Der Motor im Staats­wald

Für einen Anspruch auf forst­auf­sicht­li­ches Ein­schrei­ten ist der Ver­wal­tungs­rechts­weg eben­so eröff­net wie für einen als öffent­lich-recht­lich behaup­te­ten (zivil­recht­li­chen) Anspruch. Die vom Lei­ter eines Lan­des­ei­gen­be­triebs aus­ge­spro­che­ne Unter­sa­gung, den lan­des­ei­ge­nen Wald mit motor­ge­trie­be­nen Fahr­zeu­gen zu befah­ren, ist kein Ver­wal­tungs­akt.

Der Motor im Staats­wald

Das Befah­ren frem­den Wal­des mit motor­ge­trie­be­nen Fahr­zeu­gen ohne Zustim­mung des Wald­be­sit­zers ist grund­sätz­lich ver­bo­ten. Auch § 15 Abs. 1 und 2 LWaldG begrün­det nur für angren­zen­de Wald­be­sit­zer eine Art Not­we­ge­recht.

Der Umstand, dass der Staats­wald in beson­de­rem Maße dem All­ge­mein­wohl dient und nach den Grund­sät­zen der natur­na­hen Dau­er­wald­wirt­schaft zu bewirt­schaf­ten ist, begrün­det kei­nen Befah­rens­an­spruch für gewerb­li­che Holz­trans­por­teu­re. Weder die Berufs­frei­heit (Art. 12 GG) noch das Recht am ein­ge­rich­te­ten und aus­ge­üb­ten Gewer­be­be­trieb (Art. 14 GG) begrün­den einen im Wege der Forst­auf­sicht durch­zu­set­zen­den Anspruch, frem­de Grund­stü­cke zu gewerb­li­chen Zwe­cken mit motor­ge­trie­be­nen Fahr­zeu­gen zu befah­ren.

Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lands, Beschluss vom 1. April 2009 – 5 L 141/​09