Das natur­schutz­recht­li­che Vor­kaufs­recht und die Vor­aus­set­zun­gen

Die Aus­übung des Vor­kaufs­rech­tes setzt vor­aus, dass die­ses durch das Bedürf­nis der All­ge­mein­heit nach Natur­ge­nuss und Erho­lung in der frei­en Natur gerecht­fer­tigt ist.

Das natur­schutz­recht­li­che Vor­kaufs­recht und die Vor­aus­set­zun­gen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Bay­reuth in zwei hier vor­lie­gen­den Fäl­len der Kla­ge statt­ge­ge­ben und den jewei­li­gen Bescheid, mit dem das Vor­kaufs­recht aus­ge­übt wur­de, auf­ge­ho­ben. Die Land­krei­se Hof und Kulm­bach haben bezüg­lich der Grund­stü­cke des „Gast­hof Fels“ ihr jewei­li­ges natur­schutz­recht­li­ches Vor­kaufs­recht zu Unrecht aus­ge­übt.

Zu den Ver­fah­ren war es gekom­men, weil der frü­he­re Eigen­tü­mer des Gast­hofs im Jahr 2018 die Grund­stü­cke, auf denen sich der „Gast­hof Fels“ und der zuge­hö­ri­ge Park­platz befin­den und die in den Land­krei­sen Hof und Kulm­bach lie­gen, ver­kauft hat­te. Als die Land­krei­se hier­von Kennt­nis erlang­ten, übten sie jeweils ihr natur­schutz­recht­li­ches Vor­kaufs­recht zuguns­ten des Natur­parks Fran­ken­wald e.V. aus. Die­ser beab­sich­tig­te, dort ein Natur­park­zen­trum inklu­si­ve Infor­ma­ti­ons­zen­trum, Café, Geschäfts­stel­le und Dienst-sitz der Natur­park-Ran­ger zu errich­ten. Dage­gen hat sich der Käu­fer der Immo­bi­lie mit sei­nen Kla­gen gewehrt. Er wand­te sich mit sei­nen Kla­gen jeweils gegen die Aus­übung des Vor­kaufs­rechts durch die bei­den Land­krei­se, da er unter ande­rem ver­mu­te­te, dass die geplan­ten Nut­zun­gen nur vor­ge­scho­ben sei­en.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Bay­reuth aus­führ­lich erklärt, dass zwar nach sei­ner Auf­fas­sung ein über­zeu­gen­des Nut­zungs­kon­zept für ein Natur­park­zen­trum durch den Natur­park Fran­ken­wald e.V. vor­lie­ge. Aller­dings sei­en die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Aus­übung des Vor­kaufs­rechts in bei­den Streit­sa­chen nicht gege­ben. Erfor­der­lich wäre dem­nach gewe­sen, dass das Bedürf­nis der All­ge­mein­heit nach Natur­ge­nuss und Erho­lung in der frei­en Natur die Aus­übung des Vor­kaufs­rech­tes recht­fer­ti­ge.

Daher haben die Land­krei­se Hof und Kulm­bach bezüg­lich der Grund­stü­cke des „Gast­hof Fels“ ihr jewei­li­ges natur­schutz­recht­li­ches Vor­kaufs­recht zu Unrecht aus­ge­übt. Den Kla­gen wur­de statt­ge­ge­ben und der jewei­li­ge Bescheid, mit dem das Vor­kaufs­recht aus­ge­übt wur­de, auf­ge­ho­ben.

Auf­grund der recht­li­chen Schwie­rig­keit hat das Ver­wal­tungs­ge­richt jeweils die Beru­fung zum Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof zuge­las­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Bay­reuth, Urtei­le vom 10. Sep­tem­ber 2020 – B 2 K 18.1160 und B 2 K 18.1161

Das naturschutzrechtliche Vorkaufsrecht und die Voraussetzungen