Die Ein­lei­tung von Salz­ab­wäs­ser in die Wer­ra

Ist schon eine Kla­ge gegen die Ein­lei­tung von Abwäs­sern in einen Fluss zu spät erho­ben wor­den und damit unzu­läs­sig, kann ein Eil­an­trag, mit dem die Ein­lei­tung bis zur Ent­schei­dung über die Kla­ge gestoppt wer­den soll, kei­nen Erfolg haben ist. Das Ver­säum­nis des Anwalts muss sich der Klä­ger zurech­nen las­sen.

Die Ein­lei­tung von Salz­ab­wäs­ser in die Wer­ra

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Kas­sel in dem hier vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren bezüg­lich des Ver­bots von salz­hal­ti­gen Abwäs­sern in die Wer­ra. Das Regie­rungs­prä­si­di­um in Kas­sel gestat­te­te im Novem­ber 2012 dem K+S Werk Wer­ra in Phil­ipp­s­tal, salz­hal­ti­ge Abwäs­ser in die Wer­ra ein­zu­lei­ten. Dage­gen erhob ein Fische­rei­ver­band am 20. Janu­ar 2014 Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Kas­sel. Da nicht abseh­bar war, wann über die Kla­ge ent­schie­den wird, woll­te der Ver­band in einem Eil­ver­fah­ren errei­chen, dass dem Werk Wer­ra die Ein­lei­tung von Salz­ab­was­ser in die Wer­ra zunächst bis zu einer Ent­schei­dung über die Kla­ge ver­bo­ten wird.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Kas­sel kann der Eil­an­trag kei­nen Erfolg haben, weil schon die Kla­ge zu spät erho­ben wur­de und damit unzu­läs­sig ist. Der Fische­rei­ver­band hat die vom Gesetz­ge­ber in § 2 Umwelt-Rechts­be­helfs­ge­setz (UmwRG) vor­ge­se­he­ne Frist nicht ein­ge­hal­ten. Er hät­te die Kla­ge inner­halb eines Jah­res erhe­ben müs­sen, nach­dem er von der Geneh­mi­gung des Regie­rungs­prä­si­den­ten erfah­ren hat­te. Dies war bereits am 7. Dezem­ber 2012. An die­sem Tag wur­de dem Anwalt des Fische­rei­ver­ban­des ein Bescheid zuge­stellt, der das K+S Werk Neu­hof-Ellers betraf. In die­sem Bescheid wur­de aber auch mit­ge­teilt, dass dem Werk Wer­ra das Ein­lei­ten von Salz­ab­wäs­sern erlaubt wor­den sei. Die Kla­ge hät­te also spä­tes­tens bis zum 7. Dezem­ber 2013 erho­ben wer­den müs­sen. Bei Unklar­hei­ten über den Umfang der Geneh­mi­gung wäre es dem Anwalt des Ver­ban­des zumut­bar gewe­sen, Infor­ma­tio­nen beim RP ein­zu­ho­len. Das Ver­säum­nis des Anwalts muss sich der Fische­rei­ver­band zurech­nen las­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Kas­sel, Beschluss vom 24. April 2014 – 4 L 139/​14.KS