CO2-Emis­sio­nen von VW-Fahr­zeu­gen – und der Informationszugang

Die Deut­sche Umwelt­hil­fe erhält nach einem Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts Zugang zu Unter­la­gen im Zusam­men­hang mit Mes­sun­gen des CO2-Aus­sto­ßes bei Kraft­fahr­zeu­gen, die die Volks­wa­gen AG im Novem­ber 2015 ver­trau­lich an das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um über­mit­telt hat.

CO2-Emis­sio­nen von VW-Fahr­zeu­gen – und der Informationszugang

Der Kla­ge der Deut­schen Umwelt­hil­fe auf Infor­ma­ti­ons­zu­gang hat­ten zuvor bereits das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin1 und das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg2 statt­ge­ge­ben. Die vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zuge­las­se­ne Revi­si­on der bei­ge­la­de­nen Volks­wa­gen AG blieb jetzt erfolglos:

Das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um ist infor­ma­ti­ons­pflich­ti­ge Stel­le. Die für ein Tätig­wer­den im Rah­men der Gesetz­ge­bung gel­ten­de Aus­nah­me von der Infor­ma­ti­ons­pflicht gilt nicht für die im Zuge exe­ku­ti­ven Han­delns über­mit­tel­ten Unter­la­gen. Antrags­ab­leh­nungs­grün­de sind eben­falls nicht gege­ben. Nach dem Abschluss der ein­schlä­gi­gen Ermitt­lungs­ver­fah­ren der Staats­an­walt­schaft Braun­schweig hat das Bekannt­ge­ben der Infor­ma­tio­nen kei­ne nach­tei­li­gen Aus­wir­kun­gen auf die Durch­füh­rung straf­recht­li­cher Ermitt­lun­gen. Auch nach­tei­li­ge Aus­wir­kun­gen auf den Anspruch einer Per­son auf ein fai­res Ver­fah­ren oder auf die Durch­füh­rung eines lau­fen­den Gerichts­ver­fah­rens sind nicht ersichtlich.

Ableh­nungs­grün­de zum Schutz von Betriebs- oder Geschäfts­ge­heim­nis­sen sowie frei­wil­lig über­mit­tel­ter Infor­ma­tio­nen grei­fen eben­falls nicht durch. Soweit es um Mess­rand­be­din­gun­gen von Prüf­stands­mes­sun­gen geht, han­delt es sich um Infor­ma­tio­nen über Emis­sio­nen, deren Ver­trau­lich­keit das Gesetz nicht schützt. Im Übri­gen, etwa bei Pro­dukt- und Markt­stra­te­gien, über­wiegt das öffent­li­che Inter­es­se an der Bekannt­ga­be der Infor­ma­tio­nen das gegen­läu­fi­ge Inter­es­se an deren Vertraulichkeit.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 26. April 2021 – 10 C 2.20

  1. VG Ber­lin, Urteil vom 19.12.2017 – 2 K 236/​16[]
  2. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 29.03.2019 – 12 B 13.18[]

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