Der Bau eines Rad­we­ges

Ist die Ent­schei­dung des Minis­te­ri­ums für Wirt­schaft, Ver­kehr und Lan­des­ent­wick­lung, den öffent­li­chen Inter­es­sen an einem sofor­ti­gen Bau­be­ginn eines Rad­we­ges einen Vor­rang gegen­über den von der Schutz­ge­mein­schaft Deut­scher Wald gel­tend gemach­ten Belan­gen ein­zu­räu­men, recht­lich nicht zu bean­stan­den und erweist sich in einem Eil­ver­fah­ren der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss als offen­sicht­lich recht­mä­ßig bei der gebo­te­nen vor­läu­fi­gen, sum­ma­ri­schen Über­prü­fung, so darf mit dem Bau des Rad­we­ges begon­nen wer­den – auch wenn eine Kla­ge anhän­gig ist.

Der Bau eines Rad­we­ges

So der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Eil­an­tra­ges, mit dem die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­ge wie­der­her­ge­stellt wer­den soll­te, um dadurch den Bau­be­ginn des Rad­we­ges bei Nie­der-Ramstadt wie­der zu stop­pen. Der Bau eines höhen­glei­chen Rad­we­ges ent­lang der Bun­des­stra­ße 426 öst­lich der Ein­mün­dung der Mühl­tal­stra­ße bei Nie­der-Ramstadt, zu des­sen Beginn Vor­be­rei­tungs­ar­bei­ten der Stra­ßen­bau­ver­wal­tung bereits erfolgt sind, wur­de vom Hes­si­schen Minis­te­ri­um für Wirt­schaft, Ver­kehr und Lan­des­ent­wick­lung mit Beschluss vom 24. Sep­tem­ber 2012 plan­fest­ge­stellt. Dage­gen hat die Schutz­ge­mein­schaft Deut­scher Wald am 27. Juni 2013 Kla­ge beim Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof erho­ben und bean­tragt, den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss auf­zu­he­ben. Über die­se Kla­ge ist noch nicht ent­schie­den ist. Am 4.Juli 2013 ord­ne­te das Hes­si­sche Minis­te­ri­um für Wirt­schaft, Ver­kehr und Lan­des­ent­wick­lung die sofor­ti­ge Voll­zie­hung des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses an, wodurch die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­ge vom 27. Juni 2013 besei­tigt und ein sofor­ti­ger Bau­be­ginn recht­lich ermög­licht wur­de. Dar­auf­hin ist von der Schutz­ge­mein­schaft Deut­scher Wald am 9. Juli 2013 der Antrag gestellt wor­den, die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­ge wie­der­her­zu­stel­len und dadurch einen Bau­be­ginn wie­der zu stop­pen.

Nach Auf­fas­sung des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­ho­fes erwei­se sich der ange­foch­te­ne Plan­fest­stel­lungs­be­schluss vom 24. Sep­tem­ber 2012 bei der in einem Eil­ver­fah­ren aus­schließ­lich gebo­te­nen vor­läu­fi­gen, sum­ma­ri­schen Über­prü­fung als offen­sicht­lich recht­mä­ßig. Auch sei die Ent­schei­dung des Minis­te­ri­ums, den öffent­li­chen Inter­es­sen an einem sofor­ti­gen Bau­be­ginn einen Vor­rang gegen­über den von der Schutz­ge­mein­schaft Deut­scher Wald gel­tend gemach­ten Belan­gen ein­zu­räu­men, recht­lich nicht zu bean­stan­den. Ins­be­son­de­re habe das Hes­si­sche Minis­te­ri­um für Wirt­schaft, Ver­kehr und Lan­des­ent­wick­lung deut­lich gemacht, dass der Bau eines höhen­gleich zur Fahr­bahn der Bun­des­stra­ße 426 ver­lau­fen­den Rad­we­ges ins­ge­samt einen gerin­ge­ren Natur­ein­griff ver­ur­sa­che als die ursprüng­li­che, bestands­kräf­ti­ge Pla­nung aus dem Jahr 2006, die einen Ver­lauf des Rad­we­ges etwa auf hal­ber Höhe des in dem Plan­be­reich fast bis zur Fahr­bahn her­an­rei­chen­den Fels­vor­sprungs nörd­lich der Bun­des­stra­ße vor­sah. Im übri­gen sei­en auch die gesetz­li­chen Bestim­mun­gen zum Arten­schutz aus­rei­chend beach­tet wor­den.

Hes­si­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Juli 2013 – 2 B 1491/​13.T