­ant­wor­tung für still­ge­leg­te Koh­len­di­oxidspei­cher.

Tech­ni­sche Anfor­de­run­gen und finan­zi­el­le Vor­sor­ge­fra­gen sol­len spä­ter noch zum Teil in geson­der­ten Ver­ord­nun­gen gere­gelt wer­den.