Der Gar­ten­brun­nen und das Was­ser­recht

§ 33 WHG bestimmt, dass für das Ent­neh­men oder Zuta­ge­för­dern von Grund­was­ser kei­ne Erlaub­nis oder Bewil­li­gung erfor­der­lich ist, solan­ge dies z.a. für den Haus­halt erfolgt. In Ergän­zung dazu bestim­men eini­ge Lan­des­was­ser­ge­set­ze, so etwa für Rhein­land-Pfalz § 42 LWas­serG, dass der­je­ni­ge, der Grund­was­ser ent­neh­men oder zuta­ge för­dern will, dies gleich­wohl recht­zei­tig vor Beginn der Maß­nah­me der Was­ser­be­hör­de anzu­zei­gen hat.

Der Gar­ten­brun­nen und das Was­ser­recht

Die­se Mel­de­pflicht gilt nach einem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Neu­stadt auch für einen Gar­ten­brun­nen. Auch des­sen Boh­ren muss daher in Rhein­land-Pfalz der Was­ser­be­hör­de gemel­det wer­den, auch wenn es – wegen § 33 WHG – einer gebüh­ren­pflich­ti­gen Erlaub­nis nicht bedarf, solan­ge von der Brun­nen­boh­rung kei­ne Gefahr für das Grund­was­ser aus­geht.

In einem vom Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt ent­schie­de­nen Ver­fah­ren möch­te der Klä­ger in sei­nem Vor­gar­ten einen Brun­nen boh­ren, um sei­nen Gar­ten zu bewäs­sern. Dies zeig­te er der Was­ser­be­hör­de an, die dar­auf­hin Vor­ga­ben zu Boh­rung und Betrieb des Brun­nens anord­ne­te und hier­für eine Gebühr for­der­te. Brun­nen dür­fen nach Ansicht der Behör­de nicht unge­re­gelt zuge­las­sen wer­den, da das Grund­was­ser ver­schmutzt wer­den könn­te. Nach­dem ein Wider­spruch des Klä­gers nur teil­wei­se erfolg­reich war, hat er Kla­ge zum Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt erho­ben, das sei­ner Kla­ge jetzt statt­ge­ge­ben hat:

In Rhein­land-Pfalz sei das Vor­ha­ben, einen Gar­ten­brun­nen zu boh­ren, der Was­ser­be­hör­de mit Plä­nen und Unter­la­gen anzu­zei­gen. Sie habe dann Gele­gen­heit zu prü­fen, ob der Brun­nen das Grund­was­ser beein­träch­ti­gen könn­te. Wenn dies wie im Fall des Klä­gers nicht zu erwar­ten sei, sei das Vor­ha­ben ohne Erlaub­nis zuläs­sig. Kos­ten­pflich­ti­ge Anord­nun­gen oder ein Ver­bot dürf­ten dann nicht erge­hen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Urteil vom 16. Dezem­ber 2009 – 4 K 767/​09.NW

  1. dazu gehö­ren auch die bei­den Anträ­ge auf Zutritts­ge­wäh­rung[]